Zwiebelsuppe
Zwiebelsuppe ist ein Klassiker der französischen Bistroküche und in Deutschland stand das in den achtziger und neunziger Jahren ebenfalls auf jeder Speisekarte. Damals wurde auch viel Pernod, oder anderer Pastis getrunken, in Deutschland natürlich mit Cola gemischt. Ich weiß noch als ich mit fünfzehn in Frankreich, in einer Kneipe Cola-Pernod trinken wollte und der Wirt hat sich total aufgeregt, aber nicht weil ich erst fünfzehn war, sondern weil ich statt reinem Wasser, Cola zum Mischen verwenden wollte. Wo waren wir? Ach ja, Zwiebelsuppe. Ich habe die im Prinzip wie eine Spargelsuppe als Basis gekocht, natürlich ohne Spargel, aber mit den Schalen und Abschnitten der Zwiebeln. Ich nehme ein Kilo Zwiebeln Einlage, wenn ich bei Null anfange. Hier habe ich parallel aber Zwiebelkonfitüre gekocht und hatte mehr Grundmasse zu verarbeiten

Zutaten:
1 Kilo Gemüsezwiebeln
1 Esslöffel Salz
reichlich Pfeffer / Chiliflocken
3-4 Liter Wasser
5 Knoblauchzehen
80 Milliliter Rapsöl
3 Esslöffel Kräuter der Provence bestehend aus:
Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Bohnenkraut und Majoran, Oregano, Lorbeer zu gleichen Anteilen.
200 Milliliter trockener Weißwein
8 Wacholderbeeren
4 Lorberblätter
Toastbrot (selbst gebacken)
Käse mit guten Schmelzeigenschaften

Hier wässere ich gerade die Abschnitte meiner Zwiebeln von der Zwiebelkonfitüre, aber wenn man das nicht hat, gibt das für dieses Rezept verwendete Kilo Gemüsezwiebeln auch Geschmack und Farbe ab. Das zeige ich Euch auch noch.

Zwiebelschalen aufkochen

30 Minuten köcheln lassen

Nach dreißig Minuten hole ich die Zwiebeln und Schalen mit dem Schaumlöffel aus der Wasser

Das Gemüse wird entsorgt und hat seine Schuldigkeit getan

Die verbliebene Flüssigkeit im Topf gieße ich durch ein Sieb in einen kleineren Topf, in dem ich die Flüssigkeit weiter reduziere

Das wird die Flüssigkeitsbasis für die Zwiebelsuppe.

Aufkochen

Jetzt kommt die Einlage für die Zwiebelsuppe

Zwiebeln häuten

Zwiebeln grob zerteilen, damit sie durch den Durschlaufschnitzler der Maschine passen.

Schriiiiiiiiiiiiiing

Die Zwiebeln in den Topf hobeln

Rapsöl in den Topf geben.

Topf bei Vollgas erhitzen

Zwiebeln glasig anschwitzen

Fünf Knoblauchzehen in den Topf pressen

Die Zwiebeln bekommen langsam Farbe, das ist auch gewollt.

Das ist jede Menge Wasser raus und daher kommt die Farbe.

Salzen

Chiliflocken

Kräuter der Provence, tatsächlich selbst gemischt.

Wenn die Zwiebeln nach circa 45 Minuten reduziert sind, kommt die Redukton aus dem Zweiten Topf hinzu

Einmal Zwiebeln mit Reduktion

Lorbeerblätter und Wacholderbeeren

Trockenen Weißwein

Aufkochen lassen und dann noch eine Stunde bei geringer Hitze simmern lassen

Ich hatte richtig Lust auf eine Zwiebelsuppe wie früher, nur besser.

Suppe in eine Schale geben

Selbst gebackenes Toast würfeln

Brotwürfel zur Zwiebelsuppe in die Schale geben

Mit geriebenem Käse bestreuen

Die Suppenschale in den Backofen stellen, oder wie hier zu sehen in die Heißluftfritteuse stellen. 8 Minuten bei 200 Grad

Amtlich geschmolzen und das Brot ist oben knusprig

Geschmacklich ist es großes Kino. Könnte ich jeden Tag essen.

