Pflaumenchutney

Chutneys kennt man vor allem aus Indien. Die Choreographie ist immer eine Fruchtkomponente, die süß-sauer-scharf eingekocht wird. Man kann Chutney warm oder kalt verwenden, so wie man sonst Ketchup benutzen würde. Besonders gut geeignet ist es da, wo irgendwas keine eigene Soßenbasis hat, wie z.B. Grillfleisch, oder Kartoffeln, Pommes frites.  Gerade zur Erntezeit kann man kleine Fruchtmengen zu Chutney verarbeiten, bevor man sie stattdessen unbenutzt entsorgen müsste. Bei mir passt das ganz gut in die Küche, weil ich meine Zutaten gerne miteinander abstimme, oder auch die Geschichte von Jahreszeit und Region auf dem Teller erzähle. Wenn die Bäume voller Pflaumen hängen, dann ist Zeit für Pflaumenchutney.


Zutaten:

1 Handvoll Pflaumen
1 Zwiebel
100 Milliliter Rotwein trocken
1 Schuss Rotweinessig
Salz
Pfeffer
Zucker
Chiliflocken Pflaumen / Zwetschgen entsteinen und in einen Topf geben

Zwiebel abziehen
Zwiebel grob zerkleinern
Zwiebel kommt ebenfalls zu den Pflaumen
Salz mit Platz zum Nachsalzen
Chiliflocken und oder Pfeffer, so scharf, wie Ihr es mögt. Bei mir eher scharf.
Eine Grundmenge Zucker mit Platz zum Nachzucken. Das richtige Geschmackbild bekommt man erst nach dem Einkochen

Der Herd läuft am Anfang auf Vollgas

Immer mal umrühren, während Ihr nach und nach die Zutaten in den Topf gebt.

100 Milliliter trockener Rotwein
1 Schuss Rotweinessig für die Säure.
Auf kleinster Stufe mit Deckel 15 Minuten weichkochen / schmoren
Danach Deckel von Topf nehmen und so lange weiter einkochen, bis der Topfinhalt dickflüssig ist.
Das muss man weder pürieren noch irgendwas anderes machen. Stückigkeit ist erwünscht. Nun noch einmal abschmecken mit Salz. Pfeffer, Zucker, Säure, je nachdem wonach Euch der Sinn steht.  Man sollte allerdings bedenken, dass sich der Geschmack kalt noch verändert. Schärfe wird beim kalten Chutney nicht so stark wahrgenommen, als wenn es heiß ist und die verfliegt auch noch. Schüchternheit ist also fehl am Platze. Wenn es Euch heiß schon zu sauer ist, bleibt es das auch kalt. In dem Moment solltet Ihr mit Zucker gegensteuern.
Man kann Chutney ins Glas umfüllen. Nach dem Öffnen hält es ewig und drei Tage im Kühlschrank. Im Vergleich zum Kaufprodukt, kommt es ohne dumme Verdicker aus (damit spart man in der Industrie Zeit beim Einkochen und Material), ohne sieben Sorten Zucker, ohne Konservierungsmittel. Mehr kann man für seine 30 Minuten nebenbei einkochen nicht verlangen. Wie meistens mache ich nur eine Basisversion, die noch Platz für Eure Ideen lässt. Ihr könnt noch Koriander, Curry und viele andere Kräuter nehmen, ich bin da eher der pure Hanseat.
Chutney schmeckt mir am besten, wenn es richtig knallt. Ordentlich Säure, richtig einen auf den Kopf mit der Schärfe und auch mit einem gepflegten Salzgehalt.

Ich habe mein Chutney für Burger benutzt (Rezept kommt)…

… und für Wraps mit selbst gewursteter Bratwurst (Rezept kommt)

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

2 Kommentare

  • Florian

    Ich verweise hier (nachdem ich das Rezept jetzt gesehen habe) nochmal auf meine Empfehlung , noch eine Mango dazuzuschmeissen…

    Die Anregung für das Pflaumen-Mango-Chutney hatte ich vor einigen Jahren noch auf deinem alten Blog mal gegeben 😀

    • mango ist ganz toll, aber ich hatte halt keine da. die pflaumen waren übrigens selbst gepflückt. der alte blog ist by the way total integriert in den neuen

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