Tiramisu mit selbst gebackenem Biskuit
Ist Tiramisu gerade out, oder lädt man mich einfach nirgendwo mehr ein, weil ich so ein schwerer Kostgänger bin? In den Neunzigern stand auf jedem Büffet ein Tiramisu und beim Italiener war das sowas wie der Pflichtnachtisch. Später ging es wie üblich damit weiter, dass erst jemand ankam und feststellte dass Mascarpone deutlich fetter als Magerquark wäre und nachdem der Originalgeschmack damit verhunzt wurde, kamen die obliaten Abwandlungen mit irgendwelchen Früchten, die darin nichts zu suchen haben, Mutti mit der Phobie vor dem rohen Eigelb und die Industrie entdeckte Ihr Herz für diese italienische Köstlichkeit und machte sie im Prinzip unkaufbar, weil die ganzen Murats, Ranjids und Vlads, die sich mittlerweile im Namen der echten Italiener in Deutschland an deren Küche vergehen, sich die Arbeit sparen und sowas kiloweise aus dem Großmarkt holen, sich aber für hausgemacht bezahlen lassen. Vor zehn Jahren habe ich schon mal ein Tiramisu für den Blog gemacht. Die war sehr geil, aber auch sehr süß. Das ist dieses Tiramisu auch, aber trotzdem deutlich weniger süß. Hier ist wieder der Biskuit selbst gebacken. Das ist so einfach, dass mir die Hände abfallen sollen, wenn ich das mit Löffelbiskuit tun würde. Lasst den Scheiß! Um auf meine Aussage am Anfang zurückzukommen, ich habe ewig kein Tiramisu gegessen. Meine jüngste Tochter war bei meinem letzten Tiramisu mit Mühe und Not geboren und alle anderen können sich auch nicht mehr daran erinnern. Zeit für ein bisschen kulinarische Bildung, in einer Version für Erwachsene und einer für Kinder

Zutaten:
Biskuit
120 Gramm Mehl
100 Gramm Zucker
4 Eier
1 Tüte Backpulver
1 Päckchen Vanillin, oder besser
1 Prise Salz
60 Milliliter Wasser für den Eisschnee
100 Milliliter Wasser für den Teig
Füllung
1 Kilogramm Mascarpone
4 Eier
150 Gramm Zucker
Für Erwachsene:
200 Milliliter Espresso
3 Esslöffel Zucker
optional Amaretto
Für Kinder:
Karamellsirup aus
400 Gramm Zucker
100 Milliliter Wasser zum Schmelzen
100 Gramm Butter
1 Teelöffel Vanillepaste
250 Milliliter zum Verflüssigen
Kakaopulver zum Bestäuben

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mehl und Zucker abwiegen

Backpulver und Vanillin, oder besseren Stoff wie richtige Vanille

Vier Eier trennen

Eiweiß kommt in einen Mixbecher

Das Eigelb kommt in die Schüssel in der Mehl und Zucker sind

Um das Eiweiß zu Eischnee zu schlagen nehme ich ein bisschen Wasser als Notreserve. Manchmal braucht man das auch gar nicht dafür. Kommt immer auf die Eier an.

Ein paar Körner Salz zum Eisschnee geben

Ich verwende meinen ESGE Zauberstab mit der Schlagscheibe

Es geht auch ein Handrührer

Zauberstab auf den Boden des Mixbechers stellen, der übrigens möglichst hoch und schmal sein soll, damit das Eiweiß schaumig wird.

Eischnee ist fertig

Schriiiiiiiiiiiiiiing

Die Teigzutaten verrühren, wenn der Teig zu staubig ist eine Pfütze Wasser dazugießen

Wenn der Teig glatt ist, kommt das geschlagene Eiweiß

Eischnee unter die anderen Teigzutaten in der Schüssel heben

Der Teig wird auf dem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verstrichen

Hier ist der Teig schon auf dem Backblech. Biskuit ist wirklich total einfach. Am Anfang hat man davor total Respekt wegen des Eisschnees und weil man Angst hat, dass irgendwas beim Backen nicht klappt, aber das ist wirklich ganz einfach und mittlerweile wird dafür mein Puls nicht mehr schneller.

