CHICHI – Chickenchili

Einfach mal sich selbst überraschen, wie lecker ein Gericht sein kann. Hätte ich auch vorher nicht gedacht, dass es so lecker ist. Der Zeitpunkt war optimal. Ich war satt, es war schon später am Abend, musste also nicht mehr am gleichen Tag auf den Tisch. Das ist meistens eine gute Voraussetzung, gerade wenn geschmort wird. Hektik und Eile sind in der Küche echt Gift. Dinge dauern so lange wie sie dauern. Chili aus entbeinten Hähnchenkeulen.

Zutaten:

1,6 Kilo entbeinte Hühnerkeulen
4 rote Zwiebeln
10 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
1/2 – 1 Teelöffel Chiliflocken
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Koriander
1 Teelöffel Kreuzkümmel
1 Dose Tomaten
1 schwarze Chilibohnen
500 Milliliter Wasser

Guacamole:

1 Avocado
1 Limetette
3 Lauchzwiebeln
1/2 Teelöffel Salz
1 Prise Chiliflocken
1 Esslöffel frischen Koriander

Teigfladen:

500 Gramm Mehl
250 Milliliter Wasser
1/2 Teelöffel Salz
90 Milliliter Rapsöl

Begleitung:

200 Gramm saure Sahne
3 Tomaten
1/2 Salatgurke
1/2 Eisbergsalat
1 rote Zwiebel
150 Gramm geriebener Käse z.B Emmentaler oder Cheddar
Tabasco (anklicken)
Srirachasoße (anklicken)
Reis


Die entbeinten Hähnchenkeulen sind noch mit Haut. Einfach in kleine Stücke schneiden. Hähnchenbrust ist magerer, aber wird lange nicht so schön beim Schmoren und ist nicht so saftig. Wok ist auf der größten Platte und läuft volle Pulle, damit die Haut ausbrät und das Fleisch anbräunt.
Zwiebeln häuten
Die werden gleich erst weiter zerkleinert
Fleisch alle 5 Minuten weiter wenden. Bei der Menge dauert das auch eine Weile. Bei meinem Herd bestimmt gute 30 Minuten bis das Fett weg ist und die Farbe passt.

