Butter Chicken (Murgh Makhni)

Herzlich Willkommen zu einem indischen Rezept, das noch gar nicht so alt ist und deswegen glauben viele Leute, dass es nur ein indisch anmutendes Gericht wäre, das sich Inder in der Diaspora ausgedacht haben, um die indische Küche für Nichtinder schmackhaft zu machen, so wie es das auch bei vielen chinesischen Gerichten gibt, wie z.B. General Tso und diverse süßsauer Gerichte, die ihren Siegeszug erst über die USA und Europa gemacht haben. Das stimmt aber gar nicht, denn es wurde um 1950 im Restaurant Moti Mahal in New Delhi erfunden. Dieser Zweifel an der Herkunft kam auf, weil es geschmacklich recht flach ist, gegen traditionelle indische Küche, bei der man auch gerne mal das Toiulettenpapier in der Kühltruhe aufbewahren kann. Deswegen ist es auch für Nichtinder sehr essbar und ein guter Einstieg in die indische Küche. Bei mir zuhause hatten die Kinder keine Erfahrung mit indischem Essen und nur meine Frau mochte wissentlich Butter Chicken und trat mit der Idee an mich heran, das nach ungefähr zwanzig butterchickenlosen Jahren für sie zu kochen. Dazu muss man wissen, dass ich indisch noch nie mochte und erst in den letzten Jahren meinen Frieden mit Kreuzkümmel, Kurkuma und Koriander gemacht habe. Für mich war es eine echte Herausforderung, aber das war ein echter Spaß bei der Zubereitung und für alle anwesenen Personen war das Resultat wirklich lecker und wurde bis zum letzten Gramm verzehrt. Das passiert hier nicht jeden Tag. 

Zutaten: 

1,2 Kilo Hähnchenoberkeulen ohne Knochen
8 Knoblauchzehen gepresst
4 EL Joghurt 3,5% Fett
6 EL Olivenöl
 Saft einer Zitrone
1 TL Kurkuma
1 Teelöffel Chiliflocken
1 Esslöffel Paprikapulver edelsüß
1 Esslöffel Garam Masala
1 Esslöffel Salz 

Für die Soße 

4 Esslöffel  Öl zum Anbraten 
2 Soloknoblauch
30 g Ingwer
1 große Zwiebel 
100 g Butter
60 g Cashewnüsse
500 ml passierte Tomaten 
200 ml Schlagsahne
1 EL getrocknete Bockshornkleeblätter
1 TL Kurkuma
1 TL Paprika
Chiliflocken
Koriander
Garam Masala
Kreuzkümmel
Salz & Pfeffer nach Geschmack
evtl.  Zucker

Beilagen: 

Reis
Naan Brot (anklicken)

Auf die entbeinten Oberkeulen hatte ich schon beim Handelshof gelauert. Die wurden schrittweise über Tage runtergesetzt, bis ich sie dann im MHD Verkauf für 3 Euro pro Kilo bekommen habe. Wenn Ihr die spontan braucht, kann ich Euch den Orienthandel oder türkischen Supermarkt empfehlen, da kosten sie zwischen 6 und 7 Euro, ohne Rabatte.  Die Haut habe ich einfach abgezogen. 

Fleisch mundgerecht zerkleinern. 

Griechischen Joghurt und den Saft einer Zitrone zum Fleisch geben. 

Natives Olivenöl zum Einlegen

Kurkuma

Garam Masala

Salz

1 TL Kurkuma
1 Teelöffel Chiliflocken
1 Esslöffel Paprikapulver edelsüß

Knoblauch pressen

Chiliflocken

Alles vermischen und abdecken. Ich habe es dann im Kühlschrank übernachten lassen, aber wenn Ihr nur eine Stunde Zeit habt, dann ist auch das besser als nichts. 

