Hackfleischsoße ohne Fleisch

Das ist jetzt einer von diversen Versuchen, richtiges Hackfleisch durch einen Fleischersatz zu ersetzen. Dieses Mal ist es “the wonder Hack” von Veggie Tag. Optisch kann das mit Rind mithalten. Das “Hackfleisch” ist extra rot eingefärbt, um die Optik von Rinderhack zum imitieren. Überflüssig zu erwähnen, dass dieses Plastikhack auch viel teurer ist, als sich richtiges Rinderhack zu kaufen. Das ist wie ein Elektrofahrzeug, das muss man haben wollen, wenn man es kauft. Denn eigentlich spricht alles dagegen, von der Reichweite, dem Materialaufwand bei der Produktion usw. So verhält es sich mit diesem Veggiefleisch auch. Ich habe schon nicht mehr die Zutatenliste gelesen und auch nicht geschaut, welcher Großkonzern am Ende hinter der Marke steht. Dann bekommt man nur vorher schon schlechte Laune und die machen ja auch alle gerne morgens Kadaver und nachmittags auf der gleichen Maschine die Welt retten.

Zutaten:

835 Gramm wonder Hack (3 Pakete)
1 Gemüsezwiebel
2 Peperoni
1 Freilandknoblauch
100 Milliliter Tomatenmark
800 Milliliter Brühe selbst gemacht, natürlich Gemüsebrühe
500 Milliliter Tomatensoße für alle Fälle
Salz
Pfeffer
2 Wacholderbeeren
4 Lorbeerblätter
Oregano

Kurze Makkaroni

Das “Hackfleisch in eine Schüssel geben und kneten. Diese Wurmform aus der Packung haben bei Soßen echt nur die lausigsten Tütenköche und müssen das dann immer noch allen zeigen, dass sie Regenwürmer essen. Deswegen verknete ich das “Hackfleisch” auch.

Das sieht alles noch gut aus. Was ein bisschen nervt ist dieser Geruch der irgendwo zwischen corned Beef und Hundefutter anzusiedeln ist.

Eine Gemüsezwiebel abziehen

Halbieren und in schmale Streifen schneiden

Quer in Würfeln schneiden.

Öl in die Pfanne geben

Zwiebeln anschwitzen, erstmal Herd auf Vollgas laufen lassen.

2 Peperoni

Rein damit

Freilandknoblauch abziehen

Knoblauch zerkleinern.

Das “Hackfleisch” in der Pfanne auf den Zwiebeln ausbreiten

2 Lorbeerblätter und 4 Wacholderbeeren

Tomatenmark, damit es noch Zeit zum Rösten hat.

Die Brateigenschaften sind natürlich nicht wie bei echtem Fleisch, aber das ist auch o.k dafür, dass es eben kein Fleisch ist.

Wenn der Pfanneninhalt Röstaromen bildet, kommt selbst gemachte Gemüsebrühe hinzu.

Brühe in die Pfanne gießen

Selbst gemachte Tomatensoße, die müsst Ihr Euch unbedingt anschauen.

Und nun einfach mal Zeit haben. Kochen geht immer wie kochen. Mit Fleisch, oder ohne Fleisch. Was schmecken soll, muss Zeit zum Einkochen haben, damit sich Geschmack entwickelt. Wer nicht bereit ist, das nebenbei laufen zu lassen, soll sich ne Scheibe Brot schmieren.

Alles verrühren, halbe Stunde auf kleinster Flamme mit Deckel schmoren, danach eine halbe Stunde ohne Deckel reduzieren.

Vor dem Servieren Oregano einstreuen. Gerne frisch. Probiert mal und dann nach Geschmack salzen und pfeffern. Ich brauchte beides nicht.

Dazu gibt es kurzen Makkaroni für die Kinder und meine Frau, die die langen Makkaroni nicht mag.

Ich nehme die langen Makkaroni, weil ich die total gerne mag.

Makkaroni in einem tiefen Teller servieren

“Hackfleischsoße” auf die Makkaroni geben. Ich weiß, die ganzen Kandidaten würden das jetzt schon wieder vollmundig Bolognese nennen, weil es rot ist und Hackfleisch enthält. Weil es aber nur eine einzige Bolognese gibt, deren Rezept bei der IHK in Bologna liegt, weiß ich dass das hier KEINE Bolognese ist, weil ich weder Sellerie und auch keine Karotten verwende und auch keine Milch und keinen Wein zum Einkochen nehme. Außerdem ist die Bolo nach einer Stunde auch noch gerade in der Aufwärmphase, hier kommt Sie schon auf den Tisch. Also aufpassen welchem Machwerk man den Begriff Ragu alla Bolognese rüberhelfen will. Man macht sich da schnell lächerlich und wenn man dann noch drauf besteht, dass es jeder so machen kann, wie er will. NEIN!

Aber jetzt wollt Ihr wissen wie das schmeckt, oder? Meine Kinder waren begeistert, meiner Frau gefällt es auch außerordentlich gut, ich bin sehr zufrieden. Dieser Geruch von Hundefutter verschwindet mit der Zubereitungszeit und das “Hackfleisch” wird ordentlich körnig und hat eine recht echte Haptik. Vielleicht ist es ein bisschen dünn gegen echtes Hack, aber wenn man das keinem sagt, wäre es erstmal nur eine leckere Hackfleischsoße zu Nudeln, die allen schmeckt.

Ganz tolles vegetarisches Gericht, vollmundig, rund, fruchtig, dezent scharf. würde ich jeden Tag wieder machen und auch jedem servieren.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

6 Kommentare

  • Siegrid

    Ich hab das Zeug auch schon mal probiert, meins war es jetzt nicht.
    Inzwischen ersetze ich Hackfleisch gerne mit geschrotetem Grünkern, – der zwar natürlich auch keinen identischen Hackfleischgeschmack ergibt, gut gewürzt schmeckt es uns sehr gut. Grünkern ist unreif geernteter, gedörrter Dinkel. UND es ist mit kein so “hochverarbeiteter” Kram, wie das fleischlose, künstliche Hack in Unmengen Plastik verpackt. Weil es ebenfalls hochverarbeitet ist, verwende ich auch kein texturiertes Soja mehr.
    Das fleischlose Hack ist aber für den einen oder anderen sicher eine Alternative, da geb ich dir recht.

    • hallo siegrid, grünkern habe ich auch noch auf meiner liste. über den punkt bin ich echt raus, dass es 1 zu 1 wie fleisch sein soll. Ich will lieber solide zutaten haben. danke für den tipp

      • Siegrid

        Dann freut es mich, wenn ich auch bei beitragen kann 😉 Grünkern verwende ich z. B. auch für eine Art Leberwurst. Dafür wird fein geschroteter Grünkern genommen, mit Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeerblatt, Majoran, getr. Basilikum, Thymian und Koriander in guter Gemüsebrühe gedünstet, abschmecken mit Salz und Pfeffer, lecker auf gutem Vollkornbrot. Ich nehme mir immer selbstgemachte Aufstriche mit ins Büro.

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