Linsensalat – lauwarm, oder kalt

Ich habe noch nie ein Gericht mit Linsen gekocht, ich habe noch nie irgendwas mit Linsen gegessen. Gab es bei uns zuhause nie und ich habe es nie so präsentiert gesehen, dass ich darauf Lust bekommen hätte. Alles ist immer so pampig und murksig mit Linsen. Meistens thront dann als Krönung noch so ne geplatzte Bockwurst drauf. Das am liebsten bei 35 Grad im Sommer und die notorischen Kochnieten fabulieren dazu wieder was von “muss auch mal sein”, egal wie es aussieht, schmecken muss es bla bla bla. Scheußlich! Ich hatte ganz lange vor, etwas Gescheites aus Linsen zu machen, das niemand schönreden müsste. Jetzt war es dann so weit.
Zutaten:

250 Gramm rote Linsen
Salz nach Geschmack
1 Teelöffel Pfeffer gemahlen
1 Stange Staudensellerie
2 Schalotten
1 Möhre
1 Knoblauchzehe
400 Milliliter Brühe selbst gemacht
4 Esslöffel Rotweinessig
3 Esslöffel Rapsöl

Linsen in einen Topf geben, ungefähr doppelt so hoch mit Wasser füllen und auf Vollgas stellen. Die Linsen sollen 12 Minuten kochen, aber dem Zeitpunkt, wenn das Wasser kocht.
Zwischenzeitlich können wir uns mal an der Schönheit frischen Gemüses erfreuen. Mir ist es ein Rätsel, wie man sich immer diesen Tiefkühlschrott reinpfeifen kann. Wieso ist man da nicht ehrlich und sagt, ich bin einfach ne faule Sau und erkenne die Sinnlichkeit der Tätigkeit nicht und erfreue mich auch nicht am Resultat, irgendwas mit meinen eigenen Händen gemacht zu haben? Nee, da wird dann so rumgeschwatzt, Tiefkühlgemüse hat viel mehr Vitamine als das frische Gelumpe. Na und? Immerhin kennzeichnet mich kein Wellenschnitt als kulinarischen Vollidioten! Wir mögen es so! Frisch, mit ohne doof!
Schalotten häuten, Möhre in Streifen schneiden
Möhren würfeln
Linsen vor dem Überkochen bewahren und die Temperatur reduzieren. Nach 12 Minuten in ein Sieb abkippen.
Staudensellerie in Streifen schneiden und würfeln

Knoblauchzehe abziehen und hacken.
Öl in einem Topf erhitzen
Das sorgfältig zerkleinerte Gemüse hinein geben und glasig anschwitzen.
400 Milliliter Brühe in den Topf gießen
Zum Kochen bringen und 4 Minuten mit dem Gemüse kochen.
Die Linsen warten schon
Gemüse zu den Linsen geben.
Alles miteinander vermischen
Jetzt noch würzen
Rotweinessig, Rapsöl
Salz und Pfeffer
Ein bisschen Grünkraut für die Frische und das Auge.
Alles umrühren.
Anrichten. Ich war ja echt gespannt, wie Linsen schmecken. Tendenziell so wie Erbsen, finde ich. Ein bisschen Biss haben sie noch und mit dem frischen Gemüse und der Brühe ist das sehr stimmig. Möhren, Schalotten, Knoblauch und Sellerie sind toll. Mit dem Rotweinessig und dem Rapsöl wird es rund.  Man kann den Linsensalat lauwarm essen, oder auch kalt.
Ich habe den lauwarm serviert und das ist super angekommen. Mit Linsen kann mich jetzt jedenfalls keiner mehr schrecken.  Schön, wenn man so eine kulinarische Hürde genommen hat.  Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appertit.

6 Kommentare

  • kochaddict

    Freut mich, dass du endlich Linsen fuer dich entdeckt hast; denn die können mehr als deutsche Linsensuppe, wobei auch die-gut gemacht-lecker
    sein kann.
    Dann kannste ja demnächst mal das Gewürz probieren 🙂 Wobei ich jetzt schon ahne, dass es da evtl Protest von deinen Kids gibt 😛

  • Thomas B.

    Hallo Jörg,

    danke für Dein prall gefülltes Blog, das mich immer wieder mal dazu motiviert, darüber nachzudenken, etwas mehr (bzw. überhaupt einmal, wenn ich ehrlich bin) selbst zu kochen. Speziell der Sammelbeitrag zu Brühen hat bei mir Gewissensbisse hervorgerufen. Ehrlich gesagt wäre ich eigentlich schon froh, wenn ich mich als kulinarischen Vollidioten bezeichnen dürfte.

    Wo ich herkomme, werden die Linsen über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und dann am nächsten Tag zu Linsen mit Spätzle weiterverarbeitet. Gerne auch mit einem Wienerle 😉

    Ohne das Grammatikarschloch heraushängen zu lassen wollte ich Dir zumindest folgende Korrekturvorschläge für den gestrigen Eintrag unterbreiten:

    “Alles ist immer /a/l/l/e/s”
    “ab/e/r dem Zeitpunkt”
    “Tendenziell so wie Erb[s]en” – dann hält Dich schon keiner für Hannibal, oder hast Du gerne Freunde zum Essen 😉

    • vielen dank für den kommentar. danke für die korrekturen. was ich selbst sehe, bessere ich nach, manchmal rutscht es mir einfach durch. brühe selbst zu machen hilft und damit ergibt dann eines das andere. ist zum start sehr zu empfehlen und es macht sich von alleine. ich brauche jeden tag für irgendwas brühe. der rest ist übung, übung, übung. aber nicht schlimm, man muss es nur machen

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