Polenta in lecker

Zu Polenta gibt es keine zwei Meinungen, obwohl daran generell immer nur ein schlechter Koch schuld ist, wie bei Blumenkohl. Wenn man da laff würzt, am Salz und an der finalen Zubereitung vor dem Servieren rumknausert, dann schmeckt Polenta tatsächlich wie Bauschaum. Das erlebt man einmal und dann erzählt man bis zum Sankt Nimmerleinstag, dass man keine Polenta mag. Ich weiß zwar nicht, wie viele Polentaabneigungen ich hier vor den Bildschirmen heilen muss, aber kein Problem. Viel Feind, viel Ehr.

Zutaten:

1 Liter Wasser
2 Teelöffel Salz
250 Gramm Maisgrieß
50 Gramm Butter für die Polenta
50 Gramm Hartkäse, wie Parmesan, oder Grana Padano
Rapsöl/Olivenöl/Butter zum Schwenken
Petersilie

Einen Liter Wasser in einen Kochtopf geben und zum Kochen bringen.

Salz

Das ist Maisgrieß

Maisgrieß abwiegen

Hartkäse reiben

Das Wasser kocht

Maisgrieß einrieseln lassen

Alles klumpenfrei verrühren

Man kann zusehen wie die Flüssigkeit andickt.

Butter

Die kommt erst nach dem Quellen in die Polenta. Wir legen uns das nur schon mal hin.

Polenta mit Deckel 10 Minuten quellen lassen.

JETZT Butter und Parmesan unterrühren

Die Polentamasse circa einen Zentimeter dick in der Ofenform ausstreichen

Einfüllen

Glatt streichen

Nach einer Stunde, oder von mir aus auch erst am nächsten Tag ist die Masse ausgehärtet. Ihr schneidet aus der Polenta Stücke, als Viereck, Rombe, Raute, wie Ihr mögt.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen

Damit es noch geiler ist, nehme ich noch ein Stück Butter ins Öl gegeben. Das schmeckt halt besser.

Polenta im heißen Fett erhitzen und mit leichten Röstaromen versehen.

Nach vier Minuten wenden.

Petersilie hacken

Das sieht gut aus.

Zum Servieren kann man das am Tisch in Formen anbieten und alle bedienen sich selbst, oder man richtet es gleich auf dem Teller an.

Mit Petersilie betreuen

Röstzwiebeln machen dazu einen schlanken Fuß.

Sehr lecker, sehr voll im Geschmack, pikantes und schönes Mundgefühl. Dazu kann man Salat reichen, oder man begleitet damit ein Stück Fleisch, oder Fisch, aber das kann auch alleine mit Gemüse warm, oder kalt bestehen.

Es gibt keinen sachlichen Grund, das nicht zu mögen. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

17 Kommentare

  • Peter Eitel

    UIUIUI, Glatzkoch;
    jetzt machst du aber einen heißen Ritt durch meine kulinarische Heimat…
    Hab ja schon geschrieben, dass ich in Brasov geboren wurde, also quasi im Zentrum des Balkangedöns…
    Auch wenn ich deine Rezepte jetzt nicht genau so kenne, weiß ich, dass die Richtung absolut stimmt….
    Glücklicherweise wurden meine Geschmacksnerven – obwohl ich eigentlich hier in
    Deutschland aufgewachsen bin – mit was anderem ausgebildet als mit der damals
    ( bin so ~ 60 Lenze ) üblichen Kost aus miesem Schnitzel mit Tütenkartoffelbrei und
    nem Spritzer Maggi obendrauf. Uff, Glück gehabt….

    Bei dem “albanischen” Zwiebelsalat ( meine Güte, woher der kommt ist total wurscht,
    beim Leckerfressen gibts für mich keinerlei völkische Aspekte..)
    hab ich jedenfalls gleich gedacht:
    Oh, meine Fresse, lecker, den mach ich mir mal mit Palukes.
    Klassische Kombi meiner Kindheit : ein einfaches aber extrem würdevolles Armeleuteessen.

    Palukes??? Fragste dich jetzt vielleicht?? Na, so nennen die Siebenbürger halt Polenta.
    Die rumänische Variante heißt Mamaliga, gibts möglicherweise bei deinem nächsten Urlaub als Beilage im Restaurant;
    Aber> Obacht. Mamaliga ist der Brei – muss man mögen, ich tus nicht. Basta.
    Aber dein Rezept mit festen Schnittchen ist verdammt nah dran.