Ich habe frischen Knoblauch
Die schmecken richtig gut und muffen nicht so im Essen
Hier kommt langsam mal Farbe ins Spiel. Die Haut gibt Fett ab, wird braun, das Fett macht das Fleisch saftig und ist ein Geschmacksträger.
Läuft immer noch volle Pulle
Knoblauch zerkleinern
Zwiebeln in Ringe schneiden.
Wenn das Fleisch genug Farbe hat und nicht mehr so traurig blass ist, dann kommen die anderen Zutaten in die Pfanne. Ich habe letztens in einer Gruppe wieder die Frage gesehen, wieso man z.B. Bolognese 4 Stunden kochen soll. Das gilt in gleichem Maße auch für Chili. Jedenfalls kamen gleich wieder alle Doofen aus den Löchern, die das in 30 Minuten schaffen und dann nur so knallrote, oder komisch rosa Soßen haben, Würze und Verdicker aus der Tüte und diese Fraternisierung mit anderen Dummen unter dem Motto, “Wir mögen es so”, plus Gegenangriff, dass alle die es so lange schmoren lassen, Energieverschwendung betreiben. Was ich denen allen ins Buch schreiben möchte, würde hier den zeitlichen Rahmen sprengen, aber der Tag kommt, versprochen.
Zwiebeln und ein bisschen zufällig auf dem Brett liegende Petersilie in den Wok geben. Die nehme ich ja immer erst am Schluss, aber die musste halt noch an dem Tag weg
Zwiebeln untermischen
Die aufmerksame Betrachterin wird bemerkt haben, dass wir bis jetzt noch gar nicht gewürzt haben, das kommt jetzt.
‘1 Teelöffel Salz (Meersalz)Lorbeerblätter
Chiliflocken
Nehmt so viel Ihr wollt. Ich nehme eher viel, weil das dem Gericht Tiefe gibt.
Koriander.
Am Ende nehme ich noch frischen, aber zum Kochen ist Pulver auch o.k, um die richtige mexikanisch-texikanische Richtung zu bekommen.
Kreuzkümmel. Ich weiß, das ist ekelig, gehört aber rein.
Wenn man es erstmal begriffen hat, akzeptiert man das als gegeben.
1 Dose Tomaten
Eine Dose schwarze Chilibohnen
Alles vermischen
Zum Schmoren einen halben Liter Wasser in den Wok geben. Der verdampft am Ende sowieso, deswegen ist die Menge egal.
Mit dem Wok von der größten auf die kleinste Platte umziehen und da die  geringste Temperatur einstellen. Mit Deckel, das ist ganz wichtig mindestens 90 Minuten, bis zu 2 Stunden schmoren. Ich bin aber eher für 90 Minuten, wenn man das am gleichen Tag nicht mehr isst. Man muss es dann am nächsten Tag wieder aufwärmen und dann wird es auch noch wieder zarter, als es jetzt ohnehin schon ist.
Jetzt sind wir schon am nächsten Tag. Herd wieder auf kleinster Flamme, kleinste Platte anstellen und das Chickenchili erwärmen.
Die Teigfladen machen wie natürlich selbst, wir sind ja keine Asis, die auch Presspappe und Bauschaum essen, oder?  500 Gramm Mehl, 250 Wasser, 1/2 Teelöffel Salz, 90 Milliliter Rapsöl, mit dem Löffel verrühren und den Rest mit der Hand kneten.
Chili wärmt durch
Teig für Teigfladen ist fertig
Eisbergsalat zerkleinern.
Gurke zerkleinern
Tomaten zerkleinern.
Zwiebel in Ringe schneiden.
Für alle Beigaben kleine Schüsseln hinstellen und jeder kann sich am Tisch bedienen, oder ist stelle für die Familie selbst die Fladen zusammen, dann ist das quasi sowas wie Mise en place, also eine Arbeitsvorbereitung
Käse reiben.
Eine schnelle Guacamole für die Woche
Die Avocado ist vorgereift
Avocado auslöffeln und das Fruchtfleisch in die Schüssel geben
Ist zwar gelb, aber es handelt sich faktisch um eine Limette, sie schon länger liegt. der komplette Saft kommt hinzu
Dann kann die Avocado nicht so leicht oxidieren
frischen Koriander hacken
Gehackten Koriander zur Guacamole geben.
Drei Lauchzwiebeln häuten und zerkleinern.
Die zerkleinerten Lauchzwiebeln in die Guacamole geben.
Frischer geht nicht.
Chiliflocken und Salz
Alles verrühren und abschmecken.
Kern reinlegen, damit die Guacamole nicht nachdunkelt. Kann man machen, muss man aber nicht, weil sowieso gleich serviert wird. Schmeckt super frisch und sehr spritzig-würzig.
Beigaben sind am Start, wenn Ihr jetzt noch die saure Sahne dazu stellt und einen Reis koche ich auch gerade noch, ohne den im Bild zu haben.
Teigfladen dünn mit dem Nudelholz ausrollen
In einer knallheißen Pfanne ohne Fett werden die Fladen 45 Sekunden pro Seite gebacken.
Wenn der Teig Blasen schlägt umdrehen, beim zweiten Mal dann raus aus der Pfanne.

Ein bisschen Reis auf den Teller geben
Saure Sahne und Guacamole
Tomaten
Geriebenen Käse
rote Zwiebeln
Salat, wer mag auch noch Gurke, aber das haben nur die Kinder gemacht.
Hier kommt das Chickenchili und ich finde, dass es richtig gut aussieht.
Chili auf den halben Teigfladen geben
Teigfladen umschlagen und noch ein bisschen Petersilie, oder Koriander auf dem Teller verteilen. Wer mag, kann jetzt noch Tabasco, oder Srirachasoße verwenden, um mehr Schärfe zu haben.
Ich finde es sensationell und empfinde es als glückliche Fügung, dass man hier mal das Wortspiel mit allem CHICHI anbringen kann, weil es sich im Chickenchili handelt. Chili ist häufig sowieso ein zweifelhaftes Gericht in unseren Breitengraden und hat mit dem originalen in Texas und Mexiko nichts zu tun. Huhn finde ich irgendwie noch kausaler als Ananas, oder weißes Chili mit Möhren. Habe ich gerade diese Woche gesehen und irgendwer brauchte das wieder für sein Ego das nun unbedingt Chili nennen zu müssen, statt Hackfleischtopf mit…. bla bla bla. Da fällt mir auch noch ne Carbonara ohne Carbonara ein, die letztens jemand verbrochen hat, vegetarisch mit jeder Menge Gestrüpp, aber immerhin ohne Sahne. Leider auch ohne alles andere, was so ein Nudelgericht ausmacht. Wo waren wir? Chickenchilli! Schmeckt so, wie Chili schmecken muss, weil die Grundwürze da ist. Koriander, Kreuzkümmel, Lorbeerblatt und angemessen Zeit.
Das haben echt alle am Tisch gemocht und jeder hat es gelobt. Die Kinder mögen sowieso diese Teigfladen und dass sie die selbst belegen können.
Geschmacklich 1a und sehr lecker. Das solltet Ihr unbedingt ausprobieren. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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