Ketchup im Handumdrehen
Gerade regen sie sich wieder auf, dass Aldi die Rezeptur beim Ketchup zu Aldis Gunsten, aber zu Lasten des Geschmacks geändert hat. Das ist meckern auf einem ganz niedrigen Niveau, weil Industrieketchup bis auf einen Tomatenmarkanteil nur aus Verdickern, Konservierungsstoffen und verschiedenen Zuckersorten besteht. Ketchup ist Konditionierung. Das ist eine etablierte Begleitung zu vielen Gerichten und den Geschmack lernen Kinder bereits im Kleinkindalter. Deswegen ist es häufig gar nicht einfach in diese Phalanx aus Gewohnheiten einzudringen und den richtigen Geschmack zu präsentieren, ohne auf Widerstand zu stoßen, weil die Probanden etwas anderes erwarten, ohne Ecken und Kanten und auch nicht themenbezogen, sondern one size fits all. Dabei ist Ketchup ein so dankbares Betätigungsfeld, mit dem man viele Geschichten erzählen. Hier in drei Minuten erledigt, somit auf jeden Fall schneller erledigt, als wenn man sich über die geänderte Rezeptur beim Aldi Ketchup aufregen würde.

Zutaten:
100 Milliliter Tomatenmark dreifach konzentriert
50 Milliliter Ahornsirup
30 Milliliter Essig
1 Teelöffel grobes Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
Wasser 100-120 Milliliter Wasser

Tomatenmark und Ahornsirup

Weinessig

Grobes Salz

Chiliflocken

Wässeriges Wasser

Alles klumpenfrei verrühren und gut vermischen

Das ist erst der Anfang zur Ketchupkunst. Ganz gerade und einfach und total lecker, wenn man sonst nur diese Verdickerkunstwerke mit sieben Sorten Zucker kennt. Von hier kann man auch wachsen, nach Saison, wenn man weiß was man damit begleiten möchte. Würzung und woher die Süße kommt, sind nicht in Stein gemeißelt. Das kann je nach Erntesaison und Jahreszeit auch eine Frucht, eine Marmelade, oder Zimt im Winter, oder Zitrone in der warmen Jahreszeit sein.

Drei Soßen in zehn Minuten. Das glaubt man erst, wenn man es selbst mal gemacht hat.

Mit so einem Ketchup schmeckt jedes Gericht viel frischer, als wenn Fertigketchup benutzt. Einfach ausprobieren

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Ich mache mein Ketchup auch immer selbst. Meist aus passierten Tomaten oder Polpa. Wenn man das dann in der Glasflasche einige Tage stehen lässt und naturtrüben Apfelessig dazu gibt, fermentiert es und der Zucker wird weniger, was dem Geschmack aber überhaupt nicht schadet.
Oha, das ist mal ein Tipp. Vielen Dank