Chili knallfrisch – mit selbst gemachten Tortillafladen

Chili ist eine persönliche Entwicklung, die nie aufhört. Ständig liest man irgendwas darüber, dann stellt man fest was hinein gehört, was im Gegenzug eigentlich unter Strafe steht und so macht man sich seinen persönlichen Mix, weil man damit immer wieder die Familie am Tisch zufriedenstellen kann, da das deren Hang zu mit ohne bedient.  Mit Teigfladen, ohne Fleisch, mit oder ohne Käse, mit saurer Sahne, Ihr wisst was ich meine, dieses Gepienze, mit dem einem die Brut den letzten Nerv zieht. Besonderes Augenmerk bei diesem Chili wurde auf die Bekräuterung gelegt und darauf, dass nur mit frischen Zutaten gearbeitet wurde. Das dauert natürlich länger, als wenn man mit Tomatenmark arbeitet, hat aber einen sensationellen Geschmack. Probiert es einfach aus.

Zutaten:

Chili:

1 Kilo Hackfleisch gemischt, oder reines Rind, oder nach Wunsch
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Chiliflocken
2 Lorbeerblätter
2 Wacholderbeeren
1 Teelöffel Kreuzkümmel
1 Esslöffel Oregano
3-4 Fleischtomaten
1 Gemüsezwiebel
3 x Knoblauchzehen

Guacamole:

1 Avocado
2 Lauchzwiebeln
1 Limette
1 Tomate
Knoblauch
1/2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Pfeffer
wenig Koriander

Tortillafladen

500 Gramm Mehl
250 Milliliter Wasser
1/2 Teelöffel Salz
90 Milliliter Öl
Mehl zum Arbeiten

Geile Soße:

Tabasco aus Habanero (anklicken)

 


Ich weiß, Hack ist eigentlich verboten im Chili. Mir doch egal, ich habe genug Chilirezepturen im Blog, mit selbst geschnittenem Fleisch, dass ich hier auch mal eine Version mit Hack zeigen kann. Begründung ist wahlweise, wir mögen es so, oder die Kinder wollten es so.
Eine Gemüsezwiebel zerkleinern.
Hackfleisch anbraten Wacholderbeeren und Lorbeerblätter hinzu geben.
Die Fleischtomaten gab es beim Gemüsehakan, der jetzt Mehmet heißt, in zwei Säcken à drei Kilo für 99 Cent pro Beutel. Musste ich unbedingt mitnehmen.
Immer tapfer weiter anbraten
Knoblauch abziehen und hacken
Zwiebeln und Knoblauch nach 15 bis 20 Minuten zum Hackfleisch geben, wenn es schon eine schöne Farbe bekommen hat.
Tomaten zerkleinern.
Erst in Scheiben, dann in Streifen, anschließend würfeln.
Das Fleisch sieht gut aus, die Zwiebeln bekommen langsam auch Farbe.
1 Teelöffel Salz
Die guten Chiliflocken, Oregano
Alles vermischen
Einen Teelöffel Kreuzkümmel, gehört halt dazu, auch wenn es nach Achselschweiß schmeckt, Dauert nur gute 30 Jahre sich daran zu gewöhnen.
Ich weiß, ich bin älter als 30, aber vor Ende der achtziger Jahre war die Mexikanerdichte in der Gastronomie eher dünn. Dementsprechend dünn war auch das Angebot an authentischer mexikanischer Küche. Wenn man mal schaut, wer heute noch mexikanische Küche anbietet, wird man feststellen, dass das alle möglichen Nationalitäten anbieten, nur keine echten Mexikaner. Deswegen haben wir in Europa auch so einen verwässerten Mix mit Hackfleisch und Bohnen und Mais, bei dem echte Mexikaner mindestens in Gedanken, die abgesägte Schrotflinte aus der Tasche holen.
Tomatenwürfel
Untermischen
Am besten mit Deckel auf dem Wok zum Kochen bringen, dann umziehen von größter Platte, auf die kleinste Platte, bei geringster Temperatur.
Erst geben die Tomaten das Wasser ab. Dann drei Stunden schmoren und reduzieren, immer wieder umrühren.
Dann ist die Flüssigkeit weg und der Geschmack da.
Je länger man dann reduziert, desto mehr bräunliche Farbe bekommt das Chili. Das ist eine Vorbereitung für den Vortag, wenn man es am nächsten Tag essen möchte. Man kann es auch am  gleichen Tag essen, aber mehr Geschmack ist drin, wenn das Chili eine Nacht im Topf übernachtet hat.
Ich habe das so am Samstagabend eingekocht und für Sonntag vorbereitet. Das Ziel war dann, die Rest entweder für Montag der Familie zu servieren, oder es der Frau als Mittagessen mit zur Arbeit zu geben. Damit es spannender ist und noch mehr mit ohne für die Brut ist, habe ich parallel auch noch leckere Entenkeulen als Tortillafüllung hergestellt. In sofern teilte sich die Arbeit gerecht auf zwei Gerichte auf.  Die Tortillafladen, gehen so.
Mehl abwiegen


Wasser hinzu gießen
Rapsöl

Teig verrühren / kneten


Teig eine halbe Stunde ziehen lassen
Dann auf einem bemehlten Brett ausrollen
In einer trockenen Bratpfanne, ohne Fett, eine Minute pro Seite braten, bis der Teig Blasen schlägt.

