Hähnchen Curry (Murghi ka Salan)

Mit indischer Küche konnte man mich einmal um den Block jagen. Nachdem ich meine Abneigung gegen Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander weitestgehend abgelegt habe und meine Frau sagte, dass sie gerne wieder Butter Chicken essen würde, habe ich das als Aufforderung verstanden, endlich mal selbst indisch zu kochen. Es hilft ungemein, wenn man weniger Abneigungen beim Essen hat. Deswegen empfinde ich das als ziemliche Befreiung, bei indischer Küche nicht mehr pauschal abwinken zu müssen. Da ich diese Länderküche bisher aber komplett ausgeblendet hatte, musste ich mich damit zuerst anfreunden, bzw verstehen auf welchen Prinzipien sie basiert. Bei europäischen Küchen weiß ich das recht gut, aber hier war es für mich Neuland. Ich nehme Euch gerne mit auf die Reise und zeige Euch zuerst ein Chicken Curry. Ja, ich weiß davon gibt es ganz viele verschiedene. Ich wollte mich aber in das Thema eingrooven und deswegen habe ich gleich mehrere indische Gerichte parallel gekocht, bzw, vorbereitet für den nächsten Tag (Butter Chicken).

Zutaten: 

80 ml  Rapsöl
1,2 Kilo Hähnchenschenkel 
500 Gramm Zwiebeln ca. 250 – 320g (püriert)
7 Knoblauchzehen = 1 Knoblauchknolle
20 g Ingwerstück geschält
1 Dose Tomaten 400 Gramm 
1/2 Esslöffel Salz
2 Peperoni
1,5 TL Korianderpulver
1 TL Kreuzkümmel
3 Nelken 
½ TL Chiliflocken
½ TL Kurkuma
1 EL Garam Masala
700 ml Wasser
Saft einer Zitrone

Beilagen:

Reis
Naan Brot (anklicken)

 

Beim Handelshof gab es Hähnchenkeulen im MHD Verkauf, die habe ich mitgenommen, weil sie unter drei Euro pro Kilo gekostet haben 

Mit dem stumpfen Beil trenne ich die Keule vom Rückenstück ab

Ihr könnt selbst entscheiden, ob Ihr das Fleisch mit, oder ohne Haut verarbeitet.

Zwiebeln häuten

Zwiebel grob zerkleinern

Zwiebeln in einen Mixbecher geben und mit dem Esge Zauberstab, oder einem Pürierstab klein schreddern

Schriiiiiiiiiiiing, schon fertig

20 Gramm Ingwer brauchen wir

Habe ich ausnahmsweise abgewogen, weil ich von indisch keine Ahnung habe

Ingwer schälen

Ingwer grob zerkleinern

Ingwer in einen MIxbecher geben

An Knoblauch wird nicht gespart. Wenn man täglich duscht und die Klamotten wechselt, ist das auch kein Problem für die Mitmenschen. Außerdem nehmen wir frischen Knoblauch und nicht dieses granulierte Zeug. Davon kann man schon mal riechen wie ein Iltis, habe ich subjekt festgestellt

Knoblauch auf das Brett legen

Von oben mit dem stumpfen Beil mit dem Handballen auf die Knoblauchzehen schlagen. Dann fällt die Haut von alleine ab.

Knoblauch zum Ingwer in den Mixbecher geben

Knoblauch und Ingwer in dem Mixbecher pürieren

Schriiiiiiiiiiiing

Links Ingwer und Knoblauch, rechts die Zwiebeln

Öl in der Pfanne erhitzen

Zwiebel bei Vollgas erhitzen und bräunen

Nach 10 Minuten werden die Zwiebeln braun

Jetzt Ingwer und Knoblauch dazugeben und fünf Minuten mitgaren. 

Jetzt kommen die Hähnchenkeulen in die Pfanne. 

Nelken

Salz

Garam Masala ist eine indische Würzmischung. Ich habe gleich eine mit Goldkante von Wiberg gekauft. Natürlich könnte man auch mal nachlesen was da genau drin ist und das dann selbst mischen wie bei Curry. Wenn man weiß dass es einem schmeckt, kann man das auf jeden Fall mal machen, aber das hier ist mein Jungfernflug auf indisch. 

Kreuzkümmel 

Chiliflocken

 Koriander

Ordentlich vermischen 

Saft einer Zitrone

Mit Wasser auffüllen

Peperoni, getrocknet, oder frisch. Schärfegrad nach Wunsch

Aufkochen lassen

Eine Dose Tomaten dazugeben

Mit Deckel 30 Minuten bei geringer Hitze simmern lassen

Nun backe ich mein indisches Fladenbrot

Nach 30 Minuten fällt das Fleisch so von den Knochen, aber man kann es gut warmhalten, oder notfalls auch langsam wieder anwärmen, wenn man zeitversetzt kocht. 

