Minestrone

 

 

Diese Woche war ich italienisch und fleischlos unterwegs. Das hatte Margarete (8) ausgerufen, eine Woche lang zuhause ohne Fleisch zu essen. Meine Frau fand die Idee gut, ich sowieso, aber die anderen Kinder waren eher mürrisch bei der Sache und gar nicht damit einverstanden. Da mussten sie einfach durch und dümmer macht das auch niemanden, wenn er / sie sich stattdessen mal mit ein paar bislang verschmähten Gemüsesorten anfreundet. Dafür ist eine italienische Gemüsesuppe natürlich eine gute Gelegenheit.

 


Zutaten:

5 Esslöffel Olivenöl
3 x Knoblauchzehen
1 Gemüsezwiebel
400 Gramm Zucchini
3 Möhren
3 Paprika
1/4 Staudensellerie
5 Kartoffeln
2 Maiskolben
1,5 Kilo Tomaten
1 Esslöffel Meersalz
1 Esslöffel Pfefferkörner
1/2 Teelöffel Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
2 Liter Wasser zum Auffüllen

Nudeln:

300 Gramm Mehl
150 Milliliter Wasser
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
Mehl zum Arbeiten
Knoblauch abziehen und zerkleinern.
Gemüsezwiebeln häuten
Halbieren, in Streifen schneiden
Würfeln
Möhren in Scheiben schneiden
Die könnte man vorher auch noch schälen.
Staudensellerie zerkleinern
5 Esslöffel Olivenöl in den Topf geben und den Topf erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, kommt das Gemüse hinein.
Paprika vom Deckel befreien.
Paprika in Streifen schneiden
Streifen weiter zerkleinern. Würfel wären optimal
Zucchini
In Scheiben schneiden
In Streifen zerlegen.
Streifen würfeln.
In den Topf und umrühren.
Zwei Maiskolben.
Mit einem Messer die Maiskörner vom Kolben schneiden.

Maiskörner
Ebenfalls unterrühren
Das Gemüse alleine gibt schon ganz viel Geschmack, aber würzen müssen wir trotzdem noch.
1 Esslöffel Pfefferkörner, so wird das aber recht scharf. Wer nicht gerne so scharf mag, fängt mit einem halben Esslöffel an und begibt sich in die mittlere Beamtenlaufbahn
1 Esslöffel Meersalz
1/2 Teelöffel Wacholderbeeren
Die Wacholderbeeren kann man im Mörser zerstossen, in der Kaffeemühle mahlen, oder mit meiner zum ESGE Zauberstab gehörigen Gewürzmühle pulverisieren.
Scheibe drauf und Deckel verdrehen
Schriiiiiiiiing
Gemahlenes Gewürz, aus Salz, Pfeffer und Wacholderbeeren.
Ab in die Suppe damit. Ich habe das bislang nicht erwähnt, aber die größte Platte lief bis jetzt immer volle Pulle. 2 Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringen.
Tomaten auf dem Rücken über Kreuz einschneiden

Tomaten für 1,5 Minuten in das vorher kochende Wasser legen
Jetzt musste ich den großen Topf mal kurz auf 1/4 Kraft runterdrehen, bis die Tomaten so weit sind.
Nach 90 Sekunden kommen die Tomaten wieder aus dem Wasser.
Die Schale lässt sich gut lösen.
Das geht schneller als man denkt, weil die Haut einfach so abzuziehen ist.
Tomaten in Scheiben schneiden.
Anschließend in Stücke schneiden, oder hacken
Tomaten in den Topf geben und Herd wieder auf Volldampf stellen.
Wasser aus dem Tomatentopf (2 Liter) in den Suppentopf umgießen und die Suppe aufkochen lassen.
Das dauert einen Moment. Da schälen wir noch schnell die Kartoffeln.
Geschälte Kartoffeln in Streifen schneiden.
Anschließend würfeln
Das gleiche mit den anderen Kartoffeln machen.
Wenn die Suppe kocht, kommen die Kartoffeln hinein.
Nun mit dem Topf auf die kleinste Platte umziehen und auf kleinster Flamme circa 1,5 bis 2 Stunden leicht simmern lassen.
Ich lasse einen Deckel auf dem Topf liegen, damit die Flüssigkeit erhalten bleibt und das Gemüse seinen individuellen Geschmack in die Suppe abgeben kann.
Die Suppe schmeckt schon ganz toll und wird mit jeder Minute noch besser. Man kann die Suppe am gleichen Tag essen, aber dafür müsste ich jetzt meine Familie nachts um 2 Uhr wecken, weil ich erst nach dem Laufen, so gegen Mitternacht angefangen habe. Deswegen Herd abstellen und Suppe bis zum nächsten Tag ziehen lassen. Dann wird die Suppe noch geschmackvoller und ich habe den Plan frische Nudeln zur Suppe zu machen.
Am nächsten Tag, kleinste Platte, kleinste Flamme und OHNE Deckel die Suppe erwärmen. Die ist durch die Stärke der Kartoffeln und vom Gemüse schon deutlich sämiger als am Anfang. Bei der Menge wird man ca 45 Minuten bis sie heiß ist brauchen, aber man kann auch noch mehr Gas geben, wenn man merkt, dass man mit dem Zeitmanagement für die Nudeln durcheinander kommen würde.
Nudeln auf die Schnelle
Wasser abmessen
1 Ei aufschlagen. Man kann das Ei auch weglassen, dann ist die Suppe vegan und nicht nur vegetarisch. Weiß ich, aber wir mögen es so. Das muss ich jetzt in jedem Rezept an den neuralgischen Punkten schon mal vorausseilend mitteilen, weil an dieser Stelle immer eine Veganerin kommt, die mich darauf hinweist.

