Sauerkraut selbst herstellen

Dieses Rezept habe ich bestimmt 5 Jahre vor mir hergeschoben und nie gemacht, weil mir immer die passenden Behälter zum Gären gefehlt haben. Ich habe dann aber eine Einkaufsquelle gehabt, bei der man häufig große Gastromengen im Ausverkauf bekommen konnte. Dort gab es Milch und Joghurt in fünf Liter Eimern und die habe ich gesammelt und aufbewahrt. Dann musste der Weißkohl nur noch günstiger werden, weil der über das Jahr locker über 1,50 pro Kilo gekostet hat und unter 99 Cent habe ich den auch zur Erntezeit nicht gesehen. Bei 99 Cent habe ich dann im November mal zugeschlagen und 2,5 Kilogramm Weißkohl gekauft. Der ist mir dann auch spontan auf meinem Fensterbankkühlschrank tiefgefroren, weil wir locker eine Woche mit Nachttemperaturen um die minus 15 Grad hatten. Ich habe den Weißkohl aber trotzdem verwendet, um den nicht zu entsorgen. Ihr macht das bitte mit Kohl der vorher nicht gefroren war, dann wird er noch besser.

Zutaten:

2,5 Kilo Weißkohl
50 Gramm Salz
1 Esslöffel Wacholderbeeren
1 Esslöffel Kümmel
5 Lorbeerblätter

Strunk aus dem Weißkohl raustrennen

Weißkohl hobeln, reiben, oder schneiden

Ich habe den Weißkohl in mehreren Lagen in den Eimer gegeben und dann in Etappen geknetet

Salz in den Eimer geben

Anschließend so lange mit den Händen kneten, bis beim Weißkohl die Kanten gebrochen sind und das Wasser abgegeben wird. Die Hände sollen beim Kneten richtig nass werden.

Dann stapelt man immer wieder Weißkohl nach

Immer wieder salzen und kneten

Man kann auch einen Kartoffelstampfer nehmen, aber das funktionierte bei mir eher mäßig

So sieht das geknetete Kraut aus

Hier einmal nasse Hände beim Kneten

Nun wird weiter gewürzt

Wacholderbeeren

Kümmel

Lorbeerblätter.

Deckel auf den Eimer legen und mindestens 10 Tage gären lassen. Dabei entstehen Milchsäurebakterien, die auch für den sauren Geschmack zuständig sind.

Jeden Tag einmal den Deckel öffnen, damit das Gärgas entweichen kann, oder den Behälter elastisch wählen wie diesen Eimer, da suchen die Gase sich notfalls ihren Weg, ohne dass irgendwas platzt.

Wichtig ist, dass der Kohl unter der Flüssigkeit liegt, damit er nicht schimmelt. Notfalls mit einem Teller nach oben beschweren, also den Teller auf das Kraut legen und der muss dann noch von der Flüssigkeit bedeckt sein

So sieht das Sauerkraut nach zehn Tagen aus und nach 10 bis 14 Tagen endet auch die Gärung. Man kann es jetzt für die Ewigkeit konservieren, wenn man es aufkocht, in Gläser abfüllt und die anschließend bei 130 Grad für 30 Minuten in den Backofen stellt. Wir haben zur Zeit dieses Rezepts aber gerade Winter und ich lasse den Eimer auf der Fensterbank stehen und verbrauche das Sauerkraut schnell.

Hier ist das Sauerkraut kalt aus dem Eimer. Schmeckt sehr knackig,salzig, säuerlich und nach den Gewürzen vom Einlegen. Wie immer wenn man etwas selbst herstellt, schmeckt es feiner als wenn man es kauft.

Das Sauerkraut wird beim Lagern im Moment noch jeden Tag immer besser.

Hier mit Szegediner Gulasch (Rezept kommt)

Hier als Sauerkraut mit polnischem Schweinebauch. Echt so richtig geil.

