Eicma 2025 Mailand
Ich war seit Dienstag Mittag unterwegs. Nach 2011 endlich mal wieder zur Motorradmesse nach Mailand gefahren. Ich habe am Montagabend zu meiner Frau gesagt, ab morgen ist wieder Mailand und ich würde da gerne mal wieder hinfahren. Meine Frau meinte nur, dann fahre doch einfach hin. Damit war das geklärt. Ich bin dann am Dienstag nachmittags mit dem Sprinter die 1200 Km Richtung Mailand gefahren. Morgens gegen drei Uhr war ich dann 30 km vor dem Messegelände und habe im Auto geschlafen, Morgens schnell duschen und ab auf die Messe. MIttwoch war noch Händlertag, also ohne große Besuchermassen, wie an den Publikumstagen.

Die rot markierten Hallen sind die belegten. So groß war auch mal die Messe in Köln, bis sie sich dann in den letzten 30 Jahren komplett verzwergt hat. Milano Eicma ist state of the art, wenn man wissen will, was auf dem Motorradmarkt, bzw Zweiradmarkt los ist. Auf jeden Fall haben die Italiener dafür mehr Liebe, als die Deutschen.

Auf Messen ist das Essen meistens nur teuer und schmeckt schlecht. Hier ist zwischen den Messehallen eine große Armada von Food Trucks und Pavillons, wo das Essen frisch zubereitet wird. In Italien würde sofort die Revolution ausbrechen, wenn man schlechte Pizza, pappige Nudeln, oder generell so liebloses Zeug anbieten würde.

Stilistisch sind gerade wieder die Neunziger eingezogen. Überall Farbkombinationen, die man zuletzt auf Ballonseidejogginganzügen bei rumänischen Hütchenspielern gesehen hat.

Elektromobilität ebenfalls ein Thema. Ich hätte mehr erwartet, aber nichts vermisst.

Und dann gibt es solche komischen Gefährte aus China zu importieren, bei denen der TÜV Mann und der Verkehrspolizist beide sofort einen Herzstillstand bekommen würden. Zeigen sie mal die Beleuchtungseinrichtungen, ist das wirklich durch den Crashtest gekommen, wo ist Ihr Helm, wenn sie schon keinen Gurt tragen. Tendenziell nur auf Privatgelände zu verwenden. Da kann sich jeder nach Lust und Laune, auf so ner Rolle Draht selbst umbringen.

Man beobachte auch die lustigen chinesischen Trailer für das Wahnsinnsprodukt.

Kymco (Kwang Yang Motor Corporation) ist jetzt auch schon dreißig Jahre in Europa tätig. Das war damals quasi das erste Major Label, bei dem ich einen Händlervertrag hatte, als sie hier noch ziemlich klein waren.

Das Topmodell AK 550. Die finde ich schon seit dem Erscheinen 2018 echt chic, aber ich bin halt eher kein Automatikfahrer.

Jede Menge Tuningzeug bei Malossi

Leider bin ich noch zu unbedeutend, um dort direkt in Italien zu bestellen.

Was mir sehr gut gefallen hat, war der Lambretta Stand. Die Karosserien sind zu einem Stück verschweißt worden und sehr fahrstabil. Nachdem der letzte Importeur pleitegegangen ist, macht das irgendwer anders. Ich habe eben geschaut, es ist Moteo. Die müssen halt namhaft günstiger sein als Piaggio, wenn man das verkaufen möchte. Ich schaue mir das mal an und auch, ob die ganzen Restbestände vom Markt sind, die nach der Pleite 2023 überall die Preise versaut haben, weil der Insolvenzverwalter des alten Importeurs die an jeden verschleudert hat, der bei drei nicht auf dem Baum war.

Tolle Farbgebung

Ich mag auch diese sportlichen Replica Styles.

Egal wie schnell der Eimer fährt, das sieht jedenfalls so aus, als wenn das Teil fliegen könnte.

SWM ist auch eine alte italienische Marke, die sie wiederaufleben lassen haben. Da ist die Produktion dann in Asien und hofft auf genug Leute, die denken, dass es immer noch italienisch ist. Wie bei Malaguti, Morbidelli, Moto Morini ebenfalls. Das scheint aber im Moment ein Markt zu sein, weil eine alte Marke nach der anderen, wieder aus der Gruft geholt wird.

