Schnitzel von freilaufenden Puten aus Frankreich

Diese Einkaufsquelle ist noch relativ neu für mich und ich hätte die niemals gefunden, wenn ich nicht in der Hellersdorf-Marzahn Gruppe über eine Anfrage gestolpert wäre, bei der jemand fragte, ob der Laden “Preisgewitter” geöffnet hätte. Davon hatte ich noch nie gehört, aber ich wusste sofort, dass das was für mich ist. Ich bin dann auch gleich hingefahren und unregelmäßig fahre ich seit dem dort vorbei. Da kann man nicht hinfahren, wenn man irgendwas Bestimmtes kaufen will, aber wenn man da ergebnisoffen hingeht, kann man für kleines Geld echte Perlen finden. Mal ist es eine ganze Partie Duroc Schwein, als Wurst etc, dann gibt es ausgefallenen Käse. Alles was irgendwo anders nicht abgenommen wurde, oder vielleicht auch nicht dem Anspruch des ursprünglichen Auftraggebers entsprach. Die Ware ist natürlich hygienisch einwandfrei und kürzlich war mein Jackpot ein gutes Kilo Putenfleisch von freilaufenden Puten aus Frankreich. Das kostet unter Freunden 40 Euro pro Kilo und ich habe 1,2 Kilo für insgesamt € 6,50 bekommen. Bei uns gibt es seit geraumer Zeit wenig Fleisch, obwohl wir es natürlich gerne mögen, aber wenn es Fleisch gibt, dann gerne eine Nummer besser, mit besserer Tierhaltung, Fütterung und Schlachtung. Zu dem Preis kann man das außer der Reihe genießen, sonst würde ich mir die 40 Euro auch eher zweimal überlegen.

Zutaten:

1,2 Kilo Putenfleisch
1 Teller Mehl
6 Eier
1 Schuss Milch
1/2 Teelöffel Salz
ordentlich Pfeffer
1 Tonne Paniermehl
1 Liter Rapsöl

Das Schnitzelbraten habe ich natürlich nicht neu erfunden, aber das war so gut, dass ich Euch unbedingt auf die Fleischqualität hinweisen möchte. Bio finde ich gar nicht so wichtig, sondern ich finde alles gut, was dem Wohlbefinden des Tieres zu Lebzeiten verbessert. Jeder hat unabhängig vom Geldbeutel die Möglichkeit, sich das bestmögliche Fleisch zu kaufen, das es für das persönliches Budget gibt. Wenn man nicht immer nur die Premiumstücke will, sondern stattdessen Fleisch nimmt, das mehr Arbeit braucht, wie z.B Schmorfleisch, dann kann man die Ersparnis in bessere Haltungsform investieren, oder man schaut in seiner Umgebung, wo man für sein Geld mehr als normal bekommt. Wenn ich das schöne Fleisch nicht bekommen hätte, dann wäre vegetarisch zu essen auch kein Problem gewesen.

Eier aufschlagen

Salz + Pfeffer

Einen Schuss Milch

Einen tiefen Teller Mehl

Paniermehl ebenfalls in einen tiefen Teller geben, aber noch Reserven in der Hinterhand haben

500 bis 600 Milliliter Öl in meiner 32 cm deep fry Pfanne von diePfanne.com erhitzen. Einen Pfannenwender aus Holz, oder einen Holzkochlöffel ins Öl stellen. Wenn schnell Blasen aufsteigen, hat das Öl die richtige Temperatur.

Hier ist das Fleisch aus der Nähe. Wenn man das normale Putenfleisch aus dem Stall kennt, dann fällt einem auf, dass das Fleisch dunkler ist, als Stallfleisch. Man merkt auch schon beim Anfassen, dass es muskulöser ist. Ist ja logisch, wenn sich ein Tier bewegt, dass es mehr Muskeln hat, als wenn es zeitlebens nur auf der Stelle steht und wartet, dass das Leben irgendwie rumgeht.

Fleisch ins Mehl drücken, damit das Ei gleich besser hält

Mehl von beiden Seiten

Schnitzel danach durch das Ei ziehen, damit das Paniermehl daran haftet.

Natürlich von beiden Seiten

Fleisch ins Paniermehl drücken

Wenn noch irgendwo Stellen sind, an denen kein Paniermehl haftet, zurück ins Ei und dann nochmal ins Paniermehl

Das Fleisch ins sprudelnde Öl geben und die Hitze auf halb bis dreiviertel reduzieren. Bei meinem Herd ist es eher halbe Kraft.

Je nach Herd, muss das Fleisch nach zwei bis drei Minuten gewendet werden. Stellt schon mal den Backofen auf 80 Grad ein. Dann von der anderen Seite noch einmal die gleiche Zeit.

Wenn das Fleisch goldbraun ist, kommt es aus der Pfanne.

Bei 80 Grad im Ofen zieht es innen schonend gar und gart nicht mehr in Richtung trocken nach.

Die braune Soße habe ich schon vorher gemacht, weil die länger einkochen muss.

Den Kartoffelsalat zeige ich Euch noch. Der ist sehr lecker und fast nackt herzustellen, weil er weder Brühe noch Mayonnaise enthält. Ich musste ja ein meine Veganer am Tisch denken

Das Putenschnitzel gab es sowohl nach der reinen österreichischen Lehre mit Kartoffelsalat und einer Zitronenscheibe, als auch nach Piefke Art, mit einer leckeren braunen Soße.

Damit alles zeitgleich und ohne Qualitätsverlust, mit Raffinesse auf den Tisch kommt, habe ich noch gekochte Kartoffeln im Ofen schön gemacht

Für meine Veganer am Tisch habe ich Rapsöl statt Butter verwendet.

Leckere braune Soße mit Geschmack

Das Fleisch ist eine Sensation. Die Hülle ist knusprig und das Fleisch sowas von zart, mit super zarter Faser und einem wahnsinnig gutem Geschmack, wie ich den bei Pute noch nie geschmeckt habe, weil die ja eher geschmacksneutral ist und wenn man nicht aufpasst schnell trocken und zäh wird. Das ist echt unglaublich. Da war richtig Stimmung am Tisch. Die Kinder haben wie die Raupen gefressen, die kritische Ehefrau war voll des Lobes und so setzt sich das Stück für Stück im Kopf zusammen, dass man Fleisch entweder ordentlich, oder gar nicht kauft. Wir essen mittlerweile so wenig davon, dass wir es im Fall der Fälle auch teurer kaufen, wie z.B bio Hackfleisch beim Aldi, oder wenn man so ein Glück wie mit dem Putenfleisch hat, dann ist das ein toller Moment, wenn man so einen Luxus zum schmalen Preis bekommt.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

2 Kommentare

  • kochaddict

    Hammerpreis für das Huhn, mich verwirrt nur etwas das MHD, oder ist das Foto älter? Und wieso gibts eigtl solche Läden nur in far east, genauso wie Mixmarkt?

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