    Ich erlaube mir, Tipps zu geben:
    1. Ich mache den Brei mittlerweile total entpannt folgendermaßen:
    in meine recht große Servierpfanne kommt kaltes Wasser und die entsprechende menge Polenta und Salz, das wird langsam aufgeköchelt bis es blubbert und dann halt ab und an mit dem Schneeebesen gemischt. ( Deckel druff)
    > Vorteil: wenn man das in Kochendes Wasser reinrieselt muss man mächtig rumrühren , damit es keine Klumpen gibt, ist stressig und manchmal blubbert der brodelne Vulkan die Küche mit Pampe voll — nicht so doll.
    Das Zeug klebt wie Uhuplus!

    Also Tipp 2:
    Beim Palukesmachen habe ich immer eine Schale mit kaltem Wasser nebendran stehen, in die ich sofort alle Rühr- und sonstigen Gerätschaften reintunke.
    Dann musst du nix putzen, reinigt sich von selbst; einfach nur abspülen und basta.
    Mach ich auch in die Auflaufform zum abkühlen..
    Topfe usw ebenfalls gleich kalt ausspülen und alles ist perfekt.

    3.:
    Das Anbraten in Fett kannst du dir getrost sparen, auch wenn die Kids den Krokettenfaktor möglicherweise mögen, aber schlanker und grade genau so gut geht das im Backofen…:
    Wichtig ist hierbei, dass die Polentamasse wirklich gut und gleichmäßig ausgekühlt ist. Also lieber ne Nacht auf dem Balkon im Winter oder so..
    Dann halt ab in die Röhre – exakte Temperaturen und Zeiten gibts nicht von mir,
    jeder Ofen ist anders usw. guck einfach und mach ggf noch Oberhitze für ne leckere Kruste…
    Kann man auch im Vorfeld leckere Gimmicks veranstalten:
    z.B. . 2 sehr dünne Schichten und dazwischen Käse reinbasteln
    oder – macht optisch was her – in die noch feuchte Masse halbierte Coctailtomanten und halbierte Minimozzarellastücke reindrücken.
    Erkalten lassen _ klaro- und dann ab inne Ofen.
    Applaus garantiert – evtl noch bissele frische Basilikumblätterchen oder Schwarzkümmel obendruff_ lecker.
    Ist dann zwar nicht mehr authentisch Siebenbürgen, aber ich hab ja gesagt, dass mir solche Kategorien schnuppe sind.
    Mahlzeit, peter

    • hallo peter, genau ich wußte nicht was palukes sind. die polenta in rumänien mochte ich überhaupt nicht, aber das lag an der schlechten hotelküche. ich mag den brei auch nicht außerhalb rumänien. liegt aber wohl auch bislang am koch. der zwiebelsalat ist echt klasse. ich muss unbedingt mal wieder nach rumänien, ich spüre es genau.

  • Marie

    Hallo Glatzkoch,

    ich habe mir schon oft Anregungen bei dir geholt, weil ich mit gutem Essen groß geworden bin und deine Handwerkskunst + Auswahl an alltagstauglichen Rezepten zu schätzen weiß.
    Auch zwei Polentarezepte habe ich nachgekocht und abgewandelt: Bei mir kommt Grünzeug wie Schnittlauch, Basilikum, grüne Zwiebeln, Chilliflocken et. gleich mit in die Masse, kurz bevor ich sie in einer Form ausstreiche. Das schmeckt besser und sieht auch optisch ansprechender aus .
    Außerdem vermisse ich den Glatzkochschen Spritzer Zitrone;-)

    Beste Grüße:

    • haha, polenta ist nicht mein kulinarisches zuhause. da arbeite ich mich immer noch vor. meinste zitrone wäre gut? nächstes mal
      Dankeschön.
      jörg

      • Marie

        Versuch´s mal, ich habe mir das von Dir übernommen-der Tipp muss also was taugen;-).

        Und wo wir gerade bei säuerlich sind: Falls du je Lust auf Gemüse fermentieren hast:

        Mein Türöffner war dieses Rezept für Mul-Kimchi(Wasser-Kimchi):
        https://missboulette.wordpress.com/?s=Mul+Kimchi&submit=Suchen.

