Lahmacun – die Antipizza

Ich liebe Lahmacun. Früher habe ich das auch öfter auswärts gegessen, aber meistens kommen die Teile aus der Fabrik, wenn man sie beim Dönermann isst und dann ist das mittlerweile auch ein echt teures Vergnügen geworden. Vor ein paar Jahren hat man mit Salatfüllung noch zwei Euro fünfzig bezahlt, jetzt ist man mit sechsfünfzig nach günstig dabei. Ich mache Lahmacun was den Teigfladen betrifft vegetarisch und verwende kein Hackfleisch darauf. Die Leute nennen dieses vorzügliche Gebäck nur deswegen “türkische Pizza”, weil sie zu faul sind “Lahmacun” zu lernen und außer dass der Teigfladen häufig rund ausgerollt wird, hat es weder beim Teig, noch beim Belag etwas mit Pizza zu tun. Man findet das Gericht in der Türkei, Südosteuropa und in der Levante, natürlich immer mit regionalen Eigenheiten und Abwandlungen.

Zutaten:

Teig:

1000 Gramm Weizenmehl
1 Beutel Hefe
450 Milliliter Wasser
1 Esslöffel Salz
60 Milliliter Öl für den Teig
4 Esslöffel Joghurt
4 Esslöffel Olivenöl um den Teig nach dem Kneten einzuölen

Belag:

250 Gramm Zwiebel
1 große Möhre
2 Paprikaschoten Farbe egal
300 Gramm Tomaten
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
4 Esslöffel Paprikapaste (anklicken), oder Ersatz Tomatenmark
1 Schuss Öl
2 Knoblauchzehen
1/2 Teelöffel Kreuzkümmel
1/2 Teelöffel Koriander

Mehl abwiegen und in eine Rührschüssel geben

450 Milliliter Wasser mit einem Beutel Trockenhefe vermischen. Einen Esslöffel Zucker zufügen

Hefe mit dem Wasser und dem Zucker verrühren

Mulde ins Mehl drücken

Wasser mit Hefe in die Mulde gießen

Das soll sich nicht mit dem kompletten Mehl vermischen, sondern in der Mulde bleiben.

Salz auf den Rand geben, nicht ins Wasser

Türkischen Joghurt, mit 10 % Fettgehalt auf den Mehlrand geben. Das soll sich erst vermischen, wenn die Hefe arbeitet.

60 Milliliter Rapsöl

Ebenfalls auf den Mehlrand gießen

Die Schüssel eine viertel Stunde ruhen lassen, damit die Hefe anspringen kann.

Man erkennt es an der leicht schäumenden Hefe, wenn es Zeit zum Kneten ist.

Teig zehn Minuten kneten

Nach dem Kneten mit Olivenöl einreiben, dann klebt er hinterher niemals an den Händen

Teig mindestens eine Stunde, aber lieber zwei Stunden abgedeckt aufgehen lassen

Das gesammelte Gemüse in der Aufstellung wird zerkleinert.

250 Gramm Zwiebel
1 große Möhre
2 Paprikaschoten Farbe egal
300 Gramm Tomaten
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
4 Esslöffel Paprikapaste (anklicken)
1 Schuss Öl
2 Knoblauchzehen
1/2 Teelöffel Kreuzkümmel
1/2 Teelöffel Koriander

Knoblauch pressen

Paprika, Möhren, Tomaten auf der Standreibe zerkleinern

Salz, Chili, Koriander, Kreuzkümmel Öl, Paprikapaste, die Ihr natürlich auch gekauft verwenden könnt.

Alles kneten

Wenn der Teig bei mir zwei Stunden gegangen ist, rolle ich sechs Lahmacun auf Backpapier aus und bestreiche sie mit dem Belag

Heute gibt es die Lahmacun mit einem sensationellen Stück Kalbstafelspitz aus der Pfanne, das zeige ich Euch auch noch

Backofen auf Umluft und Vollgas einschalten und maximal aufheizen. Bei meinem Ofen kommen 280 Grad heraus und dann dauert es 6 Minuten. Bei Euch können es auch 5, oder 10 sein. Schaut es Euch beim ersten Versuch an, wie der Teig reagiert.