Den Rest Zwiebelsuppe habe ich kochend heiß in Gläser abgefüllt

Gläser bei 100 Grad für eine Stunde in den Ofen gestellt

Die halten jetzt bis zur nächsten Eiszeit, wenn sie vorher nicht verzehrt werden. Sehr retro und sehr geil.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit
Zwiebelsuppe..
Das weckt Erinnerungen an was ganz Grausliches.
Eingeweichtes Brot.
Geht bei mir gar nicht, andere lieben es.
Die Suppe an sich ist echt gut.
Für mich bitte ohne Brot und Käse.
Als Beilage gern überbackenes Käsebrot.
Aber ganz sicher nicht in der Suppe eingeweicht.
Meine Eltern gehörten in die Generation Zwiebelsuppe.
Und entsprechend oft gab es das.
Die haben sich schier hineingelegt.
Ich habe das nie verstanden.
Erst als ich auf die Idee kam,
das Brot extra zu reichen,
erst dann konnte ich der Zwiebelsuppe etwas abgewinnen.
Einfach und lecker.
Ein nostalgisch schwelgender Haifisch
Brot separat zu überbacken ist auch eine smarte Idee
ich überbacke das brot immer separat und lege es dann aber auf die suppe…. so ist es noch ziemlich knusprig…. aber ich liebe zwiebelsuppe auch…. bei mir kommt noch weißwein mit rein… ohne den geht es für mich nicht… wo kinder sind, muss man damit aber aufpassen….
Die Suppe kocht so lange, da soll sich keiner mit Weißwein anstellen.
ich hatte übersehen, dass bei dir auch weißwein drin ist….. ja, der ist für den geschmack wichtig….. ich weiß nicht, wie lange man die suppe kochen muss, damit der alkohol komplett verdampft…..
Ist auch total egal, wir leiden ja nicht an Parannoia.
Ich kenne das auch so;
Suppe richtig heiß in den Teller, geriebener Käse nach belieben dazu und wenn ge-
schmolzen frisch geröstete ( am besten Baguette) brotwürfel dazu.
Kurz eintunken und sofort mit nem Löffel alles ab ins Maul — puuh, heiß….autsch…..
Superkombi: Suppe würzig, Käse fettig, Croutons crunchy.
Das mochte ich schon als Grünschnabel….
Ich kannte vieles nur vom Sehen, weil meine Eltern beim Essen so konventionell waren. Zuhause sowieso nicht, maximal auswärts aber auch da nur deutsche Gastronomie
Wir lieben Zwiebelsuppe, es gab sie bei uns schon seit ca. 1986. Damals in einem Rezept in einer Kochzeitschrift aus der DDR gefunden. Da gab es auch das Rezept für Ochsenschwanzsuppe, die wir regelmäßig “zelebrieren”. Ich habe Kochzeitschriften und Kochbücher gesammelt, lese gerne mal darin. Als unsere Kinder selbtständig wurden, haben sie einselbstgefertigste Kochbuch mit auf den Weg bekommen. Natürlich mit Rezepten die es bei uns gab. Es wird nachgekocht, natürlich gibt es auch Abwandlungen. Meine Oma mütterlicherseits hat war in einem VEB als Küchencheffin tätig. Sie hatte damals (1925) schon auf eine Ausbildung als Wirtschaftsleiterin für die Arbeitgeberin. Ihr unterstand die Küche für Leute und Herrschaften. In den damals in der DDR noch üblichen Ferienlagern war sie immer präsent als Wirtschaftsleiterin. Ich bin damals als Studentin (Lehrer) immer als Gruppenleiterin für etwa 20 Kinder in den Ferien mitgefahren. Das Essen (4 halbe Schnitten, jede anders belegt) war immer bestens. Wer immer noch mehr haben wollte, konnte sich an Schmalzschnitten satt essen, natürlich selbst gemacht. Das Mittagessen konnte “gewünscht” werden. Wir waren mit den Kindern Heidelbeeren sameln, die es dann auch am nächsten Tag mit Hefeklößen gab. Auch sonst wurden Wünsche gerne aufgegriffen.
Die Ochsenschwanzsuppe würde mich interessieren. Die mag ich auch sehr gerne. Für solche Lagergeschichten war ich als Kind und später nie so richtig zu begeistern. Mir hat schon immer die Fahrt ins Schullandheim gereicht und ich war froh, wenn die mal wegen Schwangerschaft der Lehrerin ausfiel. Das wurde bei mir erst besser als wir in der zehnten Klasse zum Gardasee gefahren sind und in der Oberstufe nach Brüssel. Ich war deswegen auch nicht beim Bund, weil ich auf Mannöver im Zelt keinen Bock hatte und sechs Uhr in meiner Welt eine gute Zeit zum Einschlafen, aber nicht zum Aufstehen war.
Oh ja, es ist lange her. Ich habe noch das Französische Kochbuch meiner Mutter. Auch als Kochmuffel bereitete ich sie mir zu, da mein Mann sie nicht mag, liegt das lange zurück. Aber Teufel, ich koche sie bald und friere den Rest ein.
Lediglich das mit dem Überbacken, damit habe ich es nicht. Geschmolzener Käse und Brot in der Suppenschale ist fein, sich die Schnauze verbrennen nicht.
Ich habe mich überhaupt nicht verbrannt. Einfach vorsichtig sein
@ Ute+Franz
Danke für Deine Erinnerungen. Wir waren vor zwei Jahren im Harz, die örtliche Küche war klasse, die Menschen sehr zugänglich und herzlich. Wir waren begeistert.
Die Ochsenschwanzsuppe interessiert nicht nur Jörg. Ich würde mich gerne dran wagen.
@ute+franz:
bitte Ochsenschwanzsuppe hier einstellen, danke (gern via Mail an Jörg)
Ich bin einfach total neugierig darauf.
Der naseweise Haifisch
Anfrage:
Was ist gemeint?
Die Zwiebeln sollen 45 Min. auf maximaler Hitze glasiert werden und sodann wird die Reduktion dazugegossen, oder sollen die Zwiebeln glasiert werden und die Reduktion, welche 45 Min geköchelt hat, dazu gegossen werden?
Dies ist keine Kritik o.Ä. , denn die Kochseite ist eine der Besten von hier bis Feuerland.
Die Zwiebeln sind schon der nächste Schritt. Ich habe mit den Zwiebelschalen aus der Reduktion ja schon Beute aus der Zwiebelmarmelade, die ich weiterverarbeite. Du könntest aber auch die Schalen der Zwiebeln reduzieren, die Du für die Suppe nimmst.