Soleier – ein echter Kneipenklassiker

Dieses Projekt habe ich ganz lange vor mir hergeschoben, weil außer mir niemand Lust darauf hatte. Ich teste die zuhause vorherrschende Meinung immer erst einmal an und frage, wie denn das Interesse daran wäre, wenn ich mal dies, das und jenes zaubern würde. Meine Frau machte gleich ein Schweppesgesicht (Mund wie ein Strich, so breit wie bei Kermit dem Frosch, von einem Ohr zum anderen.) Das habe ich mir bestimmt ein Jahr angeschaut, jetzt wollte ich die Soleier trotzdem unbedingt ausprobieren. 

Zutaten:

12 Eier
1 Zwiebel
150 Milliliter Essig
3 Esslöffel Salz
1 Esslöffel Zucker
4 Piment
1 Teelöffel Senfkörner
3 Lorbeerblätter
10 Wacholderbeeren
1 Teelöffel Kümmel
15 Pfefferkörner
1 Liter Wasser

Soleier kenne ich noch aus meiner Kindheit, ohne die damals gegessen zu haben. Die gab es meistens in Kneipen, in die man nur zum Saufen gegangen ist und die keine klassische Küche angeboten haben. Irgendwann kam dann zwischen Bier und Korn der kleine Hunger und dann gab es dort meistens Frikadellen, Bockwürste, Schmalzbrote und eben Soleier. Ich war damals zum Saufen zu jung und habe mir in solchen zwielichtigen Kaschemmen vielleicht mal ein Eis aus der Eistruhe gekauft, aber dieses Glas mit den Soleiern habe ich sehr wohl wahrgenommen und mich immer gefragt, wie die wohl schmecken mögen. 

Viele Jahre später, als der mittlerweile orangene Netto Supermarkt noch Plus hieß, bin ich dort mal über Soleier im Glas gestolpert und fand die überraschend lecker in der Kombination aus salzig und sauer. Nachdem dann die Übernahme auf Netto war, habe ich dort aber keine Soleier mehr gesehen und mich dann bestimmt acht Jahre bis jetzt, mit dem Gedanken getragen, um es nun endlich mal umzusetzen. Ich habe mir extra noch so ein großes Glas gekauft, um die Soleier zu lagern. Solche Gläser haben ja eigentlich immer nur Frauen, um darin irgendwelche Dinge zu lagern, die man nie wieder braucht.  

12 Eier in 10 Minuten hart kochen.

Ich habe nichts, um die Eier vor dem Kochen anzupieksen, aber ich lege die immer mit einem Esslöffel in den Topf, damit die Schale beim Kochen unversehrt bleibt. 

Nach zehn Minuten werden die Eier mit kaltem Wasser abgeschreckt.

Das Kochwasser wird weiter verwertet, denn die Eier müssen ja noch zu Soleiern verarbeitet werden. 

1 Liter Wasser, wenn Euer Glas viel größer ist als meines, kann man auch mehr Flüssigkeit nehmen. Ich habe vorher mal das Wasser ins Glas gefüllt und so ungefähr geprüft, ob das ungefähr mit der Füllmenge hinkommt.

3 Esslöffel Salz

15 Pfefferkörner

4 Pimentkörner

10 Wacholderbeeren

4 Lorbeerblätter

150 Milliliter Essig 1 Teelöffel Kümmel

Den Sud kurz aufkochen und noch eine halbierte Zwiebel mit Schale reinwerfen. Wer mehr Platz im Glas hat, kann auch zwei Zwiebeln, oder mehr nehmen

1 Teelöffel Senfkörner
1 Esslöffel Zucker

Wenn der Sud sprudelnd kocht, drei Minuten kochen lassen, dann Herd abstellen und weiter schnell arbeiten, damit die Flüssigkeit noch so heiß ist, dass das Glas ein Vakuum zieht. 

