Steak frittiert – Rinderhüfte bei 170 Grad im Ölbad

Ich erforsche gerne neue Dinge und verbessere meine Kochtechnik. Ich habe keine Ahnung wo meine Vorliebe für heißes Öl herkommt, aber wenn ich die Chance habe, irgendwas in Öl zu baden, dann bin ich erster Mann an Deck. Hier kommen 1,3 Kilo Steakhüfte am Stück, die ich in heißem Öl, das sollen so etwas 170 Grad sein, zubereitet habe. Das ist ein wirklich tolles Verfahren, bei dem man sich ja nach Fleischart,  erst an die richtige Temperatur ranarbeiten muss, die zum persönlichen Geschmack beim Gargrad passt. Für Rind anders als bei Huhn, oder Schwein, weil sich die Konsistenz und die Fleischfasern unterscheiden und dann auch noch davon abhängig, wie dick das Stück Fleisch ist. Dafür muss man Gefühl entwickeln und ich bin auch noch mitten drin.

Zutaten:

1,3 Kilo Rinderhüfte
2 Liter Rapsöl
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
Zitrone

Eine Pfanne, oder einen Topf der zur Größe des Fleisches passt mit Öl befüllen. Wer nur ein 300 Gramm Steak frittieren will, braucht natürlich keine zwei Liter Öl. Ich habe hier aber 1,3 Kilo Rind am Start. Herd auf volle Pulle stellen und einen Holzgegenstand hinein legen. Wenn es daran richtig sprudelt, dann haben wir die angepeilten 170 Grad
Eine Zitrone in Scheiben schneiden. Wenn man ein Stück Fleisch so ursprünglich zubereitet, dann reicht als Würze meistens, Salz, Pfeffer und ein Spritzer Zitronensaft. Das schmeckt im Normalfall viel geiler, als wenn man sich einen Fertigrub, oder eine Gewürzmischung von irgendwem kauft.
Fett ist heiß
Das Fleisch von beiden Seiten mit Küchenkrepp trocken tupfen, damit das Öl nicht so spritzt, wenn man das Fleisch in die Pfanne gleiten lässt.
Fleisch ins heiße Öl legenDeckel drauf, damit das Fett nicht so spritzt. Hört sich sehr geil an, wenn in der Pfanne so laute Knallgeräusche sind, wenn das Fleischfett am Rind aufpoppt.
Ich hatte keine Ahnung wie lang ich brauche, deswegen habe ich erstmal 6 Minuten eingestellt
Banges warten, was das wohl gibt.
Mittendrin wenden. Sieht optisch schon mal gut aus.

Nach 6 Minuten aus der Pfanne holen und Kerntemperatur ablesen.

Mit Mühe und Not 50 Grad Kerntemperatur. Das könnte man fast noch wiederbeleben. die 6 Minuten scheinen eher für ein gut daumendickes Steak zu passen, aber nicht für so einen Strang.

Also noch einmal zurück in die Pfanne und erneut 4 Minuten unter Vollgas weiter garen lassen. Wir reden dann über 10 Minuten im Fett.

Ich bin ja persönlich eher so bei 63 Grad Wohlfühlkerntemperatur bei Rind, aber meine beiden ältesten Töchtern wollen es innen am liebsten so, als wenn noch das Blut darin zirkulieren würde.  Keine Ahnung wo sie das Erbgut für die Vorlieben bekommen haben. Von meiner Frau nicht und von mir auch nicht.

Nach zehn Minuten kommt das Fleisch wieder raus.
Fleisch in Alufolie einschlagen und 5 Minuten ruhen lassen.
Sieht von außen immer noch toll aus.
Beim Anschneiden ist es in der Mitte immer noch seeeeehr medium, also werde ich für meinen Wohlfühlgrad 15 Minuten im Öl brauchen. Für 1,3 Kilo Fleisch, immer noch eine schnelle Zeit.
Für Emma und Marga genau richtig. Die hauen sich ordentlich Salz, Pfeffer und Zitrone über das Fleisch
Sagt es nicht weiter, aber ich habe zwei dicke Scheiben einfach noch mal zurück ins heiße Öl geworfen und dann hatte ich nach einer weiteren Minute, was ich haben wollte.
Warum man das tun sollte? Weil ich in der Pfanne nie so eine schöne Oberfläche beim Fleisch bekomme, weil das Fleisch superzart wird, weil es deutlich schneller geht als im Ofen, weil man nie genug Zubereitungsarten haben kann und weil es einfach toll ist. Glaubt einem sowieso keiner, dass das geht, außer die großen drei, die sowieso immer alles wissen.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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