Brötchen mit Skyr

Ich habe sonst nie gefrühstückt, aber wenn man Kinder hat, dann ändern sich viele Lebensgewohnheiten. Früher konnte man locker bis 14 Uhr schlafen, jetzt scharrt die Brut schon um 9 Uhr mit den Hufen und meine Frau versucht sie mir bis 10 Uhr vom Hals zu halten und gefrühstückt wird dann natürlich auch. Jedes Wochenende erwarten die Damen und Herren irgendwelche anderen Kostbarkeiten. Hier waren die Brötchen die sonntägliche Besonderheit.

Zutaten:

1 Kilo Mehl
400 Gramm Skyr
Wasser auffüllen bis 800 Milliliter
1/2 Würfel frische Hefe (21 Gramm)
1 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
Mehl zum Arbeiten

Den Teig habe ich schon am Vorabend angesetzt. Ich habe Skyr gekauft. Habe ich vorher noch nie, aber bei “Preisgewitter” gab es das Zeug im Angebot und deswegen habe ich mich mal breitschlagen lassen. Ich hatte mich damit vorher noch nie beschäftigt, weil ich bislang nicht das Gefühl hatte, dass mir noch irgendwelchen neumodischen Milchprodukte in der Vita fehlen würden. Skyr ist isländischer Joghurt und enthält mehr Eiweiß, als z.B. Quark. Der Skyr geistert seit circa 2015 durch unsere Breiten. Ich habe das immer vermieden, weil ich mit Skyr online nur solche Quietschemädchen gesehen habe, die alles suuuupiie finden und overnight Oats essen.

400 Gramm Skyr in ein Litermaß geben, den Rest mit Wasser bis zum 800 Milliliter Strich auffüllen

Alles verrühren

Einen halben Würfel Hefe abtrennen

Hefe zur Wasser-Skyrmischung geben

Alles verrühren

1 Kilo Mehl

Mehl kommt in eine Rührschüssel

1 Esslöffel Zucker

1 Teelöffel Salz

Wasser und Skyr mit der aufgelösten Hefe dazu gießen

Alle Zutaten miteinander vermischen. Kann man mit einem Löffel machen, oder mit einem Handrührer

Ich habe den Löffel benutzt, so weit es geht und anschließend mit der Hand kurz nachgeknetet.

Dann sieht der Teig so aus.

Deckel drauf und über Nacht aufgehen lassen

Morgens sieht der Teig dann so gut aufgegangen aus.

Ein Brett bemehlen

Teig aus der Schüssel holen. Kennt Ihr noch diese scheußlichen Knack- und Backbrötchen aus dem Kühlregal? Gibt es bestimmt immer noch zu kaufen, aber in dem Teig ist echt nur Dreck, Glycerin, irgendwelcher anderer deklarierungspflichtiger Müll und vor allem warum soll man das kaufen, wenn man es auch so haben kann wie hier? Was ich sagen wollte ist, dass sich dieser Teig so anfühlt, wie die Brötchen aus der Papprolle. Kann man anfassen, ohne dass er klebt. Schmeckt später im Endprodukt aber nicht so süßlich und pappig, sondern hat eine leichte Säure vom Skyr.

Teigstrang teilen

Einfach nur mit dem Messer durchschneiden

Teig in circa gleichgroße Stücke schneiden

Nun werden die Teigstücke zu Brötchen geformt.

Wasser in die Teigschüssel geben. Darin feuchten wir uns die Hände an und dann schleifen wir mit den nassen Händen die Brötchen so glatt es geht. Übung macht den Meister. Backblech mit Backpapier auslegen.

Das erste Brötchen ist immer das schwerste

Danach geht es mit jedem weiteren Brötchen immer besser.

Brötchen 30 Minuten aufgehen lassen

Zwei Bleche sind es geworden

Brötchen oben über Kreuz einschneiden

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen

Eine Schale Wasser unten in den Ofen stellen

Brötchen sind gut aufgegangen

Wenn die Brötchen auf zwei Blechen zeitgleich bei Umluft in den Ofen kommen, reduziere ich die Temperatur auf 200 Grad

Nach 20 Minuten schauen, ob Euch die Brötchen braun genug sind, sonst noch mal auf 220 Grad erhöhen und so lange backen, bis Ihr mit der Farbe zufrieden seid.

