Rostbrätel

Herzlich Willkommen zu einem meiner Lieblingsgerichte und meinem bestem Rostbrätelrezept, denn das hatte eine Woche Zeit in der Marinade zu liegen. Wie immer eine gute Gelegenheit für alle, die meinen es besser zu wissen, mit ihrem “Fachwissen” zu glänzen und Kommentare zwischen “da gehört aber Dunkelbier dazu, wieso sind die Zwiebeln nicht kross gebraten abzulassen, oder mir Ihre Beschränktheit bei der Senfauswahl zu dokumentieren, weil sie nur Born, oder Bautzener Senf kennen und ausgerechnet dabei in ihrem gottlosen Landstrich anfangen, beim Senf religiösen Eifer zu entwickeln. Wie immer, wenn man ein vermeintliches DDR Rezept (Thüringen) postet und selbst aus dem Westen kommt. Rostbrätel ist älter als die DDR und es steht nirgendwo verbrieft in einer IHK, wie man das zu machen hat, also verschont mich mit Schlaubergereien alle Art. Genießt das Rezept, oder haltet die Finger still. Mir reicht schon das Geschwätz, nachdem ich nur das Foto bei Facebook dazu gepostet hatte.

Zutaten:

1,5 Kilo Schweinenacken
500 Milliliter Bier, tendenziell dunkel, oder eben nicht
3 Esslöffel Senf (anklicken)
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Chiliflocken, oder Pfeffer
2-3 Esslöffel Majoran
1 Gemüsezwiebel für die Marinade
8 Wacholderbeeren
3 Lorbeerblätter
100 Milliliter Rapsöl
1 extra Zwiebel zum Servieren

Röstkartoffeln:

1 Kilo Kartoffeln
‘Rapsöl
1 Zwiebel
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Pfeffer

Gurkensalat (anklicken)

Fleisch in dünne Scheiben gegen die Fleischfaser schneiden. Ich habe das aus dem Fleischertresen beim Mix Markt Marzahn.

Man könnte es jetzt noch flach klopfen, aber bei einer Woche Zeit in der Marinade braucht man das nicht. Wen der Hunger schneller packt, der lässt das mindestens einen Tag marinieren. Die Woche ergab sich, weil die beiden größeren Töchter bei der Oma in Bayern waren und ich mit den verbliebenen Familienmitgliedern und dem Gericht nichts geworden wäre. Zwei zusätzliche fleischfressende Pflanzen am Tisch, machen das auch für die anderen drei Wackelkandidaten attraktiver.

Generell ist aber längeres Einlegen immer besser und manifestiert sich im Resultat.

Selbst gemachter Senf (anklicken)

Der ist mild, also man muss nicht sparsam sein

Salz

Chiliflocken

Majoran

Ich hatte noch tschechisches Bier, weil ich in der ölknappen Zeit zwischen Februar und Juli sogar in Tschechien für Mehl und Öl war. Das Bier ist lecker, aber eben nicht dunkel, wie man es normal zum Einlegen der Rostbrätel nimmt. Das weiß hinterher niemand und deswegen ist es total egal, weil ooch geene Saue sagt, nu dor wor gor geen dungles bior an dän Brädeln”

Alles verkneten

Bier

Da geht es ja immer erstmal darum, um zu schauen, ob auch alles in die Form passt, die man sich für die Lagerung ausgeschaut hat.

Da passt nur noch eine Gemüsezwiebel rein.

Zwiebel in Ringe schneiden

Zwiebelringe in die Lagerform packen

Wacholderbeeren

Lorbeerblätter

100 Milliliter Rapsöl

Deckel drauf, ab in den Kühlschrank und tschüss bis demnächst. Wie gesagt, alles ab einem Tag ist o.k

Heute soll es die Rostbrätel geben. Als Beilage mache ich Röstkartoffeln.

Kartoffeln schälen

Kartoffeln in Scheiben schneiden.

Die Kartoffeln dauern roh 20 Minuten, bis sie gar und kross sind.

