Schnelle Bolognese – ohne Tüte

Pest oder Cholera? Wenn man eine Bolognese in seinem Blog zeigt, hat man immer die Wahl, ob einem jemand allwissend die Schwarte mit dem Originalrezept aus Bologna in den Nacken kloppt, oder so ne Tütenfee gerade die Geschichte von den zwanzig Minuten bis auf den Teller und Ihr Unvermögen Zusatzstoffe zu verstehen und zu vermeiden dokumentiert. Ich befinde mich mit meinem Rezept so in der Mitte, kann also gleich von zwei Seiten Gegenmeinungen von aber in Bologna geht das so, bis zu ich war schon 8 Stunden arbeiten, so lange stehe ich nicht in der Küche, bis die Kinder wollten aber, abgreifen. 

Zutaten:
500 Gramm Rinderhack
300 Milliliter Tomatensoße selbst eingekocht (anklicken)
300 Milliliter Brühe (anklicken)
Salz
Pfeffer
Grünkraut
Wenn man mag

1 Möhre
1 Zwiebel
Ich habe die Bolognese für zwei Einsatzzwecke gekocht. Ich brauchte eine für eine Pizza Holobolo (Hollandaise-Bolognese) und habe sie dann am nächsten Tag für Nudeln benutzt (da gehört sie etatmäßig hin)

Normal wird eine richtige Bolognese nicht unter 3 Stunden, aber gerne auch mal 24 Stunden eingekocht. Somit ist eine spontane Bolognese unter Qualitätsgesichtspunkten, in der Woche eigentlich total unmöglich. Ich habe mir aber etwas anderes überlegt, denn ich habe viele Komponenten, in denen so viele Stunden Einkochzeit stecken, dass man damit im Prinzip die Zeit, die in der Bolognese steckt, wenn man sie konventionell herstellt, von außen zufügen kann. Nicht jeder liest jeden Tag bei mir mit, deswegen erzähle ich die Geschichte gerne noch mal kurz. Meine Frau war nicht da und meine Kinder haben sich ganz grelle Pizzen gewünscht. Pizza Pommes rot-weiß, um nur ein Beispiel zu nennen, war auch dabei. Meine LeserInnenschaft, hat dann auch noch ein paar Ideen geliefert und plötzlich brauchte ich dann eine Bolognese, für eine Pizza Holobolo. Ich zeige Euch hier, wie man sich die Zeit zurück holen kann, die man vorher in seine Komponenten investiert hat. Bolognese in 45 Minuten. Das ist echt eine Ansage!

Pfanne erhitzen, volle Pulle auf der größten Platte, ich habe kein extra Fett verwendet. Wichtig, das Hackfleisch vorher verkneten, damit es hinterher nicht so aussieht wie Regenwürmer.

Anbraten dauert immer um die 20 Minuten, damit das Fett rausgebraten ist und Röstaromen erzeugt werden 

Salz, Pfeffer, ich nehme auch Chiliflocken, aber das ist persönliche Note und kein Muss. 

Ob man noch eine Möhre reibt und eine Zwiebel zerkleinert, die man nach 10-15 Minuten in die Pfanne gibt, fällt unter künstlerische Freiheit. Ich habe sowohl Möhren, Zwiebeln und auch Sellerie in der Brühe und auch in der Tomatensoße über Stunden eingekocht, die gleich noch als Soßenbasis zum Rinderhack kommt. Da fehlt eigentlich nichts mehr, aber ich finde das gut, wenn man außer dem Geschmack auch noch ein bisschen Haptik im Mund bekommt. 

Wenn alle Zutaten Farbe bekommen haben, kommt die Tomatensoße in die Pfanne.

Meine Tomatensoße ist reduziert. Das heißt, da ist viel mehr Geschmack als Flüssigkeit drin und die verträgt mühelos noch Flüssigkeit, ohne dann an Geschmacklosigkeit zu leiden. Beim Salz habe ich mich beim Einkochen bewusst so zurückgehalten, dass man den richtigen Geschmack erst nach dem Einkochen in Form von Salz und Pfeffer nachsteuert. 

Meine Brühe, wie auch immer deren Basis ist, wird immer mit Zwiebeln, Sellerie und vielen Gewürzen eingekocht. 

Auch hier ist noch Platz für Salz, damit sie beim Einkochen nicht versalzen kann.

Da Bolognese kein Tütengericht ist, bei dem Zeit durch Verdickungsmittel imitiert werden sollte, sondern ein Schmorgericht, kommt jetzt die Tomatensoße in die Pfanne und auch die Brühe

Alle Zutaten vermischen und MIT DECKEL auf der Pfanne 10 Minuten auf kleinster Flamme schmoren

Danach Deckel ab, Temperatur auf 3/4 bis volle Pulle rauf und dann noch mal OHNE Deckel die Flüssigkeit reduzieren

Jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken und gegebenenfalls mit Petersilie, oder Schnittlauch auffrischen

Schmeckt echt super, wie eine richtige Bolognese, kommt aber ohne Fertigzeug aus. Ich finde das wichtig, dass man hier auch mal sehen kann, wieso man die Zeit investieren sollte, selbst Brühe einzukochen, oder so eine Tomatensoße. Hier bekommt man einen Großteil der Zeit zurück, wenn eine richtige Bolognese, die über jeden Zweifel erhaben ist, plötzlich nur eine dreiviertel Stunde dauert und nicht drei Stunden plus X.

Hier endet ein Teil der Bolognese auf der Pizza Holobolo (Rezept kommt), die übrigens deutlich besser schmeckt, als es sich anhört

Der Rest ging am nächsten Tag, als meine Frau wieder da war, für Bandnudeln drauf. So wie es sich gehört. Eine tolle Bolognese, nicht wie in Bologna, aber so weit wie der Mond von der Erde von einer Tütenbolognese entfernt. Kann man auf jeden Fall machen, ohne sich schämen zu müssen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

Print Friendly, PDF & Email

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.