Chickpeaburger

Irgendwann habe ich mal gelesen, dass bei der Wahl zum besten Burger der Welt, ein veganer Burger gewonnen hat. Dagegen spricht ja auch erstmal gar nichts. Ich habe nun aus reiner Neugierde einen Burger mit Kicherebsen gemacht, den ich in einem Rezeptbuch meiner liebsten Rapsöllobby gefunden habe.  Der ist tatsächlich ganz weit vorne, obwohl ich vorher leicht skeptisch war, weil ich mit Kichererbsen nie viel anfangen konnte. Für mich war das sehr lehrreich, weil ich den Code von Kichererbsenprodukten entschlüsselt habe und mein bisheriger Unwille rührt nicht von der Kichererbse her, sondern von der vorherrschenden Würzweise mit Koriander und Kreuzkümmel, mit der ich geschmacklich überhaupt nichts anfangen kann. Nachdem wir das Grundsätzliche geklärt haben, dürft Ihr Euch auf einen tollen knusprigen Burger mit selbst gebackenem Focaccia, zwei selbst gerührten Soßen und frischem Gemüse freuen.

Zutaten für 4 Burger:

Kichererbsenpatties (anklicken)
Focaccia mit ohne kneten (anklicken)
Tomaten
Eisbergsalat

Soße 1:

1 Tomate
Harissa
Tomatenmark
Salz
Pfeffer

Mayonnaise

180 Milliliter Rapsöl
20 Milliliter Sesamöl
1 Ei
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Esslöffel Weißeinessig
Salz
Pfeffer

Die Zubereitung fängt schon einen Tag vorher an, wenn man nicht mit Kichererbsen aus der Dose arbeitet. Ich nehme getrocknete Kichererbsen und die muss man einen Tag lang in Wasser quellen lassen. Dabei verdoppeln sie Ihr Volumen mindestens.
Den Teig für das Focaccia läßt man ebenfalls im Kühlschrank übernachten (Rezept anklicken)


Die Zubereitung am nächsten Tag ist entspannend. Wir hatten es mitten in der Woche, meine Frau war arbeiten. Ich habe die Kinder um 18 Uhr aus der Betreuung geholt, war noch schnell einkaufen und bis Mutti dann zuhause war, standen die Burger schon in den Startlöchern, bzw. auf dem Tisch.
Burger Buns formen, ruhen lassen  und in den Ofen zum Backen geben.Mit dem Kichererbsenteig Frikadellen formen.
Ungefähr wissen, wie groß Ihr die Burgerbrötchen geformt habt, damit es auch mit der Auflage klappt.
Die “Bratlinge” in Fett kross und braun braten.
Die erste Soße geht ganz schnell.
Eine große Tomaten mit zwei Esslöffeln Harissa pürieren.
2 Esslöffel Tomatenmark dazu geben, Salz, Pfeffer, fertig.
Die Frikadellen sind auch schon erledigt.
Schnell im Ofen warm stellen.
Die fertigen Focaccia aufschneiden und wer mag, kann die Schnittflächen in der Pfanne ohne Fett anrösten.
Jetzt noch in zwei Minuten eine schnelle Mayonnaise machen.
Rapsöl und Sesamöl in einen kleinen Mixbecher geben.
Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Zitronensaft, 1 Esslöffel Weißweinessig
Mit dem Esge Zauberstab, oder einem ordinärem Pürierstab in 10 Sekunden Vollgas eine ausgewachsene Mayonnaise ziehen.
Focaccia im Querschnitt
Mit Mayonnaise ordentlich bestreichen
Eisbergsalat auflegen
Kichererbsenpattie darauf drapieren
dünne Tomatenscheiben. Wer mag kann auch noch Zwiebelringe, oder Gurkenscheiben dazu nehmen. Mein Burger sollte handlich und auch mit der Hand zu essen sein, weil meine Frau das sonst ständig moniert. Deswegen der Hang zur Schlichtheit.
Von der roten Soße ebenfalls auf den Burger löffeln
Deckel drauf und ab an den Tisch.
Der Burger ist ne echte Sensation. Knuspert so schön, wie ein crispy Chicken Burger im einschlägigen Fachhandel, aber kommt ohne totes Tier aus. Tolles Mundgefühl, weil von den Soßen bis zum Brötchen alles frisch und selbst gemacht ist. Pommes kann man dazu auch gut essen, aber ich bin ja immer noch dabei Kalorien einzusparen, wo sie nicht sein müssen. Pommes habe ich in meinem Leben schon genug gegessen, Kichererbsenburger noch nicht.
Die kritischste aller möglichen Ehefrauen sagt ooooh und aaaaah und ich muss gestehen, dass so ein Burger deutlich satter macht, als wenn er mit Fleisch hergestellt wird. Im Gegenzug rumpelt er einem aber auch nicht so den Magen voll. Zwei Stunden später bin ich schon wieder joggen gewesen, ohne dass es sich im Magen wie eine angezogene Handbremse angefühlt hätte.
Sowas ist mir wichtig und vielleicht ja auch noch für ein paar andere vor den Bildschirmen.
Ich bin jedenfalls nachhaltig begeistert und mir ziemlich sicher, dass keiner wegen der Fleischlosigkeit meckern wird, wenn Ihr das nicht vor dem Essen thematisiert. Hinterher lässt sich vortrefflich darüber schwadronieren, wie lecker das “trotzdem” war. Das ist nicht so ne spaßbefreite Müslifresserkacke, die man nur mit Regenbogenhalstuch und Doppelname essen darf, sondern ernsthafte Nahrung die Spaß macht.
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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