Die Eier werden mit Schale eingelegt, aber damit die Flüssigkeit eindringen kann, muss man die Schalen vorher ein wenig schädigen. Ich habe mich auch gewundert, warum die Schale dran bleibt, denke aber dass das Ei dann länger hält, als wenn man die Schale komplett entfernt. Ich haue die Eier leicht auf meine Unterlage aus Holz und rolle die kurz hin und her, damit sich die Bruchstelle noch ein wenig vergrößert. An den offenen Stellen sollen die Eier beim lagern dunkle Stellen bekommen, die so wie eine Marmorierung aussehen.

Hier kommt jetzt mein neues, großes Aufbewahrungsglas zum Tragen. 

Sud heiß einfüllen und danach die 12 Eier hineinstapeln.

Gefällt mir optisch sehr gut

Glas ist voll

Oben den Verschluss schließen und nun heißt es warten, dass aus schnöden Eiern Soleier werden, die nach möglichst viel schmecken sollen. 

Ich habe die Soleier 3 Tage lang auf der Fensterbank gelagert und konnte es gar nicht erwarten, die Soleier zu probieren. Der Rest meiner ahnungslosen Familie, schüttelte sich immer gepflegt bei dem Gedanken und hat mir schon angekündigt, die nicht probieren zu wollen. 
So wie es für Soleier ungefähr 2304982304895 Rezepte gibt, bei der jede einzelne Komponente, bis auf das Salz auf dem Prüfstand stehen könnte, wie zum Beispiel mit Essig einlegen, oder eben nicht,  gibt es auch unendliche Formen die Soleier zu essen. Viele Menschen halbieren das Ei, nehmen das Eigelb raus, machen Öl und Essig in die Mulde und verzehren dann das Solei. Kann man machen. 


In der ersten Runde in der ich nur wissen möchte, wie die Soleier schmecken, nehme ich nur ganz schlichtes Brot, zum Neutralisieren.

So sehen die Eier aus, wenn sie aus der Flüssigkeit kommen. Schale angeschlagen und ein wenig dunkel gefärbt.

Hier sieht man die angeschlagene Schale und die Verfärbungen, die beim Einlegen entstanden sind.

Wenn man die Schale entfernt, kann man die Marmorierung sehen

Ich habe nur eine Probierportion für die Familie gemacht, um den Geschmack zu testen.

Noch ein bisschen Schnittlauch darauf, für die freundliche Optik.

Ich gebe ein paar Tropfen Weißweinessig und ein wenig Rapsöl darüber, aber echt nur ganz wenig, weil Geschmack sollte da jetzt genug drin sein. 

Ich finde es toll und ich mag dieses Erlebnis, dass ein Ei eben nicht nur so neutral nach Ei schmeckt, wie man das kennt. Die Struktur ist schön fest und fühlt sich im Mund gut an. Da ist jede Menge Salz und Säure und Geschmack drin. Das kann man pur essen, oder auf ein Buffet legen, oder die Eier irgendwo verwenden, wo man sonst normale, langweilige Eier verwendet, auch bei Schmorgerichten, oder im Salat, oder bei Sülzen aller Art.

Meine Kinder haben probiert, aber schauten auch nicht viel anders als die Mutter und keiner wollte da so richtig ran, auch meine gesammelten Gäste nicht, die da zwischen Weihnachten und Silvester immer wieder da waren. Irgendwie haben Soleier keinen besonders guten Ruf und ich glaube eher, die kennt gar keiner und da reden nur lauter Blinde von der Farbe. War nicht schlimm, die Soleier halten sich ja eine gute Woche und dann kam der große Auftritt meiner Soleier, weil ich einen Kartoffelsalat gemacht habe.

Die vier Soleier waren schon mein Rest, ich habe die nämlich immer weiter tapfer gegessen und mich gefreut, dass mir die keiner weg gegessen hat

Ooooh, der Kartoffelsalat ist aber lecker (Rezept kommt), soooo gut war er ja noch nieeee und wie toll die Soleier dazu passen. Ich habe innerlich Reichsparteitag gefeiert, als dann hinterher alle bei mir angewackelt kamen und jetzt aber noch mal die puren Soleier probieren wollten. Nix da, die sind alle! Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit und gute Nerven im Umgang mit Euren Mitmenschen.

