Kartoffelpüree aus Belana mit resistenter Stärke
Wenn bei einem erhöhter Blutzucker festgestellt wird, dann ist man ziemlich am Arsch. Dann kann man so ziemlich alles vergessen, was einen vorher gesättigt hat und was am Ende auch für die eingetretene Situation verantwortlich ist, weil man immer zuviel davon hatte. Nudeln, Reis und natürlich auch Kartoffeln. Die bestehen alle vor allem aus Stärke und jagen einem den Blutzuckerspiegel so richtig schön hoch. Ich habe aber eine Notausfahrt für Euch und die nennt sich resistente Stärke. Die bildet sich nach zwölf Stunden von ganz alleine und dann seid Ihr wieder im Geschäft, denn dann bleibt der Blutzuckerspiegel wo er ist und die Stärke wird ganz normal im Darm verstoffwechselt. Es bleiben nur die Kalorien übrig, deswegen isst man selbst mit resistenter Stärke deutlich weniger als vorher, um den Abnehmerfolg nicht zu gefährden der seinerseits dafür verantwortlich ist, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Aber Ihr könnt so auf jeden Fall auch Kartoffelpüree essen, wenn es zu einem Gericht passt. Wer nichts damit zu tun hat, bekommt immerhin ein leckeres Kartoffelpüree und kann sich freuen.

Zutaten:
1 Kilo Pellkartoffeln vom Vortag aus Belanakartoffeln
optional 3 Knoblauchzehen
1 Teelöffel Salz
geriebene Muskatnuss
reichlich Pfeffer
100 Gramm Butter
200 Milliliter Milch
3 Esslöffel gehackte Petersilie
Röstzwiebeln nach Geschmack

Die Pellkartoffeln habe ich mit dem Krups cook 4 me in drei Minuten gekocht. Wenn Ihr einen normalen Topf benutzt, nehmt Ihr einfach 23 Minuten Kochzeit. Die Kartoffeln müssen vom Vortag sein, damit Ihr resistente Stärke habt. Die Belana ist festkochend, weil ich keine mehligen Kartoffeln kaufe. Ihr könnt natürlich auch mehlige kaufen.

Kartoffeln durch die Presse in einen Topf drücken und den Herd auf mittlerer Hitze anstellen
Knoblauch pressen

Milch

Butter

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

Während der Topfinhalt wieder erhitzt, wird ordentlich verstampft, nicht im Kreis gerührt, das gäbe dann Tapetenkleister.

Wenn Ihr weichere Konsistenz wünscht, noch Butter und / oder Milch nachgeben, aber jetzt schon vorsichtig sein, damit es nicht zuviel wird.

Dazu habe ich Weißkohl mit Bacon gegessen

Gehackte Petersilie unterheben

Kartoffelnpüree kann man auch optional mit Röstzwiebeln bestreuen.

Schmeckt lecker und immerhin ist es Kartoffelpüree und hat resistente Stärke. Vernunft trifft Lebensqualität

