Mexikanisch gelesener Reis wie bei El Pollo loco

Ich wühle mich gerade ein bisschen durch Texmex Fast Food und als ich irgendwann in Kalifornien auf Hochzeitsreise war, bin ich dort immer gerne zu “El Pollo loco” gegangen. Das ist eine Kette, die es ebenfalls nicht überall in den USA gibt, sondern vor allem in Kalifornen, Texas und den Südstaaten. Dort haben mir die Hähnchenteile vom Gasgrill immer besonders gut gefallen und retrospektiv ist es natürlich auch lustig, was man damals als Gringo scharf empfand. Ich habe in einem Anfall von Nostalgie jedenfalls ein bisschen recherchiert und fange standesgemäß mit einer sättigenden Beilage an, mexican rice. Der hat natürlich diesen leicht muffigen Koriander- und Kreuzkümmelgeschmack und als Besonderheit wird der erstmal angebraten, bevor er in Brühe geköchelt wird. Wenn man nicht so in dem Kochthema ist, kann man hier auch noch etwas kochtechnisches lernen. 

Zutaten:

1 Tasse Reis Langkorn 300 Milliliter (Kaffeepottgröße)
70 Milliliter Olivenöl
500 Milliliter Brühe (anklicken)
1 Dose Tomaten 400 Milliliter 
300 Gramm Zwiebeln
2 Knoblauchzehen oder ein Teelöffel Knoblauchpulver
1 Teelöffel Kreuzkümmel 
1 Teelöffel Koriander
1 Teelöffel Kurkuma
1 Teelöffel Oregano
Chiliflocken
Optional Salz
3 Esslöffel gehackte Petersilie
alternativ frischen Koriander. 

Olivenöl erhitzen und den Reis ins heiße Öl geben. Circa 3 bis 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren bei Vollgas anbraten

In der Zeit eine Zwiebel häuten

Zwiebel zerkleinern

Brühe erhitzen

Zwiebel zum Reis geben

Tomaten in die Pfanne kippen

Mit Brühe auffüllen

Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma, Oregano, Chiliflocken, Oregano. Meine Brühe ist immer so salzig, dass ich erstmal nicht extra Salz hinzufüge

Alles verrühren

Einmal aufkochen, dann auf 50 % Leistung reduzieren und in dem Maße weiter reduzieren, wie die Flüssigkeit weniger wird und der Reis mehr aufgeht. 

Hier jetzt nur noch 30 % Leistung. Das dauert ungefähr 25 bis 30 Minuten

Hier haben wir jetzt die Wunschkonsistenz und könnten servieren. Man kann den Reis auch wieder erwärmen, dann wird man aber ein bisschen Wasser dazugeben. Wenn der Euch jetzt bei beim Kochen zu trocken wird, ebenfalls mit Wasser nachregulieren. 

Petersilie hacken

Petersilie einstreuen. Hartgesottene Seifengeschmackmöger können auch frischen Koriander einstreuen. 

Hier probiert mal, der ist echt ein Gedicht. Der mexikanische Reis macht ein tolles Mundgefühl und schmeckt echt super. Den kann man auch als Kohlenhydratoverkill gut mit Pommes, oder Teigfladen kombinieren und dann mit Gemüse, Salat und Fleischgerichten kombineren. 

Das bringt Tinte auf den Füller und weiter geht unsere wilde Fahrt. Freut Euch auf das Huhn. 

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

8 Kommentare

  • Barbara

    Muss immer lachen wenn es um den Seifengeschmack vom Koriander geht.
    Ich kann das -leider- nicht nachvollziehen, weil ich die Seife nicht schmecke.
    So mag ich Reis sehr gerne, verwende aber lieber Tomatenmark. Da gibt es neuerdings eines mit Karotte-Zwiebel-Sellerie drin, also eine Art Soffrito, das schmeckt so gut.

  • Haifisch

    @Barbara:
    Schmeckt nicht nach Seife,
    schmeckt nach Blattläusen 😉

    Aber Wahrnehmung liegt an den eigenen Geschmacksknospen.
    Deswegen: Du Seife, ich Blattläuse. WIr beide: bähhh…. 😉

    So einen Reis kenn ich schon immer.
    Nur war der nie “mexikanisch”,
    sondern “faule Mutter, die alles zusammenkippt”
    Lecker wars trotzdem, besonders mit Käse.
    Also hatte meine Mutter gelegentlich
    mit Faulheit uns Kids richtig erfreut.
    Ich muss dazusagen: Zuhause gabs immer viel
    ausländisch, und viel mitgebrachte Gewürze.