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48 Kommentare

  • Sehr geil! Gerade an Silvester noch davon gesprochen (du musst in meinem Alter sein, hatte genau die gleichen Erfahrungen, nämlich null!).
    Kann mich auch noch gut daran erinnern, dass es das früher* überall gab. Frikadellen (Buletten), Würsten mit Brötchen in die Hand und diese Soleier, die ich nie probiert habe als Kind (auch lieber das Eis gegessen)
    Ich finde deine Idee klasse und werde es am Wochenende mal ansetzen! Geil auch die Reaktion deiner Freunde, nach dem Kartoffelsalat ��.
    Vielen Dank für das Lesevergnügen!!

    • ich hätte nicht gedacht, dass man mit dem rezept so eine welle auslösen kann. wenn man etwas postet, hat man ja manchmal das gefühl, dass die leute irgendwas lesen möchten, oder eben nicht. bei den soleiern war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich mir die statistik für den monat kaputt mache, schon alleine weil alle darauf immer so ablehnend reagiert haben. ich bin echt total erstaunt, wie das rezept abgeht. da waren seit mitternacht schon 10000 leute auf dem rezept. fühlt sich an wie geburtstag… da machst du auf jeden fall nichts verkehrt, wenn du die auch mal ansetzt und ich hoffe, dass dein umfeld sich spontan darüber freut und nicht so rumpienzt.

  • Als Südösterreicherin kenne/kannte ich keine Soleier, aber dafür "saure Eier". Also mich spricht das Gericht – nein, zurückruder – es springt mich förmlich an! (davor bringe ich den Hühnern noch Mais-Leckerlis).
    Allerdings werde ich bei der Anreiche noch ein paar Tropfen vom schwarzen Gold (Steirisches Kürbiskernöl) auf die fertig-marinierten Eierchen regnen lassen! Serviert mit frisch-warmen "Bauernbims" und die Geschmacksexplosion kann starten! 🙂

  • Genial geschrieben ???ich habe mir beim lesen bildlich vorgestellt wie es bei dir zu Hause ablief. Danke für das Rezept…bei uns gab es die früher immer in der Dorfschänke,p.s. Und ich hätte da gerade das perfekt Alter zum saufen ?????

    • das macht nur wenig spaß, wenn alle mit einem rumdummen, weil sie da nicht so richtig mitmachen möchten. umso besser, wenn man dann doch einen weg findet, das den anderen schmackhaft zu machen. wenn du das richtige alter zum saufen hast, was hindert dich?

  • Ich kenne die Soleier auch noch , die standen in fast jeder Kneipe übern Tresen und ich habe auch schon öfters selbst welche gemacht fast wie dein Rezept sie kommen immer wieder gut bei Partys an einfach nur lecker

  • Nachdem ich da jetzt ewig mit geliebäugelt habe sind die Dinger jetzt im Glas. Bin sehr gespannt.

    • herzlichen glückwunsch zur überwindung. das müsste ich auch mal wieder machen, aber meine frau hat das zweite große glas mal außerhäusig mit zucchini verschenkt und ich muss euch ja immer was neues zeigen

  • Ich kenne Soleier zwar nicht aus meiner Kindheit, aber aus meiner Junghausfrauenzeit kenne und liebe ich sie. Nun habe ich sie neu entdeckt und ich liebe Dein Rezept. Vielen Dank!

  • N. Suthaus

    Auch ich kenne die Soleier aus meiner Jugendzeit. In unserer Stammkneipe stand immer ein Glas Soleier auf dem Tresen. Mit Genuss haben wir die verzehrt. Jetzt wo ich in die Jahre gekommen bin und wieder ein wenig mehr Zeit habe , werde ich sie mir endlich mal wieder selber machen. Vielen Dank für Dein Rezept.

