Himbeertarte optional vegan

Dieses Rezept hat schon hohe Wellen geschlagen, bevor es überhaupt geschrieben wurde, weil ich Fotos davon bei Instagram und auf Facebook gezeigt habe. Wenn man sagt irgendwas wäre vegan, dann fühlen sich alle Leute, die nicht vegan leben, sofort auf die Füße getreten und fragen, warum das nun unbedingt sein muss und wieso man überhaupt betont, dass irgendwas vegetarisch, oder noch schlimmer vegan ist. Vegetarisch ist schon eine wichtige Information, weil solche Kuchen oft mit Gelatine auf Stand gebracht werden. Da ist dann schon ein halbes Schwein im Kuchen und das war’s dann schon für Moslems und Vegetarier. Bei Veganern kann man dann auch noch die Milchprodukte und das nützliche Ei aus dem Rezept streichen. Für mein Dafürhalten ist die vegetarische Version insgesamt besser, wenn man keinem Dogma verhaftet ist. Deswegen schreibe ich Euch dieses Rezept in zwei Optionen auf, einmal vegetarisch und im Vergleich vegan. Was Ihr damit anstellt, unterliegt Eurem Lebenswandel.

Zutaten:

Mürbeteig:

200 Milliliter Rapsöl
60 Milliliter Wasser
300 Gramm Mehl
100 Gramm Zucker
1/2 Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz

Füllung:

vegan:

1 Liter Haferdrink
Rapsöl
100 Gramm Mehl
6 Esslöffel Speisestärke
375 Gramm Himbeeren Füllung
Saft einer Zitrone
100 Gramm Zucker
125 Gramm Belag
1 Teelöffel Puderzucker
Abrieb einer ca. 1/4 Tonkabohne
1 Messerspitze Natron

vegetarisch:

1 Kilo Speisequark
100 Gramm Mehl
6 Eier
Öl
100 Gramm Zucker
375 Himbeeren für die Füllung
Saft einer Zitrone
125 Gramm Himbeeren zum Belegen
1 Teelöffel Puderzucker
Abrieb einer 1/4 Tonkabohne
1 Messerspitze Natron

Beim Teig habe ich bei beiden Versionen die vegane Variante gewählt. Das ist ein wirklich schöner Teig, den kann man gut machen und wem das zu vegan ist, der kann von mir aus auch ein Ei reinschlagen. Muss aber nicht sein.

100 Gramm Zucker abwiegen

300 Gramm Mehl und Zucker in eine Schüssel geben.

Salz

1/2 Teelöffel Backpulver

Nun kommen die Flüssigkeiten

60 Milliliter Wasser

200 Milliliter Rapsöl. Butter fällt wegen vegan aus und Margarine fällt bei mir aus, weil da in 99,9 % immer Palmöl drin ist. Da nehme ich mein solides Rapsöl, da weiß ich was ich habe.

Mit dem ESGE Zauberstab, einem Stabmixer, oder einem Handrührer wird der Teig verknetet.

Schriiiiiiiiiiing

Läuft. Das letzte Ende knete ich dann mit der Hand rund zu einer Kugel

Die Teigkugel soll man eine Stunde lang kalt in den Kühlschrank stellen, damit man den Teig besser ausrollen kann.

Die Tarteform mit Rapsöl auswischen, damit sich später der Teig gut löst.

Ich habe den frischen Teig ohne zu kühlen in der Form ausgerollt, weil ich es kann. Einfacher wäre den Teig abkühlen zu lassen, aber es geht eben auch so.

Teig ausrollen

Erst bis in die Kanten rollen

Dann an den Seiten hochrollen

Das ist meine Teigrolle, für schmale Formen

Den Backofen könnt Ihr schon mal auf 200 Grad Ober- und Unterhitze aufheizen

Den Mürbeteig backe ich zuerst blind, damit er nicht aufsteigt. Ein Backpapier auf dem Teig auslegen

Ich habe noch eine 24 cm Tarteform, die stelle ich in meine 26 cm Form und backe den Boden 15 Minuten bei 200 Grad.

Ich mache die vegane Füllung. Einen Liter Haferdrink in einen Kochtopf geben. Wenn Ihr “normal” backen wollt, nehmt Ihr einfach ein Kilo Quark, Fettgehalt egal.

Den Haferdrink mit Tonkabohne veredeln, damit es einen vanilligen Geschmack gibt.

Die Tonkabohne auf einer feinen Reibe reiben und den Haferdrink erhitzen. Wer Quark nimmt, reibt die Tonkabohne in ein Kilo Quark.