1/2 Teelöffel Meersalz
300 Gramm Mehl abwiegen, oder messen. Das ist Weizenmehl, man kann auch Dinkel nehmen, ich weiß. ABER WIR MÖGEN ES SO ;-), auch wenn Ihr gegen Weißmehl algerisch seid und im vollen Korn viel mehr drin steckt, als in meinem doofen WeizInnenmehl m/w/d. Wir mögen es so, basta!
Mit dem Löffel verrühren
Rest mit der Hand kneten.
In Kinderarbeit wird auch die jüngste Tochter das vergattert Nudeln für die Suppe zu rollen, nachdem sie vorher noch einen großen Schluck puren Ketchup aus der Pulle genommen hat. Isso, ich schwör.
Das war nur eine Beschäftigungsmaßnahme, weil sie unbedingt helfen wollte.
Ich habe die Nudeln schnell ausgerollt
Damit die Nudeln nicht in der Suppe labberig werden, falls von der Suppe etwas übrig bleibt, davon gehe ich aus, mache ich die Nudeln separat und gebe die dann immer pro Teller dazu. Dann verschandelt man sich nicht gleich den ganzen großen Suppentopf. Wer Kinder hat, weiß wie das nervt, dass vorher immer Geschrei ist, wiiiiiiiiiie groß der Hunger ist, bis es dann auf dem Teller liegt. Dann  geht das Gesinge los. Zu heiß, bis es zu kalt zum Essen ist und dann ist da garantiert noch eine Gemüsesorte drin, die man auch unmöglich essen kann.  Von der Saftnase bekommt man dann einen fast vollen Teller wieder und kann den dann eigentlich nur noch entsorgen, weil der garantiert mit vielen Nudeln war, die dann beim Lagern oder wieder erhitzen aufgehen und keinen Spaß mehr machen. Deswegen Nudeln pro Teller zuteilen.
Dünn ausrollen.
Wasser zum Kochen bringen, salzen.
Nudelteig in Streifen schneiden
Dann in Vierecke.
Das habe ich drei oder vier Mal gemacht, dann war der Teig verbraucht. Die Nudeln im kochenden Wasser garen, bis sie an die Wasseroberfläche aufsteigen.
Suppe ist heiß und fertig. Prüft noch mal eben Salz und Pfeffer.
Nudeln auch.
Nudeln den Teller geben.
Suppe aus dem Topf auf einen Teller umfüllen, mit ein bisschen Grünkraut bestreuen, hier ist es einfach nur Basilikum. Es ginge aber auch geriebener Hartkäse.
Da ging der Tanz gleich wieder los. Dieses Gemüse mag ich nicht, das Gemüse mag ich nicht. Ich will eine klare Brühe mit Nudeln, warum ist das schon wieder kein Fleisch drin?  Ich hatte nur Glück, dass Emma gerade noch die Kurve bekommen hat und die Suppe wegen der Nudeln und natürlich nur wegen der Nudeln, bevor ich mir darauf etwas einbilde, gegessen hat. Dann hat sie für die anderen drei gesagt, ja ist viel scheiß Gemüse drin, schmeckt trotzdem. Die haben dann auch alle klaglos einen Teller gegessen, ohne zu murren. Mit viiiiiiiiiiiiel Nudeln, damit man die Suppe nicht so schmeckt, wie die Haupttäterin Margarete betont hat.

Die Wahrheit ist, diese Minestrone ist saulecker, aus ganz vielem, ganz frischem Gemüse gemacht. Geschmacklich knallt sie einen weg. Salz passt, Pfeffer ist mir recht, die verschiedenen Gemüse tun was sie tun sollen. Zwiebeln und Knoblauch für den würzigen Geschmack,  Mais, Paprika und Karotten geben Süße, die Tomaten geben mehr Säure ab, je länger sie kochen, Kartoffeln bringen Sämigkeit, halten die Suppe zusammen und sättigen wie die Nudeln. Zucchini sind die gutaussehende Blondine, ohne besondere Eigenschaften, aber schön dass die dabei sind.
Wer meinen Blog kennt, der weiß wie selten es hier mal Suppe gibt, aber die ist ganz groß und mit einem knackigen Weißbrot ist das ein schönes Hauptgericht und Fleisch braucht man sowieso nicht.
Ich finde die total klasse, deswegen viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

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