Cheeseburgerauflauf / Hamburgerauflauf ohne Schrott

Das ist war eines der schlimmsten Rezepte im Internet, das circa 2015 im Umlauf war. Jetzt ist es episch und eines der besten in meinem Blog! Das haben schon damals immer nur die Leute verbrochen und stolz gezeigt, bei denen man einen direkten Zusammenhang zwischen Intelligenz, Bildungsgrad und Kochfähigkeiten ziehen konnte. Das Hackfleisch wurde allgemein so wurmig, wie es aus der Packung kam benutzt. Wenn man Pech hatte, kam es dann zum Garen in die Mikrowelle und sah danach schön grau und regenwurmig aus.

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Als Medium wurde eine Ofenform benutzt. Darin wurde über die Böden von Fertigbrötchen das grisselige Mikrowellenfleisch gebröselt und dann mit tubenweise Senf, Ketchup, Mayonnaise, Remoulade geschändet, Gurken, Tomaten, Röstzwiebeln, Scheiblettenkäse drauf, dann von oben den Pappendeckel des Industriebrötchens. Im schlimmsten Fall, lag unter dem Hackfleisch noch ein Salatblatt, das man im Ofen töten konnte. Da passt von der Kochphysik gar nichts zusammen, weil alles andere Garzeiten und Temperaturen hat und jeder der nicht so ein Idiot ist, hätte mit einem Blick auf die Zutatenliste erkannt, dass es nur Verdicker, Zucker, Fett und Chemie waren und unter dem Strich total sinnlose und viel zu viele Kalorien, ohne richtigen Nährwert. Natürlich haben die Granden dann im Ofen meistens noch den Deckel der Brötchen schwarz, oder knusprig gebacken, wenn sie dieses Statement des schlechten Geschmack, nicht auch noch komplett in der Mikrowelle wabbelig erhitzt haben. Da hatte man die Wahl der Qual und Scheußlichkeit kennt keine Grenzen. Ich hatte mir immer vorgenommen das komplett ohne Schrottzutaten zu machen, aber ich hatte nie einen Grund es in die Tat umzusetzen. Der Name Hamburgerauflauf, oder Cheeseburgerauflauf hing davon ab, ob Käse zum Einsatz kommt. Ich habe eine Hälfte mit und eine ohne gemacht. Jetzt kamen gleich zwei Ereignisse zusammen, warum ich diese Preziose zubereitet habe und ich nehme Euch mit

Zutaten:

1000 Gramm Rinderhack

Teig für Buns (anklicken)
Ketchup (anklicken)

600 Gramm Gemüsezwiebeln
Rapsöl
Salz
Chiliflocken
5 Saure Gurken
200 Gramm Cheddar

Country Potatoes (anklicken)
Kräuterquark (anklicken)

Ich habe am Samstag Hamburgerpatties gebraten und Burger serviert. Die wollte aber keiner so richtig haben, weil ich zusätzlich noch eine chinesische Reispfanne und Hähnchennuggets, Srirachamayonnaise und Pommes im Angebot hatte. Das war nicht schlimm, weil ich mir sicher war, dass ich mit den Rindfleischpatties noch etwas anfangen kann. Für Euch bedeutet das, dass man dieses Gericht auch etappenweise zubereiten kann. Dann ist es auch in der Woche möglich, wenn man die Wartezeiten und die Zubereitung streckt. Nach Veröffentlichung des Rezeptes kamen Fragen auf, die ich jetzt hier noch nachträglich beantworte. Dieses Fleisch ist Suppenfleisch, frisch gewolft im Mix Markt. Alternativ kaufe ich bio Rinderhack von Lidl, oder Aldi. Ich knete das Fleisch für die Patties durch und würze das Fleisch nicht vor dem Braten.

Fleisch einfach drei Minuten pro Seite braten. Es ist gut, wenn oben die Flüssigkeit auf dem Fleisch steht, dann ist es medium. Ich habe zwei Pfannen gebraten und es dann kalt über Nacht gelagert. Das war das erste Ereignis, wieso ich dieses Gericht jetzt zubereitet habe und den Plan in die Tat umgesetzt habe.

