Poularde Charlemagne – Huhn in Biersoße

Mal ehrlich Freund*innen, dieses Gericht will man doch schon essen, wenn man nur den Namen gelesen hat, oder? Ich habe Poularde Charlemagne im Titel gelesen und war spontan begeistert. Das ist ein belgisches Rezept aus dem Internationalen Kochbuch von 1975 und Charlemagne ist der französische Name für Karl den Großen, das wusste ich noch aus dem Französisch Leistungskurs. So doof wie Französisch manchmal für fremde Ohren klingt, finde ich dass dieses Wortspiel, dass aus Karl dem Großen, Karl den Deutschen macht, einfach sehr pfiffig. Eigentlich ist es auch gar kein Wortspiel, sondern auf Französisch heißt es in der Tat Karl der Große, wenn man Magne aus dem Lateinischen ableitet, wusste mein Westerhase. So sei es. Nachdem die belgische Küche auch eine echte Hochküche nach europäischen Maßstäben ist, sind meine Erwartungen an so ein Gericht so hoch, wie die Vorfreude auf ein gutes Stück Huhn, mit Liebe geschmort.

Zutaten für 4-6 Personen:

2 Hähnchen à 1200 Gramm
1 Flasche Bier 500 Milliliter
500 Milliliter Hühnerbrühe (anklicken)
Salz
Pfeffer
Lorbeerblätter
Thymian
1 Gemüsezwiebel
3 Möhren
5 Tomaten
30 Gramm Butter
1 Esslöffel Speisestärke in Wasser aufgelöst

Die Hühner werden erst halbiert

Danach geviertelt

Die Keulen halbiert, zwischen Ober- und Unterkeule

Die Flügel werden auch noch abgetrennt.

Mit grobem Meersalz und Chiliflocken, oder schwarzem Pfeffer einreiben.

Eine große Gemüsezwiebel abziehen und drei Möhren schälen.

Zwiebel zerkleinern.

Die Möhren in Stücke schneiden.

Butter in meiner Pfanne erhitzen. Das ist die 32 cm Hochrandpfanne von DiePfanne.com, zum Zeitpunkt meines Rezeptes dort gerade vergriffen.

Die Hühnerteile passen in die 32 cm Pfanne perfekt hinein, um sie in einem Rutsch anzubraten. Herd läuft auf Vollgas.

Fleisch nach 10 Minuten umdrehen.

Während die andere Seite 10 Minuten anbrät, lege ich schon mal das Gemüse drauf.

Zwiebeln und Möhren und Thymian.

Lorbeerblätter

Nach 8 Minuten das Gemüse unter das Fleisch mischen, damit es auch anbrät. Das kann es die nächsten 10 Minuten machen.

Tomaten über Kreuz einschneiden

Wasser zum Kochen bringen

Kochendes Wasser in ein Behältnis gießen, in dem die Tomaten gestapelt sind.

Je nach Härte der Schale ein bis zwei Minuten stehen lassen, damit sich die Schale löst.

Fleisch sieht jetzt so aus.

Tomaten rausholen.

Anschließend die Haut mit Daumen und Zeigefinger abziehen

Das geht einfach. Danach stellen wir die Tomaten zur Seite.

Gemüse und Fleisch sollen noch mehr Farbe bekommen haben.

Nun kommt die Hühnerbrühe hinzu.

Natürlich selbst gemacht.

Und nun noch das Bier.

Sorte egal, Hauptsache Bier

Deckel auf die Pfanne legen und auf die kleinste Platte mit kleinster Temperatur stellen.

Entweder 45 Minuten, oder eine Stunde, oder holt noch ein Kind vom Bahnhof ab und seit 2 Stunden weg. Alles kann nix muss, aber eine Stunde wäre ganz gut.

Die ist jetzt rum und nun geht es auf die Zielgerade

Fleisch aus der Pfanne holen und den Ofen auf 80 Grad einstellen.

Fleisch im Bräter zwischenlagern und in den Ofen stellen.

Die Pfanne mit der Soße zum Aufkochen bringen

Speisestärke, bei mir Kartoffelstärke in Wasser auflösen

Die Soße dickt spontan an. Wem das nicht reich, der nimmt mehr Stärke.

Die abgezogenen Tomaten zerkleinern.

Tomaten in die Pfanne geben, aber nicht mehr kochen, die sollen nur noch kurz warm ziehen

Alles verrühren

Petersilie für die Frische und dann das Huhn aus dem Bräter wieder in die Soße legen und vermischen.

Hier ist das Resultat. Sauzartes Huhn namens Poularde Charlemagne mit Lütticher Kartoffeln.

Meine Margarete hat ausgerufen, dass sie unbedingt nach Belgien fahren möchte, weil da das Essen so lecker ist und weil Lukaku dort herkommt (Fußball). Hier ist ja oft Ärger am Tisch, aber das haben alle gegessen, inklusive meine Ehefrau, die ja auch nicht leicht zu haben ist.

Die Soße schmeckt toll, das Fleisch ist zart, mit den Lütticher Kartoffeln ist es ein fleischgewordener Hausmannskosttraum. Davon suche ich Euch noch mehr raus, versprochen.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

6 Kommentare

  • Anne

    Bier und Tomaten in einer Sauce zusammen hatte ich bis jetzt auch noch net ausprobiert, mach ich jetzt mal. So Ofengerichte sind echt toll, wenn jeder zu einer anderen Zeit heimkommt und sich dann was aus der Pfanne angeln kann.

    • ja genau, du musst nur immer auf die kerntemperatur achten und dass du das fleisch dort langsam hin bringst. bier und tomaten würde mir nur in italien auffallen, im rest der welt nicht.

  • Marie

    Hallo Jörg,
    Heute gab es zum allerersten Mal Hähnchen mit eingelegten Zitronen( Rezept von hier) und Gemüse und das Warten auf die Zitronen hat sich wirklich gelohnt!
    Mit Bier habe ich aber noch nie gekocht und auch noch nie Biersauce gegessen, weil ich es nicht mag. Schmeckt das noch raus oder verbindet es sich wie bei mitgekochtem Wein zu einem “runden” Aroma?

    LG: Marie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.