Schweinerouladen aus der Nuss
Rouladen gibt es bei uns ganz selten. Meine Familie hat häufig eine Schmorgerichteabneigung, die ich gar nicht verstehe. Meistens wenn es um klassische deutsche Küche geht. Vom Rind sind die Rouladen auch richtig teuer geworden. Unter 15 Euro pro Kilo quasi nicht zu bekommen. Ich war beim Handelshof und schaue dort jedes Mal beim Fleisch im MHD Verkauf, was sie loswerden wollen. Ich habe eine Nuss vom Schwein für € 4,99 pro Kilo gekauft. Die gibt es am Stück und der Vorteil dieses Stückes ist, dass man es zu Schnitzeln, oder Steaks aufschneiden, oder als Schmorfleisch am Stück verwenden kann. Ich habe noch einen draufgesetzt und gleich noch den Metzgerjob miterledigt und Rouladen daraus geschnitten, weil mir irgendwer zugeflüstert hatte, keine Schnitzel essen zu wollen.

Zutaten:
1,4 Kilo Schweinenuss
Senf (anklicken)
2 Zwiebeln
200 Gramm Bacon
1 Glas Gewürzgurken (Cornichons)
2 Esslöffel Paprika rosenscharf
8 Wacholderbeeren
4 Lorbeeblätter
3 Esslöffel Mehl
700 Milliliter trockenen Weißwein
300 Milliliter Gurkenwasser
Wasser zum Auffüllen
1 Esslöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
100 Milliliter Tomatenmark
1 Soloknoblauch
2 Peperoni
Beilagen:
Kartoffelgratin (anklicken)
Wirsing (anklicken)

Wenn ich Schnitzel schneide, dann verkürze ich die Faser. Bei Rouladen schneide ich MIT der Faser. Die geht also von vorne nach hinten durch.

Fleisch nach dem Schneiden klopfen.

Zwiebeln häuten

Zwiebeln zerkleinern

Selbst gemachter Senf

Fleisch mit Senf bestreichen

Ich habe jeweils zwei Baconstreifen auf die Rouladen gelegt

Zwiebel

Kleine Gewürzgurke

Einrollen

Wenn ich konventionell in der Pfanne, oder im Bräter arbeiten würde, hätte ich die Rouladen nicht gesichert, sondern einfach auf der Naht angebraten.

Da ich aber nicht drei Stunden schmoren wollte, sondern einen schnellen Werktagserfolg im Krups cook 4 me angestrebt habe, wurden die Rouladen alle mit Spießen zusammengehalten. Ich habe keine Ahnung was beim Garen unter Druck sonst passieren würde, deswegen gehe ich da kein Risiko ein.

Ich heize den Krups cook 4 me konventionell ein, so als wenn Ihr die Pfanne, oder den Bräter auf dem Herd aufheizt.

Die erste Lage Rouladen kommen in den Topf

Die wenn man die nur für zwei Leute zubereiten würde, könnte man da sicherlich noch länger Zeit für das Anbraten verwenden. Bei der Menge die ich habe, würde das aber meinen Zeitvorteil reduzieren, dewegen nutze ich die Anbratfunktion jetzt erstmal, damit die Zutaten schon mal anwärmen und sich dann später der Druck aufbauen kann, wenn der Deckel geschlossen wird.

Tomatenmark

Paprika rosenscharf

Wacholderbeeren

Lorbeerblätter

Die restlichen Zwiebelstücke und Bacon gebe ich auch noch in den Topf

Mehl für die Bindung




Gurkenwasser und die restlichen Gurken aus dem Glas

Das gibt einen guten Geschmack und Säure

Knoblauch abziehen

Kann man zerkleinern, oder eben nicht

Peperoni


700 Milliliter trockenen Weißwein

Chiliflocken und Salz

Jetzt ist alles im Topf. Deckel verriegeln und auf Druckgaren einstellen

Garzeit 40 Minuten unter Druck. Ich mache mein Wirsinggemüse und mein Kartoffelgratin in der Zwischenzeit.

Die sind hier schon wieder um.

Mir ist die Soße noch zu dünn, deswegen lasse ich sie konventionell auf der “Bratstufe” für 20 Minuten sprudelnd einkochen.

Dann ist der Wirsing fertig und auch das Kartoffelgratin

Nun kann serviert werden

Ich finde die Rouladen sehen echt gut aus. Frische Petersilie gibt den letzten Pfiff

Wirsing auf den Teller geben

Kartoffelgratin

Das ist schon verdammt lecker. Sehr kräftig und rund im Geschmack, schöne Soße, ganz zartes Fleisch und wenn man das nicht erwähnen würde, käme keiner auf die Idee dass das keine Rinderroulade ist, sondern “nur” Schwein.

Man kann das bei 100 Grad auch wieder sehr gut und schonend am nächsten Tag erwärmen. Ich habe dann meinen Bremer Freund Chris aus Berlin zu Gast gehabt und der hat sich gefreut, besser als bei Muttern essen zu können. Sogar meine Familie hat das gelobt, das ist ja auch kein Selbstläufer.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

Das sieht richtig gut aus.
Rouladen hab ich schon lange nicht mehr gemacht, eben weil das Rindfleisch so teuer geworden ist. Eine Schweinenuss hab ich letzte Woche auch erstanden, aber die wird gerade gepökelt, das gibt dann einen Kochschinken. Nachkochen kann also noch etwas dauern bis die nächste Nuss im Angebot ist.
Zwei Fragen hätte ich:
Hast Du eine besondere Technik um das Fleisch so dünn aufzuschneiden? Gerade die Nuss ist ja ein recht weiches Fleischteil, da habe ich immer so meine Probleme mit.
Zweitens, Du hast nichts weiter zur Sauce geschrieben. Auf den Bildern sieht es so aus als wurde die passiert und nicht weiter gebunden. Ist das richtig so?
Die Soße ist einfach nach dem Druckkochen noch weiter im Cook 4 me eingekocht worden. Nichts wurde passiert, oder noch mehr gebunden. Das erledigen Tomatenmark und Mehl. Steht auch so im Text “Mir ist die Soße noch zu dünn, deswegen lasse ich sie konventionell auf der “Bratstufe” für 20 Minuten sprudelnd einkochen”. Ich habe das Fleisch einfach nur entlang der Faser aufgeschnitten und benutze gerne mein Ausbeinmesser von Victorinox, oder ein anderes mit einer glatten Schneide. Ich schärfe die Messer auch immewr, wenn sie sie für solche Feinarbeiten benutze. Ich schneide ungefähr so eine Dicke, als wenn ich Schnitzel machen wollte und den Rest klopfe ich dann dünn. Hat mich aber auch gewundert, wie einfach das geht.
Ralf: Wenn Du Zeit hast,
kannst du angefrorenes Schwein schneiden.
Das glischt nicht so weg.
Aber es braucht Zeit, damit es immer genau so weit aufgetaut ist,
dass man die Scheiben gut abkriegt.
Geht auch mit normaler Kühlschranktemperatur. Man muss es einfach nur machen und nicht lange drüber nachdenken.
Sorry für die dumme Frage, hätte ja sein können es gibt ne Technik, die ich noch nicht kenne und ich hätte was lernen können.
Ist keine dumme Frage und einkochen ist halt relevant. Wenn man die hinterher wieder aufwärmt, ist die Soße nochmal wieder dicker, als wenn das frisch gekocht auf den Teller kommt.