In der Nacht habe ich dann in einer Facebook Kochgruppe wieder so ein mega unverschämtes Verhalten beobachtet. Irgendein Kochschimpanse zeigte stolz sein Cordon bleu aus der Kühlung, mit diesen schrecklichen Kartoffeltaschen aus der Truhe, mit einer Rahmsoße aus der Packung. Dann rotten sich immer andere Trottel zusammen, die sich mit Komplimenten dafür überhäufen und sich ihre Einkaufsquellen dafür verraten (Lidl, Aldi, Kaufland, Netto, bla bla). Kommt sowieso immer aus der gleichen Fabrik. Niemals würden die auf die Idee kommen, das selbst herzustellen und das was sie immer so lässig vor sich hertragen, dass sie ja wohl nicht so doof wären, ihre Zeit in der Küche zu verschwenden, ist nicht mehr als die kulinarische Bankrotterklärung, dass sie selbst wenn sie wollten, gar nicht wüssten wie das gehen sollte, weil ihnen die Basiskochfähigkeiten fehlen. Das würden die aber nie zugeben und blasen sich dann mit anderen Nixkönnern auf und bestätigen sich gegenseitig in ihrer Dummheit und dass derjenige doof ist, der damit Zeit verschwendet. Irgendwann kommt einer vorbei und merkt an, dass dieses Erwärmen von Fertigpappe nix mit Kochen zu tun hat und dann kloppen die Dummen im Kollektiv auf die einzig wissende Person in dem Thread ein. Niemand kann sich auf deren Seite schlagen, weil es immer einen Admin gibt, der die kritischen Kommentare löscht und immer die Hand über die kulinarischen Hartzer hält. Sehr schwer zu ertragen, wenn Dummheit, Faulheit und Kackbratzigkeit so geschützt wird und der Schlaue immer der Dumme ist und am Ende rausfliegt, statt dem Idioten der gar nicht kocht. Mein Kommentar, “Teile meiner Antwort würden Euch verunsichern” war am nächsten Tag jedenfalls schon wieder gelöscht. Dafür habe ich hier meinen Blog, da verbietet mir keiner den Mund. Auf jeden Fall war das der zweite Anlass, warum ich jetzt mit ein paar Jahren Verzögerung dieses wirklich tolle Gericht entschrottet habe.

Die Patties sind schon gebraten, aber Ihr könnt die natürlich auch jetzt schnell braten. Für den Geschmack ist es wichtig, dass man durch Anbraten für Geschmack sorgt. Nicht so grau, oder roh verwenden und nicht als wurmiges Hackfleisch, sondern als Patty. Jetzt mache ich den Teig für Burgerbuns, bzw. für den oberen und unteren Boden unseres “Auflaufs” (anklicken)

Zwiebel häuten

Zwiebel in Ringe schneiden

Ringe in Rapsöl bei niedriger Hitze vom Wasser befreien und bräunen, ohne dass sie schwarz werden

Ich würze die noch nicht, die karamellisieren, ohne Gewürze am besten.

Alle 3 Minuten wenden

Nach 20 Minuten sehen die Zwiebeln so aus und sind gut.

Nun koche ich Ketchup. Kann man auch schon fertig im Schrank haben, oder am Vortag machen. Dieses Schlaugeberger, dass man keine Zeit zu kochen hat, ist im Normalfall nur ein Mangel an Wissen, wann man das zubereitet und vor allem dass es nebenbei läuft. Das weiß aber niemand, der es nicht macht.

Das dauert irgendwo zwischen zehn und fünfzehn Minuten.

Fertiges Ketchup, bereits in der Flasche abgefüllt

Der Teig soll mindestens eine Stunde aufgehen, dann kann man den Boden ausrollen

Brett bemehlen

Boden ausrollen

In ein Backblech, oder eine Backform umziehen

Schon mal den Deckel ausrollen, damit er bereit liegt.

Nun kümmern wir uns um den Belag, bzw die Füllung

Ketchup in eine Schüssel geben

Die fertigen kalten Patties im Ketchup wenden

Von beiden Seiten

Den Boden mit einem Teil der Zwiebeln belegen

Darauf kommen die Patties

Die werden mit den restlichen Zwiebeln belegt.

Saure Gurken

Gurken in dünne Scheiben schneiden

Käse in dünne Scheiben schneiden

Das ist Cheddar. Es geht auch anderer Käse, der gut schmilzt

Hamburger- / Cheeseburgerauflauf mit Gurken und eventuell Käse belegen, je nachdem war Ihr anstrebt.

Teigdeckel auflegen

Ein Eigelb trennen

Ein Schuss Milch und eine Prise Salz

Teig mit einem Pinsel von oben bestreichen

Mit Sesam bestreuen und mindestens 30 Minuten ruhen lassen, gerne auch eine Stunde oder zwei.

