Amarenakirschen selbst gemacht

Das ist mal wieder was aus der Abteilung perverses Zeug. Amarena Kirschen. Hat die schon mal jemand von Euch selbst hergestellt? Ich kenne die seit meiner Kindheit auf Amarena Eisbechern und die werden ja immer nur in so Apothekermengen ausgegeben, obwohl die so geil sind, dass man davon viel mehr haben möchte. Natürlich sind die auch so pappsüß, dass man hinterher Zuckerwürfel pinkeln könnte. Ein Grund mehr, die Amarenakirschen selbst zu produzieren und bei der Gelegenheit, den Chemiekram und die Farbstoffe weg zu lassen, der bei den gekauften Amarenakirschen immer verbastelt wird.
Zutaten:
2,5 Kilo Kirschen süß oder sauer
2 Kilo Zucker
2 Limetten
Mandelöl oder 200 Gramm Marzipan
Amarenakirschen sind eine italienische Spezialität und man benutzt traditionell Sauerkirschen. Ich habe eine halbe Tonne Süßkirschen erbeutet, deswegen habe ich bei diesem Rezept Süßkirschen verwendet. Egal wie, ist das eine tolle Zutat für Eis, Cocktails, Kuchen, Quark, Pudding und bei dem Zuckergehalt haltbar, bis zum Ende der Menschheit.

Wie immer geht es mit dem leidigen Thema Kirschen entsteinen los.

Wer schlau ist, sucht sich dafür nen Doofen, der das für einen erledigt, oder man macht es wie ich, also quasi selbst…

Die Kirschen kommen in einen Topf

Der sollte schon ziemlich groß sein, weil 2,5 Kilo Kirschen und 2 Kilo Zucker reichlich Platz brauchen. Wer sich nicht sicher ist, ob ihm die Kirschen schmecken, kann auch mit einem halben Ansatz anfangen, sprich 1,25 Kilo Kirschen und 1 Kilo Zucker, eine Limette.

So sehen 2 Kilo Zucker aus. Ganz schön krass

Die zwei Kilo Zucker über die Kirschen kippen.

Oops!

Ok, die Kirschen sind noch da

Wer es ganz toll machen möchte, der sollte die gezuckerten Kirschen jetzt ein bis zwei Stunden lang Saft ziehen lassen.

Da ich sowas immer erst gegen Mitternacht mache, habe ich für solche Feinheiten meistens leider keine Zeit, weil ich am nächsten Morgen wieder arbeiten muss. Den Herd auf mittlere Hitze stellen und die Kirschen und den Zucker durchwärmen.

Je wärmer die Kirschen-Zucker Mischung im Topf wird, desto flüssiger wird der Zucker und die Kirschen geben dementsprechend viel Saft ab.

Wenn der Topfinhalt einmal sprudelnd aufgekocht ist, die Flamme kleiner einstellen und so lange köcheln, bis sich die Flüssigkeit, die Ihr maximal im Topf hattet, um die Hälfte reduziert hat. 

Wenn die Flüssigkeit einreduziert ist, den Topf kurz vom Herd nehmen. Man kann dann Mandelöl dazu geben, aber ich habe in diesem Fall einfach ein 200 Gramm Stück Marzipan eingeschmolzen, um das Mandelaroma zu bekommen

Schnell noch den Saft von zwei Limetten in den Topf geben, um auch ein bisschen Säure dabei zu haben.

Danach erneut 15 Minuten köcheln lassen. Die Flüssigkeit sollte nun schon richtig eingedickt sein.

Ich habe dann die Amarena Kirschen in Marmeladengläser umgefüllt. Wie gesagt, das Zeug ist so süß, dass es so lange hält, bis ein Schimmelpilz aus Altersschwäche von alleine stirbt, aber ich bin ja quasi sowas wie ein kochender Bausparer und setze noch mal einen drauf, um auch ganz sicher zu sein. 

Die mit Drehdeckeln geschlossenen Gläser, kommen für eine Stunde bei 150 Grad in den Ofen. Danach sind sie luftdicht verschlossen.

Mit dem kleinen Rest, der nicht mehr in die Gläser passte, habe ich extra für Euch eine Geschmacksprobe gemacht.

Ganz einfach, aber super steil, nur einen Schlag 40 % Quark in eine Dessertschale geben.

Dazu die Amarena Kirschen geben

Das knallt richtig!. Super samtiger Quark, dazu die volle Süße und die Haptik der Amarenakirschen im Mund. Das ist schon sehr besonders.

Das ist echt ganz großes Kino und eine tolle Basis für Kuchen, Cocktails und allem, was einem dazu einfällt. 

Das kann man so schön nirgendwo kaufen und hinterher weiß man auch, warum die Amarena Kirschen immer so teuer sind, weil das Ensteinen so lange dauert und der Kochprozess einige Zeit in Anspruch nimmt. Das ist auch ein tolles Geschenk, wenn man mal irgendwo eingeladen ist. Amarenakirschen sind ja schon etwas Besonderes, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es eher die Unkenntnis ist, wie man es macht, oder eher die Angst vor der Arbeit. Ihr werdet es mir schon erzählen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.
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