Salzzitronen auf die schnelle Tour

Die Herstellung von Salzzitronen ist normalerweise ein schweres Geschäft. Wartezeiten von acht Wochen und mehr, sind keine Seltenheit. Für mich sind das echt lange Zeiträume, weil ich jeden Tag ein neues Rezept zeige und bei sowas auch schon mal die Geduld verliere. Platz zum Lagern ist hier auch knapp und einen gescheiten Keller haben wir auch nicht, weil da alles sofort wegschimmelt. 2016 habe ich schon mal welche unter diesen Langzeitbedingungen gemacht, Reste davon lagere ich bis jetzt, nur um regelmäßig zu schauen, ob die noch tauglich sind. Sind sie 6 Jahre später immer noch. Lange Rede kurzer Sinn, ich wollte mal wieder Salzzitronen machen, aber nicht wieder so wie damals und habe deswegen ein bisschen rumgestöbert, ob es auch eine kürzere Zubereitungszeit gibt. Meine Lösung habe ich dann quasi vor der Haustür gefunden, auf dem Blog “So nach Gefühl“, der auch ansonsten sehr empfehlenswert ist. Wer auf mediterrane Küche steht, wird da bestens bedient.

Zutaten:

8 Amalfizitronen, oder Bio Zitronen
9 Esslöffel Salz gehäuft
3 Esslöffel Zucker gehäuft
Rapsöl oder Sonnenblumenöl

Bei normalen Salzzitronen schneidet man nur so ein bisschen an der Schale rum und präpariert die mit Salz, deswegen dauert das danach auch alles seine Zeit. Das Tolle an diesem Rezept ist, dass das Salz und der Zucker dahin kommen, wo es hin soll, nämlich an die Schnittflächen der Zitronen.

Zitronen in dünne Scheiben schneiden. Bio ist wichtig, weil wir auch die Schalen verwenden.

Ordentliche Naturen entfernen auch noch die Kerne

Also andere Menschen als ich

Jetzt machen wir schnell die Gewürze klar.

9 Esslöffel Salz

3 Esslöffel Zucker

Ordentlich vermischen

Der Zucker soll die Fermentation anschieben und man kann den auch weglassen, würde ich aber nicht.

Gläser in kochendem Wasser sterilisieren

Immer eine Lage Zitronen ins Glas stapeln und darüber dann eine Prise von der Salz-Zuckermischung

Dafür braucht man ein bisschen Gefühl, dass alles bis zum Ende aufgeht.

Nächste Lage

Nächstes Salz- und Zuckergemisch

Glas bis oben vollstapeln und immer mit Salz und Zucker bedecken

Oben auch mit Gewürz abschließen

Beim Fermentieren ist wichtig, dass kein Sauerstoff an das Gemüse kommt. Es muss also erstmal anfangen zu fermentieren und dann ab einem gewissen Zeitpunkt, muss es gegen Schimmeln geschützt werden. Das habe ich mir dann selbst zusammengereimt, aus meinem Erfahrungsschatz.

Deswegen packe ich Schnapsgläser über die Zitronenscheiben, die die Zitronen durch den verschlossenen Deckel zusammendrücken und dafür sorgen, dass zusätzlich zum durch Salz und Zucker austretender Flüssigkeit, auch noch durch Druck der Flüssigkeitsstand im Glas steigt.

Alle Gläser verschlossen

Jetzt kommt die Kochphysik ins Spiel. Die Gläser kommen auf die Fensterbank und müssen da mindestens drei Tage stehen, eine Woche wäre auch gut.

Durch die Wärme der Sonnenstrahlen, bildet sich eine sirupartige Flüssigkeit.

Wer keine Zeit hat, wartet minimum drei Tage. Nach einer Woche fülle ich die Gläser mit Rapsöl, oder Sonnenblumenöl, oder wer das lieber mag, auch mit Olivenöl auf. Damit verschließt man die Salzzitronen in der Flüssigkeit luftdicht nach oben und so konserviert man im Süden seit Menschengedenken, Gemüse von einem Jahr zum Anderen. Das ist auch ein Glatzkochmove. Man kann natürlich die Salzzitronen auch ganz ordinär im Kühlschrank kühlen, aber die sind so würzig und sauer und salzig, dass die unter der Ölschicht lange nicht schlechtwerden können. Wichtig ist halt, dass nichts von der Biomasse aus der Flüssigkeit in die Luft herausragt.

Die Salzzitronen werden mit jedem weiteren Tag immer noch besser. Wer keine Idee hat, was er mit Salzzitronen machen soll, gibt bei mir im Blog einfach mal das Wort “Salzzitrone” ein und findet schon ein paar Rezepte mit Nudeln und Fleisch. Damit kann man auch vieles aus der nordafrikanischen und arabischen Küche kochen. Als Geschmacksbringer sind die Zitronen sensationell. Im Salatdressing machen die sich auch gut, da muss ich noch ein Rezept erfinden, aber das kommt.

Hier hacke ich die Zitronen, um Fleisch damit einzulegen.

Einmal übernachten lassen ist empfehlenswert

Dann braucht man kein einziges Gramm Extragewürz und kann trotzdem vor lauter Geschmack kaum aus den Augen schauen

Das schmeckt so gut wie es aussieht.

Der Vorteil dieses Salzzitronenrezepts liegt ganz klar in der schnellen Verfügbarkeit begründet. Die Haltbarkeit bekommen wir durch das Öl als luftdichten Abschluss, so müsst Ihr im Gegenzug auf nichts verzichten. Eine echte Win-Win Situation, wenn man dafür ein bisschen spontaner sein kann, wie zum Beispiel sowas zum Grillen für das kommende Wochenende einplanen und vorbereiten.

Vielen Dank, lieber Dirk Teßnow für diese schöne Anregung, die für mich sowas wie das fehlende Puzzlestück war.

Viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.

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