Milchreis ohne Milch – vegan

Davor habe ich mich lange gedrückt und habe auch keinen Sinn darin erkennen können, aber unsere vegane Nachbarin war zum Essen da und weil ich hinterher Lust auf einen süßen Nachtisch hatte, musste ich mir etwas Veganes einfallen lassen. Eine gute Gelegenheit mal wieder ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, weil veganen Gerichten ja immer noch das Label spaßfrei anhaftet. Man kann sich dabei auch immer noch mal gut selbst testen, was ich natürlich total gewissenhaft erledigt habe.

Zutaten:

250 Gramm Milchreis
500 Milliliter Wasser
500 Milliliter Haferdrink
1 Prise Salz
4 Esslöffel Zucker
1 Esslöffel Speisestärke in Wasser aufgelöst
1/2 Vanillestange

Apfelmus:

4 Äpfel (süß)
150 Milliliter Wasser

Wasser und Milchreis in den Topf geben. Sofort zum Aufkochen bringen.

Eine Prise Salz

Immer schön umrühren, damit nichts am Topfboden anbrennt

Eine halbe Vanilleschote anritzen, damit das Mark leichter rauskommt.

Schote ins Wasser zum Reis werfen

Vier Äpfel schälen. Mehr geht immer.

Wasser einkochen lassen

Geschälte Äpfel aufschneiden und die Kerngehäuse entfernen

Wasser kocht weiter ein

Zerteilte Äpfel

So sind die Äpfel fertig, um zu Apfelmus verarbeitet zu werden.

Wasser in dein Topf geben und mit Deckel aufkochen lassen.

Jetzt ist das Wasser beim Reis eingekocht.

Zucker

Alles verrühren

Achtung, jetzt wird es zotig aber ich erzähle das trotzdem gerne, weil es zum Teil überholte Meinung und zum Teil der Altersweisheit zum Opfer gefallen ist. Veganerinnen sind ja dafür bekannt, dass sie gerne diskutieren, sehr mitteilsam sind, was ihren Veganismus betrifft und wenn sie nicht auf andere Frauen anstrengend wirken, dann in jedem Fall auf Männer. Männer sind ja eher einfach strukturiert und wollen nicht ständig über Details diskutieren und sich nicht rechtfertigen, für das Stück Fleisch auf dem Teller, den ökologischen Fußabdruck des Autos, wieso man raucht, was man an Alkohol trinkt. Alles worüber sich Frauen, insbesondere Geisteswissenschaftlerinnen und Veganerinnen gerne verbreiten. Weil ich von Haus aus kein verbaler Klavierspieler bin und auch nur wenig Lust habe, mich nerven zu lassen, verlieh ich dann auch schon gerne mal das Prädikat “Fotze”, so als Kurzfassung von Dingen, die man nur mit Frauen erlebt. Das umfasst bei mir diverse Typen von den ganz nervigen, bis zu den einfach nur weiblichen Eigenschaften (die man natürlich schöner umschreiben könnte, aber dann würde sich ja niemand mehr dran stoßen). Am schlimmsten sind eigentlich Männer, die man als Fotzen bezeichnet, oder?

Genau und hier kommt Fotzenmilch, also Milch die echt nur Frauen trinken und die gar nicht aus Milch ist, sondern aus Hafer. Früher durfte man das Hafermilch nennen, nun muss man es Haferdrink nennen. Bei mir heißt die ganz knapp FOMI, Dann weiß man meine vegane Nachbarin, dass ich extra für sie welche vom Einkaufen mitgebracht habe und ich habe es nicht ordinär ausgedrückt. Mit Fomi, macht man FOKA (Latte Macchiato). Und hier nehme ich Fomi, äh Haferdrink, statt Milch im Milchreis. Aber jetzt mal echt, welcher Mann würde Haferdrink trinken? Das sind die gleichen, die Prosecco mit Aperol trinken, kleine Hunde haben und kleine Autos fahren. Als MANN!!

Deckel auf den Topf mit dem Apfelmus und 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Haferdrink abmessen. Die Konsistenz ist dünner, als wenn man Milch mit 3,8 % Fett nehmen würde. Geschmack ist auch etwas süßer. Ich habe das Zeug vorher auch noch nie probiert und habe wohl ein bisschen spitzlippig probiert, aber der Geschmack ist o.k. Süßer als Milch, aber o.k bevor man gar nix hat.

Haferdrink zum Milchreis geben. Weil der Reis vorher in Wasser schon fast weich gekocht wurde, saugt der den Haferdrink nicht mehr so weg.

Deswegen binde ich nun den Milchreis ohne Milch.

Einen Esslöffel Speisestärke in Wasser auflösen

In den Topf mit dem Milchreis gießen

Weiter erhitzen, bis der Milchreis sichtbar andickt.

So soll er aussehen

Ich serviere das gleich für Frau und Veganerin

Mir gefällt die Konsistenz

Apfelmus ist jetzt weich

Mit dem Zauberstab, oder einem Pürierstab zerkleinern.

