Chop Suey

Das Leben ist so bunt. In den ersten drei Jahren meines Blogs gab es kaum Rezepte mit Huhn, weil ich zu der Zeit viel bei Metro eingekauft habe und dort gibt es entweder teures Huhn aus Frankreich, oder oder den üblichen Hühnerkzkram von Wiesendoof, was mich auch null animierte mehr Huhn zu verarbeiten. Mein Durchbruch beim Huhn ging einher mit dem Wechsel meiner Einkaufsquelle, von Metro zum Mixmarkt und damit verbunden die einfacheren Fleischstücke und ein Frischetresen bei dem man z.B. unverpacktes Huhn bekommen kann. Wird auch nix mit Goldkante sein, aber ich merke beim Zubereiten, dass es deutlich zarter wird, als das eingeschweißte Zeug aus dem Supermarkt. Viel zarter, viel saftiger, viel mehr Geschmack. Eine zusätzliche Weiterentwicklung ist, dass ich die “asiatische” Küche in den letzten Jahren ziemlich für mich entdeckt habe. Früher war das nicht meine Welt, aber ich habe zu schätzen gelernt, dass man mit dem Wok schnelle, frische Ergebnisse erzielen kann. Das ist für mich in der Woche wichtig.


Zutaten:

800 Gramm Hühnerbrust.
Eiweiß von 2 Eiern
3 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
500 Gramm Paprika
400 Gramm Champignons
Lauchzwiebeln
50 Milliliter helle Sojasoße
50 Milliliter süße Sojasoße
50 Milliliter Reiswein
250 Milliliter Brühe selbst gemacht (anklicken)
1/2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Pfeffer
1 Prise Zucker
2-3 Esslöffel Speisestärke
2 Esslöffel Sesamöl
Erdnussöl zum Braten

Beilage 

Reis
Fleisch erst in Streifen, danach in mundgerechte Stücke schneiden. Ach so ja, weil ich von asiatisch keine Ahnung habe, schaue ich bei solchen Versuchen immer gerne beim Besten nach. Das schadet nie darauf kann man sich 100 % verlassen, dass es klappt und schmeckt. Danke mein Westerhase
Nun wird das Fleisch mariniert
Jeweils 50 Milliliter helle und dunkle (süße) Sojasoße abmessen und zusammen mit den Zutaten die jetzt noch kommen, in die Schüssel zum Fleisch geben.
Reiswein (trockener Sherry geht, aber würde ich nicht machen). Wenn man Reiswein hat, benutzt man den auch.
Salz
1 Esslöffel Speisestärke
Eiweiß aufschlagen.
Eiweiß zum Fleisch geben.
Fleisch marinieren. Je länger desto schöner, aber ich schnippel jetzt erstmal mein Gemüse.
Knoblauch und Zwiebeln abziehen
Beides kleinhacken
Zwiebeln und Knoblauch zur Seite stellen.
Das kommt gleich zum Einsatz, aber erstmal schneiden wir noch das restliche Gemüse.
Bei den Paprika den Deckel abschneiden.
Die Paprika zerlegen.
Das Weiße ausschneiden
Paprika zerkleinern.
Paprika ebenfalls in einer Schüssel zwischenlagern.