    • bitte gerne. es gibt also ein soleialter? magst recht haben. wenn meine kinder das hier nicht serviert bekommen hätten, würde denen das draußen niemand servieren

  • Alex

    Ich mache und esse seit vielen…na ja ca. 20, wenn das viel ist, Soleier und Würzeier. Habe auch schon viele Rezepte ausprobiert.
    Das Rezept oben sind allerdings Würzeier. Soleier liegen in einer Sole, wie der Name schon sagt. Für Berliner Soleier geht man von 80-100 g Salz pro Liter Wasser aus, was mi persönlich aber zu salzig ist. In Soleier kommt auch soweit ich weiß, kein Essig!?

    Im Endeffekt müssen sie aber schmecken…das reicht schon 😜

  • Amara Bittersüss

    Ich kenne soleier aus Berliner Kneipen aus den 70er Jahren.. Das war die Beste Zeit in Berlin. Soleier und Schmalzstullen haben uns in langen Nächten geholfen die vielen Bierchen zu verdauen. Heute mache ich sie seit ein paar Jahren selbst und verschenke sie zu Weihnachten. Das kommt super an. Vielen Dank für das leckere Rezept.

  • Silvia

    Bei meiner Oma in der Dorfkneipe gab es auch immer Soleier, aber dein Rezept ist geschmacklich der Knaller. Die werde ich sicher noch sehr oft machen

  • Ulf Sauer

    Meine Eltern hatten früher einen Schrebergarten und im dazu gehörigen Vereinsheim, stand auch immer ein großes Glas mit besagten Eiern. Probiert habe ich sie nie… Aber jetzt kurz vor Ostern, ist es die passende Gelegenheit dein Rezept mal auszuprobieren. Bin schon sehr gespannt und freue mich. Frohe Ostern und bleibt gesund.

    • hallo ulf, das was in der tat die klassische umgebung für soleier. sowas klassisch bürgerliches, leicht rustikal.
      wünsche dir viel spaß beim probieren und ebenfalls schöne ostern.

  • Ich kenne Soleier auch nur vom Sehen aus der Dorfkneipe ! Ich war immer schon gespannt, wie die wohl schmecken. Zu Ostern habe ich dein Rezept entdeckt und habe danach die Eier zubereitet. Mega lecker !!!
    Meine Kinder haben sich zwar geschüttelt aber mein Mann und ich sind begeistert. Die gibt es nächstes Jahr wieder. Vielen Dank

    • haha, ja die lieben kleinen brauchen erstmal ein bisschen vorlauf, bevor sie die soleier dann auch zur nächsten generation weiterreichen können. Verbastel die doch irgendwo, wo alle mitessen. sülze, kartoffelsalat, oder eben pur als mutprobe. ich finde soleier sensationell retro.

    • Pascal

      Hi Joerg,

      letzte Woche wurden 10 Eier nach deinem Rezept eingelegt. Jetzt sind schon alle weggefuttert, so lecker waren die! 😉
      Ich kannte Soleier sonst eigentlich nur aus dem Fernsehen. (aus Moe’s Taverne bei den Simpsons zum Beispiel)
      Da haben sie meistens keine Schale mehr, das würde ich beim nächsten Mal auch so machen, außer gibt einen Grund für die Schale (abgesehen von der Marmorierung)
      Abschließend danke und jetzt muss ich mal deine anderen Rezepte durchstöbern. 🙂

      LG, Pascal

      • hallo pascal, vielleicht halten die eier länger, wenn die schale drum ist und verfärben sich nicht so stark. kannste ja mal probieren ohne schale einzulegen.

  • Arminius

    Auch ich kenne die Soleier susdrm Glas im Supermarkt und suche eun ähnliches Rezept. Ich werde dieses hier direkt mal probieren .Wie lange sind die eigentlich haltbar?

  • Pingu

    Hallo Jörg. Habe schon lange nach einem leckeren Rezept für Soleier gesucht. Dein klingt bisher am Besten. Muss es unbedingt ausprobieren. Werde dir berichten, wie es mir gelungen ist. Kenne die Soleier auch aus meiner Jugend und habe sie geliebt. Ohne Schale einzulegen finde ich sie nicht so gut. Sie bilden eine komische Haut außen herum, die ich nicht mag. Lieber mit Schale einlegen. Danke für die tolle Erklärung und das Rezept.