Rapsöl in der Pfanne erhitzen

Zwiebel abziehen

Zwiebel zerkleinern

Erste Pfanne Röstkartoffeln ist auf dem Herd. Ich musste das Gericht aufteilen, weil meine kleinen Kinder schon Hunger hatten, aber meine Frau noch bei der Arbeit war und meine beiden älteren Töchter auf dem Weg von Bayern nach Berlin im Zug saßen. Aber für das Rezept und um es hier zu zeigen, ist das egal.

Das Fleisch ist richtig gut mariniert. Da ist die Marinade richtig durchgegangen. .

Kartoffeln werden auf mittlerer Hitze gegart, noch nicht gewürzt. Alle 5 Minuten wenden.

Wenn die Kartoffeln zehn Minuten in der Pfanne sind, braten wir die Rostbrätel an. Die heißen ja eigentlich Rostbrätel, weil sie vom Rost, also vom Grill kommen. Habe ich hier aber nicht und im Restaurant, kommen sie auch in Thüringen aus der Pfanne. Rapsöl knallheiß erhitzen

Fleisch 4 Minuten pro Seite anbraten

Die Röstkartoffeln werden auch immer brauner.

Fleisch umdrehen

Das fertig gebratene Fleisch kommt bei 80 Grad in den Ofen und kann dort noch ein bisschen gehen

Noch eine zweite Zwiebel schneiden. Die passte beim Marinieren nicht mehr in die Form, aber ich mag gerne Zwiebeln und deswegen lieber ein bisschen mehr davon. Die Zwiebel liegt in der Marinade.

Ein paar Zwiebeln habe ich auch noch zu den Röstkartoffeln gegeben.

Petersilie für die Frische hacken

Fleisch ist fertig gebraten und wartet bei 80 Grad im Ofen. Dort wird es mit jeder Minute noch besser und zarter.

Zwiebeln aus der Marinade holen und in der Pfanne braten, in der vorher das Fleisch war.

Wenn die Bratkartoffeln gut sind, könnt Ihr die auch bei 80 Grad in den Ofen stellen.

Kartoffeln erst vor dem Servieren salzen und pfeffern.

Petersilie

Schmecken super

Zwiebeln haben Farbe bekommen

Marinade in die Pfanne gießen

Kurz aufkochen. Das nennt sich Bierzwiebeln und die Zwiebeln müssen mitnichten kross sein, damit sie richtig sind.

Salz und Pfeffer zum Abschmecken.

Soße dickt von alleine an. Petersilie vor dem Servieren einstreuen

Leckeres Rostbrätel mit Röstkartoffeln

Zwiebeln darauf verteilen

Ich liebe diesen komplett durchgezogenen Geschmack, die Würze von Senf und Bier und Gewürzen und dieses total zarte Fleisch. Das sehen sogar Elisabeth (6) und Friedrich (8) so und nehmen beide noch etwas nach.

Dazu gibt es einen Gurkensalat, ich empfehle einen mit saurer Sahne, Joghurt, oder so. Sucht Euch den besten Gurkensalat aus.

Aber das Fleisch ist echt der Kracher. Machen wir hier viel zu selten.

Meine ausgehungerten Töchter haben das auch noch gegessen, nachdem ich sie vom Bahnhof geholt hatte. Das ist echtes Wohlfühlessen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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8 Kommentare

  • Bernd M

    Man gut das ichmir gerade,des Hungers wegen, ne Portion Pommes in der Actifry gemacht habe. Sonst wäre ich jetzt Amok gelaufen.
    Respekt Jörg, das sieht sehr sehr sehr sehr geil und lecker aus. Werde ich GARANTIERT nachmachen. Und da werde ich kein esser sondern ein Fresser sein.

    • wohl bekommts. das ist tatsächlich eines meiner liebslingsgerichte. ich habe auch schon wieder hunger, weil ich das rezept vorhin vor dem joggen geschrieben habe.

  • Sascha Wüstemann

    Das ist so ganz meins! In allen Variationen. Herrlich!

