Pizzateig mit Ayran

Ayran kennt Ihr? Das bekommt man im türkischen Supermarkt, oder beim Dönermann. Ich habe keine Ahnung warum Türken das trinken, außer daß es ihnen schmeckt, aber damit kann man gut Schärfe dämpfen, wenn man zu viel von “mit alles und scharf” erwischt hat. Ayran ist eine Mischung aus türkischem Joghurt, mit Salz, circa 40-50 % Wasser und wenn es gut läuft einem Spritzer Zitrone. Das muss man mögen, aber es ist gut bei Hitze und ich habe manchmal einfach Lust auf den Geschmack. Letztens gab es in meinem gerne frequentierten Sonderpostenmarkt für Lebensmittel 0,5 Liter Ayran für 29 Cent und da habe ich dann zwei Pakete mitgenommen. Ein Ayran habe ich getrunken und das zweite hatte ich noch gar nicht so auf dem Zettel. Jetzt kommt wieder so ein Beispiel, wie bei mir Rezepte entstehen. Ich bin an einer Dönerbude vorbei gefahren und dachte daran, dass Lahmacun (was man landläufig türkische Pizza nennt), mit Joghurt im Teig gemacht wird und dann war ich ruckzuck bei Pide, weil diese Schiffchen oft ebenfalls wie Pizza gebacken und belegt werden, aber einen häufig etwas säuerlichen Teig haben, wie nach Teigreifung über einen längeren Zeitraum. Das kommt in diesem Fall aber tatsächlich vom Joghurt. Der Rest ist schnell erzählt. Zuhause angekommen musste es ein neuer Pizzateig mit Ayran sein.

Zutaten:

1000 Gramm Pizzamehl Typ 00
7 Gramm Trockenhefe
500 Milliliter Ayran
100 Milliliter Wasser
1 Teelöffel Salz
50 Milliliter Olivenöl
Grieß zum Ausrollen

Tomatensoße:

1,5 Kilo Tomaten
50 Milliliter Olivenöl
1 Teelöffel Salz
Chiliflocken
1-2 Esslöffel Oregano
4 Knoblauchzehen
1-2 Peperoni

Belag:

300 Gramm Salami
300 Gramm Champignons
300 Gramm Minitomaten
400 Gramm Käse zum Reiben mit guten Schmelzeigenschaften,
Mozzarella, Emmentaler, Cheddar, oder was weg muss.
Grünkraut wie Basilikum, Petersilie etc.

Das Mehl gab es letztens auch im Angebot für 29 Cent pro Kilo. Dafür musste ich es einfach mitnehmen. Ansonsten ist Mehl ja immer meine Schwachstelle und wenn jemand an meiner Pizza rummeckern will, ist mein normales Haushaltsmehl immer ein willkommener Anlass für Geschwätz, kombiniert mit der Ansage, dass bei mir zu viel Hefe im Teig ist.

1000 Gramm Mehl in eine Schüssel geben

Die habe ich auch im Angebot gekauft. Keine Ahnung, ich sage mal 3 Cent der Beutel. Auf jeden Fall noch billiger als sonst.

500 Milliliter Ayran und 100 Milliliter Wasser, damit man einen Feuchtigkeitsgrad von 60 % erzielt. Das hat sich bei mir als optimal herausgetellt, ein Kilo Mehl mit 600 Millilitern Flüssigkeit zu vermischen.

Ayran-Wassermix in die Schüssel gießen

Salz

Öl abmessen

Alles verrühren bis sich das Mehl vom Rand der Schüssel löst.

Den Rest mit der Hand kneten, falls Ihr keine Maschine benutzt

Den Teig gut verkneten, damit sich Flüssigkeit und Mehl gut vermischen.

Der Teig liegt gut in der Hand

Wenn der Teig verknetet ist, kommt er zurück in die Schüssel

Abgedeckt an der Heizung gehen lassen. Man kann den Teig auch bis zum nächsten Tag reifen lassen, oder auch eine Woche. Der wird mit jeder Stunde besser.

Eine gute Pizza braucht eine außergewöhnlich gute Soße.

Ich hatte noch von der Vorwoche eine Steige Tomaten, die nun schon weich wurden. Genau richtig, um eine eigene Tomatensoße für die Pizza zu kochen.