Nun müssen wir noch die Champignons vorbereiten.
Bei meiner Sippe ist das mit Pilzen eher schwierig, wer gerade welche mag, oder wegen der Pilze ein ganzes Gericht, gar nicht erst anrührt.  Deswegen bereite ich die Champignons separat zu und gebe die später nur auf besonderen Wunsch auf den Teller.
Champignons vierteln
Hat das schon mal jemand so ordentlich vorbereitet gesehen bei mir? Nun kann es mit der Zubereitung im Wok losgehen.
Mein Wok von diePfanne.com
Erdnussöl erhitzen und dann die Pilze in die Pfanne geben. Herd läuft volle Pulle. Große Platte, volle Pulle
Ich würze noch nicht und bräune leicht und reduziere die Flüssigkeit aus den Pilzen.
Sieht gut aus. Die können aus dem Wok raus und wieder in einer Schüssel warmgestellt werden.
Parallel kümmere ich mich um die Lauchzwiebeln. Am Ende geht bei chinesischer Küche immer alles ganz schnell, wenn der Wok erstmal brennt.
Schnell noch einen Topf mit Reis aufsetzen
Lauchzwiebeln abziehen und zerkleinern. Den weißen Teil getrennt vom Grünen aufbewahren.
Wieder Erdnussöl erhitzen.
Zwiebeln und Knoblauch in den Wok geben.
Das Gemüse soll glasig werden.
Nun das Weiße von der Lauchzwiebel in die Pfanne geben.Paprika ebenfalls in den Wok geben.
Zwei Minuten schwenken, volle Pulle
Raus aus dem Wok und zwischenlagern.
Jetzt kommt das Fleisch
Wenn es 400 Gramm wären, wäre es einfach. Dann würde man einfach nach zwei Minuten einmal wenden und alle wäre gut. Ich hatte aber 800  Gramm und wollte nicht in zwei Etappen anbraten (was zu empfehlen wäre, wenn Ihr die 5 Minuten extra hättet)
So geht es nämlich auch nicht schneller, aber Ihr habt nicht so schöne schnelle Röstaromen, als wenn Ihr nur kleine Mengen anbraten würdet.
Wenn die 800 Gramm Fleisch im Wok angebraten werden liegt Ihr bei 7 oder 8 Minuten, dann ist es medium zart.
Nun wieder das komplette Gemüse zurück in den Wok geben.
Den Rest der Marinade in den Wok kippen.
Brühe
Aufkochen lassen.
1 bis 2 Löffel Speisestärke mit Wasser auflösen. Es kommt ein bisschen darauf an. wie flüssig Ihr die Soße haben möchtet.
Speisestärke unter Rühren in den Wok geben. Die Soße soll sichtbar in der Konsistenz anziehen.
Nun noch das Grüne der Lauchzwiebeln hinzu geben, Herd abstellen und mit Salz, Pfeffer, Zucker abschmecken.  Schmeckt übrigens traumhaft gut.
Reis auf den Teller geben
Fleisch und Gemüse, wer mag bekommt jetzt auch noch von den Pilzen, malerisch um den Reis dekorieren.
Ich hätte nie erwartet, dass ich irgendwann mal so viel und gerne asiatisch inspiriertes Essen mögen würde. Das verdenke ich Stevan Paul mit einem Chinarestaurant Huhn und Lars Westerhausen, der mit immer wieder mit seinem Asienzeug bombardiert hat, bis ich dann irgendwann gedacht habe, na gut, dann probiere ich es auch mal.  Vielleicht kennt Ihr das von Euch ja auch?
Es ist auf jeden Fall gigantisch gut. Sehr schön gewürzt, ganz zartes Fleisch, knackiges Gemüse, eine schmeichelnde Soße.  Besser könnte es kaum sein. Ich streue mir noch ein bisschen Chilikörner drüber, aber ansonsten bin ich einfach nur begeistert. Weil es so geil war, habe ich am nächsten Tag noch General Tso gekocht. Rezept kommt
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

8 Kommentare

  • kochaddict

    krass..genauso mach ich mein ChopSuey auch–minus Pilze plus Bambus..einfach, lecker und schnell gemacht!!

    • ich habe das vorher noch nie beim chinesen gegessen und wollte das unbedingt mal selbst und frisch machen

      • Warum sollte man das auch beim Chinesen essen? Wenn es nach dem vermutlichen Ort der Herkunft geht, müsste es das Gericht eher bei McDonalds geben. 😉 Zumindest gibts die Legende, dass Chop Suey als Gericht nach der Rumfort*-Methode in den USA entstanden ist. Immerhin von eingewanderten Chinesen…

        *) alles rein, was RUMliegt und FORT muss.

  • kochaddict

    finds super, dass du die asiatische Küche für dich entdeckst, die du ja scheinbar vorher nicht so mochtest 🙂
    Was mich allerdings wundert, da wir ja wohl in einem Alterssegment sind: klar bei uns als Teens war der Grieche ganz weit vorne
    (ich sach nur Pita Gyros), aber wenn Oma zum Chinesen einlud, war das auch ein Highlight..ok das war dann eher Huhn suess sauer
    mit Tonnen von Glutamat, so war das halt damals, aber die ungewohnten Aromen waren etwas besonderes.

    • nee, meine großeltern hätten sowas niemals gegessen und meine eltern auch nicht. das war für die immer die höchststrafe, wenn irgendwer in deren alter zum chinesen einlud. da hat mein vater auch mal gesagt, da geht er nicht hin, wenn es nichts gescheites zu essen gibt. hat er ja nicht wissen können, dass es da gar kein chinesisches essen gibt 😉

      • Alexandra Ebeling

        Hihi meine Eltern auch nicht, der hat dann immer Ente knusprig mit Soße extra bestellt 🤣
        Ihm was süß-sauer ein Graus
        Dein Rezept ist wie immer super 👍🏼
        Wird definitiv nachgekocht und da keine Kinder im Haus sind mit bisschen frischer chillie in der Marinade

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