Steakfajitas

Zielkonflikte im magischen Viereck. Die Damen dummen rum, wenn man ihnen zuviel Fleisch vorsetzt und bei mir zuhause, sind wir als männlich gelesene Familienmitglieder in der Minderheit. Ich hatte an dem Abend ein vegetarisches Chili mit Jackfrucht gemacht und mein Friedrich (12) totterte schon beim Essen rum, was der Scheiß soll, sowas ohne Fleisch zu machen und er wäre ja keine Kuh und würde Gras fressen und er würde so nie wachsen, wenn es hier kein Fleisch gäbe. Ich hatte noch ein Entrecôte in der Truhe, das ich bereits am Vortag ergebnisoffen zum Auftauen in den Kühlschrank gelegt habe (zur freien Verfügung). Dessen große Stunde schlug dann als leckeres Mitternachtsmahl. Ihr könnt das natürlich zu jeder anderen Tageszeit und in jeder größeren Menge produzieren. Hier war es nur noch einmal die kleine Leckerei, um den Tag ausklingen zu lassen. Ihr habt natürlich total recht, dass sowas auch ein veritables Abendessen abgeben würde. Die Tortillafladen hatte ich zum Chili selbst gemacht und die habe ich hier ebenfalls verwendet. Damit Ihr nicht zwischen den Rezepten hin und herspringen müsst, habe ich die Produktion der Teigfladen in dieses Rezept noch einmal integriert.

Zutaten:

500 Gramm Entrecôte vom Rind, gerne auch ein Kilo
Salz
Pfeffer
50 Gramm Butter

Tortillafladen siehe unten

1/4 Eisbergsalat
10 Minitomaten
3 Lauchzwiebeln
1 Zwiebel
1/4 Salatgurke
optional geriebener Käse

Gemüse schneiden

Tortillafladen selbst machen:
1 Kilo Mehl
500 MIlliliter Wasser
1 Teelöffel Salz
90 Millliliter Öl

Teig verkneten

Das macht hier die Maschine

Zutaten sollen gut verknetet sein. Ich nehme 10 Minuten

Das ist der Teig

Ich nehme Teistücke um die 50 Gramm vom Teig ab und lege sie auf ein Holzbrett

Brett bemehlen

Teigfladen ausrollen. Ich nehme zwei 18 cm Pfannen, darauf ist die Teigmenge abgestimmt

Pfannen auf dem Herd erhitzen.

Teigfladen in die Pfannen legen

Nach circa einer Minute wirft der Teig Blasen. Dann wenden

Die Rückseite ungefähr 30 Sekunden in der Pfanne lassen, dann bleiben die Fladen elastisch

Das wiederholt Ihr, bis der Teig verbraucht ist.

Die Tortilllafladen werden in einer Plastiktüte aufbewahrt (verschlossen), damit sie nicht hart werden.

Das geht relativ schnell, wenn man zwei Pfannen benutzt. Noch besser ist, wenn man eine zweite Person zum Teig ausrollen hat.

Wie gesagt, die Arbeit mit den Tortillafladen hatte ich mir schon zum Abendessen gemacht, die hatte ich zu dem Zeitpunkt frei zur Verfügung. Für alle die das noch nicht selbst gemacht haben, macht es einfach mal, weil Ihr danach diese fertigen Dinger besser einschätzen könnt und auch die Leute, die Euch das für viel Geld im Restaurant vorsetzen und Euch als Gästen nicht die Wertschätzung entgegenbringen, diese einfachen Teigfladen selbst herzustellen. Das ist deren Beruf, besser zu kochen als Ihr zuhause. Wenn nicht, ist irgendwas verkehrt.


Butter in der Pfanne erhitzen, Fleisch bei Vollgas im vier Minutentakt wenden. Deckel auf die Pfanne legen wegen Fettspritzern und nögelnden Ehefrauen im Nachgang, weil man die nie so wieder beseitigen kann, dass sie damit zufrieden wären und wenn man die Bude mit dem Kärcher entfettet hätte.

