Huhn mit Mandarinensoße

Schnelles Essen mit Pfiff, saisonal und überregional. Ich hatte noch ein Kilo Hühnerbrust und die Woche ging auf das Ende zu. Es war klar, dass ich mit den Kindern nach Bremen fahre und länger liegen lassen konnte ich das Fleisch nicht mehr, ohne vorher damit irgendwas konservierendes anzustellen. Also habe ich mir überlegt was ich damit mache, um das Fleisch zu retten und vor allem um etwas “besseres” daraus zu machen, als man damit normal machen würde. Hühnerbrust ist ja ganz nett, aber im Prinzip häufig Schema F. Da gehe ich dann meine Bestände durch und reime mir irgendwas zusammen, von dem ich mir vorstellen kann, dass es einen Mehrwert auf dem Teller darstellen könnte.  

Zutaten:

1 Kilo Hähnchenbrust
3-4 bio Mandarinen
Salz
Pfeffer
150 Milliliter trockener Weißwein
3 Lorbeerblätter 
3 Wacholderbeeren
1 Teelöffel Meersalz zum Marinieren
Pfeffer
Zwiebel
1 gehäufter Esslöffel Mehl
200 Milliliter Brühe
1 Topf Sahne 200 Gramm
1 Prise Zimt
 20 Gramm Butter für die Soße
15 Gramm Butter zum Braten für das Fleisch
Petersilie als Deko
Salz und Pfeffer zum Abschmecken der Soße.

Hähnchenbrust in einen verschließbaren Behälter legen. In diesem Fall ist es eine Gefrierdose, Herkunft Ikea.

1 Teelöffel Meersalz

Normales Salz geht auch, aber ich bilde mir ein, dass Meersalz besser schmeckt, als Salz aus einem Salzstock

Pfeffer aus der Mühle

3 Wacholderbeeren und 3 Lorbeerblätter

150 Milliliter trockener Weißwein

Hier sind meine bio Mandarinen. Die dürfen nur bio sein, weil man sonst die Schale nicht gebrauchen kann. Die habe ich im Mix Markt für Kilo 70 Cent im Ausverkauf bekommen, aber die waren mit Rewe ausgelabelt. Die muss man also auch bei Rewe bekommen können, für viel mehr Geld. Ich kaufe sowas immer im Ausverkauf am Samstag Nachmittag. 

Mandarinen mit Schale in dünne Scheiben schneiden und das Fleisch damit von allen Seiten bedecken.

Jetzt ist vier Tage später und so lange habe ich das Fleisch in der Marinade durchziehen lassen. Man sagt, dass Marinade einen Zentimeter pro Tag in Fleisch einzieht. Das ist jetzt also einmal richtig durch. 

Fleisch aus dem Behälter holen und auf eine Arbeitsplatte legen

Die Hühnerbrüste trennen und mit einem scharfen Messer dünn aufschneiden. 

Der Plan ist das Fleisch so dünn zu schneiden, dass es in 2 bis 3 Minuten pro Seite gebraten wird und dann durch ist, ohne das man es noch im Ofen nachgaren muss, sondern da nur noch warmhalten kann, wenn man mehr hat, als in einem Rutsch auf den Teller für den Tisch verschwindet. In der Woche geht es bei mir immer um Zeit, damit die Kinder rechtzeitig ins Bett kommen. 

Zuerst einen Schmetterlingsschnitt machen, damit die Fläche verdoppelt wird

Danach das Fleisch erneut dünner schneiden. Bei Hähnchenbrust geht das ganz gut, weil sie von Haus aus recht dick ist. 

Wie immer dauert die Soße am längsten, also fangen wir mit der an. Das ist jetzt keine Aussage darüber wie lange Beilagen dauern. Nudeln, Kartoffeln, Gemüse. Aber wenn ich das Fleisch und die Soße als Einheit betrachte, dann dauert die Soße länger als das Fleisch in der Pfanne. Ich hatte dazu Nudeln (8 Minuten, wenn das Wasser kocht) und Fenchel (anklicken), der mit Schneiden maximal 15 Minuten gedauert hat. Die Soße soll aber immer 20 Minuten einkochen, weil Mehl dran ist, das man dann nicht mehr schmeckt. 

