Fladenbrot mit 70 % Hydration
Fladenbrote sind eine Wissenschaft für sich und die meisten Leute kaufen sie sich einfach beim Türken, Orientmarkt, oder im Supermarkt zum Aufbacken. Ich mochte Fladenbrot schon seit meiner Berufsausbildung sehr gerne und habe die in Bremen immer bei der Bäckerei Altun gekauft. Die waren zu der Zeit echte Pioniere und mittlerweile gibt es sie leider nicht mehr. Meine Frau hatte zu Fladenbroten nie eine positive Beziehung und behauptete immer, dass sie keines mögen würde, bis ich angefangen habe selbst welche zu backen. Normal ist Fladenbrot mit 50 % Hydration, also eher trocken mit 500 Milliliter Wasser auf ein Kilo Mehl. Hier habe ich eine 70 % Hydration gemacht. Dazu gehört schon ein bisschen Mut, weil der Teig gewöhnlich sehr klebt, wenn man keine Teigübernachtung im Kühlschrank hat. Mein Gamechanger ist aber einfaches Rapsöl. Damit verhindert man, dass der Teig klebt. Mehr Hydration geht auch besser auf und wird ingesamt luftiger, ist also sehr zu empfehlen.

Zutaten:
1 Kilo Weizenmehl
2 Teelöffel Salz
2 Teelöffel Zucker
700 Milliliter Wasser
2 Tüten Trockenhefe (15 Gramm)
60 Milliliter Öl zum Kneten
Sesam
Schwarzkümmel
3 Esslöffel Öl zum Gehen
3 Esslöffel Öl nach dem Gehen vor dem Formen

Mehl in eine Rührschüssel geben und Wasser abmessen und ebenfalls in die Schüssel gießen. Falls Ihr Angst davor habt, die Hefe mit Temperaturen umzubringen, nehmt einfach kaltes Leitungswasser. Dann geht die Hefe garantiert auf, dauert halt einen Moment länger. Wer keine Angst hat, nimmt lauwarmes Wasser, das darf nicht über 37 bis 39 Grad warm sein. Kann man gut daran feststellen, wenn es noch angenehm an den Händen ist, wenn man es anfasst.

Hefe

Salz

Zucker

60 Milliliter Rapsöl

Teig zehn Minuten kneten

Nach zehn Minuten kneten muss der Teig mindestens eine Stunde ruhen, lieber zwei Stunden.

Nach dem Kneten, vor dem Ruhen, kommt Öl in die Schale. Mit einem Teigschaber wird der Teig vom Schüsselrand geholt und das Öl soll auch unter den Teig gehoben werden. Es entsteht eine Teigkugel die man in der Schüssel drehen kann.

Abgedeckt den Teig aufgehen lassen

Das ist der Teig nach zwei Stunden. Der ist so feucht wie der mit 70% Hydration ist.

Nochmal Öl drübergeben und wieder an den Seiten runterlaufen lassn. Das ist der Teig total griffig und klebt null und ist sehr gut zu verarbeiten

Teig auf Backpapier legen

Teig in vier Stücke schneiden

Teigstücke der Reihe nach hochheben und zu Teigfladen formen

Teigfladen von oben mit einem Messerrücken eindrücken und Mulden formen

Mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen. Wer das nicht hat, kauft es sich für das nächste Fladenbrot. Das ist nicht kriegswichtig, aber nice to have. Fladenbrote 15 bis 30 Minuten aufgehen lassen.

Den Backofen auf 230 Grad Umluft aufheizen und die Fladenbrote 13 bis 15 Minuten, je nach Ofen backen

Die sehen doch super aus

Ich bin ja ein großer Freund meines angestammten Fladenbrotes, aber das kann dagegen auf jeden Fall bestehen

Zur Feier des Tages gab es dazu jede Menge Dipps und kleine Sauereien, die ich Euch auch noch zeigen werde. Humus, Joghurtdipps, jewels mit gegrillten Zucchini und Auberginen, Quark mit Radieschen, Hummus, scharfen kalten Bohnensalat.

Wenn man das haben kann, dann braucht mal kein Fleisch.

Trotzdem gab es dazu auch Kikeriki als Tellergericht. (Rezept kommt). Das Fladenbrot passt auch super zu Gyros, oder selbst gemachtem Döner und am nächsten Tag geröstet ganz hervorragend zu Nutella, oder Erdnussbutter.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.
So viel Wasser im Teig.
Das probiere ich mal aus.
Mit glutenfrei wird das nicht gehen, fürchte ich.
Aber als Mitbringsel – mit normalem Mehl, das geht sicher.
ich hatte bei dem glutenfreien Mehl letztens den Eindruck, als wenn das mehr Wasser braucht, als dieses Hausfrauenmehl? Was dann zu klebrig ist, gleicht man mit Öl aus.
@Jrg: Bei Fertigmischung könnte das stimmen.
Da ist Guarkern oder sowas drin (als Zusatz).
Bei selbstgemischten Mehlen ist es schwieriger.
Ohne Zusatz ist das sowieso sehr klebrig und flüssig.
Mit Flohsamen als “Glutenersatz”
hab ich es noch nie flüssig gefahren.
Ich war froh, wenn es formbar blieb.
Öl ist tatsächlich das Zauberwort.
Klebt nicht und schmeckt auch noch gut.
Mir fällt grade auf,
warum sollte es nicht doch gehen,
flüssiges Brot backen.
Kuchen ist ja immer flüssig,
und wird beim Backen fluffig und fest…
Ich probiere das mal.
Ich hatte doch drei Tüten glutenfrei von Schär im Schrank. Das letzte habe ich zu Pizza verarbeitet und das wurde total bröselig und fest bei einer 65 % Hydration.
glutenfreie Pizza:
ach schau an, Schär ist also schon mal aussortiert.
Du beschreibst genau das Problem bei glutenfrei:
Das wird schnell so eine Art
fester unleckerer Keks mit Luftlöchern.
Deswegen wollte ich auch selber mischen.
Die Mehle, die ein bisschen besser Feuchtigkeit halten.
Das war ganz schrecklich in den Händen und nicht gut zu formen, ging auch nicht auf und war super keksig. Würde ich mir nicht wieder kaufen, auch wenn es wieder Resterampe für einen Euro wäre.
Das ist wirklich irre, was man hier lernt.
Das lerne ich auch nur so nebenbei