Senf mit gerösteten Perlzwiebeln

Senf ist eine meiner besonderen Leidenschaften. Dem wird anderswo viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und die meisten Menschen verwenden auch nur so kleine Eimer für Pfennigbeträge. Es macht sich auch niemand Gedanken, wie der Senf zum Essen passend gemacht werden könnte, sondern es reicht schon, dass er offensichtlich scharf ist, oder schärfer, als wenn er nicht da wäre. Ganze Landstriche blaffen sich nur an, ob nun der von Born, oder der aus Bautzen besser schmeckt. Dabei sollte man sich generell mal fragen, ob dieses graue Zeug, das so stumpf schmeckt, überhaupt Senf ist und nur konsumiert wird, weil sowieso keiner mehr weiß, wie richtiger Senf aus richtigen Zutaten überhaupt schmeckt? Bei mir gab es auf Wunsch der Kinder selbst gemachte Hamburger und dafür brauchte ich natürlich auch einen Senf, der das Projekt unterstreicht. Weil beim gescheiten Burger auch Zwiebeln drauf sind, habe ich an einen korrespondierenden Senf gedacht und dem ebenfalls mit Zwiebeln geschmacklich auf die Sprünge geholfen. Ihr müsst keine Burger herstellen, um den Senf zu brauchen, sondern nur Zwiebeln mögen.
Zutaten:

100 Gramm Senfmehl
300 Milliliter Wasser
100 Milliliter Weißweinessig
50 Millililiter Rapsöl
1 Teelöffel Salz
Pfeffer
200 Gramm Zwiebeln
Butter 20 Gramm

Perlzwiebeln von der Schale befreien und mit Butter bei mittlerer Temperatur mit Butter schwenken. Je dunkler die Zwiebeln werden, desto weniger Temperatur nehmen.
Die Zwiebeln sollen weich werden und Röstaromen bilden, damit der Senf auch nach Zwiebeln schmeckt. Das ist ein sehr warmer Geschmack, wenn es nach Röstzwiebeln schmeckt. Hier bin ich schon bei Minimaltemperatur auf dem Herd. Ich habe parallel noch Keksteig mit den Kindern ausgerollt, der ziemlich störrisch war.
Die Zwiebeln in einen kleinen Kochtopf umfüllen, in dem wir nun den Senf zubereiten
300 Milliliter Wasser
100 Milliliter Weißweinessig
1 Teelöffel Meersalz, Pfeffer erst am Ende, zum Abschmecken.
100 Gramm Senfmehl, das kann man online, oder bei Metro, oder generell in Läden ab Edeka, oder Reweniveau kaufen. Man kann auch Senfkörner mahlen. Dafür reicht eine Gewürz- oder Kaffeemühle. Dabei muss man dann aber darauf achten, dass die Körner beim Mahlen nicht über 30 Grad erhitzt werden, weil sonst das Senfmehl bitter wird. Wer Fragen hat, fragt mich einfach.
Die Flüssigkeit kochen wir natürlich volle Pulle auf.
Interessant zu sehen, wie das Senfmehl so spontan aufgeht und die Flüssigkeit andickt.
50 Milliliter Rapsöl
Wenn die Flüssigkeit heiß ist, mit dem Pürierstab, oder einem Esge Zauberstab die Zutaten zerkleinern und vermischen.
Herd in dem Moment auf Minimum reduzieren, sonst neigt die Masse zum Spritzen
Der Senf ist jetzt schon sehr dickflüssig, fließt aber noch und wir noch fester beim Abkühlen.
Trichter auf ein Glas setzten

Ruckzuck umgefüllt und fest zugedreht. Hält so schon und bildet ein Vakuum. Wer es bis zur nächsten Eiszeit konservieren will, stellt die Gläser mit dem noch heißem Senf bei 130 Grad für 45 Minuten in den Ofen. Könnt Ihr Euch aber auch sparen, weil der Senf aufgegessen ist, bevor der jemals schlecht werden kann.
Klassisches Beispiel, es kommt Besuch, “Oh, Du hast aber leckeren Senf.” “Ich habe noch ein Glas, nimm mit”. Wieder eines weniger. Außerdem benutzt man den auch viel öfter, wenn man einen leckeren Senf hat, weil dann weniger anwesende Personen sagen, dass sie keinen Senf mögen. Bei Mayonnaise, im Salatdressing, im Grünkohl und und und..

Hier auf dem Hamburger


Da in der Mayonnaise für den Hamburger

Dort im Grünkohl mit karamellisierten Kartoffeln. Der Senf ist toll, schmeckt sehr rund und Zwiebeln sind immer ein guter Geschmacksträger, angeröstet sowieso.

Doof ist nur, wenn man keinen eigenen Senf hat.
Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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