Roller mit einer sportlichen Offroad Optik, sind im Moment ein Trend.

Piaggio Group. Da stand alles von denen, was nicht Vespa ist. Piaggio, Aprilia, Moto Kapuzzi und irgendwas habe ich bestimmt noch vergessen.

Aprilia ist auf jeden Fall eine tolle Marke

Vespa ist Optik

Die haben ihre ganze Produktion nach Indien verlagert, kassieren aber immer noch italienisch. Sollen sich selbst ficken!

Mit denen bin ich irgendwie durch

Chinesische Elektrofahrräder aus der Türkei. Produktion in China, Montage in der Türkei. Würdet Ihr sowas fahren? Sieht zumindest witzig aus, finde ich.

Quads gab es auch, aber nachdem sich die Zulassungskriterien extrem verschlechtert haben und die Zugmaschinenzulassungen nicht mehr motorradartige Fahrleistungen haben dürfen, braucht das keiner mehr für 15 bis 25000 Euro und 130 Ps, um dann damit 60 km/h schnell fahren zu dürfen. EU Probleme, die man in den USA nicht kennt. Und weil es den Rest der Welt auch nicht interessiert, betrifft es eben nur die EU Staaten.

Keine Eicma ohne Harley

Nicht nur Italiener lassen alte Marken neu aufleben. Das können die Engländer auch.

Can Am hat sein Dreirad- Quad- und “Motoradprogramm” präsentiert. Die “Motorräder” sind überteuerte Modelleisenbahnen mit Elektroantrieb. Da würde ich eher Radfahrer werden, bevor ich mir so einen Elektrotrümmer zum Puffpreis kaufen würde.

Habe ich schon erwähnt, dass die neunziger wieder da sind? Habe ich!

Lustigerweise habe ich genau solche Motorräder, original aus den neunziger Jahren im Lager stehen, die auch so farblich unpassende Farbkombinationen aus der Zeit haben. Echt geil!

Das ist noch eine original Rennbude aus den Achtzigern. 400 ccm Zweitakt. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie gerne ich so eine hätte. Kosten jetzt 15000 Euro plus.

Und eine Maschine mit Turbo von 1981. Honda hat so ein paar Klassiker gezeigt, passte ja auch toll zur aktuellen Retrowelle.

Seit über 30 Jahren ein Klassiker vor allem in Asien, die Honda Cab. Ich mag die Optik sehr, aber 85 km/h sind mir einfach zu schlapp.

Und das war mein Lieblingsstand auf der Messe. Italjet! Die waren 2002 auch schon mal pleite, aber nie wirklich weg. Fünfzehn Jahre lang haben sie immer nur Fahrzeuge gezeigt, die man nie kaufen konnte. Seit ein paar Jahren gibt es jetzt wie üblich Chinafahrzeuge mit italienischem Namen. Ich weiß nicht ob sie jetzt bessere Qualität haben als damals. Da war jeder Kunde nur Testfahrer und der Händer Seelsorger.

Aber die Roller sehen super aus und darüber werde ich mich auf jeden Fall informieren, in der Hoffnung, dass ich zur nächsten Saison wieder einsatzfähig bin.

Auch Italjet kann retro und ich habe gesehen, dass sie einen richtig geilen Sportroller mit über 70 PS in der Pipeline haben. Der sieht richtig geil aus.

Schaut Euch mal den Prügel an. Den würde ich mir auch sofort kaufen.

Dinge die sich nie ändern werden. Einer der Tartarini Söhne (Italjet Familie), beim Baggern mit einer der heißen Standdamen, die sich den ganzen Tag auf den Maschinen räkeln. Die Szene habe ich in den letzten dreißig Jahren auf jeder EICMA gesehen, bei der ich war. Stabil!

Royal Enfield ist eine alte englische Marke, die mittlerweile schon über 30 Jahre in Indien produziert wird und in den letzten 15 Jahren in Europa einen ziemlichen Aufschwung hatte. Ich habe bis heute keinen Bock auf die, weil sie keine Motorisierung um die 100 PS, oder mehr haben, aber die sind halt solche Motorradblondinen, die zwar keine Funktion besitzen, aber schön anzuschauen sind. Sollen angeblich auch nicht mehr schon im Katalog rosten.