        Egal, was du an Gemüse für 3 Wochen etwa zwischenparken und essen willst, alles geht.
        Rote Bete, Kohl, Radieschen, Rettich, Möhren, Obst.
        Nur wasserhaltige Gemüse wie Paprika , Tomaten, Gurken, Salatblätter würde ich extra machen, weil es schneller fermentiert.
        Nichts gegen Essig, nur diese säuerlich-aromatische Spritzigkeit kriegt man damit nicht hin.

        Sriracha geht übrigens auch.
        https://www.youtube.com/watch?v=JSlpm6y-0_Y

        Nichte und Neffe mochten übrigens auch nie Gries und Gemüse, nachdem ich den aber mit ihnen zusammen gekocht habe-wobei sie hier in den Anleitungen erst einmal des sichtbaren Beweis verlangten, dass du als Vater für vier Kinder kochst und sie alle noch leben. Sie sind leider Glutamatjunkies.

        Marie

        • hallo marie, wenn du mir whatsapp schickst, sende ich dir gerne noch ein beweisfoto. gemüse fermentieren klingt toll und ist genau meine mütze. kimchi habe ich schon zwei mal gemacht. ich schaue mir das mit anderen gemüsen an. das ist spannend.

          • Marie

            Hallo Jörg,

            Whatsapp nutze ich gar nicht. Aber die Beweisphase für die Kinder war auch vor ca. 2,5 Jahren und dabei waren die schrittweise fotografierten Anleitungen hilfreich.
            So lange bin ich als stille Mitleserin dabei und es gibt immerhin einen kleinen aber kontinuierlichen Einfluss auf die Esskultur der Kids.
            Oh, dann bin ich auf deine Kimchiversionen gespannt!

            Ich schichte mittlerweile die Gläser richtig voll, gieße nur mit dem Salzwasser auf ( 2-2,5 gestrichene Löffel Meersalz auf 1 Liter Wasser), nehme dafür lieber viele Gewürze.

            Vielleicht ist das auch was für deine Frau , wenn der schnelle Hunger kommt?

            Mädcheneinsteigerwasserkimchi:
            In 1 Liter kochendem Wasser 2- 2,5 gestr. Teelöffel Wasser auflösen, abkühlen lassen.
            Rote Beete scheiblieren, Radieschen oder etwas weißen Rettich vierteln, Apfel scheiblieren, Ingwer hauchdünn schnippeln. Etwas Lauchzwiebel, Pfefferkörner, (optional 1-2 Chilies +1 Knofizehe scheibliert), Basilikum.

            Liebe Grüße: Marie

          • ich bin noch bis morgen abend in bayern bei der arbeit. donnerstag mache ich gemüserunde und dann schaue ich, was das für eine köstlichkeit ist.

          • wo kommt man her, wenn man irgendwas scheibliert? eigentlich hätte ich österreich gesagt, aber mindestens bayern?

  • Anne

    Ich muss hier nicht nur Polenta- Abneigung, sondern generell Grieß- Abneigung heilen. Da brüllt jeder gleich dagegen, Arme- Leute – Essen, seufz. Da sind die zB in Italien viel entspannter. Und für einen guten Grießbrei mit viel Zucker, Zimt und Butter lass ich sowieso alles stehen..

  • Carmen

    Gute Anregung!! Gab’s lange nicht u Kinder fanden es auch lecker -ok erst gemeckert “wie Grießbrei ohne was…”-aber dann nix übrige lassen.
    Im Ofen braten war super ,war mehr Platz auf dem Herd für alles andere.
    Toller allragstauglicher Blog!
    Hier war Marmelade kochen angesagt – der Gemüsemann hatte Aprikosen für Marmelade,…

    • hallo carmen, ein traum. ich mache nur noch wenig marmelade. meine frau isst kein brot mehr nur noch porridge, die kinder wollen auch keine haben. klar, ein bisschen brauche ich noch, aber im moment geht das meiste an freunde und kollegen weg. polenta sehe ich deutlich leckerer, als ich das selbst immer in erinnerung hatte.

  • Marie

    Man kommt aus der Nähe von Köln und wollte sich überflüssige Worte sparen wegen Zeitdruck;-)

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