Schweinefilet vom Aktivstallschwein #wirkennendenlandwirt

Es gibt Momente da denkt man, dass man irgendwie schon alles mal gesehen, gehört, gelesen und gegessen hat. Dann kommt aus dem Nichts wieder so eine neue Erfahrung, dass man sein Weltbild danach neu ordnen muss. Rind ist immer besser als Schwein, bio ist immer besser als konventionell, draußen gibt es nur Kännchen. Ihr kennt das sicherlich auch von Euch selbst, wenn die Lebenserfahrung  häufig über die Neugierde siegt, weil man denkt was soll da jetzt neu daran sein? Ich habe auf der grünen Woche in Berlin einen Strang Schweinefilet vom Aktivstallschwein zum Testen bekommen. Das Fleisch ist nicht bio, aber die Tiere können sich im Stall frei bewegen und dürfen auch mal vor die Tür gehen, suhlen sich im Dreck und machen alles was Schweine besser finden, als Ihr kurzes Leben in einem schmalen Verschlag auf Din A4 Größe zu fristen. Zu Schweinefilet hat doch jeder der etwas auf sich hält, auch seinen eigenen Spruch. Ist zu trocken, dann lieber was Durchwachsenes mit Fett, lalalala. In sofern ist dieses Schweinefilet für mich sowas wie ein Kulturschock gewesen.
Zutaten:

600 Gramm Schweinefilet von Wirkennendenlandwirt
Salz
Pfeffer
Schmalz

Beilage:

1 Kilo Pellkartoffeln
Schmalz / Butter
Salz
Pfeffer

Gemüse:
Brokkoli
Salz
Pfeffer
Zucker

Soße:
200 Milliliter Brühe
200 Gramm Sahne
1 Esslöffel Speisestärke
100 Milliliter Weißwein (trocken)
Salz
Pfeffer


Das ist Brokkoli, der musste nach einer Woche im Kühlschrank weg. Ich hätte auch noch neuen gekauft, wenn ich gewusst hätte wie gelb meiner stellenweise schon war, aber geht noch so durch.
Die Kartoffeln sind Pellkartoffen am Vortag gekocht. Da hatten wir Paprikagulasch und alle haben Nudeln, oder Püree gegessen. War nicht schlimm, weil ich wusste, dass ich sie am nächsten Tag irgendwo verarbeiten kann.
Kartoffeln in Scheiben schneiden
Schmalz in der Pfanne erhitzen
Kartoffeln bei mittlerer Temperatur braten. Alle drei Minuten wenden. Würzen erst ganz am Ende, wenn sie auf den Tisch kommen.
Das ist mein Schweinefilet. Die Silberhaut muss noch abgezogen werden.
Dann zieht sich das Fleisch beim Braten nicht so zusammen.
Die Kartoffeln nehmen Farbe an, hier beim ersten Wenden
Das Wasserbad für den Brokkoli wird heiß, die Kartoffeln sind in der Pfanne, meine Edition 9 von diePfanne.com heizt gerade für das Filet auf.
Öl in der Pfanne erhitzen, oder Schmalz, oder Butter
Für alle Fälle, löse ich mir jetzt schon einen Esslöffel Speisestärke zum Andicken der Soße in Wasser auf.
Wasser dazu geben
Klumpenfrei verrühren
Das Fleisch wird immer für 2 Minuten pro Seite auf einer Stelle gelassen und anschließen weiter gedreht. Nach 8 Minuten ist man einmal herum.
Hier wird gerade weiter gedreht.
Brokkoli für 7 bis 8 Minuten im Dampfgarer. Ein bisschen Salz, Pfeffer, Zucker darüber streuen.
Filet weiter drehen
Filet nach 8 Minuten aus der Pfanne nehmen und in Alufolie einwickeln, damit sich der Fleischsaft sammelt und das Fleisch ruhen kann. Wer mehr Gargrad will, sollte das Fleisch noch 5 Minuten bei 80 Grad in den Ofen legen, aber ich wollte die harte Tour.

200 Milliliter Brühe in die Pfanne geben.
100 Milliliter Weißwein /trocken
Ich hatte mit ein wenig mehr Bratensatz in der Pfanne gerechnet und ein wenig mehr Farbe an der Soße, wollte aber kein Tomatenmark (hatten wir gerade erst), Senf (mögen die Kinder nicht), oder Sojasoße für die Farbe nehmen (wäre mir hierfür zu asiatisch). Außerdem trommelten schon alle nervös mit den Fingern auf dem Tisch und wollten was zu essen haben.
Brühe
Weißwein
Speisestärke
Sahne kurz einkochen lassen, bis die Konsistenz anzieht.
Mit ordentlich Salz und Pfeffer in die Spur bringen. Schmeckt super, auch wenn die Farbe eher in Richtung Sperma geht. Schluck, Du Luder!
In eine Sauciere füllen und dann geht es ans Servieren.
Kartoffeln
Fleisch aufschneiden
Fleisch auf dem Teller anrichten
Brokkoli
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Soße über dem Fleisch verteilen.
Ich bin von meiner Familie einiges gewohnt. Immer meckern an der falschen Stelle, ein Gericht nicht verstehen, so nicht, so nicht und so auch nicht. Ningel, ningel, ningel, aber dieses Mal überraschen sie mich doch alle, denn da geht am Tisch richtig die Party ab.
Super zartes Fleisch, ganz tolle Faser, sehr schöne Struktur. Man merkt sofort, dass es etwas Besonderes ist, auch wenn man kein großes Hinweisschild dafür auf den Tisch stellt.
Das hört man auch an den Tischgesprächen, da wird nach Kräften gelobt und alle wollen ganz genau wissen, was das für Fleisch ist und wie man das so zart bekommt. Das ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis und ich weiß nicht, wann ich schon mal so ein gutes Stück Schwein auf dem Teller hatte.
Das Fleisch zieht noch von alleine durch, wie man auf dem Bild sehen kann.  Keine Sorge, alle sind satt geworden. ich hatte noch von meinem Paprikagulasch vom Vortag und alle haben reichlich konsumiert, aber dieses Schweinefilet war wieder mal ein Anstoß lieber von allem weniger zu nehmen und dafür gleich eine Nummer besser.
Wer irgendwie kann, sollte sich dringend mal wieder Fleisch einer alten Schweinerasse, oder das Fleisch von Tieren aus dem Aktivstall kaufen. Danach mag man Massentierhaltung noch weniger, als ohnehin schon. Bei uns gab es am nächsten Tag vegetarisch.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

7 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.