Frischer Knoblauch ist wichtig für den Geschmack

Vier Knoblauchzehen häuten

Da kommt alles so in den Topf, ohne weiter zu schneiden

Olivenöl abmessen

Peperoni

Topf auf dem Herd erhitzen

Olivenöl dazu geben

Salz und Chiliflocken

Deckel auf den Topf legen und dreißig Minuten nicht wieder öffnen

Nach dreißig Minuten umrühren, danach wieder Deckel auf den Topf legen

Insgesamt 1,5 Stunden mit Deckel köcheln lassen, bis die Tomaten sich fast komplett aufgelöst haben

Nun bei mittlerer Hitze OHNE Deckel das Wasser aus der Soße kochen, damit sie andickt und der Geschmack konzentriert. Das geht auch mitten im Winter

Oregano nach Geschmack. Ich bin eher 2 Esslöffel, Normalbürger eher ein Esslöffel. Probiert erstmal mit einem und wenn die Soße eingekocht ist, könnt Ihr schauen, ob noch was fehlt.

Nach drei Stunden ist die Soße so eingekocht. Das macht sie von alleine, man muss davor keine Angst haben. Dafür schmeckt es dann auch.

Der Teig ist aufgegangen und hat eine schöne Struktur. Der ist jetzt circa vier Stunden alt. Am nächsten Tag natürlich noch besser.

Teig abwiegen, so groß wie die Bleche, die Ihr damit backen wollt.

Untergrund mit Grieß bestreuen, damit die Pizza sicher nach dem Backen wieder löst und knackig wird

Teig dünn ausrollen und vor dem Backen auch gerne erneut 30 bis 45 Minuten ruhen lassen

Belegen geht schon

Mit einem Schöpflöffel dünn von der Tomatensoße auf der Pizza verteilen. Weniger ist mehr! Das muss sehr konzentriert schmecken, damit man auch mit wenig viel Effekt erzeugt. Verkneift Euch mal diese deutsche Unart immer alles unter so riesigen Mengen zu bedecken und verstecken. Hier ist jede einzelne Komponente so gut, dass es lohnt sie hinterher zu erkennen und zu schmecken, also versteckt und begrabt die Pizza nicht so.

Tomatensoße auf der Pizza

Minitomaten. Die kaufe ich immer kiloweise für meine Kinder, weil die sowas gerne in der Schule, oder auch zuhause mögen.

Halbieren und auf der Pizza auslegen

Käse reiben

Käse auf der Pizza verteilen

Noch ein bisschen Oregano darüber streuen.

Nächste Pizza ausrollen

Mit Soße bestreichen

Champignons in Scheiben schneiden

Auf der Pizza verteilen, Salz und Pfeffer aus der Mühle und Oregano.

Käse reiben und auf der Pizza verteilen

Nächstes Blech, der gleiche Teig, Grieß als Unterlage

Teig dünn ausrollen

Mit Tomatensoße bestreichen, mit Salami belegen, mit Käse bestreuen. Ofen ist auf 275 Grad Umluft aufgeheizt und ich stelle drei Pizzen mit ausreichend Abstand, in drei Etagen für 15 bis 20 Minuten in den Ofen.

Hier kommt schon die Salamipizza aus dem Ofen zurück.

In Stücke schneiden

So kann man sie gut den kindlichen Raubtieren zum Fraß vorsetzen.

Leckerer Boden, tolle Soße, gut geschmolzener Käse, Salami und von allem nicht zu viel Der Saal tobt

Zeitgleich kommt die Champignonpizza aus dem Ofen. Die wird natürlich auch in Stücke geschnitten, auf den Tisch gestellt.

Die habe ich zur gleichen Zeit auch noch im Ofen gebacken. Eine Margherita.

Basilikum darauf verteilen

In Stücke schneiden und dann die drei Sorten Pizza mit einem knackigen Salat genießen. Der Teig ist super. Schön knusprig auf der Unterseite, gut aufgegangen, geschmacklich toll mit der Säure, in jedem Fall so belegt, wie man es erwartet. Ayran ist zwar keine Zutat, die ich vor Italienern laut erwähnen würde, aber das macht einen echt guten Boden. Von mir wisst Ihr das nicht.

Da bleibt nichts übrig und falls doch mal ein Stück liegen bleibt erledigt sich das noch kalt bis man ins Bett geht.

Viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

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