Chili mit Fladen, gebackenen Kartoffeln und auf Reis

Da wird echt das Chili in der Pfanne verrückt, was unter diesem Namen an Rezepten durch die Kochbücher und Onlinesammlungen geistert. Alle die in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sozialisiert wurden, halten es schon für Chili, wenn es keine Soße Bolognese ist und bei beidem wissen sie eigentlich nicht, worüber sie sprechen. Eigentlich wird bei beidem das Fleisch mit der Hand geschnitten und die Verwendung von Hackfleisch ist nur der Zeitersparnis und der massenhaften Verbreitung geschuldet. Bei beidem gibt es festgelegte Originalrezepte, die genau sagen was drin ist und was nicht, oder man hat weder das Eine noch das Andere. Ich tue mich deswegen mittlerweile mit beiden Gerichten bei der Bezeichnung schwer, weil ich weder nach dem Rezept aus Bologna koche und auch nicht Chili nach dem Rezept aus El Paso, aber ich muss es irgendwie so nennen, damit man vor dem Bildschirm eine ungefähre Richtung erwarten kann.  Dieses Rezept ist von 1988 aus dem Buch “Köstlichkeiten aus der Küche”, was so weit auch stimmt, aber es ist eine blaue Mauritius mit nem Bild von Donald Duck drauf. Schmeckt trotzdem und deswegen zeige ich Euch das auch gern.


Zutaten:

1 Kilo Rinderhack
2 Esslöffel Olivenöl
3 rote Zwiebeln
300 Gramm Sellerie
2 Knoblauchzehen
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Kreuzkümmel
1 Teelöffel Cayennepfeffer
2 Esslöffel Tomatenmark
2 Dosen gehackte Tomaten à ca 400 Gramm