Butter in der Pfanne erhitzen. 

Die Mandarinen aus der Marinade in die Pfanne werfen. 

5 Minuten die Flüssigkeit rausbraten, dann einen gehäuften Esslöffel Mehl in die Pfanne geben. 

Die Marinade in die Pfanne kippen. 

200 Milliliter Brühe 

200 Gramm Schlagsahne

Kurz wieder auf Temperatur bringen und dann in einen kleinen Topf umziehen lassen und auf der kleinsten Herdplatte auf kleinster Temperatur einkochen lassen. 

Wenn die Soße zu dick werden sollte, mit Wasser, Weißwein, oder Brühe wieder verdünnen. 

Butter für das Fleisch in der Pfanne erhitzen. Backofen auf 80 Grad einstellen. 

Die Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

1 Prise Zimt

Die würde ich aber nur vor Weihnachten zur Soße geben. 

Fleisch je nach Dicke und Größe 2 bis 3 Minuten pro Seite braten. 

Das ist schon gar, wenn es aus der Pfanne kommt, ich stelle es nur im Ofen warm, bis die zweite Pfannenladung fertig ist, weil man nie mehr als 500 Gramm Fleisch zur Zeit anbraten soll. Sonst bekommt man keine Röstaromen, sondern die Pfannentemperatur sinkt zu stark ab und das Fleisch verliert Flüssigkeit, statt Farbe zu bekommen.  Das ist der worst case!

Als Beilage gibt es Fenchel (anklicken)

Die Soße ist ein richtiger Stiefel. Sehr aromatisch mit dem Geschmack der Mandarinen, die 4 bis 5 Tage in der Marinade lagen und die Schale gibt einen leicht bitteren Nachgeschmack. Salz und Pfeffer runden den Geschmack ab. Kinder werdet Ihr damit nicht hinter dem Ofen hervor locken, aber Aperol- und Camparitrinkerinnen. Die sahnige Konsistenz mit der bitteren Note ist so geil, wie sie fortgeschrittene Geschmacksnerven erfordert.  

Soßenspiegel auf dem Teller ausbringen. 

Fleisch darauf ablegen. Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen. 

Mandarinen aus der Soße auf dem Fleisch drapieren. 

Vielleicht noch ein Klecks Soße von oben und Petersilie als Deko

Als Beilage habe ich ganz kurz geschmorten Fenchel, der dazu wie die Faust auf’s Auge passt. Man kann Nudeln, oder auch geröstete Kartoffeln dazu essen.  Das fühlt sich auf jeden Fall wie ein Gericht für die kalte Jahreszeit an. 

Ich war in 45 Minuten mit dem Essen am Start. Das finde ich für die Woche sehr solide, aber das schmeckt so gut, dass es sich auch nachhaltig für das Wochenende empfiehlt. 

Zartes Fleisch, tolles Aroma der sahnigen Mandarinensoße und toller Fenchel auf einem Teller. 

Schnell, einfach, günstig essen wie bei Königs… 

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

2 Kommentare

  • Sagen Sie mal, Herr Glatzkoch…

    warum gibt es hier eigentlich keinen Lieferservice bei Ihnen?
    Oder eine Kooperation mit BoFrost?
    Immer will ich bestellen, immer finde ich den Bestellbutton nicht.

    Ihre Kundin in spe

    Altes Mädchen
    (die jetzt frustriert nackte Mandarinen ohne alles futtert)

    • jetzt sehe ich den kommentar auch. vorhin hat mich schon jemand auf den bofrost kommentar angesprochen und ich wusste nicht, worum es ging. m punkt, bis du das gefrorene zeug heiß hast, bist du mit meinem rezept auch schon am tisch. oder du lädst dich bei uns zum essen ein. gruß jörg

Antworte auf den Kommentar von M Punkt Antwort abbrechen

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