Bei 180 Grad Umluft für 13 bis 15 Minuten backen

Espresso wird gekocht

Der Biskuit kommt schon wieder aus dem Ofen zurück. Das Backpapier lässt sich ganz leicht abziehen, wenn man den Teig abkühlen lässt

Karamellsirup kochen

Weil meine Kinder keinen Kaffee mögen, mache ich ein Karamellsirup.

Ich bin keine Hausfrau, deswegen mache ich daraus auch keine mengenmäßige Punktlandung, sondern gleich so viel, dass sie sich das abseits der Tiramisu noch über Eis, Kuchen, in Milch reinkippen können, weil das so gut schmeckt. Die Arbeit bleibt gleich.

Butter und Zucker bei Vollgas auflösen und Wasser dazugießen, das verdunstet wieder, aber hilft mir beim Zucker einschmelzen

Aufkochen lassen, damit es reduziert und bräunt

Vanillepaste

Zucker kocht schaumig auf

Für die Erwachsenen koche ich Espresso, um den Biskuit damit später zu tränken

Espresso süßen

Die Flüssigkeit verdunstet beim Zucker immer weiter

Dann wird der Zucker brösig und fängt an zu bräunen

Parallel bereite ich schon die Mascarpone vor. Ob Ihr damit eine Version für Kinder, oder Erwachsene macht, oder nur eine von beiden ist egal. Die Mascarponecreme ist bei beiden gleich.

Mascarpone in eine Schüssel geben

Zucker

Der Zucker auf dem Herd bekommt immer mehr Farbe

Jetzt kann sehen wie der Zucker am Topfrand schmilzt


Jetzt aufpassen, dass nichts anbrennt

Jetzt aufpassen, weil Wasser und heißes Karamell wild spritzen kann. Langsam mit dem Wasser anfangen und erstmal schauen was passiert.

Bei mir passierte gar nichts, außer dass es anfing zu klumpen

Ich habe die Temperatur wieder höher gedreht, damit es schmilzt und mit dem Zauberstab mit dem Knathaken, oder einem Pürierstab gerührt, damit der Zucker sich wieder mit der Flüssigkeit vermischt. Das klappt sehr gut.

Schriiiiiiiiiiing

Hier kann man sehen wie der Zucker wieder flüssig wird.

Fertig

Jetzt wird die Mascarponecreme gemacht

Eigelb zur Mascarpone geben

Vermischen mit einem Rührgerät

Aus dem getrennten Eiweiß mache ich noch einmal Eischnee, wie vorher beim Biskuit

Alles kein Problem

Vanillepaste zur Mascarpone geben

Eischnee unterheben, nicht im Kreis rühren

Ich habe zwei Formen für das Tiramisu benutzt, je nachdem womit ich den Biskuit tränke.

Den Boden bedecken

Biskuit zuschneiden

Form damit auslegen

Die Version mit Espresso tränke ich mit Espresso

Nicht übertreiben, aber auch nicht rumknickern.

Nächte Lage Mascarponecreme

Wieder eine Lage Biskuit auflegen

Wieder mit Espresso, oder Karamellsirup tränken. Traditionell kann man zusätzlich Amaretto nehmen, den man mit dem Kaffee vermischen würde. Ich habe nur gerade überhaupt keine Lust auf Alkohol, fragt mich nicht warum.

Abschluß wieder mit einer Lage Mascarpone

Der guten Ordnung halber hier noch ein Blick auf das “Kindertiramisu” mit Karamellsirup. Das schmeckt richtig geil, nur mal so am Rande

Anschließend die Schalen in den Kühlschrank stellen und darin übernachten lassen

Zum Servieren verstreue ich wenig herben Kakako mit einem kleinen Sieb über dem Tiramisu

Das schmeckt wirklich so richtig unanständig. Normal sollte man dazu eine Tasse Espresso und ein Glas Grappa auf dem Tisch stellen und von beiden Versionen nur jeweils ein kleines Viereck auf den Teller legen. Davon soll keiner sattwerden, das ist nur noch der Punkt auf dem I. Hätte ich gemacht, aber Prinz Protz (12) hat die gesamte Schale mit dem Karamelltiramisu allein verzehrt, bevor ich sie fotogafieren konnte. Mehr Kompliment geht nicht, ist halt doof für den Beitrag

Deswegen für Euch nur noch ein Foto der Variante für Erwachsene. Boah, ist das lecker und man muss sich so zurückhalten. Davon wusste mein Frau nichts und hat sich dann den Rest der Schale reingefahren, so ein Abend ist schließlich lang. Ich höre auf mit der Kocherei, sondern mache einfach nur noch Tiramisu. Scherz!

