Rinderwade aus dem Ofen

Das ist eines der besten Gerichte, die ich wissentlich gekocht habe. Das Fleisch ist eine recht günstige Rinderwade vom Mix Markt Marzahn, die bringt keine besonderen Extravaganzen mit und braucht bei der Zubereitung lediglich Zeit und sollte ordentlich angebraten werden. Nicht falsch verstehen, ich sage nicht, dass das Fleisch nichts taugt, sondern es ist ein einfaches Stück Fleisch, mit einer langen Fleischfaser und zu einem gewissen Grad durchwachsen. Das gibt später sehr zartes Fleisch, wenn man keine Eile hat. Ich liebe solche Fleischstücke jenseits von Filet, Hüfte und Roastbeef, weil es ein klassenloses Vergnügen ist, das sich jeder leisten kann. Bei uns war die Konstellation Sonntag und die Familie wollte einen Ausflug machen. Bei mir ging es darum, dass das Essen nach der Rückkehr nicht mehr lange dauert und in der Zwischenzeit nicht im Ofen verbrennt. Immerhin reden wir über eine Abwesenheit von fünf oder sechs Stunden. Ich hätte das auch bei kleiner Flamme auf dem Herd machen können, aber im Ofen kommt die Hitze von allen Seiten und so musste ich das Fleisch nicht umdrehen. Konnte ich ja auch nicht, mangels Anwesenheit.

Zutaten:

1,5 Kilo Rinderwade
5 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Salz
1 Teelöffel Chiliflocken
4 Gemüsezwiebeln
200 Milliliter Tomatenmark
0,75 Liter Rotwein trocken
3 Knoblauchzehen
100 Gramm Meerrettich
1 Esslöffel Speisestärke in Wasser aufgelöst

1 Kilo Salzkartoffeln

Spargel aus dem Kontaktgrill (anklicken)

Vorspeise

Spargelsuppe mit Meerrettich (anklicken)

Die Rinderwade von allen Seiten anbraten und nach jeweils circa drei Minuten weiter drehen

Ich habe ein bisschen heiß angefangen und nach kurzer Zeit, hat sich dann mein Feuermelder im Wohnzimmer gemeldet (offene Küche). Die anwesenden Kinder kennen das schon. Eine springt auf, holt einen Besenstiel und drückt auf den Sensor, während die anderen alle Fenster aufreißen. Die Frau des Hauses brummelt oft gehörte Sätze über Schmorgerichte nach Ostern und zündet die Bergerlampe an, die den Bratengeruch neutralisieren soll.

Vier Gemüsezwiebeln abziehen

Die halbiere ich einfach nur, weil ich das später auf dem Teller mag, wenn man die Zwiebeln nach Stunden noch erkennt.

Halbieren

Fleisch wenden nicht vergessen

Zwiebeln mit der Schnittseite auf den Bräterboden legen

Jetzt noch schnell würzen. Hinter mir nervten ja schon wieder alle rum, dass sie jetzt schnell in FEZ fahren wollten, weil wir Sonntag aus dem Nichts 20 Grad hatten.

Einen Esslöffel Salz

Einen Teelöffel Chiliflocken

200 Milliliter Tomatenmark

Knoblauch abziehen

Die werfe ich am Stück in den Bräter

Eine Handvoll geriebenen Meerrettich

Ich habe die Flasche unterschätzt. Dachte das wäre irgendein Blindmacher, den ich mal zum Kochen gekauft hätte, aber nach dem Ausgießen habe ich dann gesehen, dass der 14 % Alkohol hatte. Muss also deutlich besser sein, als ich das eingeschätzt habe. Ich weiß nicht wo ich den mal bekommen habe, aber ein Wein schadet ja nur, wenn er nix taugt. Je besser der ist, desto besser wird das Gericht. Von der Herkunft und dem Etikett, hätte ich dem gar nichts zugetraut und war schon froh, dass vorne trocken und nicht lieblich drauf steht.

Rotwein ist im Bräter

Deckel auf den Bräter legen und im Ofen bei 120 Grad 5 Stunden garen.