Nicht zu kross braten, sonst kann man die Teigfladen hinterher nicht mehr biegen

Man kann die aber in einem Dämpfer, mit heißem Wasserdampf wieder elastisch machen.

Nun noch schnell eine Guacamole rühren.  Avocado mit einem Esslöffel ausheben
Knoblauch zerkleinern
Am Ende soll es gehackt sein. Na, wer will sich vordrängeln und mir sagen, dass das gar kein Knoblauch ist?
Wenn man sich frischen Knoblauch kauft, und vorne ist noch so eine Art Lauch dran, dann bekommt man das dazu. Schmeckt sehr gut.
Zusammen mit der Avocado verrühren
Saft einer Limette

Eine Tomate zerkleinern

Tomatenstücke in die Schüssel geben.

Tomaten unterrühren

Lauchzwiebel zerkleinern
Weißen und grünen Teil benutzen
Koriander hacken
Alles vermischen, Salz und Pfeffer / Chiliflocken zum Würzen
Fertsch!
Zum Füllen der Tortillas Tomaten in Scheiben schneiden.
Da die Familie das am Tisch selbst belegen soll, kommt die Tomate in eine Schüssel Eine rote Zwiebel in Ringe schneiden.
Einen Becher saure Sahne, optional Käse reiben.

Jetzt geht es auf den Tisch

Tortilla mit saurer Sahne bestreichen
Chili, Guacamole und Zwiebel, sowie Tomatenscheiben auflegen
Zusammenklappen
Mit dem guten Edition 7 Messer, frisch geschärft, die Tortillas ohne Ausreißen in Teile schneiden


Serviert wird mit einem ordentlichen Schuss Tabasco aus Habanero
Hier ist der Jahresendzeitburrito mit Entenkeule als Alternative


Ich kann Euch gar nicht sagen, was besser schmeckt, aber toll wenn man die Auswahl hat.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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8 Kommentare

  • kochaddict

    Ich finds auch absurd nur an einem Rezept festzuhalten, weil es angeblich authentisch ist..wobei bei Bohnen in der mexikanischen Küche schon ewig stattgefunden haben, genauso wie Mais…zu deinem Rezept: ich nehme dann lieber frische Chilischoten und statt frischen Tomaten die aus der Dose 🙂
    Und für die Farbe dann gerne auch noch eine rote Paprika..
    Dein Post hat mich angeregt mal einen Bekannten zu fragen, der Mexikaner ist, was denn so eigtl Chili con carne ist..

  • Chris

    Meines Wissens nach, ist nicht einmal geklärt, ob “das Chili” überhaupt aus Mexiko kommt und nicht etwa aus Nordamerika. Und “gesichtert” ist wohl nur, dass da Fleischstücke reinkamen und Chili. Im Prinzip ein klassisches Essen aus ganz alter Zeit, so wie es auch in Europa hätte entstehen können, wo man im Mittelalter und bis in die Neuzeit enorm stark gewürzt hat, nicht zuletzt um den ggf. nicht mehr ganz optimalen Fleischgeschmack zu übertünchen.
    Ich persönlich habe Chili immer als einfaches Gericht, gerne auch für Küchenreste, kennengelernt. Oder als Partysuppe um die hungrige Brut ruhigzustellen. Klingt nicht luxuriös, war aber meist lecker.

    • kochaddict

      jo das stimmt, Partysuppe trifft es gut…kann mich an wenig Studi/Geburtstagsparties wo es kein Chili gab..is halt billig und
      kocht sich quasi im Hintergrund von allein 🙂

      • ja, aber damals als immer chili auf parties serviert wurde, kamen noch alle zutaten außer dem fleisch aus der dose und da waren dann auch zwanghaft paprika, bohnen und mais drin. eingekocht wurde nicht, scharf war es nicht und röstaromen gab es auch kaum. ich gehe ja freiwillig nirgendwo hin, aber sowas wird es bis heute irgendwo auf dem schuldenhügel geben, wenn in der garage gefeiert wird

    • das ist ja fast wie soljanka für mexikaner

  • Vivian

    Es gibt Zutaten, die schmecken aus der Dose mindestens genau so gut… Tomaten, Bohnen… Da sehe ich kein Problem, die dann auch zu verwenden. Ob man Chili con Carne nun scharf zubereitet oder nicht, hängt vom Geschmack des Kochs ab (oder bestenfalls dem der Gäste). Und wenn das Fleisch keine Röstaromen hat, nützt es auch nix, wenn die Tomaten frisch sind.

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