Frikadellen mit karamellisierten Zwiebeln

Ich habe festgestellt, dass mir immer noch ein vernünftiges Rezept für Frikadellen im Blog fehlt, das man aus der Tasche zaubern kann, wenn jemand fragt “Hat mal jemand ein Rezept für Frikadellen?” Früher habe ich mich mit Frikadellen auch schwer getan, weil ich mich nie getraut habe, richtig Gas zu geben und den Frikadellen beim Braten mal richtig einen auf den Kopf zu geben. Dann schiebt man sie bei zu wenig Temperatur 20 Minuten in der Pfanne rum und am Ende sind die von außen mau und innen zäh. Gut, wenn man auch im hohen Alter immer noch mal was dazu lernt..

Zutaten für 4 Personen mit Hunger

1200 Gramm Rinderhack
2 Zwiebeln
1 Knoblauch
2 Eier
 3 Lauchzwiebeln
1 Schuss Sahne
Paniermehl
Salz
Pfeffer
1 Esslöffel Zucker
Schmalz

Ich habe hier aus dem Gedächtnis viele gute Tipps zusammengetragen, die mir schlaue Köche in den letzten Jahren zum Braten einer leckeren Frikadelle gegeben haben, um daraus meine Stand 2017 ultimative Frikadelle zu braten.

Zwiebeln und Knoblauch abziehen und zerkleinern

Schmalz in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch mit einem Esslöffel Zucker karamellisieren. Butter ist natürlich auch o.k.

Hier kommt es nicht auf Geschwindigkeit an, das soll ordentlich werden. Deswegen gehe ich auch mittlere Hitze, damit die Zwiebeln und der Knoblauch nicht anbrennen, sondern gleichmäßig braun werden.

Einen Esslöffel Zucker darüber geben.

Wenn die Zwiebeln angenehm braun sind, noch Salz und Pfeffer aus der Mühle darüber geben. 

So soll es aussehen. Probiert mal, ein Traum! Das ist so eine Wohlfühlkomponente, die einem Gericht am Ende richtig runden Geschmack verleiht.

Dann habe ich gerne noch einen frischen Aspekt dabei. Dafür zerkleinere ich ein paar Lauchzwiebeln, die später in das Hackfleisch eingeknetet werden.  

Wenn das nicht frisch schmeckt, dann weiß ich es auch nicht.

1,2 Kilo Rinderhack, gerne auch frisch und selbst gewolft. (anklicken)

Zwei Eier aufschlagen

Jetzt geht es ans Würzen.

Einen Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die karamellisierten Zwiebeln zum Rinderhack geben

Lauchzwiebeln

Paniermehl nach Geschmack, aber ich nehme nicht mehr als den Gegenwert eines halben Brötchens.

1 Schuss Sahne

Hackfleisch verkneten.

Frikadellen formen. Wie groß Ihr die haben möchtet, müsst Ihr selbst beurteilen. Ich habe die nicht so groß gemacht, weil ich den Klassiker am Tisch versammelt hatte. Zwei Männer und zwei Frauen. Wenn man die Fleischteile zu groß macht, fangen die Muttis immer gleich an zu singen. Die essen lieber pro Nase sechs kleine, als drei große. Keine Ahnung, was sich in so ‘nem Frauenhirn abspielt.

Darf ich vorstellen? Meine neue Edition 8 von diePfanne.com. Das ist mal ne Pfanne. Wiegt ungefähr eine halbe Tonne, ist ein richtig schwerer Trümmer und brät sich wie eine S-Klasse. Alter Schwede, was für eine Pfanne. Die gefällt mir wirklich gut und den Pfannengriff kann man auch mit einem Klickmechanismus entfernen, wenn man die Pfanne zum Nachgaren in den Ofen stellt. Das mache ich oft und dann ist es immer echt heikel, ob einem der Griff dabei schmilzt, oder ob man sich die Hände hinterher verbrennt. 

Schmalz in der Pfanne erhitzen. Herd auf volle Pulle, auf der größten Herdplatte. Den Backofen schon mal auf 100 Grad vorheizen

Frikadellen drei Minuten pro Seite braten, dann wenden und nach sechs Minuten auf dem Herd noch einmal für 7 bis 10 Minuten in den Ofen stellen, damit sie von innen garziehen können. 

