Naan Brot für indische Küche

Naan heißt Brot, also heißt Naan Brot so viel wie Brot Brot und es dient nur dazu, damit alle Leute wissen, dass es um Brot geht. Naan ist der indische Begriff und in allen Ländern drumherum, nennt sich das Brot dann Nan, oder Nant, oder Nan mit Länderzusatz. Gut dass wir das schon gleich vorab geklärt haben und es nun keiner mehr reinrufen muss. Dieses Rezept habe ich mir beim Besten gesucht, weil ich bislang die indische Küche weiträumig umfahren habe, da mir diese Ansammlung von Kurkuma, Koriander und Kreuzkümmel immer Assoziationen von Altöl und Terpentin gegeben hat. Nachdem ich nun aber ständig mit genau diesen Gewürzen arbeite, sei es für türkische, orientalische, oder mexikanische Gerichte, war es nur ein kurzer Schritt auszuprobieren, ob ich mittlerweile auch indisch essen kann, ohne Längsfalten auf meiner Stirn zu bekommen. Meine Frau nennt das immer mein Tibetgesicht, weil sie das zum ersten Mal bei mir gesehen hat, dass ich diese Längsfalten bekomme, wenn mir irgendwas überhaupt passt. Das war im Restaurant Tibet in Hamburg und wir waren dort essen, mit genau der erwähnten Geschmackskombination aus Koriander, Kreuzkümmel und Kurkuma. Das führt auch achtzehn Jahre später immer noch zu Fragen, wieso ich gerade so viele Tibets auf der Stirn habe. Meine Kinder können das übrigens auch, Tibet machen. Ach so, der Grund warum ich dieses Brot gebacken habe, war das meine Frau gesagt hat, dass sie gerne mal wieder Butter Chicken essen würde.

Zutaten für 8 Naan (Brote): 

500 Gramm Mehl
150 Gramm griechischen Joghurt
150 Milliliter Milch
1 Ei
1 Teelöffel Zucker
1 Tüte Trockenhefe
1 Tüte Backpulver
1 Teelöffel Salz
60 Milliliter Öl zum Einölen der Teigkugel
Öl für die Pfanne beim Backen: 

Knoblauchöl: 

1 Knoblauchknolle
3 Esslöffel Petersilie
Peperoni nach Geschmack
150 Milliliter Rapsöl

Milch abmessen und in einem Topf lauwam anwärmen. Auf jeden Fall unter 40 Grad bleiben, sonst tötet Ihr die Hefe

Zucker

Backpulver und Hefe

Zehn Minuten stehenlassen

In der Zeit Mehl abwiegen und eine Rührschüssel geben

Hefe und Backpulver sind in der Milch quasi explodiert

Milch zum Mehl kippen, ich habe extra eine Kuhle hineingedrückt

Ich lasse die Milchmischung noch 5 Minuten mit dem Mehl reagieren

Ein Ei aufschlagen und in die Schale geben

Joghurt und Salz

Teig zehn Minuten kneten

Nach zehn Minuten ist der Teig glatt

Zu einer Kugel formen und von außen einölen. 

Teig mindestens eine Stunde, gerne auch zwei Stunden gehenlassen. Die Teigmenge soll sich mindestens verdoppelt haben. 

Wenn der Teig gut aufgegangen ist, teilt man sich den Teig in acht Stücke auf, oder wiegt die Teigmenge ab 

Ich wiege den Teg ab

Durch das Einölen klebt der Teig nicht und ich kann den ohne Trennmittel auf dem Brett circa 5 mm dick ausrollen

Inder geizen nicht mit Knoblauch und das Naan (Brot) wird häufig mit einem würzigen Öl beim Servieren bestrichen. Da führen viele Wege nach Mumbai und ich mache ein einfaches Knoblauchöl 

Eine Knoblauchzehe

Ich lege mein stumpfes Beil auf die Knoblauchzehen und haue von oben mit dem Handballen drauf. 

Dann fallen die Knoblauchzehen schon fast aus der Schale

Knoblauch hacken

Petersilie hacken

Peperoni hacken

Knoblauch in eine Schale geben

Peperoni und Petersilie

Mit Öl auffüllen

Jetzt backen wir die Naan (Brote)

Ein oder zwei Pfannen mit Öl ausstreichen und bei Vollgas erhitzen. 

Teigfladen in die heiße Pfanne legen

Wenden wenn der Teig Blasen schlägt. Das dauert zwischen einer Minute und 90 Sekunden 

Dann wenden und die Rückseite eine Minute weiter in der Pfanne backen

So wird dann ein Brot nach dem anderen gebacken

Wer mag kann sich von dem Knoblauchöl auf das Naan (Brot) geben

Ich war sowieso baff über meine Kinder erstaunt, wie furchtlos die sich auf das indische Essen gestürzt haben, aber wie immer wenn es Brot gibt, ist das Brot der Star auf dem Tisch. Weil ich mir nicht sicher war, habe ich nur acht Stück gebacken, die hätten mir an dem Abend auch die doppelte Menge aus den Händen gerissen. 

Die Rezepte für Chicken Curry und Butter Chicken, bekommt Ihr auch noch von mir. Darauf könnt Ihr Euch schon freuen. 

