Knuspriges Huhn in Mehl paniert, ohne Anlaufzeit

Jeder hat ein peinliches Geheimnis, mit dem Unterschied, dass ich Euch darüber berichte. Ich stehe total auf knusprige Hühnerteile. Ich war in den USA und da gibt es in Kalifornien eine Kette, die “El Pollo loco” heißt. Die fand ich damals sensationell, aber ich war da auch noch jung und habe nur marginal so gekocht wie heute.  In meiner Erinnerung ist das deswegen ein wenig verschwommen und heute würde ich das bestimmt genau so doof finden, wie jeden anderen Fast Foodtempel, bei dem alle Soßen aus der Tüte kommen und die im Prinzip nichts selbst machen. Den Laden gibt es aber nicht in Deutschland und hier war Kentucky fried Chicken immer die Alternative, um mal so lecker paniertes Huhn zu bekommen, wenn man mal alles abzieht, was einen an dem Laden stört. Wie immer habe ich gedacht, dass man das bestimmt nicht selbst machen kann und getrieben von meinen Kindern, die alle gerne Huhn mögen, habe ich mich jetzt doch mal aufgerafft, um in Sachen knuspriges Huhn, den Durchbruch im Alltag zu schaffen. 

Zutaten:
2 Kilo Oberkeule vom Huhn, oder jedes andere Teil
 700 Gramm Mehl
Salz
Pfeffer
6 Eier Eier
1,5 – 2 Liter Pflanzenöl
Wir haben im Moment den Übergang vom Winter zum Frühjahr. Bei meinem letzten Versuch (anklicken) habe ich die Hähnchenteile vorher zwei Tage in Buttermilch eingelegt und eine Gewürzmischung hergestellt. Das war toll und hat super geschmeckt, hat aber den Nachteil, dass man nicht spontan sagen kann, so jetzt mache ich mal ein paar leckere Hähnchenteile. Ich konnte die bei den Minusgeraden auch auf der Fensterbank lagern und kühlen, aber versucht das mal bei höheren Außentemperaturen. In meinem Kühlschrank hätte ich dafür keinen Platz. Das hat mir keine Ruhe gelassen und ich wollte unbedingt wissen, was passiert, wenn man den ganzen Teil mit Gewürze mahlen und einlegen und Maismehl und Furz und Feuerstein weglässt und sich auf das Wesentliche konzentriert. 

Hähnchenteile, in diesem Fall Oberkeulen vom Huhn. 

Ganz ordinäres Weizenmehl, ja Ihr könnt auch Dinkelmehl in total verschwurbelten Mahlgraden nehmen. (Die Frage kommt immer)

Salz nach Geschmack und Vorstellungskraft zum Mehl geben. 

Pfeffer aus der Mühle. Wenn Ihr “hot” chicken machen wollt, könnt Ihr auch Chiliflocken ins Mehl geben, oder später ins Ei

Die Gewürzen unter das Mehl mischen

Mir würde der Knochen nichts ausmachen, aber mit vier kleinen Kindern am Tisch, die alle mit mir rumningeln würden, dass sie an der Stelle nicht mit dem Messer durchkommen, trenne ich den jetzt einfach mal raus. Mit Knochen gegart, wird aber JEDES Fleisch noch saftiger. Wenn Ihr keine Grobmotoriker am Tisch habt, oder sowieso mit den Händen essen wollt, könnt Ihr Knochen auch dran lassen.

Mit dem Messer am Knochen entlang schneiden, schon ist er ab. 

Nun sind die Oberkeulen entbeint

Es geht sofort weiter mit der ersten Schicht Mehl auf dem Huhn

Fleisch von beiden Seiten ins Mehl drücken

Danach das Fleisch auf einer Arbeitsfläche zwischenlagern. Die erste Mehlschicht ist schön, aber die ist mir noch zu fragil, wenn man das Fleisch im Fett ausbackt und das weiß man vorher nicht, ob man nicht hinterher ein nacktes Huhn aus dem Fett zieht. Das habe ich mir erst beim Machen ausgedacht, mit dem Wissen aus vorherigen Versuchen, dass es so besser geht und deswegen habe ich sechs Eier aufgeschlagen. Die könnte man auch noch würzen, wenn man das Salz und den Pfeffer noch nicht im Mehl verwendet hat, oder wie schon gesagt, könnte man hier eine Spur richtige Schärfe platzieren

Das bemehlte Hühnerfleisch wird nun noch von beiden Seiten im Ei gewälzt

Anschließend geht es dann noch einmal ins Mehl zurück

Jetzt hat man eine gescheite Oberfläche, von der ich vorher schon weiß, dass sie knusprig wird und am Huhn hält.

Das geht ganz schnell und ist viel einfacher, als wenn man ein Backhähnchen mit Paniermehl machen wollte. 

Parallel dazu mache ich noch einen Kartoffelsalat

Man kann eine Pfanne, oder einen Wok zum Ausbacken des Hühnerfleisches nehmen. Ich habe mich für einen ganz ordinären Kochtopf mit 6 Liter Fassungsvermögen entschieden. 

Topf auf die größte Herdplatte bei Vollgas stellen und einen Gegenstand aus Holz hineinstellen. 

Also keine Schrankwand, sondern einen Kochlöffel, oder einen Pfannenwender. 

Wenn daran so sprudelnd die Blasen aufsteigen ist die Temperatur gut. Ich drehe dann auf 3/4 Kraft runter

Fleisch ins Fett gleiten lassen. Am besten benutzt man dafür einen Schaumlöffel. Weil wir mehr Fleisch haben, als auf einen Schlag in den Topf passt, stellt schon mal die Ofen auf 80 Grad ein, damit Ihr dort das Fleisch warm halten könnt, bis Ihr alles verarbeitet habt. Ich habe nicht mehr als 4 Stücke Fleisch zur gleichen Zeit ausgebacken

Das Fleisch steigt von alleine an die Oberfläche, wenn die Temperatur nicht zu niedrig ist. Dann saugt es sich auch nicht so mit Fett voll, sondern bekommt nur eine Knusperkruste. Wenn das Fleisch am Topfboden rumdümpelt, wisst Ihr jetzt also folgerichtig, dass die Temperatur zu niedrig ist.

Ich musste das Fleisch 8 bis 10 Minuten im Topf lassen, damit es so aussieht und dann hatte es noch Zeit im Ofen nach zu ziehen. 

Sehr geil!

Hier ist das ganze Fleisch nachdem ich die gesamte Menge verarbeitet habe. 

Eine super knusprige und geschlossene Oberfläche, mit richtig saftigem Hähnchenfleisch. Wer auf sowas steht, ist spontan im Paradies.

Serviert wird es dann in diesem Fall mit einem Kartoffelsalat mit Butterdressing, aber Pommes frites wären natürlich auch o.k. 

Die Familie feiert jedenfalls am Tisch und ich bin auch richtig zufrieden damit, weil man das in einem Stück, ohne Wartezeiten durchziehen kann und nach einer guten Stunde schon essen kann. Das ist ja für die meisten Menschen relevant und in der Zeit ist schon der Kartoffelsalat dabei. 

Das ist viel besser als in einer Fast Foodbude und natürlich auch viel günstiger. Da wird man für zehn Euro alleine kaum satt und hier kann man für weniger als 20 Euro mindestens 4 bis 6 Erwachsene zum Platzen bringen. Vorher haben sie aber noch Ihr bestes krosses Huhn aller Zeiten. 

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 
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