Ich lege ein paar Tortillafladen zur Seite

Wenn das Fleisch einmal in der Pfanne rundherum angebraten wurde, hat es außen eine schöne Farbe, aber für meine Sippe ist es innen noch deutlich zu medium.

Teigfladen bei geringer Temperatur ins Bratfett legen, damit sie saftig werden

Fleisch mehr oder minder dünn gegen die Faser aufschneiden

Fleisch bei Vollgas in die Pfanne legen, bis es so medium ist wie auf dem Bild. Da meckert keiner mehr, aber es ist auch nicht zu durch.

Teigfladen nochmal drüberwerfen und Herd abstellen

Fleisch mit grobem Salz und Chiliflocken würzen

Teiglfladen mit den Salatzutaten belegen

Fleisch ebenfalls auflegen, ich mag dazu noch Tabasco, oder Srirachasoße

Zusammenklappen und gerne aus der Hand essen. Dieses Gericht verringert die Gefahr an Unterfleischung zu sterben massiv und mein Sohn ist in einer Woche zehn Zentimeter gewachsen, ich schwör!

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

7 Kommentare

  • Ina

    Moin Jörg,
    Kochen und Kärchern. So issset.
    Aber sage mal, fängt das gute Stück in der Pfanne nicht eher an zu kochen als zu braten, wenn man da die Sache “deckelt”? Und ist es dann nicht auch evtl unerwünschterweise zu schnell well done?
    Ach, und noch zu WO einkaufen?: Ich bin zZt auf’m Lande kurz unter Potsdam. Weder Handelshof noch Metro in Sicht…
    LG Ina 🌞

    • Handelshof ist in Kleinmachnow, aber da kannste nur nach Vorbestellung abholen und Metro dreimal. Bamberger ist Gastrogroßhandel und Berlin generell ist kein Problem was Einkaufsquellen betrifft. Da muss man halt ein bisschen recherchieren. Ich habe 14 Jahre in Kaulsdorf ganz im Osten gewohnt, da habe ich vermieden in den Westen zu fahren, weil das Tagesreisen waren. Fleisch fängt nicht an zu kochen, wenn die Pfanne heiß genug ist und man wendet es regelmäßig, also öffnet den Deckel. Das war ein 500 Gramm Stück, mit einem Kilo hätte das schon nicht mehr geklappt, aus den von Dir genannten Gründen.

  • Haifisch

    @ina, Fleisch und kochen:
    Du hast schon recht.
    Ich hab mir angewöhnt,
    wenn aus dem Fleisch zuviel Saft austritt
    die Pfanne auszukippen,
    und dann mit neuem Öl weiterbraten.
    Zu warten, bis das verkocht / verdampft ist,
    kann auch bei heisser Pfanne mal zu lang dauern.

    Alternative wäre (ich hab es nicht!):
    einölen, würzen und im Airfryer machen.
    Dann tropft das Wasser weg und stört den Bratprozess nicht.

    Bei richtig gutem Fleisch tritt nicht so viel Saft aus.
    Insofern ausprobieren, ob ein Stück echtes Bio-Fleisch
    eventuell das Problem löst. Es kostet ein Vermögen, ja.
    Aber wenn man es geniesst, nicht (fr)isst, dann lohnt es sich.
    Und – der Trend geht eh zu kleinen Fleischportionen 😉

    Ein fischiger Gruss
    vor verfressnen Haifisch

  • Ina

    @ haifisch,
    klar verliert “gutes” Fleisch weniger Wasser und Rind verliert generell weniger als Schwein, weil einfach weniger drin ist. Aber “gutes” Fleisch entsteht durch gute, respektvolle Aufzucht und Schlachtung, egal an welchem Ort. Dazu kann ich den Tipp geben: Weideland-Farm in Rieben.

    Und: Wäre die “Deckelung” mit so’nem Abdeck-Sieb-Deckel – landläufig Spritschutz genannt – nicht besser als geschlossener Deckel?

    UND: Lieber Jörg, keine Ahnung, welche Suchmaschinen Dir zur Verfügung stehen, aber mein Internet spuckt keine Metro in der Nähe aus, und Bamberg Gastro Großmarkt schon gleich überhaupt nicht 🥴.
    LG von Ina 🌞

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