    • Hallo Heike,

      vielen lieben Dank. Das Rezept ist wirklich gut. Ich habe es schon ein paar mal gemacht und auch andere haben es nachgekocht. Die Resonanz ist darauf echt gut. Kannste machen. Ich habe übrigens noch über 2300 andere Rezepte im Blog.
      Schönen Gruß

      Jörg

  • Camilla

    Mein Papa hat immer mega davon geschwärmt, und wir hatten auch immer nur die Augen verdreht, auf dem 18. Geburtstag meines Bruders kamen die dann doch mal zum Einsatz, mit Essig Öl und Senf. Hab mich am Abend nicht dran getraut aber am nächsten Morgen dann. Ich war total begeistert und hab mich dann gefreut dass noch viele übrig waren 🙂

  • Felix

    Hallo Jörg,
    Tolle Seite , werde die Tage mal weiter stöbern.
    Meine Frage zu den echt leckeren Soleiern.
    Wir haben sie schon nach deinem Rezept probiert.
    Nach 6 Tagen waren sie gegessen. Jetzt habe ich “Größeres” vor.
    Ich würde sie gerne mal 10-14 Tage stehen lassen.
    Hattest du das Glas jemals auch im Kühlschrank oder immer draußen?
    14 Tage vor Ostern hat meine Oma die Eier früher eingelegt und die waren sehr gut und würzig an Ostern .
    Ich kann sie leider nicht mehr fragen ob da noch was spezielles drin war und mich auch nicht mehr entsinnen wo ihr Glas stand.
    Bei der Haltbarkeit findet man im Netz echt Angaben bis zu 1 Monat aber nicht ob draußen oder im Kühlschrank.
    Grüße

    • hallo felix, ich habe die eier nie länger als eine woche gehabt. die standen immer bei winterlichen temperaturen draußen auf der fenstbank. kühlschrank geht natürlich auch und bestimmt länger als eine woche. da ist nie mehr drin als salz und vielleicht essig und eben die gewürze, die man mag.

  • Gunter

    Klasse Bericht, der auch einen Blick auf die gute alte Zeit wirft!
    Natürlich und echt.
    Was haben wir Soleier gegegessen, bis sie verboten wurden!!! Das sind sie nämlich, wie so Vieles von diese EU.
    So, wie sie die Metzgerreien und Hauschlachtungen praktisch verboten haben, dafür aber Glyphosat immer noch auf den Äckern dulden.
    Ich gäbe alles für die Soleier-Zeiten!!!

  • Stephan

    Offenbar gibt es eine Europäische Richtline, dass Eier in der Gastronomie immer in die Kühlung müssen.
    Egal ob konserviert oder nicht.
    Also hat Gunter schon teilweise Recht.
    Zeigt wieder mal die Unfähigkeit der Deutschen EU-Politiker. Die haben einfach keinen Respekt vor solchen lokalen, plebejischen Bräuchen. Wäre es z.B. ein Spanischer Brauch, Soleier in der Kneipe anzubieten, hätten die Spanischen Europaabgeordneten bestimmt ein solches Gesinge angestimmt, dass die Regelung unter Garantie konservierte Eier ausgenommen hätte.

  • Uwe

    Hi,
    ich hätte da mal eine Frage! Welcher Jahrgang bist Du. Mit welchem Recht trittst Du einer Kneipenkultur so gegen das Schienbein? Ich komme aus dem Ruhrpott, dort sind leider durch viele unsinnige Gesetzgebungen ganze Landstriche von diesen Kaschemen kaputtgemacht worden. Das, war das zu Hause für viele, die noch ehrliche Gesellschaft pflegten. Ich wünschte, Du hättest das erlebt, mit Solei und Pilsken!
    Es gibt Gott sei Dank noch ein paar wenige! Ich hätte eine um die Ecke, Du wirst Dich wundern, wennDu da so triffst….