Ihr bekommt richtig deftig, leckere Frikadellen, die gleichzeitig sehr fein sind. Die karamellisierten Zwiebeln darin sind echt der Knaller und ich habe noch nie eine Pfanne Frikadellen so leer gesehen. Ich habe die Fleischmenge übrigens auf zwei Pfannenladungen aufgeteilt. Das ging ganz gut auf, während die erste Ladung unten Im Ofen nachgarte (Ofenform), lief auf dem Herd schon die nächste Charge, die dann nachgarte, während wir dann mit denen aus dem Ofen am Tisch saßen. 


Außen knusprig und innen saftig, so sollen Frikadellen sein. Nachdem ich mich pünktlich zu Silvester wieder von unzähligen pappigen Salaten penetriert sah, die wieder nur aus Dosenzeug und abstrusen Mayonnaisen aus dem Glas verschandelt waren, mein Favorit ist immer noch Miracle Whip, am liebsten von irgendwelchen Kandidaten, die nicht wissen wie man diesen Schrott richtig schreibt, habe ich zu den Frikadellen auch noch zwei echte Angebersalate aus frischen Zutaten gemacht, deren Rezepte hier in den nächsten Tagen noch kommen. 

Spätzlesalat mit selbst gemachten Spätzle. Da habe ich schon von vornherein darauf geachtet niemanden zu überfordern und das selbst ausrollen von Nudeln, durch das Benutzen einer Presse ersetzt.

Und ein Kartoffelsalat mit selbst angesetzten Soleiern und selbst eingekochten Gurken.Bis dahin wünsche ich viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Apperit

20 Kommentare

  • Paniermehl? Echt jetzt?

    Warum kein in Milch aufgeweichtes Brötchen? Paniermehl finde ich bei Frikadelln eher mau. Nimmt den Frikadellen die Lockerheit.

    • wir haben nie alte brötchen. ich kaufe keine und meine frau kauft die für die kinder immer so knapp, dass nix übrig bleibt. ersatzweise entsorgt sie altes brot, baguette, oder so. bekomme ich leider nicht besser hin als mit paniermehl

  • Gutes Rezept, aber das eingeweichte Brötchen muss zwingend rein. Alte Brötchen gibts beim Bäcker für lau.

  • Ich nehme auch lieber Paniermehl. Nicht das Industriezeug, sondern vom Bäcker meines Vertrauens, täglich frisch hergestellt.

    Werde Deine Variante demnächst mal ausprobieren.

    Meine kommen auch immer gut an, die mache ich im Prinzip genauso, ohne Sahne, stattdessen noch mit Rosenpaprika, Klacks Senf und Klacks Ketchup.

  • Super lecker,habe aber auch ein eingeweichtes Brötchen verwendet. Danke für das tolle Rezept!

  • Super lecker,habe aber auch ein eingeweichtes Brötchen verwendet. Danke für das tolle Rezept!

  • Habe ich eben auch noch gekocht. Ich finde deine Seite und Rezepte toll. Ich habe noch viel vor. Gestern deine Gemüsebrühe für die Käse-lauch-Suppe gekocht. Mein Mann hat sie vorhins probiert und findet sie lecker. Ich bin da kritischer und ärger mich immer noch über den blöden Käse. Auch die Brühe aus Rindersuppenfleisch und dein Ossobuco habe ich nachgekocht. Alles bisher super geworden. Da ich ähnlich koche wie du, gefallen mir deine Rezepte. Schönen Restsonntag. Lg Sandra

    • ich habe jetzt knapp 1800 rezepte draußen. da ist bestimmt noch mehr für dich dabei. nicht über den käse ärgern. wenn du deine käsebechamel als basis für die suppe nehmen würdest, machst du auch nix falsch. die ist risikoloser, was das stückige des käses betrifft

  • Anne

    Super fluffig mit altem Brötchen, und mal ohne das fränkische Wurstgewürz Majoran jetzt im Sommer. Sonst hab ich die immer totgebraten in der Pfanne, ab heute wandern die immer in den Ofen.