Der Haferdrink wird im Gegensatz zum Quark nicht durch kochen, oder backen fest. Deswegen muss man das von außen hinzufügen.

6 Esslöffel Kartoffelstärke mit Wasser auflösen. Auch für mich was das ein Experiment und ich habe das vorher noch nie gemacht und habe nichts zum Lesen, wie es geht.

Fangt mit 100 Gramm Zucker an. Wenn Euch das nicht reicht, nehmt Ihr später beim Abschmecken noch mehr.

Das ist jetzt noch ohne Speisestärke, ich warte bis die Flüssigkeit kocht.

Den Saft einer Zitrone hinzu geben. Die nehmt Ihr auch bei Quark.

Das sind je nach Zitrone 30 bis 50 Milliliter.

375 Gramm Himbeeren. Der Grund warum ich den Kuchen überhaupt gemacht habe, war mein Gemüsemann. Der hat mir Samstag 12 Schachteln Himbeeren für 6 Euro verkauft und da musste ich dann auch etwas damit anstellen.

Hafermilch fängt an zu kochen. Beim Quark würdet Ihr die in den kalten Quark geben.

Himbeeren in die Hafermilch geben (oder in den Quark).

1 Messerspitze Natron, damit die Füllung luftig wird.

Da sieht man dann, wie die Füllung aufsteigt.

Jetzt wieder alles vermischen mit dem Knetaufsatz meine Zauberstabes, damit werden die Himbeern geschreddert. Würde man auch so bei einem vegetarischen Rezept mit Quark machen.

Schriiiiiiiiiiiing

So sieht die Hafermilch mit den Himbeeren aus.

Sofort aufkochen und dann mit der aufgelösten Speisestärke aufkochen

Ich merke das sofort, dass das mit der Hafermilch so nicht fest wird, beim Backen und den Schritt macht Ihr egal ob mit Hafermilch, oder mit Quark. 100 Gramm Mehl in die Masse geben.

Mehl wieder mit dem Zauberstab untermischen

Nun ist das recht dick eingekocht. Wer Quark in seiner Schüssel hat, gibt da jetzt 6 Eier dazu.

Der vorgebackene Mürbeteig kommt jetzt aus dem Ofen.

Backpapier und die zum Beschweren benutzte Tarteform rausnehmen.

Die eingekochte Hafermilchversion, oder die Quark-Ei-Mehlmischung, je nachdem welchen Weg Ihr geht, kommt nun in den Teig.

Der Kuchen kommt egal wie, nun bei reduzierten 170 Grad Umluft für 30 Minuten in den Ofen, damit die Masse fest wird.

Rein!

Raus nach 30 Minuten!

Kuchen bei Kälte auf der Fensterbank auskühlen lassen, oder im Kühlschrank. Mir fehlte am Sonntag ein bisschen die Zeit, weil ich abends schon wieder nach Bayern fahren musste. Wenn Ihr einen Tag Zeit hättet, wäre die vegane Masse noch fester, bei der Quarkversion ist es egal, die wird immer fest vom Backen.

Vor dem Anschneiden mit Puderzucker bestäuben

Tarte aus der Form heben

Mit Himbeeren dekorieren

Fertig zum Anschneiden

Mir gefällt es ausnehmend gut, gemessen daran, dass man alle Regeln des Backens und der Kochphysik ausgetanzt hat. Ich habe die Masse vorher probiert, die schmeckt sehr lecker nach Himbeeren. Ist kein Wunder, die sind ja auch drin.

Wie gesagt, mir fehlt die Zeit zum Auskühlen, das sieht bei Euch vegan besser aus, wenn Ihr Zeit mitbringt. Die Quarkversion ist sowieso ein Traum.

Wer nicht mit irgendwelchen Dogmen verheiratet ist, macht mit Quark und Ei immer den besseren Kuchen, aber vegan zu leben ist nicht das Ende und wenn man trotzdem mal so einen schönen Kuchen essen möchte, dann ist das so ebenfalls machbar. Selbst Menschen die sonst auch zum Kaffee ein halbes Schwein verdrücken, überstehen das einen Nachmittag lang, ohne dass deswegen deren persönliches Abendland als Trümmerlandschaft endet.

Meine veganen Nachbarn haben sich darüber sehr gefreut und alle anderen nehmen eben Quark und Ei.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

2 Kommentare

  • Eva

    Beide Versionen hören sich lecker an…
    Ich bin weder Vegetarier noch Veganer, finde aber gut, dass vermerkt wird, ob etwas vegan/vegetarisch oder sonst was ist. Schadet ja nicht…
    Und man kann sich ja das passendste für einen selber aussuchen😉

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