Das Knoblauchöl für das indische Brot, findet Ihr beim Brotrezept

Jetzt noch schnell Brot in der Pfanne backen. Das kann man auch in der Zeit machen, in der das Essen auf dem Herd schmort. 

Die obligate grüne Zierde. Bei mir Petersilie, aber stilecht wäre frischer Koriander. 

Reis ist eine passende Beilage

Das Gericht sieht jedenfalls sehr ordentlich aus und es duftet nach der großen weiten Welt. 

Nun kommt das Huhn mit der leckeren Soße hinzu

Zusammen mit dem Naan Brot ist es ein tolles Gericht

Meine Familie hat mich sehr überrascht, wie sie da alle reingehauen haben, als wenn es kein Morgen gäbe. Das werde ich nun wohl öfter kochen müssen. 

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

16 Kommentare

  • Jessica

    Das sieht toll aus! Muss ich nachkochen, meine Familie haut beim indischen Essen auch immer rein, als gäbe es kein Morgen.

    Und ich liebe indisches Essen seit ich als Teenager bei indischstämmigen Eltern einer Schulfreundin oft zum Essen eingeladen war. Da bog sich immer der Tisch vor leckeren Sachen. Allerdings auch z. T. irre scharf oder – ganz seltsam – fies bitter. Letzteres gibt es hier (aus gutem Grund!!) auch nicht im Restaurant.

    Danke, dass Du Dich da jetzt reingroovst! Das Brot werde ich auch nachmachen.

    Viele Grüße
    Jessica

  • Kathi

    Hat das einen guten Grund warum Du die Zwiebel pürierst oder warst Du nur “zu faul” die Zwiebeln fein zu hacken. Ich frage deshalb, weil sich die Zwiebeln -meiner Erfahrung nach- durch das Pürieren geschmacklich etwas verändern und dann eher nach “alter” Zwiebel schmecken. Ich würde die Zwiebeln daher eher fein hacken, auch wenn es vermutlich eine sehr traurige Angelegenheit wird. Aber vielleicht nehme ich eine Geschmacksänderung auch nur subjektiv wahr. Ansonsten klingt alles ziemlich lecker und ich tendiere zum Nachkochen obwohl indische Gerichte auch nicht zu meinen Favoriten gehören … bisher jedenfalls.

    • Inder schreddern scheinbar immer die Zwiebeln klein und braten sie vor dem restlichen Gemüse an. Das ist zumindest meine Essenz aus dem was ich mir bislang angelesen habe. Faulheit liegt mir fern 😉

  • Ellen Muschal

    Hallo Jörg, das freut mich das Du Dich nun auch an die Indische Küche wagst. Eine meiner Lieblingsküchen.
    Man kann z.B. einen Blumenkohl auf unglaublich viele Varianten machen und Jede ist anders. Mal wird das Gewürz trocken angeröstet dann mal in Ghee und drüber geschüttet. Eine Ingwer- Knoblauchpaste habe ich immer eingefroren. Dahl ist ein perfekter Proteinlieferant. Und günstig ist die Indische Küche auch.
    3 Nelken wären mir zu dominant da ja in der Garam Masala (die mach ich mir auf Vorrat selbst) auch Nelken drin sind. Paneer ist auch zu empfehlen.
    Ich lass Dir da gerade ein Buch zukommen.

  • Esther

    Heute früh waren die Geschäfte wie ausgestorben, Gemüse und Obst gab es nicht. Ein Wochenende vor Rosenmontag kann das passieren, verhungern wird man in Köln deswegen nicht. Etliche bereiteten sich für den Zug vor, darum war es leer auf Straßen und Geschäften.

    Aber Hähnchenteile bekam ich, nächstens nehme ich nur Brust, weil ich nicht gerne die Knochen abnage. Das Essen ist gelungen, es hat uns prima geschmeckt. Ganz toll. Dabei habe ich einiges gelernt, was ich nächstens bei Soßen anwenden werde. Vorher schmiß ich die Nüsse lieblos dazu. Das Pürieren lohnt sich.

    Das Butter Chicken ist würzig, aber nicht scharf. Genau richtig.

    Das Naan Brot von gestern wurde auf dem Toaster erwärmt. Das passte nicht nur gut, endlich war mal viel Soße zum Tunken da. Mir fiel ein, dass ich einen Sari habe, das hätte gepasst.

    • Ich hätte gedacht, die Läden hätten in Köln alle zu. Ist das kein Feiertag?