Süß, cremig, italienisch. So, ohne gar nicht. Isso! Viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

Mascarpone erstmal auf den Einkaufszettel gesetzt, da steht nämlich nur drauf, was ich nicht vergessen darf.
Vielen Dank für das Rezept.
Das lohnt sich immer. Macht sich auch super im Käsekuchen. Unter einem Kilo fange ich gar nicht erst an
Es stimmt, Tiramisu ist von den Karten verschwunden.
Weil es nur noch der Fertigfrass ist, den keiner will.
Ich hab aus Neugier 1x so ein
Billigketten-Plastik-Tiramisu-Imitat gekauft.
Das schmeckt so grausig, ich konnte es nicht aufessen.
Meine Kollegen mögen es aber… nun – kein Kommentar.
Du sagst, später kamen die Tiramisu-Abwandlungen.
Das stimmt so nicht, ich war mal Deiner Meinung.
Ich hatte extra ein italienisches Kochbuch gekauft,
(ernsthaft) um das echte Tiramisu zu finden.
Und dann? Gab es da 10 verschiedene Tiramisu.
Kaffee, Kakau, Obst, was du wolle. Mit Zitrone, ohne.
Reines Mascarpone, oder gemischt mit xxxx.
Seither weiss ich: Tiramisu ist nur in Deutschland
klar definiert mit Kaffee (und Amaretto).
Ich hab bisher die Eierlöffelbiquits imitiert
und die Platten in Streifen geschnitten.
Eigentlich unnötig, Deine Variante ist effizienter,
und schmeckt identisch.
Probiere ich beim nächsten Mal auch so.
Tiramisu ist echt Endstufe. Alle paar Jahre brauche ich das, um nicht zu vergessen, wie geil das ist.
Unser Italiener ( ein Sizilianer, der auch Kölsch spricht ) aus dem Viertel machte bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ mit, oder wie die Sendung heißt. Ich sah mir das nur wegen ihm an. Er war mit seinen Italienischen Wurzeln die Ausnahme, zwei von den Kandidaten kamen nicht aus Europa.
Eine Restaurant-Lady machte Samuca in das Tiramisu. Das Gesicht von ihm war Gold wert. Er konnte das gar nicht fassen. Sie hingegen meinte lapidar, die Gäste würden das so wünschen. Tiramisu mit Anisgeschmack? Ich hätte das zurückgehen lassen. Da sie sich hinterhältig verhielt, werde ich dort ohnehin nicht einkehren.
Tiramisu hatte unser Kölsche Sizilianer nicht immer auf der Karte, ich bat ihn mal, mich zu informieren, wenn er das macht. Das war ein Knaller! Er wußte, was er tat.
Bald besuchen wir eine spanische Stadt auf dem Festland. Ich freue mich darauf, dass Spanier in der Küche kochen, anders kenne ich das nicht.
Jörg, das Tiramisu werde ich in Angriff nehmen.
Die hat bestimmt Sambuca mit Amaretto verwechselt. Kennst Du das noch Sambuca mit Baileys? Gab es früher immer auf Parties und am nächsten Tag hatte man richtig Schädel, weil man dazu noch Bier getrunken hat. Ich glaube das Getränk nannte sich Fußfehler, wie beim Tennis. Tiramisu ist jedenfalls sehr zu empfehlen
Nein, kenne ich nicht. Aber Sauerkirschsaft mit Batida de Coco. Auf einem Klassentreffen ging ein Stiefel aus Glas herum und alle tranken. Ich dachte, es wäre nur Cola, es war aber auch ein guter Schwung Korn drin. Daraus nahm ich einen großen Schluck, oh weh……..Ich hielt mich meistens an Bier, trotzdem gab es häufig Katzenjammer.
Whisky genieße ich in homöopathischen Dosen, den kippt man nicht einfach so weg. Eine späte Leidenschaft.
Ich habe daran überhaupt keinen Spaß mehr, seit ich nicht mehr rauche. Da ist das Trinken auch gleich mit auf der Strecke geblieben