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

8 Kommentare

  • Esther

    Das ist prima, das Brot essen wir gerne beim Inder. Da gebe ich mich gerne dran, meinen Mann wird es freuen. Man kann da Brot im Restaurant auch mit Nüssen bestellen. Danach ist man pappsatt.

    Zum Glück verschieben sich Animositäten beim Essen häufig, wenn man deren Eigengeschmack nicht in Reinstform serviert bekommt. Kreuzkümmel roch für mich immer nach Schweiß. Koriander geht frisch nicht, aber in getrockneter Form. Fenchel verbinde ich mit Krankheit, weil meine Oma ihn mir als Tee einflößte, wenn ich als Kind mit Fieber im Bett lag. Das war leider oft, ein Impfschaden hatte mir das Immunsystem ruiniert.

    Anis kann ich bis heute nicht leiden. Eukalyptus auch nicht. Aber man kann sich mit Kombinationen herantasten. Vielleicht mach die Dosis das Gift.

    Über Dein Tibetgesicht mußte ich lachen. Vieles ähnelt sich in den Familien. Meine Mutter hatte eine sehr helle Iris und eine kleine Pupille, wenn ihr der Kragen platzte. Ich nannte das „den Haifischblick“. Mein Mann bekommt eine „Steinfresse“. Ich hätte ein „Killergesicht“ meint er, aber ich sehe mich ja selber nicht.

    An meinem Geburtstag vor 10 Jahren nötigte mich eine Bekannte zu einem Spiel, das ich nicht machen wollte. Sie hielt sich wie ein Mantra dran, ich sagte fünf Mal Nein. Mein Mann sah mich an und schritt schnell ein. Ich war kurz davor, sie rauszuwerfen. Hinterher meinte ich zu ihm: „An meinem gottverdammten Scheißgeburtstag, in meinem eigenen gottverdammten Scheißzuhause werde ich überfahren?“

    Mein leiblicher Vater, dessen beste Leistung ich bin, wollte mich nach drei Jahrzehnten, die wir uns nicht gesehen hatten, erziehen. Er äußerte, ich würde zu viel fluchen. Ich stimmte ihm zu: „Vater, Du hast zum Teufel noch mal Recht, Scheiße, das stimmt total. Ich bin ein Rohdiamant, Du darfst mich schleifen. Vor uns liegt ein supergeiler Prozess. Ich danke Dir.“

    Ziseliert polemische Ironie oder gar schwarzer Sarkasmus geht auch, aber ich identifiziere mich nicht mit hinterfotzigen, moralinsauren Erbsenzählern, die das letzte Wort haben müssen und nebenbei Hingabe ob ihrer Genialität fordern. Da gebe ich lieber den Holzkopf.

    Oder, wie wir in Köln sagen: „Jood, dat De do bes.“ ( Gut, dass Du da bist – ein idiomatischer Ausdruck für: Du bist überflüssig. ) Ein Ticken heftiger: „Isch ben e Engelsche, Do Aaschloch.“

    Alaaf!

    • Die Leute haben Glück, dass ich so ein schlechtes Gedächtnis habe. Schon immer. Das war schon immer mein Weg damit umzugehen, Dinge die mir nicht gefallen haben, oder mich nicht interessieren einfach auszublenden. Die waren dann einfach weg. Bis auf die Tatsache, dass man mich zwangsweise als Linkshänder zum Schreiben mit rechts verdonnert hatte und mir damit mein räumliches Denkvermögen gekillt hat, gibt es nichts zu berichten. Ich hatte letztens eine Demenzdiagnostik und dabei wurde dann auch auf ADHS in einem separatem Test geprüft. Ich habe beides glücklicherweise nicht, aber bin vielseitig desinteressiert, war das Ergebnis der Untersuchung. Ich verbinde mit Koriander (Seife) und Kreuzkümmel (Achselschweiß) die gleichen Assoziationen wie Du.

      • Esther

        „Vielseitig desinteressiert“ was für eine wunderbare Wortschöpfung! Man könnte das aber auch als „fokussiert“ bezeichnen. Bei einem Flow befindet man sich in der Sache und blendet Nebensächlichkeiten aus.
        Tummelt man sich zwischen Protonen und Neutronen, was kümmern einen die Elektronen? Ein Hoch auf die Rabulistik. Nihilisten leben leichter. 😉

        • Das ist schon so. Wenn ich mich auf irgendwas fokussiere, können sie um mich herum das Haus abreissen. Musste ich immer können, weil ich viel telefonieren musste und um micht herum immer irgendwie Zirkus war. Dazu immer noch auf den Rechner schauen.

  • Esther

    Nun mutiger mit Frischhefe, Lars nahm hier Frische, gelang dieses Naan hervorragend. Der Teig fühlte sich etwas sandig an, vielleicht wegen dem Salz. Er ist gut aufgegangen und klebte auch nicht so früchtereich, wie ich es schon erlebte. Das Brot schmeckte uns sehr gut, es war wie beim Inder.
    Das fällt mir ein, ich habe ja noch einen Sari.

    Mein Mann formte den letzten Fladen, backte ihn in der Pfanne ab und schuf damit das schönste Exemplar. Der Schweinepriester. 😉

    Vier Brote liegen unter einem Leinentuch, morgen gibt es Butter Chicken. Jörg, ich freue mich, dass Du Dich an das Indische drangibst. Wir sehen uns hier morgen wieder in alter Frische, bis dann.

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