Bratwurst aus Schweineschulter mit Pflaumen – selbst gewurstet

Ich habe mir im Winter einen Fleischwolf mit Wurstaufsatz von Kenwood geholt. Sowas kostet keine 100 Euro.  Damals habe ich schon mal gewurstet, aber das war eher der Neugierde geschuldet und gefühlt die falsche Saison für das Projekt. Jetzt wo alle grillen, hole ich das Thema wieder aus der Schublade. Wursten ist ziemlich einfach und macht wirklich Spaß. Schaut einfach mal, ob das auch was für Euch wäre.  Wurst steht ja immer im Ruf, dass da alles hinein kommt, was beim Ausfegen vom Fußboden der Schlachterei übrig bleibt. Deswegen nehme ich ganz nachvollziehbare Zutaten.


Zutaten:

2 Meter Naturdarm
1,2 Kilo Schweineschulter
300 Gramm Schweinspeck
1 Topf Sahne
1 Esslöffel Salz
1 Esslöffel Pfeffer
2 Esslöffel Majoran
2 Esslöffel Senfkörner
1 Handvoll Pflaumen Darm 30 Minuten wässern. Den bekommt man beim Fleischer, oder im Fachhandel. Da habe ich mich ganz schön auf den Arsch gesetzt 100 Meter 35 Euro, aber dafür bekommt man ja auch am Ende etwas besonderes. Das ist übrigens ein Dünndarm, da war nie Scheiße drin und die werden mehrfach gespült, bevor sie verkauft werden.
Eine Handvoll Pflaumen entsteinen
Pflaumen zerkleinern
Bei Wurst kann man bis 30 % Fett hinzufügen. Das macht das Brät cremiger und gibt der Wurst ein gutes Mundgefühl
Den Speck in Streifen schneiden. Der wird später noch kleiner gewürfelt.
Ich mache mir meine eigene Gewürzmischung für die Würste.
Dafür kann man eine Gewürzmühle, oder eine Kaffeemühle benutzen.
Ich nehme meine Gewürzmühle, die zum Esge Zauberstab gehört.
Senfkörner
Majoran
Pfefferkörner
Salz
Die Zutaten ordentlich pulverisieren
Fertig ist die Gewürzmischung
Nun bereite ich das Fleisch vor
Schulter in Scheiben schneiden.
Scheiben in Würfel
Speckstreifen würfeln
Fleisch und Speck in eine Gefrierbox geben
Pflaumenwürfel ebenfalls zum Fleisch geben und eine Stunde in die Kühltruhe stellen.
Das Fleisch muss kühl sein, damit sich das Eisweiß nicht zersetzt. Ich mache schnelle Bratwürste, ohne umröten, oder pökeln. Einfach eine leckere Bratwurst aus guten Zutaten.
Die Zutaten werden drei mal gewolft.
Der Fleischwolf hat drei unterschiedlich große Scheiben zum Wolfen. Ich fange mit der größten an und wiederhole den Vorgang dann mit den beiden kleineren Scheiben.
Erstes grobes wolfen.
Könnte mach schon so verwenden, wäre aber noch ziemlich grob
Nächste Runde. Ich habe am Stück gearbeitet, aber die Wurst wird noch feiner, wenn man zwischen dem Wolfen das Brät immer noch mal kühlt
Hier erkennt man schon, das es noch feiner ist.
Nach dem dritten Durchgang auf der kleinsten Scheibe sieht das Brät so aus.
Gewürze dazu kippen
Das duftet schon toll
Ein Topf Sahne
Man könnte die Masse jetzt noch kuttern, also noch feiner und noch cremiger machen, aber ich finde, man darf ruhig ein bisschen mehr Mundgefühl haben.
Die Wurstmasse verrühren.
Den gewasserten Darm aus dem Wasser holen.
Darm über die Tülle am Fleischwolf ziehen, hinten verknoten.
Wurstbrät oben einfüllen
Dann wird von oben nachgestopft und die Wurstmasse kommt aus der Tülle in den Darm.
Ich war mir nicht sicher, wie groß die Würste werden sollen und habe erstmal die ganze Masse in den Darm gestopft und später abgedreht. Das liegt aber daran, dass ich das erst zum dritten oder vierten Mal gemacht habt. Da steht für mich einfach die Freude im Vordergrund mit den Händen zu arbeiten und selbst irgendwas zu schaffen. Wenn das nicht wie beim Profi ist, ich bin ja auch keiner.
Hier ist die Wurst im Darm.
Maß nehmen abdrehen und abschneiden und verknoten.
Das ist übrigens überhaupt nicht ekelig, sondern eine sehr erfüllende Tätigkeit.  Das ist meine Wurstausbeute, die könnte man jetzt sofort in die Pfanne werfen und braten. Dann werden die Bratwürste am leckersten. Meine Familie war aber im Urlaub und ich musste die meisten Würste konservieren, damit ich noch welche für meine Kinder nach der Rückkehr habe. Deswegen brühe ich die Würste noch, um sie haltbar zu machen. Einfrieren geht natürlich auch.

Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Ich hatte das Gefühl, dass die Wurst ziemlich salzig ist. Deswegen habe ich das Wasser nur ganz leicht gesalzen, dann geben die Würste noch Salz ans Wasser ab.
Wenn das Wasser kocht, dann kommen die Würste ins Wasser und werden bebrüht. Dann darf das Wasser nicht mehr kochen, sondern wird auf kleinste Stufe eingestellt.
Deckel auf den Topf
Nach zehn Minuten sind die Würste gut gebrüht.
Ich bin stolz wie Bolle. Meine eigenen Bratwürste mit Pflaumen aus Schweineschulter. Die schmecken natürlich ganz toll, weil da nur das drin ist, was man selbst dabei haben möchte und mit den Pflaumenstücken ist das echt der Kracher.
Ich zeige Euch später war ich daraus für mich gemacht habe (Rezept folgt)

Aber es war ein echtes Erlebnis

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Bratwurst selbst herstellen, ganz einfach.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

 

 

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