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit


Wenn ich das lese mit dem hochgejagten Blutzuckerspiegel, das ist normalerweise unbedenklich? Auf TikTok hat es viele italienische Köche, Pasta kommt da eigentlich täglich auf den Tisch (butta giu la pasta, Mamma). Scheinen spezielle Gene zu haben, die sie nicht anfällig macht für Diabetes. Über den Tag hinweg kommt da oft noch der Zucker im Espresso, ein Cornetto, ein Eis…hinzu.
Wie kam es denn bei dir dazu und verbessern sich die Werte wieder so, dass du “normal” essen kannst?
Ich finde es jedenfalls gut, wie du damit umgehst. Dieses Pürree ist halt immer noch besser als nie eines essen zu können.
Dennoch hoffe ich, dass mich dieses Schicksal nicht ereilt. Pasta und Reis würden mir schrecklich fehlen.
Ich kann es Dir nicht für den Moment sagen, aber ich war gerade Donnerstag gerade wieder zur Blutabnahme und hoffe, dass es weiter runtergegangen ist. Ich habe im Januar Blutzucker von 21 gehabt und vor drei Monaten 9. Das war schon nicht schlecht, aber morgens soll man 6,5 Blutzucker haben. Bin gespannt, wie es aktuell ist, werde ich erfahren. Gewichtsabnahme hilft jedenfalls bei allem. Ich vermisse nichts mehr nach den ganzen Monaten
@ Barbara: Ich hab das grade gelesen von Dir.
Wenn ich die Frage richtig verstehe, fragst Du,
ob es unbedenklich ist,
den Blutzuckerspiegel hochzutreiben.
Grundsätzlich: das ist völlig unbedenklich.
Das macht man bei jedem Essen,
und je deftiger, desto heftiger.
Jetzt kommt das aber:
Wenn jemand nicht genug Insulin produziert,
um den Blutzucker rasch wieder zu senken,
dann wird es gefährlich.
Der hohe Blutzucker schädigt dann immer mehr die Zellen.
Deswegen müssen Diabetiker Insulin spritzen,
oder Metformin nehmen, oder wie Jörg, strikt alles meiden,
das sehr rasch ins Blut geht.
Jeder Mensch kann eine bestimmte Menge Insulin produzieren.
Die Menge ist individuell verschieden.
Wenn jemand mehr Zucker zu sich nimmt,
als er/sie mit seinem Insulin abfangen kann,
dann bekommt er/sie Diabetes.
Deswegen kann man mit verschiedenen Mitteln den Zucker senken.
Zuerst mit Ernährungsumstellung, dann Metformin, dann Insulin.
Ideal ist es, wenn einfach 20kg abnehmen das wieder in Ordnung bringt.
Dann war nur das Zuckerangebot
und die Insulinmenge nicht mehr im Gleichgewicht.
Die Italiener haben keine anderen Gene wie wir.
Aber sie essen oft anders.
Und die, die es nicht tun,
kriegen genauso Diabetes wie wir.
Anders formuliert:
Diabetes ist dort grade so häufig wie bei uns.
Ob mit Pasta und Reis angefeuert,
oder mit Knödeln und Kartoffeln,
das ist dem Blutzucker egal.
Hauptsache Kohlenhydrate.
Und zuletzt: Ohne Pasta und Reis,
ohne quietschsüssen Espresso,
ohne Eis und all den Leckereien,
auf die der Jörg verzichten muss,
ja – da ist das Leben erstmal fade.
Dann fängt man an,
sowas wie Kartoffelbrei
aus alten Kartoffeln zu machen.
Wenn man sich dran gewöhnt hat,
dann merkt man kaum noch den Unterschied.
Ich habe das Problem nicht,
und ich hätte ein Problem das zu essen.
Ich mag es frisch und fluffig.
Aber….
ich esse es auch noch am nächsten Tag.
Ob das dann anders schmeckt
als das, das Jörg gerührt hat?
Es käme auf den Versuch an…
Anders gesagt:
Ob die Kartoffeln alt verarbeitet werden,
oder das aus frischen Kartoffeln entstandene Produkt dann alt wird –
in beiden Fällen sollte sich diese resistente Stärke bilden.
Das wäre eine Frage an Jörg – weisst Du das was drüber?
Bei allem Respekt, aber deine Blutzuckermanie treibt manchmal schon komische Blüten. Wobei ich damit nix gegen das Rezept gesagt haben will. Aber die einleitenden Worte … Naja. Vermutlich läuft das nach dem Motto “Kann man so sehen, muss man aber auch nicht.” Der Grundgedanke mit der resistenten Stärke ist zwar grundsätzlich richtig, aber es ist falsch, dass sich die gesamte Stärke der Kartoffel nach dem Kochen und Lagern in resistente Stärke umwandelt. Das wäre etwas zu optimistisch. Das gleiche trifft übrigens auch auf die Auswirkungen der resistenten Stärke auf den Blutzucker zu … Sie hat Auswirkungen, nur eben nicht so starke. Nebenbei: Resistente Stärke findet man auch in getoastetem alten Brot. Aber das nur nebenbei. Und sinnvollerweise bei guten Broten. Nicht diese aufgeblasene Feuerzeugwatte.