Für 20 bis 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen auf der mittleren Schiene bei Umluft backen

Wenn Euch die Farbe gefällt, aus dem Ofen holen, mit einem Messer um den Rand schneiden, um es von der Springform zu lösen. Dann die Form öffnen und abnehmen.

Anschnitt

Sensationell! Geiler Teig mit Zwiebeln, Ketchup, Gurken und leckerem Rind. Hier mit Käse, also Cheeseburgerauflauf genannt, aber eben 100 % ohne Asi.

Dazu gibt es auch von Außen noch ein bisschen Ketchup

Hier ohne Käse

Als Beilage gibt es Country Potatoes und Kräuterquark

Das ist kein Fastfood und kein Junkfood, sondern das spricht alle Sinne an und da sitzt alles drin was kochen ausmacht. Kochphysik, Handwerk, Komposition, Zeiten, Temperaturen.

Kochen ist mehr als nur irgendwas zusammen zu werfen. Diese ganzen Freestyleheinis kaschieren nur ihr Unwissen und bekommen nie zweimal der gleiche Resultat, weil sie gar nicht wissen, wie sie zu ihrem Ergebnis gekommen sind. Gleiches gilt auch für die Verwendung von Fertigzutaten. Wenn man wüsste was drin ist, würde man es nicht in diesen Mengen verwenden. Geht mit dem Geschrei nach viiiiiiiiiiiiel Soße los. Daran erkennt man den Kochdeppen, der nix selbst macht. Achtet mal drauf und nehmt es mit einer Prise Salz. Ist auch mit Käse so. Wer es selbst macht, begräbt es nicht so. (siehe z.B. Pizza mit eigenem Teig, oder Schimpanse mit Pizzateig von der Rolle mit Fertigsoße)

Wer so viel Mühe auf seinem Teller vorfindet, isst sich auf jeden Fall zufrieden und wird die Kalorien nicht als Verschwendung empfinden. Das ist der pure Luxus. Das schmeckt auch kalt und mitten in der Nacht. Gerade ausprobiert. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

8 Kommentare

  • Chris

    Das inzwischen gefühlt jeder zweite Beitrag damit beginnt/beinhaltet irgendwelche Leute/Bevölkerungsgruppen zu beleidigen oder denen die Intelligenz abgesprochen wird weil sie irgendeine Sorte Hackfleisch verwenden oder irgendwas anders machen als Du, finde ich nicht so toll. Wollte ich mal loswerden.

    • steht dir frei. ist übrigens nicht in jedem zweiten beitrag, sondern häuft sich nur dann, wenn ein gericht als folge von irgendwelchen havarien mit Kochnieten entstanden ist. ansonsten kann es auch über einen langen zeitraum rein informativ sein. will das jemand lesen?

    • Antje

      Irgendwo hast du schon recht. Aber ich kann’s echt verstehen. Wenn ich in so mancher Gruppe unterwegs bin und die „Rezepte“ sehe, vergeht mir der Appetit. Da werden in eine Form gepresste und mit viel Sahne garnierte Milchschnitten als Torte bezeichnet. Oder es wird egal was mit haufenweise Käse überbacken, Hauptsache die Käsefäden ziehen sich kilometerweit. Es wird Fertig-Toast mit mit anderer Fertigpampe zusammengepresst und man fragt sich, wer zur Hölle das Essen soll. Da darf man nicht nachfragen, geschweige denn kritisieren, sofort bricht der shitstorm los. Ein vernünftiges Rezept, was inspiriert, findet man nur selten noch. Ich habe echt Angst, dass meine Kinder irgendwann auch kulinarisch so verkommen, weil sie nichts anderes mehr sehen. Es ist Jörgs Blog, er kann ihn führen wie er will. Ich schau sehr gerne hier rein und hab hier echt viel gelernt und gelacht.

      • der wichtige teil ist, dass du viel gelacht hast und lernen o.k, ist auch gut. wenn es am ende eas gescheites zu essen gibt, umso besser.

        • Antje

          Es gibt immer was gescheites zu essen 👍 auf jeden Fall keine Tüten oder Matschpampe, dann doch lieber ein belegtes Brot. Mach weiter so, alles Liebe für dich! Ich bin oft und gerne hier.

          • vielen lieben dank. mir ist schn klar, dass das nicht jeder mag. wer so doof ist, dass er negativ erwähnt wird, liest meine rezepte sowieso nicht. da wüsste ich ach gar nicht, wo ich die personen abholen sollte?

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