Schön fein, weil es ohne Schale gekocht wurde. Schmeckt wunschgemäß süß, ohne ein Gramm Extrazucker, weil die Äpfel süß waren.

Kann gleich auf den Milchreis gegeben werden.

Nun noch ein bisschen Zimt und Zucker bei Bedarf?

Boah ist der lecker. Wenn Ihr nix sagt, wird es niemals jemand merken. Einfach auf das Handwerk achten und die Kleinigkeiten wie Vanilleschote, statt Vanillin und selbst gemachtes Apfelmus. Dann wird Euch jeder loben.

Das kann man echt machen, Milchreis ohne Milch, total vegan, Fomi sei Dank!

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

8 Kommentare

  • Anika

    FOMI…🤣🤣🤣
    Du wirst es nicht glauben…mein Mann trinkt HaferMILCH. In seinem Proteinshake…vorm Sport…Weighlifting. 🤫

    • vielleicht rasiert er sich ja auch die muschi? ;-)…. Keine tiere quälen in allen ehren, aber da ist echt nix gescheites drin, finde ich. die hafermilch nehme ich nur, weil ich sonst bei veganern nix loswerde. wer die mag o.k, ich nehme persönlich lieber richtige milch

  • Warum kochst Du den Milchreis mit Wasser vor (ich wurde stutzig, als ich Bindemittel in den Zutaten fand und hoffte, die sind im Apfelmus)?
    Gerade diese Woche gab es auf Arbeit selbstgekochten Milchreis einer Kollegin, der (kein Witz) mit Reisdrink gekocht war. Von Anfang an. Schön schlotzig, wie beim Risotto. Ist ja auch fast der gleiche Reis.

    • So kochen die Türken und Griechen ihren Milchreis. Wenn der mit Wasser weich gekocht wird, saugt er die Milch nicht mehr so weg

      • Mag sein, aber dafür muss er extra gebunden werden. Und ist es nicht der Sinn bei Milchreis, dass der Reis die Milch aufnimmt? Und ist die 1,5%ige Milch nicht Wasser sowieso näher als richtiger Milch, die anderswo benutzt wird? 😉
        So hat alles seine zwei Seiten. Ich koche ihn ja eher nach dem Risotto-Prinzip: Rühren, rühren, rühren. Allerdings mit der kompletten Flüssigkeitsmenge schon am Anfang und ohne Weißwein und Rindertalk. 😉

        • nach unserer lesart vielleicht, aber im süden und südosten europas kocht man ihn so und da ist der milchreis deutlich flüssiger. musst du mal ausprobieren. mir gefällt das sehr gut und ich mag den milchreis so sehr gerne. wenn man den kalt isst, kann man auf die speisestärke auch verzichten, dann ist der automatisch angedickt.

          • Gerade heute habe ich anderswo auch ein neu veröffentichtes Milchreisrezept gelesen. Zum einen mit Milch, zum anderen nur mit Milch (also von Anfang an). Vermutlich prallen da Welten aufeinander. Mir wäre das mit dem Vorkochen und Binden bzw. nur mit dem Flüssigkeitswechsel zu aufwändig. Und ich mag’s milchig.

            Der Reis bringt ja alles mit, um eine schöne Schlotzigkeit zu erreichen. Warum sollte man es also erst abspülen und dann wieder ran machen … 😉 Aber so hat eben jeder sein Rezept. Stichwort: “Jägerschnitzel”.

            Neulich habe ich auch mal irgendwo den Gedanken gelesen, dass man beispielsweise beim Kartoffelkochen, wenn man daraus ein Stampf/Püree mit Milch oder Sahne machen will, die Kartoffeln gleich in Milch oder Sahne zu kochen, da man dann nicht den schönen Kartoffelgeschmack mit dem Kochwasser wegschüttet. Andere Gemüse entsprechend …

            Man könnte mal überlegen, warum die Südosteuropäer das so machen, wie Du es beschreibst. Einfach nur “Geschmacksgründe” sind es nicht, wenn man mal etwas tiefer gräbt. Vermutlich war Milch “kostbarer”, also nicht so in den Mengen verfügbar und man ging besser sparsam damit um. Vielleicht wurde ursprünglich auch eher Ziegen- oder Schafmilch genutzt, die ja auch nicht in den großen Mengen zur Verfügung steht wie heutzutage Kuhmilch bzw. Pflanzendrinks.

            Diese historischen Betrachtungen sind manchmal richtig interessant und man kann sich allerlei erklären. Zum Beispiel die Unterschiede in der Fleischzusammensetzung von Gyros und Kebab. Während die christlichen Griechen, denen wir das Gyros verdanken, eher wenig Essenseinschränkungen hatten, sieht das bei den eher muslimischen Türken anders aus. Deswegen ist (klassisch) nie Schwein im Döner, im Gyros aber schon. 😉

          • klar, historie und geographie sind auf jeden fall gründe. ich habe das zum ersten mal in einem griechischem kochbuch gesehen, aber ich mag es auch sehr gerne zur abwechslung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.