    • ich trete überhaupt keiner kneipenkultur ans schienbein. das scheinen andere zu tun, die ihr bier lieber zuhause trinken, oder gar nicht mehr. seit euroeinführung sollen 50 % der kneipen geschlossen haben. liegt höchstwahrscheinlich am alter der betreiber, plus geänderter konsumgewphnheiten, plus höhere raumkosten, plus, plus, plus. gastro ansich scheint ja immer noch zu steigen, nur eben anders als vor 50 jahren und mit anderen protagonisten.

  • Klaus Lehmann

    Hallo Jörg,
    Ich habe schon ein paar mal Soleier gemacht. Habe mal ein Glas für meine Arbeitskollegen hier in Norwegen mitgenommen. Es stellte sich heraus das sie bei Soleiern zu Weicheiern wurden. 😂😂. Einer von 8 hat probiert. Er ist ungefähr mein Alter, also mit sehr wenig Chemie in Lebensmitteln aufgewachsen.
    Da isst man lieber Tiefkühlpizzen und MC Doof.
    Also Daumen hoch für die Soleier.
    Gruss Klaus

    • norweger essen so viel komisches zeug, da werden sie ja wohl mal eine echte deutsch spezialität aushalten können. soleier sind wirklich toll. isst man da kartoffelsalat? darin sind die soleier auch echt gut.

  • Henning Albrecht

    Ich habe Soleier zuhause kennengelernt, etwa nach deinem Rezept. Mein Vater hatte im Wechsel mit Freunden sonntags eine “Herrenrunde”, und wenn diese bei uns stattfand, gab es immer Soleier. Und ich durfte sie auch probieren …
    Auch jetzt mache ich sie noch ab und zu. Einen Unterschied aber gibt es: Bei uns wurden sie immer in einem Steinguttopf gemacht, ohne dass sie vakuumiert reiften. Hatten auch keine Zeit dazu, weil die ersten hungrigen Mäuler schon nach drei Tagen nachfragten 😉

  • Tom

    >Viele Jahre später, als der mittlerweile orangene Netto Supermarkt noch Plus hieß, bin ich dort mal über Soleier im Glas gestolpert und fand die überraschend lecker in der Kombination aus salzig und sauer. Nachdem dann die Übernahme auf Netto war, habe ich dort aber keine Soleier mehr gesehen und mich dann bestimmt acht Jahre bis jetzt, mit dem Gedanken getragen, um es nun endlich mal umzusetzen

    Ahoi Jörg, fertige, geschälte Soleier im Glas gibts z.B. von Feinkost Dittmann bei Rewe, auch bei Marktkauf habe ich sie schon gesehen. Sind allerdings reinweiß und nur mit Essig, Salz und Gewürzen eingelegt. Und teuer. Aber ohne Konservierungsstoffe.

    https://www.google.com/search?q=dittmann+soleier
    Rechtliche Bezeichnung: Soleier, geschält und verzehrfertig
    Abtropfgewicht: 190 g
    Verkaufsinhalt: 350 g
    Zutaten: HÜHNEREIER gekocht, Wasser, Branntweinessig, Paprika, Speisesalz, Senfkörner.

    • vielen lieben dank, aber ich kaufe eigentlich fast nichts mehr, was schon fertig aus einer verpackung kommt, fast nur rohstoffe. wäre eigentlich mal wieder zeit für soleier.

  • Haifisch

    Herrlicher Blog zu einem fast vergessenen Gericht.

    Ich habe die Eier direkt in der Salz-xx-Brühe gekocht, ging sehr gut.
    Vorher die Eier abbürsten, wenn sie bio sind (ich mag keine Stall-Souvenirs im Essen).
    Dann rausholen, Eier etwas abkühlen, Schale knacken. Zurück in die Brühe, nochmal alles heiss machen, heiss ins Glas.

    Mir ist das gute Durcherhitzen wichtig. Wegen den berühmten E-Colis, die Wärme gut vertragen.
    Und Dein Rezept ist sehr schön, danke.
    Ich hatte immer Knobi mit dabei, aber ohne ist auch mal was Neues.

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