    • Lustig, wir hatten heute frikadellen, weil meine älteste unbedingt mal wieder fleisch haben wollte. das war auch total lecker. habe ich verbloggt. die waren auch erst in der pfanne, danach im ofen in malzbiersoße

  • Oliver

    Hut ab!
    Ich habe schon einige Bouletten/Frikadellen/Fleischpflanzerln (oder so ähnlich) gebraten. Diese bekommen je nach Gusto verschiedene Zutaten. ABER: die karamelisierten Zwiebeln sind wirklich DER Hammer. Die Familie hat sich nach der Probe darüber gestürzt. Da ich nur BioZutaten verwendet habe, griff sogar nach Skepsis das vegane Mitglied der Familie zur Boulette – und diese war unerklärlicherweise verschwunden, muss sich in Luft aufgelöst haben.
    Ich habe fleißig Chillis und anderes dazugegeben, so ist das halt beim Kochen und ein jeder soll es so halten, denn die Geschmäcker sind verschieden. Aber nochmals: die karamelisierten Zwiebeln mit Knoblauch und bei mir mit Chillis sind das, was aus einer Frikadelle eine Boulette vom Sternekoch zaubert.
    Ich schaue gerne auf diese Seite, koche einiges als ambitionierter Hobbykoch mit Erfolg nach, aber dieses Rezept und das Rezept zum geschmorten Suppenfleisch sind von anderen unerreicht. Glückwunsch und weiter so 😉

  • Haifisch

    Für alle, die über Paniermehl stolpern (auch nach 10 Jahren .. ),
    möchte ich hier meine Erfahrungen zum Glatzkoch hinzufügen:
    Wer Industrie-Paniermehl gewöhnt ist, kann das problemlos in die Frikas tun.
    Der/die merkt es nicht, sie/er kennt den Geschmack.
    Alle anderen müssen auf das ausweichen, was sie lecker finden.
    Gemäss Blog wohl am ehesten trocken gewordene Brötchen.

    Man kann das Paniermehl
    gegen alles Mögliche austauschen.
    Es soll den Fleischsaft
    beim Braten binden und damit den Frikas
    das Gebraten-werden ermöglichen.
    Sonst werden die im Saft gekocht.
    In der Pfanne.

    Sogar glutenfreie Bindung geht.
    Mit altem (glutenfrei-) Brötchen,
    verschiedenen glutenfrei-Mehlen.
    Es wird aber geschmacklich nie
    eine normae Frika werden.

  • Esther

    Meinem Mann haben die Frikadellen sehr geschmeckt, er ist ein Fan davon.
    Gut fand ich, sie nicht zu Briketts zu braten und sie im Ofen nachgaren zu lassen. Das mache ich fortan immer so, das ist punktgenau und geht sogar schneller.

    Als wir vor 33 Jahren geheiratet hatten, kaufte mein Mann einen riesigen Klumpen Hackfleisch und einen Sack Brötchen für seine Kollegen. Im Rheinland ist es normal, rohes Hack mit Zwiebeln, Pfeffer und Salz zu essen. Er hatte sich mit der Menge schwer vertan und brachte den verbleibenden Rest mit nach Hause.
    Die Aufgabe war, die Masse in Frikadellen zu verwandeln um sie am nächsten Tag in einer großen Schale den Jungen vom Werkzeugbau zu offerieren. Man war allseits gespannt, was die Ehefrau daraus machen würde.
    Ich geriet in Panik, diese Menge, die Erwartungen und schmiss alles mögliche in die Hackmasse. Kapern, Oliven, Piri-Piri, Petersilie, Gewürze querbeet……und war bis zum Abend damit beschäftigt, mundgerechte Bällchen zu braten, die man mit dem Zahnstocher in den Mund befördern konnte. Zum Schluß war ich schweißgebadet.

    Die kleinen Frikadellen wurden ein voller Erfolg, ein Kollege meinte, sie würden süchtig machen. Die Schüssel war schnell leer, mein Mann freute sich und war stolz. Mein Ruf als gute Gattin war somit gelegt, meinem Mann wurde gesagt, dass er wohl einen Schnapper gemacht hätte.

    Ich kam mir wie eine Schwindlerin vor, denn ich konnte nur rudimentär kochen, Frikadellen bis dato gar nicht. Wir lachen noch heute darüber.

    • Wichtig ist, dass es nach außen gut aussieht

    • Haifisch

      @Esther: ich hab grade in mich reingegrinst…
      Ich erinnere mich an ähnliche Situationen…
      Leckere Geburtstags-Frikas – die Ehefrau muss klasse sein.
      Sehr eingleisig, aber damit auch konfliktarm.
      1x gute Frikadellen, und nie wieder Gerede.

      Aus dem Blickwinkel:
      Ich wäre an Deiner Stelle auch schweißgebadet gewesen.

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