  • Florian

    Deine Bloggerei in allen Ehren und ich bin auch seit dem Anfang ein begeisterter und ambitionierter Mitleser, habe unzähliges ausprobiert, abgespeichert und adaptiere auch regelmäßig, wenn es sich anbietet oder der Zweck es einfach erfordert…Ich habe dir auch schon den ein oder anderen kritisch hinterfragenden Kommentar hinterlassen und dabei im Regelfall auch eine klare Position als Antwort bekommen…

    In den letzten Einträgen finde ich deine Einleitungen, die objektiv betrachtet ja auch immer an “Neu-Leser” gleichermaßen gerichtet sind, ehrlich gesagt ein gutes Stück überzogen…Das kann – gerade hier – suggerieren, dass die Leute entweder mitlesen und applaudieren oder die Fresse halten sollen…Und die Vergleiche finde ich auch manchmal suboptimal…Du hebst dich damit wahrscheinlich unbewusst auf ein “höheres Level”, das wäre eigentlich schade…Gerade in Anbetracht deiner Arbeit, die du dir hier für die mitlesende Gemeinschaft machst, hättest du das eigentlich nicht nötig…

    Es ist völlig OK, mit entsprechender verbaler Finesse eine Meinung zu vertreten oder sich satirisch über vorurteilsbehaftete Gruppen der Gesellschaft mal auszulassen, aber manchmal schießt es echt übers Ziel hinaus…Ich komme hier auf die “minderjährigen Mütter ohne Hauptschulabschluss” oder die “Pakistani, die wie Italiener tun”…Bedenke dabei vielleicht auch, dass dir das Leben auch anders hätte mitspielen können…Der Pakistani an der Teigmaschine hat sich mit Sicherheit nicht immer ausgesucht, dass er das macht, was er macht…

    Und ich denke, es ist nichts Neues, dass wenn man etwas bei FB postet, entsprechende Kommentare nicht lange auf sich warten lassen…Wenn du dir die Arbeit machst, dich darüber aufzuregen, kann ich dir nur nahelegen, den Account dort zu schließen…

    Beim Rezept an sich halte ich mich raus, da ich das schon mehrfach in unzähligen Varianten gelesen und gekocht habe…Geschmorte, gebratene, geröstet Zwiebeln, egal ob weiß oder rot, egal ob helles oder dunkles Bier…Unterm Strich ist es wichtig, dass es schmeckt. Da ich nicht so ganz ohne Kommentar gehen will, ich würde die Kartoffeln etwas dünner schneiden, gehe aber voll damit konform, dass es mit rohen Kartoffeln bedeutend besser funktioniert als mit gekochten, ausgekühlten…Aber auch das mag wieder sujektiv sein…

    • Hallo Florian, Du bist nicht bei Facebook, oder? Als ich das Rostbrätel dort gezeigt habe, ging gleich die Post ab wegen Pfanne statt Grill, welcher Senf, welches Bier bla bla bla. Ich habe einfach keinen Bock mehr auf
      so neunmalkluges Gequatsche für Pillepalle. Vorgestern hatte ich nur lauter Shakshukaexperten vor den Endgeräten und gestern war mein Ei zwar die richtige Zeit im Topf, aber trotzdem zwei Minuten zu fest. Ich mache das nicht,
      um mich über Kaisers Bart zu unterhalten und auch nicht, damit mir jemand mein Rezept erklärt. Das ist alles. Welche Italiener verkaufen Dir in Deutschland noch Pizza? Das sind doch meistens Araber, oder Inder, oder Pakistanis, oder Tamilen. Wer Pizza verkauft tut für mich wie ein Italiener. Das ist nichts verwerfliches, so lange die Pizza mit Liebe gemacht ist und wie in Italien schmeckt. Meine Pizzen waren ja zu dick, zu dünn, zu klein, zur gerollt, zu gezupft, falsch belegt und zu lange, oder zu kurz gebacken. Auf jeden Fall nie richtig. Ich vermisse da ein bisschen Respekt für die Zeit, die Arbeit und die Umsetzung und mir ist diese Erbsenzählerei zu viel. Minderjährige Mütter ohne Hauptschulabschluss, sind ein Sinnbild für abgehängt sein, bei allem, außer beim Ficken und Kinderkriegen. Das sollte eigentlich nicht passieren, damit man sich erstmal sein Rüstzeug für das Leben holt und vor allem selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann und das nicht immer in die Hände der Allgemeinheit legt. Das ist für mich nichts Erstrebenswertes und so gehen sie meistens auch mit dem Rest um, wenn man solche Damen mal irgendwo liest. Da sollen immer die Anderen und sie selbst sind ja nicht so blöd irgendwas selbst zu machen. Mag ich nicht.