Macht auch im Wohnzimmer eine gute Figur

Sieht aus, als wenn darauf schon die Preußen geschossen hätten. Mir zu langsam.

Dafür habe ich auch ein Herz. Asiatisches Schniggeldi wie Rucksäcke mit LED, die ständig das Bild wechseln und Anbauplünnen und Ersatzteile. Darum kümmere ich mich nach der Messe. Da ist das Hauptproblem, dass man jetzt jeden Chinesenscheiß nicht mehr nur über Importeure und Großhändler bekommt, sondern links und rechts vorbei an den traditionellen Vertriebswegen, direkt zum Endkunden über Temu, Ali Express, Amazon und Ebay, nur um ein paar zu nennen. Vieles kann man sich als Händler deswegen einfach sparen, weil man preislich nicht mithalten kann und immer nur dumme Gespräche führen soll, warum man das teurer verkauft, als der Chinese.

Nach der Messe noch schnell zu Metro Italia und ein paar Dinge gekauft, die es in Deutschland nicht gibt

Danach habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht, aber dieses Mal nicht wieder durch die Schweiz, sondern durch Österreich gefahren, weil ich keinen KFZ Schein dabei habe (liegt noch in Berlin in der Werkstatt seit dem TÜV) und mein Glück nicht überstrapazieren wollte, weil es auf der Hinfahrt geklappt hat. Da die Schweiz nicht EU ist, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch angehalten zu werden, wenn man einen 3,5 Tonnen Kastenwagen fährt und ich hatte auch keine Lust, mich über jede Flasche Cola zu unterhalten, ob die schon aus Deutschland mitgebracht war, oder in der Schweiz, oder Italien gekauft wurde und was die sonst noch für Themen eröffnen.

