Szegediner Gulasch mit selbst gemachtem Sauerkraut

Szegediner Gulasch ist ein Klassiker aus dem Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich. Im Westen der Republik kannte man das auch, aber in den letzten 80 Jahren war die Verbreitung eher auf den östlichen Teil Deutschlands beschränkt. Ich mutmaße nur darüber, aber ich glaube es liegt daran, dass Szegediner Gulasch mit Schweinefleisch gemacht wird und im Westen eher Rindergulasch bevorzugt wird. Das Fleisch wird mit Sauerkraut zusammen geschmort und ich habe auch schon gesehen, dass die Kartoffeln gleichzeitig mit dem Gulasch im Topf gegart werden. Das ist in sofern sinnvoll, weil die Kartoffeln mehr Geschmack bekommen, aber die ziehen auch gleichzeitig den Geschmack aus dem Gulasch. Deswegen bin ich davon kein großer Freund.

Zutaten:

1,7 Kilo Schweinegulasch
50 Gramm Schmalz
1 Kilo Sauerkraut
500 Gramm Zwiebeln
Salz
Chiliflocken
2 Esslöffel Mehl
3 Esslöffel Paprika edelsüß
1,2 Liter Gemüsebrühe (anklicken)
2 Knoblauchzehen
gehackte Petersilie

Beilage

1,2 Kilo Kartoffeln festkochend
50 Gramm Butter
1 Esslöffel Salz ins Kochwasser
Petersilie gehackt.

Schmalz auslassen

Fleisch anbraten

Herd läuft Vollgas auf der größten Herdplatte

Die austretende Flüssigkeit soll wegbraten und das Fleisch soll Farbe bekommen.

1 Gemüsezwiebel häuten

Zwiebel zerkleinern

Zwei Esslöffel Mehl

Das bindet am Ende die Soße hilft jetzt beim Anrösten

Zwiebel in die Pfanne geben

Alles vermischen

Paprika edelsü´ß

Zwei Knoblauchzehen pressen

Hier sind die Knoblauchzehen schon in der Pfanne.

Das ist mein selbst fermentiertes Sauerkraut.

Davon gebe ich ein Kilo in die Pfanne.

Selbst gemachte Brühe

Wenn der Pfanneninhalt erst einmal wieder aufgekocht ist, kann man erkennen, wie die Flüssigkeit anzieht, so weit sind wir aber noch nicht, nachdem wir hier so viele kalte Zutaten zugefügt haben.

Salz

Chiliflocken, oder Pfeffer

Wenn der Pfanneninhalt kurz sprudelt, ist er wieder heiß. Dann zieht die Pfanne auf die kleinste Herdplatte, bei kleiner Flamme um.

Wichtig, immer Deckel auf die Pfanne legen

Als Beilage mache ich Salzkartoffeln

Kartoffeln schälen

Mit Wasser bedecken und einen Esslöffel Salz in den Topf streuen.

Wenn das Szegediner zwei Stunden mit Deckel geschmort hat, lassen wir den Deckel ab und reduzieren die Flüssigkeit noch, während die Kartoffeln kochen

Kartoffeln kalt aufsetzen und dann 18 Minuten kochen, wenn das Wasser kocht.

Petersilie hacken

Anschließend die Kartoffeln abgießen

Butter zu den Kartoffeln geben

Gehackte Petersilie

Deckel auf den Topf legen, bis die Butter geschmolzen ist.

Dann kann serviert werden. Die Fleisch ist sehr zart, in der Soße steckt jede Menge Geschmack. Das frische Sauerkraut und die Gewürze haben ganze Arbeit geleistet.

Das ist ein ganz feines und bodenständiges Gericht. Meine Familie kann es leider nicht essen, weil es zu viel Fleisch ist, weil es mit Sauerkraut ist, weil es Samstag ist, weil man ja nicht weiß ob es schmeckt, wenn man es probieren würde. Ich lade innerlich durch und lagere es für meinen Nachbarn Enrico im Kühlschrank, weil er beruflich ein paar Tage nicht in Berlin war.

Dem hat es geschmeckt und der lacht mich immer nur aus, wenn ich ihm von den Reaktionen meiner Esser, bzw. Nahrungsverweigerer am Tisch erzähle. Wie doof kann man sein, sowas nicht zu probieren und wer bekommt schon selbst gemachtes Sauerkraut auf den Teller? Eben!

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Print Friendly, PDF & Email

4 Kommentare

  • Bärchen

    Unbedingt Schweinefleisch, das muss ich ja wissen! Rindfleisch ist eine perverse Idee.
    Welches Stück Fleisch nimmst du?
    Sauerkraut mach ich aber nun doch nicht selbst, das Fermentieren ist eine Mordsprozedur und dann der Geruch! Da braucht man schon ein Extra-Gartenhäuschen. In türkischen Geschäften kannst du einen Sauerkrautkopf aus Bosnien kaufen (so einen etwas abgeflachten) und kleinschneiden.
    Sonst super dein Gulasch, es gehört noch unbedingt Schmand hinein, aber ich Ketzerin mache es auch ohne.
    Am Anfang noch etwas Schinkenspeck, eigentlich ein MUSS, nehme ich aber auch nicht!
    Kümmel ist unabdingbar, da bin ich nicht liberal, wie ich auf den Fotos sehe, gibt es bei dir Kümmel.
    Dazu nehmen wir Baguette, zum Titschen. Dein Bamix-Brot müsste auch passen.
    LG

    • Hallo Asja,
      das ist überhaupt kein Akt mit dem Sauerkraut, wenn man es denn mal endlich gemacht hat. Danach ist es keinen Gedanken mehr Wert und der Geschmack sagt Dir, dass es richtig war. Probiere mal aus, wird Dir gefallen. Das riecht nicht wenn der Eimer geschlossen ist und ich habe den nach einem Versuch im Wohnzimmer hinterher immer nur auf fensterbank außen geöffnet. Sarma kenne ich von den Rumänen, das macht der ganze Balkan und angrenzende Länder im Südosten. Kümmel finde ich auch wichtig. Wenn das kritisch werden könnte, mahle ich ihn aber lieber. Im Moment ist der hier aber akzeptiert.
      Ich habe Schweinegulasch genommen, das war aus der Keule geschnitten. ich würde beim nächsten Mal aber Nacken nehmen.

  • Bärchen

    Hallo Jörg,
    Sauerkraut selbst zu fabrizieren ist mir mir einfach zu viel, aber Szekely Gulasch mache ich mal wieder, danke für die Idee. Am besten ist Schulter, aber das kriegt man praktisch nur beim Metzger auf Bestellung, deshalb nehme ich Nacken, wobei mein Mann sich beschwert, dass ich alles Fett angeblich wegschneide. Das stimmt nicht, ich schneide nur das allergröbste weg, es bleibt noch genug. Das Fleisch ist auf jeden Fall zarter und saftiger als Keule, das ist schon zu edel.
    Sarma mache ich zu Silvester, das ist schon was Leckeres. Da kommt aber kein Kümmel rein.
    Ich überlege, mir deinen Wok zuzulegen, bin nur nicht sicher, ob Wok grundsätzlich für Elektro geeignet ist, für Gas ist er sicher gut.

    • ja, wok ist das beste gerät. auch für sachen die am anfang viel volumen haben und dann zusammenfallen. spinat fällt mir spontan ein. bei mir lagen zwischen der idee sauerkraut zu machen und es dann auch zu tun fünf jahre. lasse es auf dich zukommen. das macht auf jeden fall glücklich, versprochen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.