      • Esther

        An Weiberfastnacht ging nach 12 Uhr nichts mehr. Rosenmontag hatte man auch allerhöchstens bis High Noon auf. Das weicht sich auf. Mittlerweile muß man sich Rosenmontag Urlaub nehmen, wenn man den Zug sehen möchte.

        Wenn man weiß, wo man hingehen kann, einige Regeln bezüglich Getränk beherzigt, kann Karneval mit seiner Leichtigkeit eine Kraftquelle sein. Das ist zwischen Kölschen der Fall, besonders wenn man noch die lokale Sprache sprechen kann. Viele äffen diese Fröhlichkeit nach bis zur Farce, saufen sich ins Koma oder haben Hintergedanken.

        Wenn auf einer Sitzung Tanzkorps einziehen, die Tänzer sich bis zur Akrobatik verausgaben oder wenn in einer vollen Kneipe eine ganze Musikkapelle hereinkommt, ein paar Lieder spielt, bejubelt wird und weiterzieht – das zu erleben ist wunderschön.

        Ich war auf der Kölsch Akademie und habe die Prüfungen abgelegt ( Kölschabitur, Kölschexamen ). Irgendwann mache ich vielleicht das Diplom. Hierzu sucht man sich ein Thema über Köln heraus, recherchiert und stellt zusammen. Besteht man, bekommst man das Diplom vom Oberbürgermeister überreicht. Unter Frau Reker wollte ich das nicht machen. Die Arbeit ist danach öffentlich einsehbar und steht im Archiv der Akademie.

        Dieses Jahr hatte ich keine Lust zu feiern, in den letzten Jahren waren bis zu drei selbst zusammengestellte / genähte Kostüme pro Session vorbereitet.

  • Esther

    Apropos Getränke im Karneval, gerade habe ich erfahren, dass der 15-jährige Enkel eines Freundes heute auf einer Dorffete K.O.-Tropfen abbekommen und umgefallen ist. 10 Jungens sind dort umgefallen, mußten teilweise ins Krankenhaus.
    Ein junger Kollege meines Mannes hatte vor einem Jahr K.O.-Tropfen im Bier und zwei Wochen lang Herz-Rhythmus-Störungen.
    Zum Glück wurde niemand ausgeraubt oder Schlimmeres. Allein das unkontrollierte Fallen ist gefährlich.
    Es ist echt nicht mehr normal, was manche als lustig ansehen.

    • Davon haben früher schon immer die Leute gesprochen, wenn man ins Aladin gegangen ist, aber ich kenne das nur als Gerede. Echt krass, dass es sowas jetzt auch in echt gibt.

  • Haifisch

    @Esther: richtig Karneval,
    das klingt spannend.
    Die Drogen im Getränk ausgenommen,
    das ist einfach nicht witzig.

    @Jörg: Aladin kenn ich nicht,
    ich vermute aber,
    das war eher Rotlicht als Eckkneipe.

    Dafür hab ich die umgefallenen Jugendlichen
    teilweise reihenweise in der Notaufnahme gehabt.
    Die wussten gar nicht, was passiert war.
    “Ich hab nichts gemacht, nur 1 Bier”
    Zuerst haben wir noch gelacht,
    “ja, ja, nur 1 Bier”, klar…
    Als dann aber die Laborwerte kamen,
    mit nur 0.5 Promille,
    und das bei immer mehr Jugendlichen,
    da ist uns das Lachen vergangen.
    Ich hab dann an der Uniklinik
    Drogenscreen mit GHB machen lassen,
    und schau mal an,
    plötzlich war klar, was da passiert ist.
    Ich war so sauer.
    Ich hätte den / die so gern richtig verdroschen,
    der den Jugendlichen das in den Tee getropft hat.

    • Aladin ist eine überregional bekannte Rockdisco in Bremen. Da fahren die Leute auch mal 150 km pro Weg.Früher zumindest. Das war früher ganz heiße Ware, wenn man vom DJ eine Cassette bespielt bekommen hat. Die wurde dann auf Doppelcassettendecks 3580345734 mal kopiert für alle Freunde.

  • Ellen

    Hallo Jörg, ich hoffe das Buch ist angekommen und Du bist nicht enttäuscht. Das haben die Krischnas in den 70 Jahren auf der Straße verkauft. Es ist zwar vegetarisch und Zwiebel und Knoblauch ist tabu. Aber sie zeigen einem die Basics. Ghee selber machen ist kein Hexenwerk und Du mit deinen exzellenten Einkaufsmöglichkeiten kommst sicher günstig an Butter ran. Die Paneer Gerichte mag ich auch sehr, vor allem Paneer masalla und Paneer sak. Okras sind auch was sehr leckeres.
    Liebe Grüße Ellen

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