Über Österreich ist noch ein bisschen weiter zu fahren, aber ich war in Brescia noch erfolglos im Factory Outlet und was auch entscheidend war. Österreich ist EU und dann spielt der Mobilanfunkbieter nicht komplett Scheibe, wie in der Schweiz, wo man für 330 mb jeweils € 2,99 bezahlt, die man in 10 Minuten durch sein Telefon orgelt und dann fährt man da drei Stunden durch die Schweiz. Das waren auf dem Hinweg drei sehr ruhige Stunden, kann ich Euch sagen. Jetzt hat Deutschland mich wieder und ich bin sehr froh die Reise gemacht zu haben.
Schicker interessanter Kurztrip ins Kernland der sylishen Knatterkisten….
Den maximalen Fun hatte ich bei den Chinesischen E-Mobilen; speziell der Missgeburt
von einem “Kriegskartoffetransporter ” auf den Fotos 5 & 6. Aufm Monitor sieht man
gut, dass der Fahrersitz grad eben so noch über der Vorderachse ist. Ohne Zuladung
mit schweren Arbeitsschuhen und vorgebeugt bissele bergab peesen > zack haste
die Fresse im steinigen Waldboden vergraben ( die Freuden des Schwerpunkts…..).
Charlie Chaplin hätt sich sowas dummes nicht besser für nen Slapstick ausdenken können. 🙂
Aber den Bugattimäßigen blauen Einsitzer daneben hab ich mir genau angeschaut…
hat was; tatsächlich Style irgendwie. Luftgekühlter Fahrersitz passt schon mal.
Diese Lambretta Replicas fand ich auch arg schön – ja, sehr schnittiges Design; bravo.
Die cinesisch türkischen EV Bikes sind ja ganz hübsch, aber das gibt’s in besser;
die Rahmen usw. sehen aber schon arg lumpig aus- eher Finger weg.
Für BSA und Royal Enfield bist du einfach noch zu jung und ungestüm.Das legt sich…
Der Italjet Stand ist wohl echt das Highlight: Die ersten beiden Retros sind wirklich
wunderschön. Die hinten ist fast schon so ne famose Honda Monkey, Die waren mal
in Heidelberg legendär, weil angeblich jemand mit so ner brachial aufgebohrten rasenden Affenschaukel mit 120 in Pfotzheim von den Bullen geblitzt wurde.
Die restlichen Modelle ab dem Dragster find ich zu wannabe, aber das Standfoto mit
der gefälschen Tina Turner ist allerfeinst. Guck’s dir nochmal genau an und frage dich,
was genau denn die Lady in ihrer rechten Hand hält – ist das noch der Gasgriff oder
schon was anderes ??
Also, wenn du das mit vollster Absicht genau in dem Moment und exakt diesem Blick-
winkel aufgenommen hast bist du echt ein abgefeimter Paparazzi. Pfui du Ferkel… 😉
Der nackte Chinese ist mit Verbrenner, hat man auf dem Video gehört und gesehen. Die Standdamen auf dem Italjet Stand sind so legendär wie die drei anverwandten Musketiere. Der Typ macht echt seit dreißig Jahren nichts anderes, als auf Messen die schärfsten Standhasen anzugraben. Ich habe ihn mit meiner vorherigen Lebensabschnittsverschönerin auch schon mal synchronisiert. “Äh Bellissima, maken wir Amore nach die Feierabend, isse nur 10 Minute”. Der habe ich das Bild auch geschickt und sie hat sich spontan halbtot gelacht und wusste auch 24 Jahre später noch wer das ist und was er macht.
Hihi, hübsche Anekdote, glaub ich sofort;
aber mal unter uns – ist’s nich besser das Moped ist sauschnell als der Sohn
vom Cheffe? ..isse nur 10 Minute 😕 na dankeschön.
Damals hatten sie nur maximal 200 ccm mit 18 PS, oder so. Da war der Sohn vom Chef noch schneller als der Roller 😉
Der Latin Lover ist doch nur eine Legende. Wir Bayern sagen dazu Haserer.
Wird sich jeder denken können, was damit gemeint ist.
Wurde der Auftritt der heißen Schnitten denn auch ordnungsgemäß von einer Frauenbeauftragten mit Doppelnamen abgesegnet?
@ Barbara
So nem echten Haserer aus südlichen Regionen ( obwohl, das Phänomen scheint in
Bayern auch Thema zu sein..achso klar ; ist ja auch irgendwie südlich )
ist die Gleichstellungslady doch schnurzpiepegal.
Der sucht nur nen freien Sitzplatz auf den er geschwind mal mit aufspringen kann.
In Italien doch nicht. Da freut sich eine Frau, wenn man sie als Frau wahrnimmt und ihr Komplimente macht, auch wenn sie hinterher nicht die Schenkel für einen spreizt. In Deutschland ist das glaube ich, total für die Tonne.
Komplimente machen geht deiner Meinung nach hierzulande nicht ?
Sorry, aber das ist totaler Schmarrn. Ich mache gerne und häufig Komplimente.
Speziell zu geschmackvoller Kleidung, ner schönen Frisur oder dollen Schuhen
oder auch Schmuck usw.
Sowas fällt mir einfach sofort auf und ich habe das auch schon schon oft in
total unpassenden Situationen ganz unbedacht und einfach so direkt zu z.T. mir unbekannten Frauen gesagt. Mir hat echt noch keine dafür die Augen ausge-
kratzt oder mich groß angebrüllt. Manchmal haben sie erstmal geschwind doof
geguckt, aber dann haben sie mich angelächelt und sich doch ziemlich darüber gefreut. Da macht einfach der Ton die Musik und das Leben könnte doch so
viel schöner sein, wenn alle sich mal ein wenig Aufmerksamkeit und ein freund-
liches Lächeln oder einfach ein “Dankeschön” schenken.
Dafür sind natürlich Italien oder Frankreich die besseren Lebensorte..
Früher konnte man auch mal bringen, dass man gerne wissen möchte, wie sich die andere Person von Innen anfühlt, und durfte dann mal fühlen. Heute quasi undenkbar und den kann man auch keinem mehr als Anmachtipp weitergeben. Letztens habe ich bei einer Frau einen lustigen gelesen. Ich setze mich auf Dein Gesicht und Du sagst mir was ich wiege. Die hatte jedenfalls keinen Problempony.
Tjaja, so lustig war einst das Bikerleben…
Aber sag mal, was zum Teufel ist denn ein Setzei ( Rezept heute) ?
Ist das der Chatname von der Lady mit der interessanten
Gewichtsprobe ?
Nein, Das Setzei wird einseitig in der Pfanne gegart, während ein klassisches Spiegelei von beiden Seiten gegart wird, oft unter Zugabe eines Deckels für gleichmäßige Wärme.
Na, beim nächsten Mal muss ich den Scherz als solchen kennzeichnen.
Passt schon.