Es ist wie immer. Wenn man es dann endlich mal macht, sieht man wie einfach es ist und dann fragt man sich, wieso man es nicht schon immer so gemacht hat? Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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12 Kommentare

  • Manuela Reiter (Manuela Maly)

    ….einfach genial lieber Jörg. Liebe Grüße Manuela

  • Hannah

    Hallo Joerg
    mir juckt es in den Fingern das auszuprobieren, frage mich aber ob es sich lohnt für eine Einzelperson 🤫
    Ich selbst esse es sehr gerne, auch roh.
    Wie lange ist das denn haltbar.

    lg Hannah

    • Hallo Hannah, natürlich lohnt sich das auch für eine Person. Außerdem wäre das auch eine gute Gelegenheit zum Verschenken, oder um nette Leute einzuladen.
      Man kann das jederzeit auch einkochen, wenn der Fermentationsprozess rum ist. Dann blubbert es nicht mehr und der Schaum oben drauf geht weg.

  • Dino

    Hallo Joerg,

    Habe gerade deinen Blog entdeckt und ärgere mich gerade wieso erst jetzt…. der ist ja genial!

    Nun meine Frage:
    Bei welcher Temperatur wurde das Kraut gelagert für die Gärung?

    Vielen Dank und Gruss
    Dino

    • Hallo Dino, willkommen im Club.
      Ich habe das Kraut vier Tage bei Raumtemperatur angären lassen. Gut dass Du das fragt, darüber habe ich gar nichts geschrieben. Danach sind wir für eine Woche in den Urlaub gefahren und da hatte meine Frau Angst, dass der Eimer platzt.
      Deswegen habe ich den Eimer von außen auf die Fensterbank gestellt, damit es im Fall der Fälle draußen rumsaut. Wenn ich zuhause geblieben wäre, hätte ich das Kraut nach dem Gären bei Raumtemperatur in den Keller gestellt und dann eben jeden Tag Druck abgelassen.

  • Dino

    Hallo Joerg,

    Danke für die schnelle Antwort.
    Jetzt fehlt mir nur noch Plastikbottich, dann gehts los.

    Grüsse aus der Schweiz
    Dino

  • Sascha

    Kohl salzen und kneten, damit das Gewebswasser austritt kennt man ja. Wenn in Mengen produziert, wurde/wird das ja sogar mit den Füßen gestampft. Auf jeden Fall ist es so ein Kraftaufwand, den man sich auch sparen kann. Anderes Gemüse, das natürlich/wild fermentiert wird, wird zum Konservieren ja auch nicht zermatscht, eingelegte Gurken z. B. möchte man ja beißen und kauen und nicht schlürfen 😉 und selbstverständlich kann man das genauso mit Kohl machen. Kohl klein machen und ins Gefäß stopfen, mit 2%iger Salzlake aufgießen, darauf achten, dass der Kohl unter der Oberfläche bleibt und alles ist gut. Guckst du mal bei https://www.wildefermente.de/ und natürlich andere Webseiten zum Thema.

  • Sascha

    und nochwas: Kleinmengen für Singles kann man gut in Bügelgläsern machen, ich hole mir z. B. dafür https://www.flaschenbauer.de/einmachglaeser/drahtbuegelglaeser/drahtbuegelglas-1550-ml-vierkant (1 Kohl 2 kg passt in 3 davon – gut 3/4 gefüllt jeweils) und man muss sich auch keine großen Sorgen machen, dass der entstehende Druck das Glas platzen lässt, schließlich sind das Einkochgläser und ein Überdruck wird ab einer bestimmten Größe rausgepresst. Um sicher zu gehen, stelle ich diese Gläser während den ersten Tagen in einen Farbmischeimer, den es für wenig Geld gibt. Nach der Fermentation kann man diese Gläser sehr gut in den Kühlschrank stellen. Bei niedrigen Temperaturen wird die Fermentation fortgesetzt bis der Zucker alle ist, aber stark verlangsamt. Man hat dann Vorrat für ggfs. mehrere Monate, weil das Sauerkraut ist zum einen konserviert und zum anderen gut gekühlt.

    • ich habe leider keinen platz im kühlschrank. vielleicht mache ich vor ende des winters noch einen ansatz, rot- und weißkraut in meinen plastikeimern. ich muss freitag zu metro. getrocknete tomaten sind alle. muss ich schauen.

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