  • Florian

    Hallo Jörg, nein, ich habe FB seit Ende 2019 abgeschworen, da man zu viel liest, über das man sich aufregen könnte und das kostet Zeit, Nerven und Energie, die ich anderweitig deutlich sinnvoller investieren kann…Daher kann ich dir dort auch nicht folgen und mich den Kommentaren bedienen, die dort abgelassen werden…Deine Schilderung zeugt aber offenbar davon, dass sich seither nicht wirklich viel geändert hat…

    Zunächst mal Danke für deine außerordentlich sachliche Antwort, das zeugt davon, dass du das nicht als “Schlag mit dem Hammer” siehst, das freut mich, denn so war es nicht vorgesehen…

    Dass die Lieferdienste in vermutlich mindestens 8 von 10 Fällen (ich vermute, du beziehst dich genau darauf) durchaus nicht mehr von Menschen italienischer Nationalität sondern eben von den angesprochenen Kulturkreisen “zubereitet” werden, ist hier im südlichen Bayern wahrscheinlich identisch zu deinen Breitengraden 😀

    Dem tue ich aber auch gar nichts ab, wer sich damit zufrieden gibt, der soll es haben…Ich gönne jedem Seines…Dass das mit dem Geschmack einer Pizza in Italien nichts zu tun haben kann, liegt in der Natur der Sache…Der “originale” Pizza-Italiener, der nun mal in Neapel beheimatet ist, kennt nur Margherita und Marinara. Jedwede anderweitigen Variationen sind Entwicklungen, die auf Grund der verschiedenen Wünsche und kultureller Einflüsse entstanden sind…(Pizza Salami sag ich da nur) Die neaopolitanischen Pizzaiolo würden dich wahrscheinlich nicht wie die Lieferdienst-“Köche” steinigen, bekämen aber in Anbetracht der Zubereitungsarten und Zutaten ebenso wahrscheinlich gehörigen Brechreiz…Ich finds trotzdem gut, dass sich jemand damit auseinandersetzt und der Allgemeinheit zeigt, dass es auch anders geht als mit den einschlägigen Tütenprodukten oder “Beutel-auf-und-Erwärmen”-Delikatessen…Das ist aber immer das marktwirtschaftliche Prinzip vom Angebot, dass sich nunmal an der Nachfrage orientiert…Wer es kauft, ist halt selber Schuld…

    Wie ich vor einiger Zeit schon mal geschrieben hatte, fände ich es trotzdem gut, wenn du manchen Dosen- oder “Convenience”-Produkten (ich erinnere mich an die Kidney-Bohnen-“Diskussion”) auch ihre Daseinsberechtigung geben würdest, da diese Dinge nicht immer schlechter als frische Produkte sind…Ich oute mich zum Beispiel als absoluter Dosentomaten-Verwender, da ich bei entsprechender Qualität diese immer dem frischen Gewächshaus-Dreck aus den Niederlanden vorziehen würde…Das ist wie alles andere subjektives Empfinden und das soll auch jeder so handhaben wie er das will…Solange man andere dafür nicht verbal vergewaltigt, ist alles gut…

    • bei tomaten habe ich z.b die erfahrung gemacht, dass sie frisch immer besser schmecken, wenn man ihnen zeit gibt, auch im winter. muss aber auch jeder selbst für sich entscheiden.

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