Soljanka aus Grillresten

Jetzt habe ich Euch eine Woche lang begrillt und wenn man nicht gerade bei Familie Geizhalz eingeladen ist, bleibt da immer noch irgendwas vom Grillgut übrig. So war es bei diesem Mal auch, nur dass meine Familie am Tag danach in den Urlaub gefahren ist und ich dann mit einem Berg Fleisch zuhause gesessen hätte, wenn mir nicht der Schachzug mit der Soljanka eingefallen wäre.  Ich wohne so ziemlich am östlichsten Rand von Berlin, also quasi kurz vor Polen und da ist es schon recht ostgaumig, die können alle nix Scharfes essen. Ehrensache, dass ich meine Soljanka ein bisschen mit Schärfe befeuert habe, damit meine Arbeitskollegen eine kulinarische Aufgabe hatten.


Zutaten:

Reste von:

Entrecôte vom Grill und aus der Pfanne (anklicken)
Oberkeule vom Huhn in Bananenmarinade (anklicken)
Schälrippen vom Schwein (anklicken)
Huhn in Vermouth mariniert vom Grill (anklicken)
Schweinebauch vom Grill, doppelt gegart (anklicken)
Entrecôte in Sojamixmarinade vom Grill (anklicken)
1-100 rote Zwiebeln nach Vorratslage
1 rote Paprika (gerne mehr)
3 Möhren
2 Peperoni
2 Knoblauchzehen
1/4Staudensellerie
200 Gramm Tomatenmark
Salz nach Bedarf
1 Teelöffel Chiliflocken
Gurken selbst eingelegt (anklicken)
300 bis 500 Milliliter Flüssigkeit der Gurken
5 Wacholderbeeren
1-3 Lorbeerblätter
200 Gramm saure Sahne
1 Zitrone in dünnen Scheiben
1 Schuss Weißweinessig
1,7 Liter kochendes Wasser
Die verschiedenen vorhandenen Reste habt Ihr oben schon gesehen, die könnt Ihr nachgrillen und gleich ein bisschen mehr davon machen, damit es anschließend noch für eine Soljanka reicht. Die kommt eigentlich aus der Ukraine, oder der UDSSR und war in der DDR eine beliebte Form der Resteverwertung. Da ist das Gerüst ungefähr vorgegeben, aber am Ende bestimmen die vorhandenen Reste, wie sie denn wird.  Habt Ihr irgendwelche anderen Rest, die nicht zwanghaft vom Grill kommen müssen, rein damit. Das ist nur meine persönliche Rezeptgeschichte.
Nach einmal quer durch den Garten grillen, habe ich noch von allem wieder mit nach Hause bekommen.