Teigfladen

250 Mehl
250 Ml Wasser
250 Ml  Milch
1/2 Teelöffel Salz
2 Eier
Öl zum Backen

Beilagen

Reis
1 Kilo Kartoffeln
2 Zwiebeln
geriebener Käse
1 Topf saure Sahne
Petersilie
Schnittlauch
Sellerie habe ich noch nie in einem Chili gesehen, aber warum nicht, wenn man es mit einem Augenzwinkern macht und sich sagt, darauf kommt es auch nicht mehr an?
Selleriescheiben erst stifteln und dann würfeln
rote Zwiebeln abziehen
Zwiebeln zerkleinern
Alles erstmal zur Seite stellen.
Knoblauch abziehen und zerkleinern
Wok erhitzen, große Platte, volle Pulle
Olivenöl in den Wok geben.
Wichtig! Hackfleisch ordentlich verkneten, damit es am Ende nicht wie Regenwürmer aussieht.
Hackfleisch in den Wok geben
Regelmäßig von oben durchstechen und immer bröseliger machen. Je mehr Farbe es bekommt, desto mehr gehen wir mit der Temperatur runter, damit es nicht schwarz wird, sondern röstet und das Fett ausgebraten wird. Wenn es braun wird, wird gewürzt
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Kreuzkümmel, spätestens dann weiß man, dass es Chili und keine Bolognese ist.
1 Teelöffel Cayennepfeffer
Tomatenmark
Fleisch mit den Gewürzen vermischen.
Noch weiter rösten, bis das Tomatenmark nicht mehr rot ist, sondern eine angenehme braune Farbe hat.
Zwiebeln und Sellerie in den Wok geben.
Wenn das Gemüse glasig ist, kommen die Dosentomaten hinzu.
Ich habe zwei kleine Dosen mit jeweils 400 Gramm genommen.
Nun auf die kleinste Herdplatte umziehen und auf kleinster Flamme mindestens 2 Stunden einkochen. Je länger desto schöner. Eine gute Überlegung wäre, das schon am Vortag zu machen, dann steht man nicht mit nem Loch im Bauch am Herd.
Ich lege zwei Stunden lang einen Deckel auf den Wok, damit geschmort wird und reduziere die Flüssigkeit erst in der letzten Stunde, wenn ich mich um die Beilagen kümmere.
Weil meine Familie ein bisschen schwierig ist und ich immer nicht weiß, was jetzt gerade wieder verkehrt ist, mache ich ein paar Serviervorschläge, bevor mir jemand sagt, dass er doch lieber ein Toast mit Russenwurst essen möchte.
Rohe Zwiebeln kommen jedenfalls darin vor.
Abziehen und zerkleinern.
Zum selbst belegen auf dem Tisch, in eine kleine Schüssel umfüllen.
Käse mit guten Schmelzeigenschaften reiben.
Der kommt ebenfalls in eine Schüssel und jeder kann den nach Herzenslust benutzen, oder weglassen.
Reis kochen. Was übrig bleibt, wird am nächsten Tag ein Gemüsereis.
Links Chili, vorne rechts Reis, oben, na was wohl?
Genau! Pellkartoffeln
Die müssen noch nicht gar sein, sondern nur 10 bis 15 Minuten angekocht und in der Zeit stellt Ihr schon mal den Ofen auf 220 Grad an.
Kartoffeln raus aus dem Topf und auf ein Backblech oder Rost in den Ofen schieben, bis die Haut schrumpelig und leicht kross wird. Alles ab 30 Minuten ist o.k.
Peperoni hacken und ebenfalls auf den Tisch stellen, für alle die es gerne ein wenig schärfer mögen.
Eigentlich wollte ich Burritos machen, aber das kennt Ihr alle schon von mir und das Rezept gibt es von mir auch schon im Blog. Ich habe noch ein Rezept für asiatische Pfannkuchen gefunden, in denen man Gemüse und Fleisch einrollen kann. Das fand ich in diesem Zusammenhang ganz praktisch und wenn schon Sellerie im Chili ist, wer will da noch von Stilbruch sprechen?
Mehl abwiegen
Zwei Eier aufschlagen
Milch
Salz
Wasser
Alles kräftig mit dem Schneebesen klumpenfrei verrühren.
Die Pfannkuchenmasse ist sehr flüssig und ich entsprechend gespannt, was das gibt.
Kleine Pfanne mit 18 cm Durchmesser
Ein paar Tropfen öl mit dem Pinsel in der Pfanne ausstreichen und Pfanne erhitzen.
Teig direkt aus dem Litermaß dünn in die Pfanne gießen.

Oben abbinden lassen.

Nach einer Minuten wenden
Sehr gut, die werden tatsächlich fest.
Pfannkuchen im Dampfgareraufsatz sammeln und damit die beim Servieren warm sind noch kurz auf kochendem Wasser dämpfen.
Jetzt geht es ans Servieren. Zur Auswahl gibt es gefüllte Pfannkuchen mit Chili
Käse

Zwiebeln
Chili
Noch mal Käse von oben
saure Sahne
Schnittlauch
Oh scheiße, der Pfannkuchen ist am Teller verklebt und lässt sich nicht ohne den zu zerreißen um die Füllung rollen. Ich habe jetzt gerade echt keine Nerven mehr.
Füllung auf der Fläche verteilen.
Zack, von oben noch nen Pfannkuchen drauf. Wer will?
Chili auf Reis.
Rote Zwiebeln
Geriebener Käse
Grünkraut
Genau richtig für Prinz Protz, zu meiner linken.
Kartoffel aufschneiden
Chili
Rote Zwiebeln
Saure Sahne
Geriebener Käse
Grünkraut.
Ich erspare Euch die ganzen mit ohne Geschichten, die danach noch kamen und erwähne nur am Rand meine jüngste Tochter, die die Pfannkuchen, nach einer kleinen Auseinandersetzung mit der besten Mutter von allen, mit Zimt und Zucker gegessen hat. Am Ende waren sie alle satt und nur das zählt, auch wenn sich bestimmt gleich ne ganze Reihe Toter in Mexico und Texas im Grab umdrehen.
Das Chili ist wirklich sehr lecker, charakteristisch durch den Kreuzkümmel, die Beilagen sind über jeden Zweifel erhaben und runden das Angebot ab. Das Gericht ist wie immer mega gesellig und alle glücklich.
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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