Hier kommen wir von Ausflug wieder und der Braten ist gar und muss nur noch warm gehalten werden. Mit persönlich wäre lieber gewesen, ich hätte den Braten jetzt über Nacht abkühlen lassen und im Kühlschrank in Alufolie lagern, damit man den am nächsten Tag besser schneiden kann. Das war aber keine Option, weil ich nach dem Essen schon wieder nach Bayern zur Arbeit fahren musste. Also habe ich das in einem Rutsch durchgekocht. Der Braten muss jetzt nur noch geschnitten und die Soße gebunden werden, die Beilagen fehlen auch noch. Ich zeige Euch jetzt die weiteren Schritte, die ich schon als Rezepte verbloggt habe. Vielleicht mögt Ihr das auch so servieren.

Das Fleisch stelle ich mit Deckel warm in den Ofen zurück und gehe auf 80 Grad runter. Wenn Ihr jetzt so weiter kocht wie ich, dann sitzt Ihr in einer Stunde am Tisch.

Da das Rezept zur Spargelzeit geschrieben wird, gibt es dazu Spargel. Wenn Ihr das im Sommer oder Herbst lest, dann gibt es eben andere saisonale Beilagen.

Spargel schälen

Mit den Abschnitten und Spargelschalen, koche ich eine Spargelsuppe mit Meerrettich

Für den Spargel heize ich den Kontaktgrill vor

Kartoffeln schälen

Die Kartoffeln werden als Salzkartoffeln gekocht.

Kalt mit zwei Esslöffeln Salz in Wasser aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, sind es noch 18 Minuten Garzeit bei mittlerer Hitze. Nicht weiter sprudeln lassen.

Das Rezept für den Spargel im Kontaktgrill findet Ihr hier

Spargel wie im Rezept beschrieben auf den Kontaktgrill legen

Weil ich erst noch Spargelsuppe essen wollte, habe ich den langsam gegart. Wenn Ihr den Programmpunkt auslasst, gebt halt mehr Gas.

Petersilie hacken, die macht sich später ebenfalls gut auf dem Hauptgericht.

Die Soße ist mir noch zu dünn, aber das Fleisch soll nicht mehr viel Hitze bekommen. Also Fleisch raus aus dem Bräter und die Soße in einen Topf umfüllen.

Soße aufkochen

Einen Esslöffel Kartoffelstärke in Wasser auflösen

Mit der Soße klumpenfrei verrühren

Passt!

Das Fleisch ist total zart, aber mein Messer leider gerade stumpf. Die Messer für das Elektromesser konnte ich nicht finden. Guter Rat war teuer. Deswegen hätte ich es lieber abgekühlt geschnitten, aber es ist, wie es ist.

Fleisch ist super zart, man mogelt sich mit dem stumpfen Säbel irgendwie so durch

Fleisch mit der Soße unter einem Deckel bei kleinster Flamme warm halten

Schnell die Suppe essen

Dann kommt das Hauptgericht auf den Tisch

Salzkartoffeln und Spargel aus dem Kontaktgrill

Das Fleisch ist wunderbar zart, schmeckt hervorragend nach sich selbst und ansonsten nach Salz, Pfeffer, Tomatenmark, über Stunden geschmorten Zwiebeln und einen schönen trockenen Rotwein. So stelle ich mir einfache Landküche, ohne karierte Pinsel und Nägeln mit Musik vor. Das Beste aus einfachen Dingen machen, Zeit geben, ohne sich selbst dabei zu stressen und dann außergewöhnlich gut essen.

Solche Tage kann ich im Kalender rot anstreichen, wenn alle meine Kinder noch etwas nachnehmen und nicht über eine einzige Komponente auf dem Tisch diskutieren wollen. Klar, die haben es ohne Spargel gegessen, aber Kartoffeln und Fleisch mit Soße, sind in dem Moment die Hauptdarsteller auf dem Tisch.

Für mich ist sowas ein Feiertag und Rind ist Rind, egal was die Alternative wäre. Ich habe keine besondere Küche, einen 500 Euro Gasherd mit Elektroofen, ohne irgendwelche Elektronik, die niemand braucht. Das kann also jeder zuhause machen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

8 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.