Spitzpaprika wie auf dem Balkan

Das ist eines meiner Lieblingsrezepte vom Balkan, also quasi alles was jenseits von Hannover ist. Scherz beiseite, Balkan ist ja eher ehemaliges österreichisches Kaiserreich, Ungarn, ehemaliges Jugoslawien und jetzige Teilrepubliken, Rumänien, Bulgarien und dann noch ein paar Ausläufer am Mittel- und am schwarzen Meer. Jedenfalls gibt es dort überall diese Spitzpaprika, die so gut schmecken und bei denen man immer denkt, boah das können nur die Besten und niemals würde mir das gelingen, ohne die Paprika dabei zu zerreißen.

Zutaten:

2 Kilo Spitzpaprika
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
3-4 Zehen Knoblauch
50 Milliliter Weißweinessig
50 Milliliter Olivenöl
Petersilie hacken

Die Geschichte fing Donnerstag an. Ich war wieder auf meinem Streifzug beim Preisgewitter und mein Gemüsemann hat seinen Stand vor der Tür. Der hat für “Großkunden” immer noch einen Einkaufswagen in einem Lagerraum deponiert, damit man nicht so lange anstehen muss, weil im Sonderpostenmarkt die Zahl der Kunden durch die Zahl der Wagen eingeschränkt ist. Den wollte ich mir holen, damit ich in den Laden gehen kann und dann stand dort die Kiste mit den Spitzpaprika auf einem Tresen, an dem normal keine Kunden vorbei kommen. Ich frage beim Rauskommen mit dem Wagen, “Was ist denn mit den Spitzpaprika?” “Die habe ich für einen anderen Kunden besorgt, der war aber noch nicht da, gib mir drei Euro, dann gehören sie Dir”. Damit war das schon mal geklärt.

Das sind also Spitzpaprika für drei Euro. Um noch einmal auf das Thema schwierig zurück zu kommen, es ist total einfach. Paprika trocken, ohne Fett und Gewürze, kreuz und quer übereinander legen. Balkanküche ist eine typische Hausfrauenküche, also teilweise fummelig und ein bisschen Geduld erfordernd, aber unterm Strich nicht schwierig. Da muss noch nicht einmal jede Schote das Blech berühren. Ofen auf 200 Grad Umluft einstellen. und nach 25 bis 30 Minuten wieder den Ofen öffnen.

Dann sehen die Schoten so aus. Mehr oder minder geschwärzt, bzw. gegart.

Ofen ausstellen und das Backblech mit einem Leinentuch, oder einer Alufolie abdecken und die Schoten auskühlen lassen.

Dann schwitzen die Schoten und die Haut löst sich vom Fruchtfleisch

Schoten auf ein Brett legen und die Haut anfassen und abziehen. Das geht mit jeder Schote besser und nach zwei Kilo zieht man die Haut in einem Stück runter und beschädigt die Paprikaschoten dabei auch nicht.

Läuft

Die Schüssel in der danach mariniert wird, füllt sich jedenfalls zügig. Das Wasser ist aus den Schoten raus, deswegen schmecken sie total süßlich-herb und sehr intensiv.

Nun sind alle Schoten abgezogen

Nun machen wir die Marinade

Meersalz

Chiliflocken, oder Pfeffer

Olivenöl

Die abgezogenen Paprika sind natürlich empfindlicher, als wenn sie roh sind, deswegen mischen wir erst ganz am Ende vorsichtig durch.

50 Milliliter Weißweinessig

Es geht auch jeder andere Essig, aber Weißweinessig ist feiner, als herkömmlicher Branntweinessig

Die Paprika selbst geben auch Flüssigkeit in die Schüssel ab. Das ist sehr aromatisch

Ich nehme frischen Knoblauch

4 Zehen abziehen

Knoblauch durch die Presse quetschen

Knoblauch zu den Paprika pressen

Petersilie hacken

Petersilie in die Schüssel streuen

Alle Gewürze vorsichtig unter die Paprika mischen, aufpassen dass nichts reißt.

Nun abdecken und optimalerweise zwei Tage im Kühlschrank durchziehen lassen, dann schmeckt es perfekt. Wer keine Geduld hat, kann es auch nach ein paar Stunden essen, aber besser sind zwei Tage.

Eines meiner schönsten Gemüse, schmeckt nach Urlaub auf dem Balkan.

Toller reduzierter Paprikageschmack, schön gewürzt und mariniert.

Die anderen Salate zeige ich Euch auch noch, voll Balkan

Meine Frau rollt schon wieder mit den Augen. Ihr freut Euch, oder?

Viel Spaß beim Nachschneiden und einen guten Appetit.

6 Kommentare

  • Anne

    Mach ich heute noch, ich hab von meinem Mann noch 2 Tüten Spitzpaprika im Kühlschrank gefunden, den futtert der ohne Ende.

  • Vivian

    Sieht super aus. Hier finde ich leider meistens nur die hellgelben Spitzpaprika und die meist noch zu horrenden Preisen. Geschmacklich macht das wahrscheinlich nicht den geringsten Unterschied, optisch aber schon.
    Ich würde den Knobi (ganz Knolle) vielleicht gleich mit den Papika zusammen in den Ofen geben. Knobipresse ist in meinen Augen ein No-Go. Alufolie übrigens auch. Aber jeder wie er mag.
    Sollte ich doch mal das Glück haben, günstig an eine größere Menge Spitzpaprika zu kommen, werde ich das auch mal ausprobieren.
    Auf was für tolle Ideen du immer kommst, einfach Klasse!

    • dankeschön. soll halt so einfach sein, dass jeder mitmachen kann. nimmt ein geschirrhandtuch, wenn du keine folie nehmen willst. die nehme ich by the way öfter als einmal

  • Geil. Du hättest ne FB Fangruppe verdient. Schonungslos ehrlich und genial.

    • vielen lieben dank. jetzt musst du da nur noch jeden tag ein rezept aus dem fundus veröffentlichen. am 19 mail ist siebter geburtstag des blogs, in der heutigen form 😉

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