Der Gedanke mit den Italienern und ihrer Pasta im obigen Kommentar ist übrigens auch erläuterungswürdig. Sicher mögen die Südländer genetisch bedingt eine andere Verdauung haben als wir Nordländer. Aber, das Zauberwort heißt hier “al dente”. Weich gekochte Nudeln (ich nehme absichtlich das Wort) geben ihre Kohlenhydrate sehr viel schneller via Verdauung an den Blutkreislauf ab und jagen eher den Blutzucker nach oben als al dente gekochte Pasta. Naja, und dass das bei Vollkornpasta ebenfalls langsamer geht als bei Weißmehlnudeln ist klar.
Nebenbei noch ein Wort zur Ehrenrettung der Kartoffel. Gerade auch im Zusammenspiel mit Ei ist sie eine der besten Proteinlieferanten, die wir kennen. Damit meine ich nicht vordergründig die Menge, aber die Qualität der Proteine.
Wusstest Du eigentlich, dass die meiste Energie, die aus Weißkohl kommt, von den Kohlenhydraten im Kohl sind? 56% (entnahm ich einer Webseite). Sicher, Kohl ist sehr wasserhaltig, aber es sind mehr Kohlenhydrate als Ballaststoffe drin. Fett und Eiweiß natürlich noch weniger. 😉 Und bei weich gekochtem Kohl kommen die Kohlenhydrate noch besser in den Kreislauf … 😉
Ich muss halt sehen auf die magischen 6,5 zu kommen. Es ging mir ja vorher nicht gut. Ich war oft müde und fühlte mich auch nicht fit, konnte das aber nicht richtig in Worte kleiden. Durch den Umzug war mein Hausarzt auch weg. Ich bin erst durch meinen Unfall hier ins Gesundheitssystem reingerutscht. Ich stehe auch nicht so auf Arztbesuche, noch nie. An dem Punkt bin ich aber nicht mehr alleine weitergekommen.
Arztphobie überwinden und helfen lassen. Zumindest der 2. Teil ist meine Strategie. So bin ich mittlerweile auf unter 6 (aber noch zu hoch), wenngleich mit Helferlein. Die ersten Analysen ziehen sich, zumal bei der ersten Feststellung einige Werte bei mir nicht da waren, wo sie hingehören. Die Ursachenanalyse führte zu einem lageimgesundheitswesenbedingten Marathon durch Fachärztepraxen. Nach Ausschluss körperlicher Gründe und sonstiger Analyse der Gegebenheiten galt es, das (Ernährungs-)Leben ein wenig umzustellen, dank meiner Disziplinlosigkeit ein längerer Prozess. Aber, ich fühle mich wohl, würde ich mich noch besser fühlen, wäre das kaum auszuhalten. 😉 Und immer dran denken: Das ungesündeste am Essen sind die schlechten Gedanken darüber.
Ich habe keine Ärztephobie nur keine Lust auf ewige Wartezeiten auf einen Termin und stundenlanges Warten beim Termin und generell bin ich einfach immer gerne gesund gewesen und würde freiwillig nicht eine einzige Tablette zu mir nehmen
Danke hier an alle, die mir mit ihren Erklärungen geholfen haben, das besser zu verstehen.
Das mit den italienischen Genen war nur ein kleiner Scherz von mir. Die Theorie mit den al dente Nudeln war mir nicht bekannt.
Sicher ist aber, die Italiener genießen ohne schlechtes Gewissen. Die Frau auf Ischia, etwas über 80 Jahre, steigt noch regelmäßig mit Anzug und Harpune ins Meer und jagt Fische. Täglich tischt sie Pasta auf, die erwachsenen Enkel essen mit. Und ihr Tag beginnt selbstverständlich mit Weißbrot, dazu schon eine ganze Zwiebel, selbst eingelegte Sardellen, etwas Tomate…
Diabetes hat diese Frau ganz sicher nicht, lediglich Arthrose, wie man an den Fingergelenken sieht.
Hier wird uns von Ökotrophologinnen schon viel schlechtes Gewissen eingeredet, mir ist das zum Glück aber wurscht.
Klar, dass ihr Diabetiker alles dafür tun müsst, eure Werte stabil zu bringen /halten.