Um das Gericht zu servieren, gibt es bei mir Naan Brot (anklicken), mit einem leckeren Knoblauchöl

Das kann man parallel zur Zubereitung des eigentlichen Gerichtes machen, aber eben die Gehzeit es Teiges einkalkulieren

Bisher haben wir das Fleisch mariniert, jetzt kümmern wir uns um die Soße. Das ist für mich auch eine Neuheit, wie man dabei vorgeht und was erst getrennt zubereitet wird und dann später vermengt. Zumindest interessant, auch wenn ich das noch nicht so richtig fühle.

Zwiebel zerkleinern

Soloknoblauch abziehen und grob zerkleinern

Ingwer grob zerkleinern

Ingwer und Knoblauch mit dem Esge Zauberstab, oder einem Pürierstab zerkleinern

Jetzt machen wir keine Gefangenen und ich zeige Euch warum dieses Gericht Butter Chicken heißt. 

Die Hälfte der zu verwendenden Butter in der Pfanne bei Vollgas auflösen und die Zwiebel hineingeben. 

Zwiebeln fünf Minuten anbraten, dann kommt der geschredderte Ingwer Knoblauchmix hinzu

Alles verrühren und eine Minute anschwitzen

Cashewkerne in die Pfanne geben

Dann die passierten Tomaten dazu kippen und verrühren

Verrühren, eine Minute köcheln, dann den Herd abstellen und die Soße abkühlen lassen. 

Rapsöl in der Pfanne erhitzen 

Wenn das Öl kochendheiß ist, kommt das Fleisch in die Pfanne.

Fünf Minuten scharf anbraten pro Seite

Vorne liegt ein Teil des Teiges für die Naan Brote. Heute mache ich doppelte Menge, nachdem mir die Brut die Brote so aus den Händen gerissen hatte.

Die Soße aus der Pfanne in einen Mixbecher umfüllen und mit einem Pürierstab, oder dem Esge Zauberstab zerkleinern

Schriiiiiiiiing

Die pürierte Soße zum Fleisch gießen. Das muss von beiden Seiten gebraten sein, muss aber nicht durch sein, weil es noch in der Soße garzieht. 

Restliche Butter in die Pfanne geben

5 Minuten durchziehen lassen

Jetzt würzen mit: 

1 TL Kurkuma
1 TL Paprika
1/2 Teelöffel Chiliflocken
1 Teelöffel Koriander
1 Teelöffel Garam Masala
1 Teelöffel Kreuzkümmel
Salz prüfen ob noch was fehlt, weil wir beim Fleisch gut gesalzen haben. 

Bockhornklee und Sahne vor dem Servieren. Die Sahne eher kreisförnig einsprenkeln und nicht verrühren. Schmeckt mal ab, manche Leute brauchen jetzt noch Zucker zum Gericht, habe ich nicht gebraucht. War genau so richtig.

Jetzt kann serviert werden

Reis ist dazu eine super Beilage und Petersilie, oder Koriander adelt den frischen Anblick des Gerichtes. 

Butter Chicken mit Reis

Dazu noch frisch gebackenes Naan. Das schmeckt wirklich auf den Punkt, sehr geil weil es so zartes Fleisch ist und die Butter und die Sahne schmeicheln natürlich ungemein. Mit Reis und Brot hat es tolle Beilagen, die die Soße schön aufnehmen. 

Kleine Randnotiz, Prinzessin Schnekerliese die ja überhaupt keine Butter und noch weniger Sahne mag, hatte vorher zwei Tage mit dem Magen zu tun und es war offensichtlich, dass sie mal wieder etwas stärkendes zu sich nehmen musste. Natürlich kam bei Ihr sofort wieder die Frage, ob es mit Butter, oder Sahne wäre. Nein, alles nur Mehlschwitze ;-). Vor dem Essen hatte ich die anderen drei Geschwister unter Androhung von Strafe gewarnt, das Wort Butter in den Mund zu nehmen. Ich hoffe sie liest das erst, nachdem sie vernünftig geworden ist, ohne wenn ich tot bin. Ich sage mal so, sie hat drei Portionen gegessen und es ausdrücklich gelobt. 

Indisch ist abgehakt. Das muss ich jetzt öfter kochen. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

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