Flämischer Rindfleischtopf

Belgisches Essen? Kennt man kaum, oder? Die meisten Menschen denken wohl maximal an doppelt in Rindertalg frittierte Pommes frites. Dabei gibt es eine Menge Sternegastronomie in Belgien und die Küche ist wirklich gut. Es gibt dort leckere Schmorgerichte, viel Gemüse und auch sehr süffiges Bier. Deswegen findet man in diesem  Rezept folgerichtig von allem etwas darin wieder. Gefunden im großen farbigen Kochbuch von Unipart aus dem Jahr 1982 und schon lange auf meiner Liste. Jetzt ist genau das richtige Wetter dafür. 

Zutaten für 4 Personen:

1 Kilo Rindfleisch zum Schmoren
2 große Gemüsezwiebeln
1 Esslöffel Weißweinessig
1 Esslöffel Brauner Zucker
200 Milliliter Brühe (anklicken)
1/2 Liter Bier
1 gehäufter Esslöffel Mehl
Butter, Öl, oder Eigenfett.
Salz 
Pfeffer
1 Zitrone bio
Petersilie

Ich habe 6 Personen am Tisch, aber 4 davon sind noch von klein bis gehen schon in die Schule. Die zählen beim Essen also noch nicht voll. Deswegen habe ich 1,3 Kilo Rindfleisch zum Schmoren gekauft. Man kann Bug, Schulter, Keule, Wade, falsches Filet verwenden. 

Fleisch gegen die Faser in Scheiben schneiden

Das Fett und die Sehnen parieren

Die Fleischscheiben in Streifen schneiden und anschließend in Würfel zerkleinern. 

Das Fett lasse ich zum Anbraten des Fleisches aus. Je nachdem wie fett der Rand ist, kann man so die Menge an Bratfett reduzieren, oder ganz auf null reduzieren. Pfanne auf mittlere Hitze stellen, das Fett von allen Seiten anrösten.

Deckel auf den Topf, oder Wok legen und dann auf niedrige Temperatur reduzieren. Nicht ungeduldig sein. Das kann auch schon mal 30 Minuten dauern, je nach Fettmenge. Das hier sind eher 20 Minuten. Das schmeckt aber auch 20 Minuten besser, als wenn man Öl nimmt.

In der Zwischenzeit können wir schon mal die Zwiebeln vorbereiten. 

Schalen runter und in dünne Scheiben schneiden. 

Hier könnt Ihr schon sehen, wie das Fett aus dem Fleisch in die Pfanne geht. Das ist Schmalz. Da sitzt deutlich mehr Geschmack drin, als in Pflanzenöl und das hält auch höhere Temperaturen gut aus. 

Wenn das Fett ausgelassen ist, die Reste des Fleisches aus dem Topf nehmen und den Herd auf volle Pulle stellen. 

Bei einem Kilo Fleischmenge in zwei Durchgängen à 500 Gramm anbraten. Nur dann bekommt das Fleisch schöne Röstaromen und wird angebraten und nicht gekocht und gibt keine Flüssigkeit ab. 

Man soll die Röstaromen auch erkennen können. 

Wenn das Fleisch in zwei Durchgängen angebraten ist, kommen die Zwiebeln in die Pfanne und werden 10 Minuten angebraten. 

6 Esslöffel Öl in die Pfanne, oder Butter und dann die Zwiebeln anbraten und regelmäßig wenden. 

Hier sind die schon glasig und haben ein bisschen Farbe bekommen. 

Nach zehn Minuten Pfeffer aus der Mühle dazu geben. 

200 Milliliter Brühe, am besten Rinderbrühe, oder Gemüsebrühe

1 Esslöffel Weißweinessig

0,5 Liter Bier. Natürlich am besten ein belgisches, aber da ich sowieso kaum Alkohol trinke, geben die Vorräte nur ein Oettinger Pils her. 

1 gehäuften Esslöffel Mehl

1 Teelöffel Meersalz (nachsalzen geht immer noch später)

Nun kommt auch das Fleisch wieder in den Topf / Wok 

Den Herd im Moment auf mittlere Hitze.

1 Teelöffel brauner Zucker

Bier in den Topf / Wok

Alle Zutaten vermischen

Den Inhalt noch einmal kurz aufkochen, bis es anfängt zu blubbern, dann Deckel auf den Topf legen. Auf die kleinste Flamme stellen und auf niedrigste Temperatur  

Jetzt muss das das Fleisch 2 Stunden schmoren. Alle halbe Stunde umrühren. 

Als Beilage gibt es grüne Bohnen (anklicken) und la Ratte Kartoffeln mit ganz dünner Schale in 20 Minuten in Salzwasser gekocht. Nach zwei Stunden schmoren ist das Fleisch schön zart. Jetzt noch mal prüfen, ob Salz und / oder Pfeffer fehlen und falls einem die Bindung noch nicht reicht, noch ein wenig mit Mehl nachbinden und dann kurz aufkochen lassen. . 

Jetzt noch schnell die Zitrone in Scheiben schneiden. 

Ein bisschen Petersilie hacken

Man kann den flämischen Hackfleischtopf nach Art einer gebundenen Suppe servieren, so wie Kesselgulasch

Das wäre mein Serviervorschlag Nummer eins, im Teller, mit einer Scheibe Zitrone und Petersilie
Das hat bei den Kindern gut geklappt, weil man denen dann keine Beilagen erklären muss und Fleisch mögen die sowieso. Vollkommen zurecht, weil das zart wie Butter ist und durch das Bier, die Brühe und die anderen Zutaten wirklich sensationell schmeckt. 

Die Ehefrauenversion ist dann mit grünen Bohnen und Kartoffeln auf einem flachen Teller. 

Das ist auch sehr zu empfehlen und auch von dort die Rückmeldung, dass das Fleisch wirklich der Knaller ist. 
Sehr derbe und trotzdem fein. Flämischer Rindfleischtopf. 

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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