Der Mann und ich sind lebenslange Pastaesser, ich bin sehr dankbar, dass uns Diabetes verschont hat (der Mann wurde gerade 87).
Ich habe mir darüber vorher auch noch nie Gedanken gemacht.
Die 80igjährige Fischerin.
So möchte ich alt werden.
Genug Bewegung und einen Grund zum Bewegen – Fischen.
Einfach traumhaft.
Ich hab grad eine halbwegs seriöse
Sendung zum Mikrobiom (Darmbakterien) gesehen.
Passt grade ins Thema.
Insofern kann ich die “Genetik” der Italiener noch bereichern:
Das hat nix mit Genetik direkt zu tun, aber war mit Darm und Essen.
Unabhängig von der so propagierten Mittelmeerdiät
mehren sich die Hinweise, dass Diabetes und Depression
mit der Art der Darmbesiedlung zusammenhängen.
Und die ist dann tatsächlich regional unterschiedlich,
je nach vorherrschender Küche,
solange nicht Nestle die Ernährung alleine stemmt (Fertigfutter).
Aha. Also kann man da die richtigen Bakterien haben, und es wird besser.
Bei Mäusen funktioniert es schon, bei Menschen nicht so richtig.
Grundsätzlich ist das sicher richtig.
Iss reichhaltig und verschieden,
und dein Mikrobiom ist glücklich.
Da braucht sich Jörg keine Gedanken zu machen,
er toppt sicher jede ökotrophologische oder
ernährungsberatende Messlatte.
Spannender ist eher, wieso sein verdammter HbA1c
nicht schon längst bei 6.5 ist.
Ich fürchte, da ist der DirkNB dicht an der Wahrheit:
12h liegen lassen ist sicher besser als frisch (Pasta+Karoffeln)
aber es sind immer noch zuviel rasch verwertbare Kohlenhydrate drin.
Mist aber auch.
Hier könnte der Jörg noch einen Schritt weiter gehen.
Entweder Low-Carb konsequent,
oder ausrechnen, wie viel er wirklich von was isst.
Da reicht eine Woche, dann sieht man das Muster,
und dann kann er hochkreativ passend kochen.
“al dente”, also nicht ganz gar,
ist weniger verwertbare Kohlenhydrate?
okay, das hätte ich jetzt nicht gedacht.
Oder meint DirkNB, es dauert “al dente” nur länger,
bis es verdaut und in Zucker umgewandelt wird?
Das glaub ich schon eher.
Und das ist dann auch ne Falle.
Dann treibt das weiter den Zuckerspiegel,
aber nicht so schnell, nicht so hoch, und dafür länger.
Und länger moderat zu hoch würde zum HbA1c passen…
Aber trotz allem Sezieren:
Was Jörg bisher
nur durch Ernährungsumstellung geschafft hat,
das finde ich irre gut.
Wenn das alle schaffen würden,
dann gäbe es kaum Diabetiker.
Bei etwa 80% der frischen Diagnosen würde es langen.
Ich sag das immer meinem Onkel, der geht auf die 90 zu.
Der sagt immer, und dann lachen wird beide,
warum sollte ich jetzt was machen?
Ich bin 90, ich geniesse mein Essen,
und wenn ich dann ein Pulver mehr brauche, so what…
Nun, mit 90 kann ich da mitgehen,
auch wenn ich immer noch versuche,
ihn immer wieder dran zu erinnern,
dass es bei ihm nicht nur “Schicksal” ist.
Wenn er weniger Kohlenhydrate essen würde,
könnte er 3 Tablette sparen. Er ist nämlich sonst gesund.
Also, was solls, Essen soll schmecken
Und wer ein Problem hat,
muss sich halt anpassen, oder nicht.
Mit dem Essen, oder eben Pulvern.
Ich esse lieber gesund und abwechslungsreich.
Apropos: Der Turkey war ein Gedicht.
Das Experiment hat funktioniert.
Keine komischen Nebengeschmäcker.
Also in Zukunft wirklich möglichst stressfreie Viecher essen,
wenn ich den Geschmack “von früher” suche.
“Normal” aufgezogen und stressfrei geschlachtet.
Das probier ich mal aus. Kartoffeln mit Schale gekocht gefällt mir schon mal gut. Bislang hab ich das Püree einmal frisch gekocht gegessen und am nächsten Tag als kleine Taler wie Quarkkäulchen aufgebraten.
Wenn du dein Mikrobiom ein wenig pampern willst: Ballaststoffe (Bakterienfutter) und Fermentiertes sind eine gute Unterstützung. Aber machst du ja vielleicht auch schon. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!
Ich versuche alles zu vermeiden, was den Blutzucker hochtreibt und eben wenig Kohlenhydrate