Schon fertig

So gefallen uns die Brötchen, am Tisch steigt die Stimmung

Alles aus einem Kilo Mehl. Kann man auch einfrieren, oder einfach vier Kinder zeugen. Bei uns waren die Brötchen abends komplett verzehrt.

Warm und frisch aus dem Ofen, sind Brötchen immer am leckersten.

Hier im Anschnitt. Schöne Kruste und lockere Krume.

Mit Butter ein Traum. Um zu schauen, ob die Brötchen süß so gut schmecken, als wenn man eine pikante Auflage hat, teste ich verschiedene Beläge durch.

Dazu gibt es Mirabellenmus und Bananenmarmelade

Eiersalat

Tomate mit Mozzarella

Das war richtig Klasse und deswegen für Euch das Rezept zum Nachbacken. Viel Spaß und einen guten Appetit.

19 Kommentare

  • Kerstin

    Ich freue mich jeden Tag auf‘s neue auf deine Rezeptideen.
    Ich habe bereits vieles nachgegekocht und gebacken.
    Ich bin immer begeistert von den Ergebnissen).
    Der Tomatensalat aus dem DDR Kochbuch war besonders gut.
    Auch diese Brötchen werde ich nachmachen und freu mich schon drauf.
    Weiter so, ist ein super Blog, den ich oft weiterempfehle.👍👍👍
    Lg Kerstin

    • Hallo Kerstin, vielen Dank. Und ich wundere mich schon, wo die ganzen neue LeserInnen in letzter Zeit herkommen.
      Ihr wisst das oft viel besser als ich, ob ein Rezept gut ist, oder nicht. Das merke ich an der Resonanz. Dieses
      Rezept habe ich mir nach dem abendlichen Joggen am Samstag, kurz vor Mitternacht ausgedacht. Ich hatte die klassischen
      no knead Brötchen (ohne kneten) im Sinn und noch meine neueste Errungenschaft (Skyr) im Kühlschrank und wollte damit mal
      etwas machen. So bin ich dann folgerichtig bei diesem Rezept auf dieses Rezept gekommen. Da wird ein Teil Wasser durch
      das Milchprodukt ersetzt und man erhält eine leichte Säure, als wenn man den Teig reifen lassen hätte. Freut mich sehr, wenn Dir die
      Rezepte gefallen.
      Gruß
      Jörg

  • kochaddict

    So ähnlich mach ich meine “Sonntagsbrötchen” auch, allerdings mit stinknormalem Joghurt 🙂
    Kleiner Tipp: vor dem Backen die Teiglinge wirken, dann ist die Krume noch besser

  • Gisela

    Hallo,
    dein Rezept hört sich richtig gut an und wid ausprobiert. Hast du da auch schon Erfahrungen mit z.B. Dinkelmehl und irgendwelchen Körnern (Sonnenblumen-, Kürbiskernen etc.) gemacht?
    Schöne Woche – Gisela

    • hallo gisela, in dem fall habe ich kein dinkelmehl verwendet, aber dinkel ist gut und hat für mein dafürhalten auch die gleichen backeigenschaften, wie ein gutes Weizenmehl.
      körner mache ich gar nicht, weil ich keine lust auf die diskussion mit meinen kindern habe. kann aber auch nur besser sein, als wenn man keine nimmt

  • Vivian

    Jörg, Wirken ist nicht schwierig, schau mal hier ins Video: https://www.youtube.com/watch?v=hPuimLM8y-Y

    Brötchen sehen Klasse aus, ich denke aber, mit normalem Joghurt sollte das genau so gut gehen.

  • Steffen Philipp

    Skyr? So ein neumodsches Zeug und auch noch teuer. Nee, ich hab einfach fettarmen Joghurt genommen, einen ordentlichen Klecks Quark dazu und dann nach deinem Rezept weiter. Mit den Semmeln war ich der Nikolaus beim heutigen Adventsfrühstück. Lecker!!!!

  • Ingo O.

    Moin Jörg,

    die Brötchen haben eine wunderbare Farbe. Besser als bei den meisten Bäckern!

    Eine Frage: Hast Du den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen?

    • im Kühlschrank habe ich eigentlich nie platz für so große behältnisse. Ich würde das auch schreiben, wenn es im Kühlschrank stünde. Den Teig habe ich ganz normal im Raum ruhen lassen.

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