Noch mit ein bisschen glatter Petersilie bestreuen und immer eine Zitrone in der Nähe haben, mit der man noch ein paar Spritzer Zitronensaft darüber verteilen kann.

Man kann auch Schiffchenform backen. Das gefällt mir immer besonders gut. Lahmacun ist knusprig und auch luftig, Geschmacklich super gemüsig, mit einem schönen Mundgefühl. Einer meiner Allzeitfavoriten.

Die Salate zeige ich Euch auch noch

Und das Fleisch. Das finde ich sehr geil, wenn man daraus nicht immer gleich irgendwelche krachledernen Hochzeitsgerichte macht, sondern den Sommer auch auf dem Teller erkennen kann.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

4 Kommentare

  • Vivian

    Bei mir kommt das Grünzeug auf die (unzerteilte) Lahmacun und wird dann eingerollt… aber warum nicht mal so.

    • ich kenne dieses Zusammenrollen nur beim Dönermann. Wenn Du Lahmacun im Restaurant ist, wird das so in Stücke geschnitten und nicht gerollt.

      • Haifisch

        Ich kenne Lahmacun nur als Streetfood, gerollt.
        Ich bin noch nie auf die Idee gekommen,
        in ein türkisches Lokal zu gehen.

        Ich esse sehr gern Döner,
        lieber noch Shawarma und Lahmacun.

        ABER: mit diesem immer häufigerem
        Wurstbrät kann man mich jagen.
        Bitte gestecktes Fleisch, frisch geschnittenes Gemüse
        und eine selbstgemachte Sosse,
        nicht diese widerliche schmierige Fertigsosse.

        In Berlin bedeutet das: nur Läden, die
        sehr viele Kunden haben, kommen in Frage.
        Dann schmeckt das aber richtig gut.

        … und ein Nachsatz:
        .. am leckersten wars vor 30 Jahren.
        Da war ich recht jung, hungrig und gesund.
        Ich hab das Zeug dauernd gefressen,
        im Gehen, Stehen und in der U-Bahn.

        Heute geh ich in so einen Laden rein,
        durchaus nostalgisch angehaucht,
        will mir sowas kaufen,
        und geh oft einfach wieder.
        Ohne Essen.
        Es riecht schon falsch,
        und die Phalanx der Fertigprodukte,
        die die bekifft grinsenden Jungtürken da feilbieten,
        die schreckt mich ab, mag ich nicht.

        Streetfood statt für 4 Mark für 12.50 Euro.
        Das war früher gut und billig,
        heute ist es schlecht und sehr teuer.
        Früher frisch und lecker,
        heute fast nur Fertigprodukte.
        Hinterm Laden türmt sich das Plastik.

        Tja, ich werde alt, früher war alles besser, sicher,
        vor allem der Döner und Shawarma und Lahmacun 😉

        • Ich mochte überhaupt keinen Döner, bis ich nach Berlin gezogen bin und dann dauerte es auch noch ein paar Jahre, bis ich das überhaupt gegessen habe. Ich mochte den Geschmack nicht. Sehe ich auch so, die Fleischqualität ist meistens Grotte, so wie Schuhcreme. Da ist auch der Kunde schuld, wenn er es mit sich machen lässt. Wenn keiner mehr kaufen würde, müssten sie bei der Qualität wieder hochgehen. Früher hieß das Döner, jetzt heißt es nur noch Drehspieß, weil der Fleischanteil unterschritten wird. Es gibt aber eine Gegegenbewegung und da nehmen sie dann richtiges Fleisch und nennen es Steakdöner. Der kostet dann aber auch richtig Geld. So ein Mittelweg wäre gut und dass sie nicht alles aus dem Eimer nähmen, sonder frisch herstellen.

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