Linsenköfte – Mercimek köftesi

Ich war schon wieder in Bremen bei meiner Mutter. Die Kinder hatte ich im Schlepp. Meiner Mutter ist mittlerweile egal was ich koche und meine Kinder stopfen sich dort nur mit Süßigkeiten und Knabberkram zu. In sofern passiert mit denen nichts, wenn sie mal zwei Tage beim Essen mit mir rumdummen, weil sie die Landesküche nicht verstehen. Weil meine Frau zuhause kein türkisches Essen mehr sehen kann. habe ich die Zeit in Bremen genutzt, um wieder kulinarisch zu experimentieren.  Dieses Mal sind es Linsenköfte geworden.  Sehr spannend, denn ich habe die vorher noch nie gegessen, weil ich nie Linsen angerührt habe. Deswegen weiß ich auch nicht, wie die schmecken müssen, aber ich habe mir knallharte Testesser rangeschafft.


Zutaten:

150 Gramm rote Linsen
200 Gramm Feiner Bulgur
700 Milliliter Wasser
1 rote Zwiebel
80 Gramm  Paprikamark
2 Lauchzwiebeln
1/2 Bund Petersilie
1/2 Teelöffel Kreuzkümmel
1 Teelöffel Minze frisch gehackt, wenn es geht.
Salz
Pfeffer
2 Esslöffel Olivenöl
Salatblätter zum Anrichten.


Linsen abwiegen

Linsen auswaschen bis das Wasser klar bleibt und nicht so trüb ist, wie auf dem Foto. Keine Ahnung, warum man das macht, aber man soll es halt machen. Ich habe früher echt niemals Linsen gegessen, bis Ende 2019, deswegen ist mir das nicht bekannt.
In einem mittelgroßen Topf ablegen
700 Milliliter Wasser
Linsen aufkochen, danach nur noch auf kleiner Flamme simmern lassen
Die Linsen gehen auf und sollen verkochen und schon fast zu Brei werden.
Feinen Bulgur abwiegen
200 Gramm
Bulgur zum Linsenbrei gießen
Alles miteinander vermischen
Danach abgedeckt stellen, damit die Zutaten quellen und abkühlen können.
Wir haben so auch noch genug zu tun.
Zwiebel häuten


Zwiebel zerkleinern

Nicht lachen, das war mal eine beschichtete Pfannen in den Beständen meiner Mutter. Ich kann damit aber auch so arbeiten. Öl erhitzen
Zwiebeln anschwitzen, danach abkühlen lassen, wenn sie leicht Farbe bekommen.
Zwei Lauchzwiebeln abziehen
Lauchzwiebeln hacken
Petersilie zerkleinern, Minze hacken.
Die Masse ist nun kalt.
Paprikamark abwiegen
Paprikamark zur Linsen- Bulgurmasse geben.
Petersilie und Minze

Das gibt im Endprodukt ordentlich Frische.
Die abgekühlten Zwiebeln
Salz und Pfeffer, Kreuzkümmel, 2 Esslöffel Olivenöl
Alle Zutaten verkneten
Nun müssen wir noch Köfte formen.
Pro Köfte rechnet man zwischen 35 und 40 Gramm. Ich wollte mir mal anschauen welcher Menge das entspricht und habe das ausgewogen.
Die Hände mit Wasser anfeuchten und dann die 35 bs 40 Gramm Teig mit den Handflächen rollen. Traditionell verjüngen sich Köfte an den Enden und haben in der Mitte ihre dicksten Stellen.
Das geht gut von der Hand.
Dekorativ können die vegetarischen Köfte auf Salat angerichtet werden, Zitronenscheiben sind dazu auch richtig gut.
So kann man daraus eine leckere Vorspeise machen.
Ich habe die Köfte für eine Art Burger, mit selbst gebackenem Fladenbrot verwendet.


Rezept kommt.

Ich habe das vorher noch nie gegessen, wusste also nicht, ob es türkisch schmeckt. Das fühlte sich für mich ein bisschen wie nach Gehör fahren an, wenn man nicht sieht, was auf der Straße los ist.  Ich hatte aber für meine Gerichte Hoffnung, denn ich war in Bremen bei meiner Mutter und das Eckhaus nebenan haben sich kürzlich paar gelernte Türken (mit deutschem Pass) gekauft. Der Makler den ich in Bremen beauftragt habe, hat ebenfalls so einen offensichtlich türkischen Vor- und Nachnamen, dass er bestimmt als Referenz taugen würde.  Das war ein echter Stresstest für meine Türkischkochkünste. Die Köfte sind zart und cremig, geschmacklich ausgewogen und man kann sie auf Salat servieren. Die reagieren auch super auf Soßen wie Humus, oder Kücüp.  Purer Zitronensaft reicht aber auch schon.
Nachbar Ferhat kam extra noch am Sonntag nach der Spätschicht bei Daimler und war ernsthaft begeistert. Makler Firat (fährt Allrad), meinte bei seiner Oma wären die Köfte noch saftiger, aber Farbe und Konsitenz wären authentisch und für einen Mann würde ich sowieso gut kochen.  Für mich war es toll so fremde Küche für Sachkundige zu kochen und für mich fühlt es sich auch im Nachhinein sehr völkerverständigend an. Sehr zu empfehlen.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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