Das Fleisch erstmal mundgerecht zuschneiden.
Wok, oder einen Topf erhitzen.
Ich nehme zuerst den Schweinebauch und das Rippenfleisch und davon auch nur das fette Fleisch. Da kann man nun noch einmal das Fett auslassen, um hinterher nicht darauf rumkauen zu müssen.
Deswegen auf geringe Hitze gehen und eine viertel Stunde das Fett vom Fleisch reduzieren.
Hier ist das Schwein schon angeröstet und hat Fett abgegeben-
Nun die anderen mageren Fleischsorten ebenfalls in den Wok geben.
Am Ende das Rind, das man noch gut am medium Garpunkt erkennt.  Nun mit der Temperatur auf halbe Kraft erhöhen, aber noch nicht voll, weil wir noch schnell Gemüse schneiden müssen, falls Ihr das nicht schon gemacht habt.
Die Soljanka habe ich auf einem Donnerstag Abend nach dem Joggen gemacht. Da habe ich am Vorwochenende schon nicht mehr so viel eingekauft, weil die Familie weggefahren ist und die Vorräte waren schon wieder runter, mit Aussicht auf den nächsten Wocheneinkauf. Da musste ich mich schon beim Gemüse ziemlich strecken.
Zwiebel abziehen und zerkleinern.
Da hätten auch zwei oder drei in die Soljanka gepasst.  Haben wäre ja immer besser, als irgendwas zu brauchen.
Alles vermischen
Staudensellerie dünn schneiden.
Das gibt einen guten Geschmack
Parika entkernen und zerkleinern
Das war die letzte Schote, die ich noch hatte. Zwei oder drei wären besser gewesen.
Die kommen nun auch in den Wok
drei Möhren zerkleinern
Zwei Knoblauchzehen abziehen
Knoblauch zerkleinern.
Zwei scharfe Peperoni. Nix wirklich scharfes, aber irgendwo so zwischen 5000 und 10000 Scoville. Das ist nicht mehr am Daumen lutschen und viele können das schon nicht mehr pur essen.
Peperoni in dünne Scheiben hacken.
Ab in den Wok damit.
Jetzt kann man mal richtig Gas geben auf dem Herd.
Tomatenmark in den Wok und anrösten.
Das soll braun werden (nicht schwarz), dann schmeckt es schön rund
Wenn das Tomatenmark braun ist, kommt die Flüssigkeit der Gurken in den Wok. Ich habe erst 300 Milliliter abgemessen, aber dann noch den Rest ebenfalls zur Soljanka gekippt. Viel kann viel.
Temperatur kurz auf Vollgas stellen, damit die Flüssigkeit aufkocht und durch das Tomatenmark andickt.
Das sind die selbst eingelegten Gurken. Als zweitbeste Lösung, kann man natürlich auch gekaufte eingekochte nehmen.
Gurken schneiden, gerne auch viel feiner, also die Scheiben noch einmal geviertelt. Ist mir in dem Moment gar nicht so klar gewesen, aber die Scheiben waren schon recht groß, ohne mich gestört zu haben. War aber Gesprächsgegenstand am nächsten Tag.
Gurken dazu geben.
Untermischen
Wacholderbeeren.
Lorbeerblätter
Jetzt brauchen wir noch Flüssigkeit für die Suppe
Deswegen sind extra viele Zutaten drin, damit man mit reinem Wasser arbeiten kann, aber auf keinen Fall Brühepulver solchen degenerierten Kernschrott verwenden muss. Ich habe 1,7 Liter Wasser mit dem Wasserkocher zum Kochen gebracht, damit die Temperatur im Wok, oder im Topf nicht in die Knie geht.
Wasser in den Wok gießen.
Herd läuft immer noch auf Vollgas, damit die Suppe einmal kurz kocht.
Meine erste Geschmacksprobe sagt, dass die Suppe ziemlich scharf ist, aber noch Säure braucht.
Einen Schuss Essig dazu geben. Wenn die Soljanka kocht, auf die kleinste Herdplatte umziehen und auf kleinster Flamme eine Stunde simmern lassen. Danach würde ich die Soljanka abkühlen, eine Nacht übernachten lassen und dann wieder erhitzen. Dann ist sie gut durchgezogen und rund im Geschmack und ein bisschen dicker. Wer noch salzen möchte, tut das jetzt, nicht vorher.
Servieren z.B. im tiefen Teller, oder Suppenschale.
Mit einem Klecks saurer Sahne, oder geschlagener Schlagsahne und einer Scheibe Zitrone.
Jetzt noch ein bisschen Grünkraut als Deko, dann ist es schon fast dekadent.
Eine ganz herrliche scharfe Suppe mit einer tollen Einlage und das gute Gefühl von Nachhaltigkeit, weil nichts weggeworfen und alles verbraucht wird. Meine Kollegen haben sich gefreut und sich nichts wegen der Schärfe anmerken lassen, sondern das nur hinterher im Nebensatz erwähnt, dass die Soljanka ganz schön geknallt hat, aber toll geschmeckt hat.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

4 Kommentare

  • kochaddict

    Mal blöde Frage: Ich nehme an du hast die Soljanka mit uff Arbeit genommen..wie transportierst du sowas?

    • ich habe die sogar auf dem motorroller transportiert. große mehrwegeinkaufstasche von kaufland, lidl, aldi etc. nehmen und den topf reinstellen. ich bin dann zur feier des tages mit mutters vespa gefahren, weil die ein ebeneres trittbrett hat, als meine schwalbe und die brut eh nicht da war. dann die taschenhenkel am taschenhaken einrasten und immer ein bisschen drauf achten, dass der topf nicht u, oder runterfällt. ich hätte das auch mit der schwalbe geschafft, ich schwör. ja, war für die kollegen in der firma.

  • kochaddict

    haha ok..Lalso doch nicht so trivial wie ich dachte 🙂

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