Whiskey-Honigsenf in drei Minuten.

Geiler Senf, der schießt einem so stumpf die Geschmacksknospen weg und geht so einfach. Früher habe ich mich immer geärgert, in der Annahme, dass Senf zu machen ganz schwer sein muss, weil ich niemanden kenne, der den sonst selbst macht, aber Pustekuchen. Wenn man den Bogen raus hat, dann kann man das auf einem Bein und den Senf auf jedes Gericht abstimmen.

Zutaten:

6 Esslöffel Senfmehl
1 Teelöffel Salz
Pfeffer
1-2 Esslöffel Honig
gerne viel Whiskey
1 Ordentlicher Schuss Pflanzenöl, bis der Senf glatt wird
6 Esslöffel Essig

Senfmehl kaufe ich bei Metro für 7 Euro das Kilo. Man kann es auch online im Gewürzhandel bestellen, oder in besseren Supermärkten kaufen. Natürlich kann man auch ganze Senfkörner kaufen, wenn man eine Mühle zum Mahlen hat. 6 Esslöffel in ein Gefäß geben, in dem hinterher auch gerührt werden soll. 

Ich nehme einen Esslöffel Honig. Wer den Senf noch süßer mag, nimmt eben zwei Esslöffel

6 Esslöffel Tafelessig. Zwischen dem Senfmehl und dem Essig sollte immer Parität sein. Das ist so eine Fausformel, die man sich merken kann. 

Hier kann man gut erkennen, wie sich die einzelnen Zutaten wegen der unterschiedlichen spezifischen Dichte, voneinander trennen. Unten Senfmehl, darüber Honig, dann kommt der Essig, darüber das Öl. Davon nehme ich im ersten Ansatz ein wenig mehr als vom Essig. Das Senfmehl ist ziemlich knallig, wenn man sonst nur Industriesenf kennt und das Öl dämpft den Senf ein wenig.

Jetzt kommt der Whiskey. Der ist richtig toll im Senf. Natürlich ist das kein besonderer Whiskey, aber da bei mir Alkohol fast nur zum Kochen und Backen benutzt wird, habe ich dafür keine Jahrhunderttropfen. Das ist ein Bourbon von dem man nicht erblindet und für den Zweck total o.k. Davon nimmt man ungefähr soviel wie vom Öl. 

1 Teelöffel Salz

Pfeffer aus der Mühle.

Dafür liebe ich meinen Esge Zauberstab. Den stellt man einfach nur auf den Boden des Mixbechers und drückt auf den Knopf, damit der Senf sich mit 19000 Umdrehungen verbindet. Nur mal kurz hochziehen und schon dreht sich Oma Hengstenberg im Grab um, weil wieder einer weniger, Ihr komisches saures Zeug kauft. Wenn Euch der Senf zu dick erscheint, einfach noch ein wenig Öl dazu geben, oder wenn er noch ein wenig Schärfe verträgt Whiskey, oder Wasser nehmen. Wasser macht den Senf nämlich schärfer, weil es die Senfaromen löst. Also lieber in dem Fall Whiskey nehmen. Macht ebenfalls schärfer aber gleichzeitig auch besoffen (natürlich nicht bei den Mengen). Das ist das tolle beim Senfmachen, dass Ihr die Zutaten so hin und her schieben könnt, wie er Euch gefällt.

Für die Ästheten vor den Röhrenbildschirmen, hier die Hauptzutaten, Honig und Whiskey mit dem fertigen Senf. Generell sagt man, dass Senf vor dem Servieren drei Tage im Kühlschrank reifen soll. Dann wird er noch ein wenig milder, als frisch gerührt. Beim Reifen geht das Senfmehl auch noch etwas auf. Es kann also auch sein, dass Ihr noch ein wenig Flüssigkeit dazu geben müsst. Da ich meistens nicht drei Tage vorher weiß, was es zu essen gibt, sondern mir sowas spontan ausdenke, gibt es bei mir in 99 % die volle Breitseite an Schärfe. Mit dem Senf habe ich letzten Samstag ein paar schärfefremde Ostgaumen gegrillt. Oh zu scharf, nimm erstmal nen Schluck prickelndes Mineralwasser, oooops, doch lieber eine Milch… 😉

Was es gab? Morgen! Nur so viel, Der Senf war Brücke zum Rest des Gerichts, weil sich die Zutaten wie zufällig, in den einzelnen Komponenten wieder getroffen haben. Nachdem ich jetzt schon 35 mal die Frage beantwortet habe, wie lange der Senf haltbar ist, hier gleich noch die Zusatzinfo. Im Kühlschrank hält der Senf ein paar Monate, wird dort aber fester und verliert Schärfe. Auch hier gilt dann entweder mit Wasser, oder mit Öl verflüssigen, je nachdem ob Ihr verflüssigen, oder Feuer haben möchtet. Man kann Senf auch in Gläsern einkochen, dann hält er bis zur nächsten Eiszeit.
Guess what?


Ich wünsche viel Spaß beim Nachrühren und einen guten Appetit.
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7 Kommentare

  • Toller Beitrag und tolle Inspiration für´s Nachmachen, danke!
    Deine Art zu schreiben und kommentieren finde ich klasse! Weiter so!

    • hallo doris, vielen dank für deinen netten kommentar. freut mich, wenn dir meine rezepte gefallen. zu meinem blog gibt es höchstwahrscheinlich keine zwei meinungen, aber die gibt es zu mir auch nicht. schön, dass du hier mitliest. gruß jörg

  • ausprobiert und für wirklich gut empfunden. der 1 versuch war sehr herzhaft, aber ma kann es gut strecken, bis es geschmacklich passt. wenn man diverse käter , wie z. b. Bärlauch zugibt oder auch eine fitzelchen schal von zitone oder organge, ergibt es weitere möglichkeiten eine geschmackskrönug für diverse leckereien zu erhalten

    • hallo eddy, sage ich doch. jeder ist seines senfes schmied. das ist ein total spannendes thema und jeder kann sich seinen senf so machen, wie es zum jeweiligen essen passt. schnell ne neue tastatur kaufen. schönen gruß jörg

  • leider gibt meine tastatur den geist auf

  • Sascha

    Hmm, lecker. Was hat das lange gedauert, bis ich durch Dich zum Senf machen gekommen bin. Und wie lecker der Senf ist. Was für ein Spektrum an Geschmack!

    • ja. der senf kann zu jedem gericht noch eine eigene geschichte erzählen. weil es so schnell geht, ist das auch kein umstand, sondern da profitiert lediglich jemand durch sein wissen.

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