    Die Pollo-Kette in USA kenne ich,
    die hatten auch Ableger in Florida.
    Das war meine erste Fernreise.
    Ich war so fasziniert von den
    riesigen Ausfallstrassen mit
    einem FastFood am anderen.
    Man konnte auf den Parkplatz fahren,
    einmal Taco Shell versuchen.
    Nächster Parkplatz, 50m weiter,
    McDonalds. Dann KFC, dann Pollo,
    dann Burger King, dann Fischlastig,
    und so weiter. Ich hab mich buchstäblich
    durchgefressen. War ja so billig, das Zeug.

    Bin gespannt auf den Pollo,
    der noch kommt 🙂

    • Ich weiß gar nicht mehr wie der Wechselkurs mit dem Dollar war, aber ein Dollar war so bei 1,30 DM hätte ich gesagt, im Gegensatz zu den Achtzigern, wo mal vier Mark ein Euro war. Da fuhr jeder Gefreite in Garlstedt einen neuen BMW, Anfang der Neunziger dann einen Yugo

  • Barbara

    Ach, ihr Vögel.
    Da muss ich im Sommer mal an den Blattläusen naschen um mitreden zu können.
    Ich habe offenbar einen etwas perversen Geschmack, zum Glück der Mann auch.

  • Dieter Sommer

    Mache ich weitgehend sehr ähnlich, schon seit langer Zeit: Fett rin ins Kochgeschirr, Hitze aufdrehen, Reis rein und ein paar Minuten glasig werden lassen, aber aufpassen… wenn der erste Puffreis kommt, Hitze runterdrehen! 🙂

    Dann gebe ich den als nächstes hinzugefügten Zwiebeln auch gern immer ein Bisschen Zeit, glasig oder sogar leicht karamelisiert zu werden, bevor ich den Rest reindonnere. Wer den “Biss” von rohen Zwiebeln lieber mag, lässt den Schritt halt aus. Ich füge für diese roh-zwieblige Note, die ich auch mag, dann eher den zerquetschen frischen Knobi erst kurz vor Ende der Kochzeit hinzu. 😉

    Bei den Tomaten bin ich immer flexibel. Die Ganzen mag ich gar nicht mal so sehr, weil da eben auch das “Wässrige” mit dabei ist, sowie die Samen. Die stückigen, gehackten, mag ich am liebsten. Da hat man dann die “Stückigkeit” ganz ohne Arbeit! 😉 Passierte Tomaten gehen natürlich zur Not auch, aber dann kann ich auch gleich Tomatenmark nehmen. Das kommt dann rein, wenn die Zwiebeln glasig / karamelisiert sind und wird dann ebenfalls kurz angeschwitzt, um die leichte Bitterkeit abzumildern und noch extra Röstaromen hinzuzufügen.

    Dann die ganze Würzmischung dran und Brühe/Fond drüber. Ich nehme immer Fond. Da kann man sich nicht vertun mit dem Übersalzen. Und statt Salz nehme ich heute oft Sojasauce, weil die dem Gericht dann noch ein Stückchen extra “Körper” / Umami sowie essentielle Aminosäuren liefert.

    Bei den Gewürzen bin ich mit pulverisiertem Koriander okay (ganz anders als mit dem frischen), aber mit dem Kreuzkümmel halte ich mich ganz gewaltig zurück. Eine klitzekleine Dosis ist fein für mich, aber ein Bisschen mehr und es ist zuviel. Deswegen kaufe ich auch praktisch keine fertigen Curry-Mischungen: zu viel Kreuzkümmel für meinen Geschmack.

    Statt Chili-Flocken oder in Ergänzung dazu haue ich gern auch immer ein paar frische Chili-Schoten rein, wenn sie mir gerade in den Einkaufswagen gefallen sind… 😉 Habaneros können, müssen aber nicht sein!

    Was ich hier grundsätzlich auch noch reindonnern würde, wäre ne kleingeschnippelte rote Paprikaschote. Ist ja in der mexikanischen Küche auch sehr verbreitet.

    Danke für’s Rezept, Jörg, und die (wie immer) unterhaltsame Zubereitungsbeschreibung! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert